DAS FOTOMUSEUM LANCIERT SEINE NEUE VISUELLE IDENTITÄT UND DIE NEUE WEBSEITE, UND STELLT SEIN DIGITAL ASSET MANAGEMENT SYSTEM VOR

Das Fotomuseum Winterthur präsentiert heute seine neue visuelle Identität mit einer
neu gestalteten Webseite, die auf einem innovativen Digital Asset Management
System aufbaut. Nach einjähriger Planung und Umsetzung bringen die Infrastrukturund
Designänderungen die Kommunikationsmittel des Fotomuseums auf den neusten
Stand – und spiegeln die aktuellsten Entwicklungen im Feld der Fotografie. Das
Fotomuseum ist nun optimal ausgerüstet, um seine vielfältigen Inhalte an ein breites
nationales und internationales Publikum zu richten, seine digitalen Ressourcen effizient
zu speichern und zu verwalten und die internen Arbeitsabläufe zu optimieren.
Die Fotografie und ihre Eigenschaften verändern und erweitern sich in Verbindung mit
Computertechnologien, digitaler Datenverarbeitung und Netzwerkeffekten rasant.
Fotografie lässt sich nicht länger über die Einzigartigkeit des chemischen Bildes
definieren: Im Digitalen mischen sich unbewegte und bewegte Bildformen zusehends,
sie sind augenblicklichen Transformationen ausgesetzt und reproduzieren und verbreiten
sich auf rasante und unvorhersehbare Weise. Fotografische Bilder werden in
unserer von Algorithmen geprägten Zeit von Wandel und beständiger Zirkulation
bestimmt. Beziehungen und Interaktionsmöglichkeiten innerhalb eines Systems
werden immer wichtiger.
Mit der neuen visuellen Identität reagiert das Fotomuseum entschieden auf diesen
tiefgreifenden Wandel. Ende 2014 wurden erste programmatische und arbeitstechnische
Veränderungen für eine Neuausrichtung des Museums ins Rollen gebracht, die
sich an aktuellen Entwicklungen der kreativen Praxis, der Theorie und institutionellen
Positionierung orientieren. Anfang 2015 wurde das Team um einen Digital Curator
erweitert, der zuvor in Hong Kong tätig war. Drei Monate später, im April 2015,
lancierte das Fotomuseum mit SITUATIONS ein neuartiges Ausstellungsformat, das
den aktuellen Wandel des Fotografischen untersucht. Mitte des Jahres begann in
Zusammenarbeit mit Laksila Associates die Auswahl eines Design-Teams für die neue
visuelle Identität des Museums.
Gemeinsam mit dem Designer Simon Davies aus Rotterdam formulierte das kuratorische
Team des Fotomuseums eine neue Identität, welche die bisher eher statische
Auffassung von Fotografie und Institution hinterfragt und entschieden über die
bekannten analogen Assoziationen hinausgeht. Gleichzeitig war es den Direktoren ein
zentrales Anliegen, die Geschichte des Fotomuseums in Winterthur zu würdigen und
ein einfach zu handhabendes Logo zu entwerfen, das in der Lage ist, der Instabilität
von Institutionen und Medien Ausdruck zu verleihen. Aus diesen Überlegungen entwickelte
sich die Idee, „Foto“ und „Museum“ durch einen Zwischenraum aufzubrechen:
Einerseits bleibt das historisch solide Fundament des Fotomuseums bestehen, andererseits
wird die semantische Instabilität eines permanenten Wandels zum Ausdruck
gebracht. Im Zwischenraum nehmen nun verschiedene konzeptuelle Elemente Platz,
worüber die flexiblen Eigenschaften des Fotografischen reflektiert und dynamisch
miteinander in Beziehung gesetzt werden. Foto_museum kann zugleich monumental
und dynamisch, kompakt und erweiterbar, ebenso seriös wie spielerisch sein.
Museen benötigen heute enorme digitale Infrastrukturen. Zentrales Element des
Erneuerungsprozesses war es, die alte Webseite auf den aktuellen Stand zu bringen.
Gemeinsam mit dem Designer Simon Davies und dem Informatikbüro Systemantics
wurde die Webseite des Fotomuseums komplett neu gestaltet. Die vielfältigen Aktivitäten
des Museums werden nun wesentlich klarer präsentiert und die visuellen Inhalte
stärker betont. Eine vereinfachte Navigation bietet den NutzerInnen zudem eine
verbesserte und anwenderfreundliche Handhabung, die primär auf die Nutzung auf
mobilen Endgeräten ausgelegt ist. Verschiedene Social Media Kanäle wurden in die
neue Webseite integriert, und über einen Videokanal werden fortan Interviews und
Präsentationen aus dem Museum archiviert. Über die Jahre hat das Fotomuseum eine
Fülle an Inhalten generiert, die nun über eine zentrale Suchfunktion auf der Webseite
aufgerufen werden können. So lässt sich neu die gesamte Programmvielfalt einfach
online durchstöbern. Innerhalb der nächsten Monate wird die Webseite kontinuierlich
mit weiteren Inhalten aus dem Archiv des Museums angereichert, sowie um ein
System von Tags erweitert. Als Resultat präsentiert das Fotomuseum eine gehaltvolle
Webseite, die für unsere Online-BesucherInnen visuell attraktiver und einfacher
navigierbar ist.
Bis anhin wurden die digitalen Inhalte des Fotomuseums über verschiedene IT-Plattformen
verwaltet. Wie alle Internettechnologien entwickeln sich diese Plattformen
permanent weiter, erzeugen aber auch isolierte Speicherorte, die komplexe Verwaltungs-
und Integrationsprozesse nach sich ziehen. Aus diesem Grund hat sich das
Fotomuseum dazu entschlossen, diese spezifischen IT-Plattformen – bspw. der
Online-Sammlung, des Blogs oder des Publikationsarchivs – in ein einziges, voll
verlinktes und nachhaltiges Digital Asset Management System (DAMS) zu überführen.
Die Zusammenarbeit mit dem Forschungskonsortium Data Futures der Universität
Westminster in London ermöglichte eine automatisierte Datentransformation aus den
verschiedenen IT-Systemen in eine zentrale Datenbank, welche die Schnittstelle zur
Webseite darstellt. Die von Data Futures entwickelte Open Source Migrationssoftware
freizo garantiert die Nachhaltigkeit des DAMS über die nächsten Jahrzehnte.
freizo bietet eine zukunftssichere Basis für neue Dienste wie das Metadata-Harvesting,
wodurch Metadaten frei an andere Institutionen weitergegeben werden können
und neue Möglichkeiten zu wissenschaftlicher Forschung entstehen.
Schliesslich hat das Fotomuseum auch die analogen Kommunikationsmittel grundlegend
erneuert. Dies umfasst Plakate, Einladungskarten und alle weiteren Druckerzeugnisse
des Museums, die im Kern rationalisiert wurden und projektspezifische
Designs rund um den konzeptuellen und spielerischen Ansatz des Foto_museum
Logos ermöglichen.
Duncan Forbes, Direktor Fotomuseum: Wir sind stolz auf die Veränderungen und
überzeugt, für das Fotomuseum eine Identität entwickelt zu haben, die sowohl spielerisch
als auch intellektuell anspruchsvoll ist und das Renommee des Museums als
einen der führenden Orte für Fotografie zu stärken vermag. Für ein mittelgrosses
Museum wie unseres ist auch das neue Digital Asset Management System erwähnenswert,
das zu einem der fortschrittlichsten in ganz Europa gehört. Durch das
Projekt ist viel Arbeit und zusätzlicher Aufwand für unser kleines Team entstanden
und ich möchte mich sowohl bei den MitarbeiterInnen des Fotomuseums als auch bei
allen extern Beteiligten für ihr grosses Engagement bedanken. Das Fotomuseum ist
jetzt fit für die Zukunft und für die weitere kreative Auseinandersetzung mit dem Feld
des Fotografischen – eines der dynamischsten unserer zeitgenössischen Kultur.
Foto reformatting reality museum
Foto nach der Fotografie museum
Simon Davies, Designer: Ein klassisches Visual Identity Design versucht im Normalfall
die Illusion von Einfachheit und Stabilität zu erzeugen. Dies ist jedoch oft reduzierend
und verbirgt die kreativen Aspekte einer Institution, sowie deren Stellung in einer
komplexen und nicht vorhersehbaren Welt. Das neue Design des Fotomuseums betont
die dynamischen Aspekte der Institution und bietet eine auf einem starken Konzept
aufbauende Identität. Es konzentriert sich auf die visuelle und semantische Spannung
zwischen „Foto“ und „Museum“, aus dem sich ein produktiver Raum entfaltet, der zum
Nachdenken über die wechselhafte Natur des Fotografischen sowie über die reiche
Geschichte des Fotomuseums anregt.
Peter Cornwell, Leiter von Data Futures: Die bahnbrechende digitale Strategie des
Fotomuseums nimmt sich einer Herausforderung an, welche den gesamten Museumssektor
umtreibt. Die Nachhaltigkeit digitaler Informationen stellt nicht nur den Kultursektor,
sondern die gesamte Forschungsgemeinde vor grosse Probleme. Während
Unternehmen aus anderen Bereichen relativ einfach obsolet gewordene Technologien
erneuern und finanzieren können, müssen Museen langfristige Lösungen finden und
Investitionen in bereits bestehende Ressourcen sowie das Datenwachstum sichern.
Durch die Implementierung nachhaltiger digitaler Ressourcen setzt das Fotomuseum
einen neuen Standard für die künftige Generation von Museen.
Lutz Issler, Leiter von Systemantics: Die neue Webseite des Fotomuseums bildet den
wichtigsten Zugang zu den umfangreichen Inhalten der Institution. Die Webseite
wurde auf der Basis von Systemantics etablierter und hochflexibler Plattform und
ausschliesslich mit Open Source Technologien realisiert. Dies sichert nicht nur die
digitalen Inhalte und Ressourcen, sondern ermöglicht auch die spätere Erweiterung
der Webseite. Die nachhaltige Architektur wurde im Hinblick auf nächste Generationen
von Endgeräten programmiert, mit denen NutzerInnen auf die Webseite und
damit auf die Inhalte des Fotomuseums zugreifen werden.

Für weitere Informationen zu Simon Davies kontaktieren Sie bitte
studio@simondavies.nl
Für weitere Informationen zu Data Futures kontaktieren Sie bitte
info@data-futures.org
Für weitere Informationen zu Systemantics kontaktieren Sie bitte
hello@systemantics.net
Fotomuseum Winterthur
Grüzenstrasse 44

Link: http://www.fotomuseum.ch