DER STIFTER, DER ANSTIFTER WAR, WEIL ER WUSSTE, DASS DIE KUNST FÜR ALLE IST.

10.11.2016 - 12.02.2017
Pinakothek der Moderne und Bayerische Staatsgemäldesammlungen Kunstareal
Barer Str. 29 |, München
http://www.pinakothek.de

Die Schenkung der Art Mentor Foundation Lucerne

Bereits jetzt ist eine Auswahl der geschenkten Werke an die Sammlung
Moderne Kunst im 1. Obergeschoss im Rundgang zu sehen.
Die Art Mentor Foundation Lucerne hat den Bayerischen
Staatsgemäldesammlungen und der Staatlichen Graphischen Sammlung
München eine Schenkung von insgesamt 58 hochkarätigen Werken aus der
Zeit des 18. bis 20. Jahrhunderts vermacht. Darunter befinden sich
Arbeiten so renommierter Künstler wie Jacques Louis David, Eugène
Delacroix, Honoré Daumier, Piet Mondrian, Josef Albers, Giorgio Morandi,
Joseph Beuys, Cy Twombly, Georg Baselitz, Antonia Saura, Richard Tuttle
oder Fred Sandback. Es handelt sich um die ehemalige, über Jahrzehnte
aufgebaute Privatsammlung von Christof und Ursula Engelhorn, die das
Ehepaar in die Art Mentor Foundation Lucerne eingebracht hatte.
Darüber hinaus hat die Art Mentor Foundation Lucerne den Bayerischen
Staatsgemäldesammlungen den Ankauf eines Hauptwerks des
amerikanischen Künstlers Dan Flavin ermöglicht:„untitled (to you, Heiner,
with admiration and affection“ (1974). Diese gewichtige Erwerbung rundet
das lebenslange Engagement des Paares für die staatlichen
Kunstsammlungen in München ab und bildet einen weiteren Meilenstein in
der Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, für dessen Ausbau sich
Christof und Ursula Engelhorn auch nach ihrem Umzug von München nach
Luzern eingesetzt hatten.
Christof und Ursula Engelhorn waren von 1967 bis 2003 ebenso großzügige
wie einflussreiche und weitsichtige Förderer des Galerie-Vereins München
e.V. (heute: PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.) und damit der
Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und der Staatlichen Graphischen
Sammlung München. Die öffentliche Kunstlandschaft Münchens hätte ohne
das Wirken von Christof und Ursula Engelhorn heute ein anderes, ein
weniger zeitgenössisches Gesicht.
Als Vorstandsmitglied des Galerie-Vereins ermöglichte Christof Engelhorn
1967 vollumfänglich die Erwerbung von Francis Bacons Triptychon
„Kreuzigung“, ein Monument der Tortur und des Leidens, das die
Verbrechen des Nationalsozialismus ins Bewusstsein bringt, und von
Christof Engelhorn bewusst für die ehemalige „Hauptstadt der Bewegung“
erworben wurde. 1980 unterstützte er den Ankauf einer in der
Öffentlichkeit vehement umstrittenen Arbeit von Joseph Beuys, der
Aufsehen erregenden Installation „zeige deine Wunde“, für die Städtische
Galerie im Lenbachhaus. 1983 engagierte er sich erneut für die Rezeption
des Künstlers, indem er dessen epochales Werk „Das Ende des XX.
Jahrhunderts“ über den Galerie-Verein für die Bayerischen
Staatsgemäldesammlungen erwarb. Der Raum, in dem die Installation in
der Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne eingerichtet
ist, wurde 2011 den Stiftern gewidmet.
Presseinformation
Christof und Ursula Engelhorn sammelten für sich privat parallel zu den
Erwerbungen für die öffentlichen Häuser, so dass sich nun im Bereich der
Kunst des 20. Jahrhunderts die Schenkung und die öffentlichen
Sammlungen ideal zusammenfügen. Werke von Piet Mondrian, Oskar
Schlemmer, Blinky Palermo, Sigmar Polke, Claes Oldenburg und Cy
Twombly ergänzen die Bestände des 20. Jahrhunderts um herausragende
Einzelwerke. Das Konvolut mit Arbeiten von Jacques Louis David, Jean-
Auguste-Dominique Ingres, Théodore Géricault, Eugène Delacroix, Honoré
Daumier, Georges Seurat und James Ensor war hingegen in der
Staatlichen Graphischen Sammlung München bis heute ein Desiderat
geblieben. Es ist dies einer der bedeutendsten Zugänge an älterer Kunst
seit Jahrzehnten.
Im November wird die Staatliche Graphische Sammlung München die
Papierarbeiten der Schenkung in einer Ausstellung in ihren Räumen im
Erdgeschoß der Pinakothek der Moderne zeigen. Die Sammlung Moderne
Kunst der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen integriert eine Auswahl
der Exponate in ihren Sammlungsrundgang in der Pinakothek der
Moderne.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Vorwort von Michael
Hering und Bernhard Maaz, Textbeiträgen von Corinna Thierolf, Armin
Zweite und Jochen Meister, einem Gespräch von Herzog Franz von Bayern
mit Andreas Strobl, sowie Bildtexten von Judith Csiki, Caroline Fuchs,
Michael Hering, Andreas Strobl und Kurt Zeitler.