Die Erfindung des Bildes

Im 19. Jahrhundert galt Raffael als der Gipfel der Malerei aber zugleich
erwachte in dieser Zeit das Interesse an seinen Vorgängern. In Deutschland war
es der Gelehrte Bernhard August von Lindenau, der die größte Sammlung
italienischer Gemälde aus der Zeit vor Raffael zusammentrug. Seine Kollektion,
die im Lindenau-Museum Altenburg verwahrt wird, ermöglicht einen Einblick in den
Beginn der italienischen Tafelmalerei.In Siena und Florenz begann um 1300 eine
künstlerische Entwicklung, die ein neues Bildverständnis hervorbrachte: Freude
am Erzählen, ausschmückende Details und die Entdeckung von Raum und Landschaft
führten weg von der mittelalterlichen Strenge der Gotik.
In Italien wandelte
sich die feierliche Malerei auf Goldgrund zuerst zur lebensnahen Darstellung von
Mensch und Natur in der Renaissance. Im Lauf von zwei Jahrhunderten traten die
Figuren aus der raum- und zeitlosen Sphäre einer sakralen überirdischen Welt in
die Lebenswirklichkeit des Betrachters. In dieser Zeit löste sich das Gemälde
aus den bis dahin bestehenden Zusammenhängen in Freskenzyklen,
Buchillustrationen und Altarmalerei.
Das Katalogbuch zur Ausstellung
dokumentiert anhand charakteristischer Werke die Entstehung der neuzeitlichen
Malerei. Die Leihgaben stammen aus dem Lindenau-Museum Altenburg, das über die
größte Sammlung früher italienischer Gemälde in Deutschland verfügt. Die
einführenden Aufsätze widmen sich den zentralen Aspekten der italienischen
Malerei von 1300 bis 1500 und charakterisieren den Sammler Bernhard August von
Lindenau (1779-1854).  Quelle: Amazon