Dubai – erweiterte Horizonte.

Die drei großen Museumsinstitutionen Deutschlands, die
Staatlichen Museen zu Berlin (SMB), die Staatlichen Kunstsammlungen
Dresden (SKD) und die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen
in München (BSTGS) gehen immer intensiver
gemeinsame Wege.
Nach ihrem ersten Auftritt in Brüssel im Jahr 2007, wo sie aus
Anlass der deutschen EU-Ratspräsidentschaft gemeinschaftlich
die Ausstellung „Blicke auf Europa. Europa und die deutsche
Malerei des 19. Jahrhunderts“ präsentierten, haben sie soeben
in Peking zwei große Ausstellungen eröffnet: „Gerhard Richter.
Bilder 1963 – 2007“ und „Living Landscapes. A Journey through
German Art“. Die Ausstellungen sind Höhepunkt des Kulturprogramms
im Vorfeld der Olympischen Spiele in Peking.
Nun haben die drei großen deutschen Museumsinstitutionen
gemeinsam mit der Regierung von Dubai, vertreten durch die
Dubai Culture and Arts Authority (DCAA), eine Kooperation
beschlossen, die weit über das hinausgeht, was jede der
einzelnen Institutionen bislang in eigener Anstrengung in Bezug
auf kulturelle Auftritte der deutschen Kulturnation im Ausland
hat unternehmen können. Es geht dabei nicht um eine schlichte
Dependance deutscher Museen am Golf, sondern darum, ein
wirklich neues, universelles Konzept zu entwickeln: Einen Ort
internationaler Begegnung auf allen Feldern des Museumswesens.


Vereinbart ist eine Kooperation, die eine Intensivierung der
kulturellen Beziehungen, des kulturellen Austauschs und damit
des gegenseitigen kulturellen Verstehens intendiert. Mit
wechselnden Ausstellungen, wissenschaftlichen Projekten und
Bildungsprogrammen wird sich diese Partnerschaft der
Öffentlichkeit präsentieren. Integraler Bestandteil der
Kooperation werden dabei auch Besuchs- und Austauschprogramme
von Wissenschaftlern, die gemeinsame Publikation
von Forschungsergebnissen, die Entwicklung interkultureller
Bildungsaktivitäten sowie der Wissenstransfer im Bereich
Museumsmanagement sein. Gemeinsam mit den Partnern in
Dubai werden die drei deutschen Museumsinstitutionen an der
Verwirklichung dieses Universalmuseums mitwirken und damit
sowohl Deutschland als Kulturnation repräsentieren wie auch
integraler Teil einer international angelegten Museumskooperation
sein. Basis dieser Kooperation wird eine Präsenz der
deutschen Partner in Dubai sein.
Seinen nicht nur geistigen Ort wird diese Kooperation zunächst
in einer von Rem Koolhaas zu entwerfenden Übergangsspielstätte
für die Darstellenden und Bildenden Künste finden
(Fertigstellung bis 2010). Hier können Projekte realisiert
werden, die dem Gedanken eines Universalmuseums als einem
Ort des Weltverständnisses verpflichtet sind. Für die Zukunft ist
der Bau eines regelrechten Museumsensembles in Dubai
geplant, an dessen Entwicklung die großen Museen aus Berlin,
Dresden und München konzeptionell beteiligt sein werden.
Die Partnerschaft soll sich auch gegenüber weiteren
Kooperationspartnern in globaler Vernetzung als offen und
entwicklungsfähig erweisen.
Peter-Klaus Schuster
Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB)
Martin Roth
Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Reinhold Baumstark
Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen (BSTGS)
Günther Schauerte
Stellvertretender Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB)
Michael Schindhelm
Kulturdirektor der Dubai Culture and Arts Authority (DCAA)

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