Der Friedrichsplatz zwischen leuchtendem Rot und Revolutionsliedern

 

Foto: Julia Zimmermann
„Jetzt, da die rote Farbe sich langsam über den Friedrichsplatz ergießt, habe ich die Hoffnung, dass er zum ‚roten Quadrat’ oder ‚roten Platz’ wird. (Vielleicht wird der Friedrichsplatz irgendwann zum Rosa-Luxemburg-Platz?) Es ist an der Zeit, dass die Stimmen der Frauen gehört werden.“ (Sanja Ivekovic)
Die PassantInnen des Friedrichsplatzes werden zurzeit von dem leuchtend roten Mohnfeld der kroatischen Künstlerin Sanja Iveković empfangen. Bei Sonnenschein klingen zwei Mal täglich Revolutionslieder über den Friedrichsplatz.
„Da ich aus Osteuropa komme, waren für mich die roten Mohnblumen nie Symbol für gefallene Soldaten und den Tod, sondern repräsentieren Revolution, Widerstand, politischen Kampf…“


Jeweils um 12.00 Uhr und um 17.00 Uhr ertönen neun Lieder über Lautsprecher. Die ersten vier Lieder (das erste davon ist „Red Poppies“) werden von dem Chor der Zagreber Frauengruppe Le Zbor in kroatischer Sprache gesungen. Die alten Revolutionslieder, die von jungen Kroatinnen ausgewählt wurden, sind nicht nostalgisch gemeint, sondern als Wunsch, die unterdrückten Erinnerungen an die sozialistische Vergangenheit des Landes zu aktivieren.
Die folgenden fünf Lieder werden in den beiden in Afghanistan gesprochenen Sprachen Dari und Pashto von Studierenden der revolutionären Vereinigung der Frauen Afghanistans, RAWA gesungen.


Die Künstlerin möchte ein Buch zum Mohnfeld publizieren und lädt ein, dazu beizutragen. Wenn Sie Fotos von Familie, Freunden oder sich selbst im Mohnfeld haben, dann schicken Sie diese bitte an: mohnfeld(at)documenta.de


Die Arbeit Mohnfeld von Sanja Ivecović wird realisiert mit Unterstützung von The Office for Gender Equality of the Government of the Republic of Croatia und von Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, Wien.

Link: http://www.lezbor.org