Die Sammlung von Kokoschka bis Anzinger

07.03.2015 - 21.06.2015
Museum der Moderne Salzburg Rupertinum
Wiener-Philharmoniker-Gasse 9 , 5020 Salzburg, Austria
http://www.museumdermoderne.at

Mit der Ausstellung Expressionismen – Die Sammlung von Kokoschka bis
Anzinger stellt das Museum der Moderne Salzburg die Sammlung auf den
Prüfstand und zeichnet verschiedene Spielarten des Expressionismus nach.
In dieser Ausstellung, die Gemälde, Skulpturen,
Zeichnungen und Druckgrafiken von 1907 bis 2011 umfasst, wird der Begriff
„Expressionismus“ anhand von ca. zweihundert Werken von fast achtzig Künstlern
und Künstlerinnen aus der Sammlung des Museum der Moderne Salzburg auf den
Prüfstand gestellt. Ausgangspunkt war die Auseinandersetzung der im vergangenen
Jahr angetretenen Kuratorin für Moderne, Beatrice von Bormann, mit der
hauseigenen Sammlung. „Die kritische Aufarbeitung unserer Sammlung mit dem
Blick aus der Gegenwart auf die verschiedenen Inhalte, die in unseren Beständen
abgebildet sind, ist eine zentrale Aufgabe des wissenschaftlichen Teams des
Museums“, sagt Sabine Breitwieser, Direktorin am Museum der Moderne Salzburg,
und fügt hinzu: „Salzburg ist mit der Figur Oskar Kokoschka und der Schule des
Sehens eng verbunden, und daher möchten wir überprüfen, inwieweit
expressionistische Formen der Kunst in unserer Sammlung tatsächlich verankert
sind.“ „Das Museum ist im Besitz herausragender Werke des Expressionismus,
wobei sich diese vornehmlich auf österreichische und deutsche Künstler
beschränken“, ergänzt Kuratorin Beatrice von Bormann. „Das bietet die Möglichkeit,
zu untersuchen, inwiefern es eine spezifische geografische Variante des
Expressionismus gibt und inwiefern sich die diversen Expressionismen von 1900 bis
in die 1980er-Jahre voneinander unterscheiden. Die wichtige Rolle von Frauen
innerhalb dieser verschiedenen Phasen des Expressionismus ist an der Sammlung
leider nicht abzulesen.“

Im Expressionismus, vor allem in der Malerei, wird die exakte Abbildung der
Wirklichkeit vernachlässigt und dem Gestus des Malens und dem emotionalen
Ausdruck ein weitaus höherer Stellenwert eingeräumt. Der deutsche Maler Franz
Marc bezeichnete dieses Bestreben 1912 als „subjektive Umwandlung der Natur“.
Wenn man den Expressionismus solcherart als künstlerisches Konzept auffasst,
kann man durchaus eine Linie vom frühen Expressionismus vor dem Ersten
Weltkrieg über den Expressionismus der Zwischenkriegszeit bis hin zum abstrakten
Expressionismus und zum Neoexpressionismus der 1960er- und 1970er-Jahre
ziehen. In der Ausstellung, die teils thematisch, teils chronologisch geordnet ist, wird
dies anhand von Werken aus der eigenen Sammlung vorgeführt. In Grafiken, die
eigens für die Ausstellung erarbeitet wurden, werden die Netzwerke der
verschiedenen Künstler, Künstlerinnen und Orte aufgedeckt.
Das Museum der Moderne Salzburg verfügt, auch dank Dauerleihgaben, über
hervorragende Werke sowohl des frühen Expressionismus, mit Arbeiten von Oskar
Kokoschka, Emil Nolde und Ernst Ludwig Kirchner, als auch über repräsentative
Werke des Neoexpressionismus, etwa von Markus Lüpertz und Georg Baselitz. Eine
spezifisch österreichische Variante des expressiven Realismus der 1960er- bis
1980er-Jahre ist durch Künstler wie Georg Eisler und Alfred Hrdlicka vertreten. Die
Neuen Wilden sind mit großformatigen Arbeiten, etwa von Siegfried Anzinger,
Gunter Damisch, Herbert Brandl, Thomas Reinhold und Hubert Scheibl, präsent.
Mehrere Werke werden zum ersten Mal ausgestellt, darunter jüngste Schenkungen
von Georg Eisler und Rudolf Kortokraks.

In der Ausstellung vertretene Künstlerinnen und Künstler: Siegfried Anzinger, Karel
Appel, Christian Ludwig Attersee, Georg Baselitz, Max Beckmann, Herbert Boeckl,
Georg Wilhelm Borsche, Herbert Brandl, Günter Brus, Heinrich Campendonk, Gunter
Damisch, Otto Dix, Jean Egger, Georg Eisler, Adolf Erbslöh, Anton Faistauer,
Conrad Felixmüller, Paul Gangolf, Richard Gerstl, Otto Gleichmann, George Grosz,
Margarete Hamerschlag, Anton Hanak, Felix Albrecht Harta, Carry Hauser, Erich
Heckel, Matthias Holl, Wolfgang Hollegha, Rudolf Hradil, Alfred Hrdlicka, Ernst
Huber, Jörg Immendorff, Asger Jorn, Martha Jungwirth, Edmund Kalb, Wassily
Kandinsky, Ernst Ludwig Kirchner, Ferdinand Kitt, Oskar Kokoschka, Anton Kolig,
Käthe Kollwitz, Rudolf Kortokraks, Maria Lassnig, Markus Lüpertz, August Macke,
Frans Masereel, Ludwig Meidner, Jürgen Messensee, Jean Metzinger, Josef Mikl,
Alois Mosbacher, Otto Mueller, Emil Nolde, Max Pechstein, A. R. Penck, Georg
Pevetz, Traudel Pichler, Peter Pongratz, Markus Prachensky, Thomas Reinhold,
Christian Rohlfs, Georges Rouault, Christian Schad, Hubert Scheibl, Egon Schiele,
Hubert Schmalix, Karl Schmidt-Rottluff, Josef Schulz, Karl Stark, Anton Steinhart,
Wilhelm Thöny, Andreas Urteil, Johannes Wanke, Karl Anton Wolf
Kuratorin: Beatrice von Bormann, Kuratorin und Sammlungsleiterin, Museum
der Moderne Salzburg
Kuratorische Assistentin: Barbara Herzog, Museum der Moderne Salzburg