DER HIMMEL IM GARTEN. Natur – Landschaften

16.04.2013 - 16.04.2014
Aufeldstrasse 17 – 23, , Klosterneuburg / Wien
http://www.essl.museum

17.04.2013 – Frühjahr 2014 !
KuratorInnen: Prof. Agnes Essl, Andreas Hoffer
Wenn man die Natur wahrhaft liebt, so findet man es überall schön.
Vincent Van Gogh
Mit >DER HIMMEL IM GARTEN< wird die Serie von Präsentationen
aktueller Malerei aus der Sammlung Essl im Schömer-Haus
fortgesetzt. Legten Kunstsammlerin Prof. Agnes Essl und Kurator
Andreas Hoffer im Vorjahr den Fokus auf den gebauten Raum und
Architektur in der Malerei, so wird heuer der Natur-Raum genauer
untersucht. Eine Arbeit des dänischen Künstlers Per Kirkeby leiht
der Ausstellung den Titel: (Der) Himmel im Garten.
Erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts stellen Künstler die alltäglichen Erscheinungsformen
der Natur in den Vordergrund, wie beispielsweise den individuellen bürgerlichen
Garten oder eine spezifische Lichtstimmung, man denke an Monets Bilder von seinem
Garten in Giverny.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts ist das Thema Natur zunehmend abstrahiert behandelt
worden. Oft löst sich die Natur fast gänzlich in Malerei auf, in Farbe und Form, enthoben
jeglicher Inhaltlichkeit, auf die manchmal nur noch der Bildtitel weist. Hier können die
Arbeiten von Martha Jungwirth Ich bin im Garten und Peter Pongratz Im Garten
herangezogen werden, bei denen nur im Titel die gleiche Verortung als Vorwand für eine
sehr aus dem Augenblick entstandene gestische Entäußerung lesbar ist.
Alex Katz hingegen segmentiert einzelne Naturformen, wie die Spiegelung eines Baumes
in seinem Garten oder gelbe Blätter aus ihrem Kontext und überführt sie in eine
emblematische, von Lichteffekten bestimmte großflächige Malerei.
Der Geologe und Maler Per Kirkeby baut seine Kompositionen nach Erdformationen und
Gesteinsschichtungen und schafft mit Hilfe natürlicher Strukturen abstrakte
Bildfindungen. Max Weilers spiritueller Zugang zur Natur hat in der Auseinandersetzung
mit dem Geheimnis der Schöpfung im Laufe seines Lebens dazu geführt, in der Malerei
immer mehr vom Abbildhaften abzurücken. Seine Malerei wirkt oft zart, leicht, wie
hingeworfen, ist aber doch gebaut und geplant, malerische Formfindung wie das Wunder
einer Zelle.
War die Aufhebung der Perspektive in der Malerei in Europa seit Beginn des
20. Jahrhunderts ein mühsamer Prozess, der mit dem Japonismus Ende des
19. Jahrhunderts begann, so ist in der asiatischen Kunst, aber auch in den Bildwerken
der Aboriginal People Australiens die formale Übersetzung von Natur in das Bild immer
schon eine abstrahierte Übertragung in die Fläche gewesen. In Arbeiten von Christine
Yukenbarri, zum Beispiel, spürt man diesen hohen Grad der Abstraktion, der aber
traditionell determiniert ist. Ganz der europäischen Tradition der figurativen Malerei ist
hingegen die Leipziger Künstlerin Rosa Loy verpflichtet, auch wenn sie Abstand von einer
linearen Erzählstruktur in ihren Bildern nimmt. Die von Frauen dominierte Bildwelt Loys
ist rätselhaft, verschränkt inhaltliche Ebenen ineinander und reizt zu eigenen
Interpretationen. Loy, Malerin und ausgebildete Gärtnerin, beschließt den Bogen an
Sammlungswerken, die sich der Natur verschrieben haben.
Das 1987 von Heinz Tesar erbaute SCHÖMER-HAUS ist die Firmenzentrale der baumax /
Schömer-Gruppe und ist in Gehweite etwa 600 m vom Essl Museum entfernt. Es dient als
zusätzlicher Ausstellungsraum des Essl Museums, in dem in einer Ausstellung pro Jahr
essentielle Themen der Sammlung aufgegriffen werden. Das Schömer-Haus ist
wochentags (10 – 18 Uhr) und Samstag und Sonntag (10 – 13 Uhr und 14 – 18 Uhr) bei
freiem Eintritt zu besichtigen.


Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung:
Karel Appel, Werner Berg, Arik Brauer, Herbert Brandl, Cecily Brown, Georg Eisler, Franz
Grabmayr, Willie Gudapi, Rudolf Hausner, Sebastian Isepp, Alex Katz, Per Kirkeby, Uwe
Kowski, Anton Lehmden, Rosa Loy, Markus Lüpertz, Anton Mahringer, Peter Pongratz,
Christian Schmidt-Rasmussen, Alfons Walde, Max Weiler und Christine Yukenbarri