Dan Flavin: Icons

Im Rahmen einer großen Dan Flavin-Retrospektive in der Pinakothek der Moderne 2006/07 war Dan Flavins früheste Werkgruppe von Arbeiten mit elektrischem Licht, seine acht »Icons« (Ikonen), erstmals vollständig zusammen ausgestellt. Dieses einzigartige Ereignis haben Corinna Thierolf und Johannes Vogt zum Anlass genommen, dem Entstehungsprozess und der Bedeutung dieser Werke in einem mit Farbtafeln und Textabbildungen reich ausgestatteten Band nachzugehen.



Dan Flavin (1933–1996) ist eine Schlüsselfigur in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Die klassischen Bereiche Malerei und Bildhauerei hinter sich lassend, konzentrierte er sich seit den frühen 1960er Jahren ganz auf die Erforschung und Umsetzung der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten von Licht. Mit handelsüblichen Leuchtstoffröhren als fast ausschließlich benutztem Arbeitsmaterial schuf er Installationen, die der Wahrnehmung des Raumes neue Dimensionen erschließen. Seine ersten Experimente mit künstlichem Licht, acht zwischen 1961 und 1964 entstandene Wandarbeiten, nannte er »Icons« – Ikonen.



Flavins »Icons« sind einfarbig bemalte, annähernd quadratische Kisten aus Holz und Hartfaser, an die Dan Flavin farbige Glühlampen bzw. Leuchtstoffröhren montierte. Die Werkidee ist nicht weniger verblüffend als der Titel, der unwillkürlich an sakrale Kunst denken lässt – eine Assoziation, die im Zusammenhang mit Flavin nur befremden kann, der verlauten ließ: »Meine Werke verbrennen nicht in der Sehnsucht nach einem Gott.« Das in den »Icons« deutlich spürbare Nebeneinander von minimalistischer Klarheit und einer das Faktische transzendierenden Botschaft steht im Mittelpunkt der neuen Publikation. Quelle: Pinakotheken München