Erstes Robotermuseum für Japan – ZKM mit dem robotlab vor Ort

Am 12. Oktober 2006 eröffnet im japanischen Nagoya das erste Robotermuseum der Welt. Karlsruhe ist in Form des im ZKM ansässigen »robotlab« an der Eröffnungsausstellung beteiligt.


Dass Karlsruhe als Technologieregion über die Landesgrenzen hinaus bekannt und geachtet ist, wurde gerade in den letzten Monaten wiederholt hervorgehoben und betont. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50jährigen Jubiläum des Forschungszentrums Karlsruhe feierten Prominente aus Wirtschaft, Forschung und IT die Region als vorbildlich und zukunftsorientiert. Mit dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie steuert Karlsruhe auch im Bereich Kunst und Neue Medien einen erheblichen Teil zu diesem Ruf bei. Zahlreiche internationale Kooperationen in Forschung und Kunst hat das ZKM bereits durchgeführt. In Form des im ZKM ansässigen »robotlab« ist es nun auch bei der Eröffnung des weltweit ersten Robotermuseums »robothink« in Nagoya, Japan dabei.


Die im Februar 2000 gegründete Künstlergruppe »robotlab«, bestehend aus Matthias Gommel, Martina Richter und Jan Zappe arbeitet experimentell, künstlerisch und wissenschaftlich im Spannungsfeld zwischen Mensch und Maschine. Installationen, öffentliche Experimentierlabore und Performances mit Industrierobotern gehören ebenso zu ihrem Repertoir wie Vorträge zu den technischen und künstlerischen Hintergründen ihrer Arbeit.»robotlab« arbeitet als Gastkünstlergruppe am ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe.


In Nagoya ist das »robotlab« mit gleich zwei Arbeiten, »profiler« und »instrument«, vertreten. Der Roboter in der Installation »profiler« erzeugt Portraits von Besuchern in Form von Umrisszeichnungen und ordnet sie in kompositionelle Zusammenhänge. Hat ein Ausstellungsbesucher die Buehne vor einer hell leuchtenden Hintergrundwand betreten, erkennt dies der Roboter, faehrt in Aufnahmeposition und erfaßt die menschliche Figur mit seiner Videokamera. Der Computer verarbeitet das aufgenommene Bild, verwandelt es in Linienzuege und der Roboter fuehrt dann mit wenigen Strichen die Zeichnung auf der emaillierten, grossformatigen Zeichentafel aus.


Die Anordnung der Zeichnungen durch »profiler« erfolgt nach einem eigenen Kompositionsprinzip. Der Roboter hat einen durch seine Anatomie begrenzten Arbeitsraum, der sich in der Tafelebene nierenfoermig abbildet. Diese für ihn erreichbare Flaeche wurde in 16 fest definierte Rechtecke segmentiert, die sich ueberlagern. Nach und nach werden 13 Umrisszeichnungen von Besuchern zufaellig in verschiedene Rechtecke verteilt. Drei Rechtecke bleiben stets leer. Innerhalb eines Rechtecks kann die Zeichnung, ebenfalls durch den Zufall bestimmt, eine von fuenf moeglichen Positionen einnehmen: in einer der vier Ecken oder im Zentrum. Durch die Kombination von Systematik, Zufall und Auslassung entstehen auf der Tafel unvorhersehbare Anordnungen mit Vereinzelungen, Gruppierungen und Ueberschneidungen.


Die zweite Arbeit, »instrument«, ist eine interaktive Roboter-Sound-Installation. Der Industrieroboter ist gestimmt wie ein Musikinstrument, so dass er durch seine Bewegungen Musik zum Erklingen bringen kann. Der Betrachter kann mit den Tasten auf dem Interface Musikstuecke auswaehlen, die der Roboter dann abspielt. Die Klaenge sind die Geraeusche, die die Motoren, Gelenke und Getriebe herstellungsbedingt erzeugen.


 

Link: http://www.robotlab.de