Das Auge des Arbeiters Arbeiterfotografie und Kunst um 1930

15.08.2014 - 12.10.2014
Käthe Kollwitz Museum Köln
Neumarkt 18-24, 50667 Köln
http://www.kollwitz.de

Eine Ausstellung anlässlich der photokina 2014
in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sächsische Geschichte u. Volkskunde e.V., Dresden

Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Ausstellung
gestattet einen Blick auf Alltag und Arbeiterkultur der 1920er und 1930er Jahre.
Dabei werden nicht nur private Fotografien, sondern auch die in der Presse gezielt
eingesetzten Aufnahmen gezeigt. Neben den Bildern von proletarischen Amateuren
sind vor allem ästhetisch anspruchsvolle, künstlerische Fotografien von Walter
Ballhause, Albert Hennig oder politische Fotomontagen von John Heartfield zu
sehen. Die Bilder erzählen durch ihren spezifischen „Blick von unten“ in eigener
Weise von den Verhältnissen in der Weimarer Republik bis zu den Kriegsjahren.
Die Ausstellung spiegelt die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Das Auge des Arbeiters.
Untersuchungen zur proletarischen Amateurfotografie der Weimarer Republik am Beispiel
Sachsens“ wieder, in dem von 2009 bis 2012 am Dresdner Institut für Sächsische
Geschichte und Volkskunde etwa 5.000 Fotografien aus Archiven und Museen
erschlossen wurden. Dabei lag der Fokus aufgrund der Überlieferungsbildung in der DDR
auf der kommunistisch inspirierten und von Willi Münzenberg aufgebauten Vereinigung der
Arbeiter-Fotografen Deutschlands. Die Ausstellung wird bis 2015 in den
Kunstsammlungen Zwickau, im Käthe Kollwitz Museum Köln und im Stadtmuseum
Dresden gezeigt.
Die in sechs Kapitel gegliederte Schau bietet nicht nur einen Blick auf den deutschen
Alltag und die Arbeiterkultur der 1920er Jahre. Die Fotografien werden so angeordnet,
dass das Sehen der Amateure thematisiert und nachvollziehbar wird: als Wegbewegung
vom rein „dokumentarischen“ hin zu einem „bildmäßigen“ Zeigen der Welt, um diese zu
erklären und für ihre Veränderung zu agitieren. Im Käthe Kollwitz Museum Köln werden
die Arbeiterfotografien zudem in einen Bezug zu einer weiteren Bildwelt der Weimarer
Republik gesetzt – den Zeichnungen und Druckgrafiken von Käthe Kollwitz.

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine sehr reich illustrierte Publikation im Spector Verlag Leipzig, die in zahlreichen Aufsätzen die Thematik differenziert auffächert.