Die Kunst des Sehens: Forschen – Lehren – Lernen – ursula blickle vide

„Video killed the Radio Star“ – ein Pop-Hit aus den 1980er Jahren – signalisierte die Ankunft des Videoclips und löste eine ästhetische Revolution in der Verbindung von Musik und Bild aus. Beinahe zur selben Zeit setzte sich das Video als selbstverständliches ästhetisches Ausdrucksmittel bildender Künstler durch. Heute sind Ausstellungen zeitgenössischer Kunst ohne dieses Medium kaum mehr vorstellbar.
Das ursula blickle videoarchiv, eine Kooperation zwischen der Ursula Blickle Stiftung, der Universität für angewandte Kunst Wien und der Kunsthalle wien, wird am 9. März 2007 nach zweijähriger Vorbereitungsphase eröffnet. Mit dem ursula blickle videoarchiv wird ein Modell zur Förderung und Sichtbarmachung von zeitgenössischer Videokunst geschaffen; ein lebendiges, stetig anwachsendes Archiv für Studenten, Kunsthistoriker und ein interessiertes Publikum, um Recherche und Forschungsarbeit mit dem Medium Video zu ermöglichen.
Modernste Technologie an bequemen Monitorsichtungsplätzen erlaubt dem Benutzer eine umfassende Recherche in der Datenbank sowie den unmittelbaren Zugriff auf derzeit knapp über 1000 Künstlervideos, die in voller Länge gesichtet werden können.
Das ursula blickle videoarchiv ist als Verbindung von privatem Engagement, Universität und Ausstellungshaus europaweit einzigartig und soll modellhaft neue Möglichkeiten der institutionellen Kooperation vorführen.
Das ursula blickle videoarchiv ist parallel an den drei Örtlichkeiten der Kooperationspartner situiert; es ist nicht kommerziell und zu den Öffnungszeiten der jeweiligen Institutionen kostenfrei zugänglich. Die Vermittlungspolitik des Videoarchivs legt ihren Fokus neben historisch relevanten und international anerkannten Positionen auf aktuelle, gattungs und grenzüberschreitende Tendenzen der Kunst des bewegten Bildes. Als Künstlerplattform mit österreichischer Schwerpunktsetzung wurde und wird die lokale Tradition und Gegenwart der Videokunst verfügbar gemacht. Gespeist wurde das Archiv vorwiegend aus den Sammlungsbeständen der Bibliothek der Angewandten und aus dem Ausstellungsbetrieb der Kunsthalle Wien und der Ursula Blickle Stiftung.
Sichtungsstationen
Neben den Touch Screens gibt es in der Kunsthalle wien sechs Videosichtungsstationen mit Flachbildschirmen, Tastatur und Maus, die über ein lokales Netzwerk mit einem Streamingserver verbunden sind. In der Bibliothek der Universität für angewandte Kunst Wien gibt es zwei Sichtungsstationen und eine in der Ursula Blickle Stiftung, Kraichtal. Entworfen für einen Benutzer ermöglichen die Sichtungsmonitore eine umfassende Recherche mit Informationen über den Künstler und das Kunstwerk sowie Schlagwort und Volltextsuche. Die Indexliste ermöglicht einen raschen Überblick über die im Archiv befindlichen Werke und Künstler. Modernste technische Lösungen ermöglichen unter anderem, dass Videos in der Vorschau oder als Vollbild, auszugsweise oder in voller Länge gesichtet werden können.
Derzeit beinhaltet das ursula blickle videoarchiv knapp über 1000 Titel von ca. 450 nationalen wie internationalen Künstlern. U.v.a. sind vertreten: Heike Baranowsky, Ellen Cantor, Wolfgang Capellari, Carola Dertnig, Nathalie Djurberg, Harun Farocki, Rainer Ganahl, Daniel Gimelberg, Anna Jermolaewa, Susi Jirkuff, William Kentridge, Imi Knoebel, Peter Kogler, Roberta Lima, Tracey Moffatt, Muntean/Rosenblum, Takeshi Murata, N.I.C.J.O.B., Marcel Odenbach, Nam June Paik, Ulrike Rosenbach, Constanze Ruhm, Kiki Seror, Erwin Wurm, Heimo Zobernig.
Die Kunstvideos sind ausschließlich vor Ort einzusehen.
Online sind die Videos aus Copyrightgründen nicht verfügbar.
Forschen, Lehren, Lernen
Konzipiert als digitale Handbibliothek für studentische, wissenschaftliche und kuratorische Praxis bietet das Archiv kompetente Informationen über neueste Tendenzen in der Videokunst sowie lebendige Kunstgeschichte. Nicht belastet durch Sammeln und Konservieren, sondern als Zentrum der Kunstvermittlung in Zusammenarbeit mit der Angewandten entwickelt, werden in der ursula blickle videolounge mittels der großen Projektionswand Vorlesungen veranstaltet. Ab März 2007 wird das Archivsystem von Professoren und Dozenten mit seinem vollen Funktionalitätsumfang zur Ausbildung und Lehre von Studenten genützt.
Einmal jährlich wird neben dem ursula blickle videopreis für einen künstlerisch arbeitenden Studenten, ein weiterer Preis für eine theoretische Arbeit vergeben, die mithilfe des ursula blickle videoarchivs entstanden ist.
video des monats
Die bereits seit Dezember 2004 existierende Programmschiene video des monats zeigt in der ursula blickle videolounge monatlich wechselnd ein oder mehrere Videos eines Künstlers oder kuratierte Videokompilationen auf Großleinwand. Dabei konnten in den letzten zwei Jahren Kuratoren wie Klaus Biesenbach, Gianni Jetzer, Catherine David oder Nicolaus Schafhausen gewonnen werden. Es wurden künstlerische Positionen wie Lida Abdul, Fikret Atay, Illya Chichkan, Thomas Draschan, Brian Eno, Sylvie Fleury, Isaac Julien, Hassan Khan, Zilla Leutenegger, Ulrike Ottinger, Magnus Wallin u.a. präsentiert.
ursula blickle video archiv, ursula blickle videoarchiv
Eine Kooperation von URSULA BLICKLE STIFTUNG, KUNSTHALLE wien und Universität für angewandte Kunst Wien.

Link: http://www.kunsthallewien.at