Der Meister von Meßkirch Katholische Pracht in der Reformationszeit

08.12.2017 - 02.04.2018
Staatsgalerie Stuttgart
Stuttgart
http://www.staatsgalerie.de

Große Landesausstellung 2017 Baden-Württemberg

Der Meister von Meßkirch Katholische Pracht in der Reformationszeit

Meister von Meßkirch, Die Anbetung der Heiligen Drei Könige, Detail aus der Mitteltafel des ehemaligen Hochaltarretabels von St. Martin in Meßkirch, um 1535/40, Meßkirch, Pfarrkirche, ©Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg i. Br., Bildarchiv, Aufnahme Michael Eckmann

Erstmals widmet die Staatsgalerie Stuttgart mit annähernd 200 Exponaten dem Meister von Meßkirch, einem bedeutenden deutschen Maler der Frühen Neuzeit, eine umfassende monographische Ausstellung. Ein Großteil seiner Tafelbilder und Zeichnungen befinden sich heute verstreut in Museen und Privatsammlungen Europas und den U.S.A. Vereint in der Ausstellung, verdeutlichen sie das Wirken des Meisters von Meßkirch und setzen sein Schaffen mit Werken von Künstlern wie Albrecht Altdorfer, Hans Baldung Grien, Lucas Cranach d. Ä. und Albrecht Dürer in den Kontext seiner Zeit.
Unbekannt sein Name, rätselhaft seine Herkunft. Mehr noch als das Geheimnis um seine Identität ziehen die koloristisch außergewöhnlichen Bilder und die charaktervollen Heiligen des Meisters von Meßkirch in den Bann. Die Große Landesausstellung der Staatsgalerie Stuttgart trägt erstmals das Werk des Malers, welches heute auf die bedeutenden Sammlungen der Welt verstreut ist, zusammen. Im Mittelpunkt steht dabei die Rekonstruktion der Ausstattung von St. Martin in Meßkirch. Mit bis zu 12 Altären entstand dort zwischen 1535 und 1540 ein farbgewaltiges Werk gegen die Reformation.
Die goldglänzenden Bilder des Meisters von Meßkirch lassen vergessen, dass Europa zu ihrer Entstehungszeit in seinen Grundfesten erschüttert wurde. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich damals, von Wittenberg ausgehend, die Idee einer Reform der Kirche. Neben Flugblättern und Holzschnitten, die den medialen Kampf gegen die Papstkirche illustrieren, verbildlichen Hauptwerke Cranachs in der Ausstellung die lutherische Lehre.
Ein Schlüsselwerk der reformatorischen Kunst ist der sogenannte »Gothaer Altar« aus der Werkstatt des Heinrich Füllmaurer, der das Gegenstück zu den Tafeln des Meisters von Meßkirch bildet. Mit 162 Darstellungen gilt der monumentale Flügelaltar, der um 1538 für das Stuttgarter Schloss geschaffen wurde, als bilderreichstes Werk der Altdeutschen Malerei. Nach 369 Jahren kehrt er nun für die Große Landesausstellung an seinen Bestimmungsort zurück. In der Stuttgarter Ausstellung wird der Altar so präsentiert, dass alle Tafeln gleichzeitig zu sehen sind. Vor dem Hintergrund der in der Reformationszeit kontrovers diskutierten Bilderfrage kommt dieser monumentalen Lehrtafel mit ihren unverblümten Angriffen auf altgläubige Bildvorstellungen eine besondere Bedeutung zu.

Die Große Landesausstellung 2017 Baden-Württemberg steht unter der Schirmherrschaft von Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg.

In Kooperation mit der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha