Dominique Gonzalez-Foerster

Biographie
free movie. free movies online. last movies
1965 geboren in Strasbourg
1982-87 Ecole des Beaux Arts, Grenoble
1986 Gastaufenthalt an der Kunstakademie Düsseldorf, Klasse Fritz Schwegler
1987-88 L’Ecole du Magasin, Centre National d’Art Contemporain de Grenoble
1989 Institut des Hautes Etudes en Art Plastique, Paris bei Pontus Hulten
1998 Teilnahme an der Biennale Berlin
1999 Teilnahme an der Biennale di Venezia
Lebt und arbeitet in Paris

Die 1965 geborene Medienkünstlerin richtet Wohnräume ein, deren Reduziertheit sich gegen den Glamour der Werbung stellt. Diese Zimmer erzählen in einer Art Traumwelt, wahre und erfundene Lebensgeschichten. Die Künstlerin äußert sich dazu:

„Wohnräume, Zimmer und Häuser scheinen Zwischenräume zu sein, so etwas wie Schnittstellen, transitorische Orte zwischen inneren, „geistigen“ Räumen – dem, was wir als unser Ich fühlen – und dem Draußen-Draußen, außerhalb unseres Körpers und außerhalb des Hauses. Deswegen scheint die Beziehung zu Kunstwerken in Wohnräumen so wichtig zu sein, die Art wie Räume die Geschichten, Obsessionen und Wünsche von Leuten, ihre Beziehungen zu Gegenständen, Bildern, dem täglichen Leben reflektieren. Räume enthalten mitunter halb „unbewusste“ Ausstellungen des Selbst.“

Ihre Räume setzen aus sich selbst heraus den Glauben an die Identitätsstiftung herab. Das Ich entwickelt sich aus der Umgebung, in der es sich aufhält. Farbe und Licht stehen im Zusammenhang. Die Aussage des Raumes ist oft nur für eine kleine Gruppe der gleichen Generation, Herkunft und Kultur verständlich. Die Charakteristik von bestimmten Atmosphären und Momenten ist auch immer elementares Element in ihren bekannten Rauminstallationen.

Seit 1995 arbeitet die Künstlerin verstärkt mit Filmen. Auf der Biennale in Venedig zeigte sie in einem inszenierten Raum Filme mit der Manga-Figur Ann Lee, den Künstlern Pierre Huyghe und Phillipe Parreno.

2001 zeigt Gonzalez-Foerster im Portikus Frankfurt a. M. eine sehr reduzierte Installation, in der zwei Filme von je 10 Minuten gezeigt werden. Beide Filme wurden auf 35mm projiziert. Sie beschränkt sich völlig auf die nötigen Elemente eines Filmvorführraumes: Projektionsraum, Bestuhlung, Leinwand. Die Kurzfilme zeigen städtische Landschaften, in denen öffentlicher Raum und Wasser eine Rollen spielen. Sie werden von Personen in einer bestimmten Weise und zu unterschiedlichen Momenten durchquert und eingenommen. Sie spielen in Kyoto und Honkong und haben die Titel “ Riyo“ und „Central“.

„A Plan for Escape“ (Ein Plan für die Flucht) Parkinstallation

Auf der Documenta11 lädt Gonzalez-Foerster zu einer „imaginären Reisebeschreibung“ ein. Auf der Karlsaue ergeben ein sieben Tonnen schwerer Lavastein aus Mexiko, eine Telefonzelle aus Brasilien und ein Rosenbusch aus Le Corbusiers Rosengarten in Chandigarh, Indien, gemeinsam mit anderen Elementen Aussagen über reale und eingebildete Reisen mit historischen und kulturellen Hinweisen. Es sind Spuren einer umfangreichen „Studienreise“.

Literatur (Auswahl)

Backstage, Kat. Kunstverein Hannover 1993
Dominique Gonzales-Foerster, Interieurs, Kat. Stedelijk Museum, Bureau Amsterdam 1994
Dominique Gonzales-Foerster, 88:88, Kat, Krefelder Kunstmuseum 1998 (Interview und Text: Julian Heynen)
„Ich ist etwas anderes“ Kat. Kunstsammlung NRW, 2000

Johanna Maria Huck-Schade – Juli-2002