Conflict, Time, Photography

10.04.2015 - 05.07.2015
Museum Folkwang
Museumsplatz 1 , 45128 Essen
http://www.museum-folkwang.de

Radikale Nachdenklichkeit: Ausstellung Conflict, Time, Photography eröffnet unkonventionelle Perspektive auf die Bildgeschichte des Krieges

Conflict, Time, Photography präsentiert die vielfältigen Formen der bildnerischen Auseinandersetzung mit kriegerischen Konflikten im Medium der Fotografie. Fotografen und Künstler wie Don McCullin, Pierre Antony-Thouret, Simon Norfolk, Stephen Shore, Michael Schmidt oder Taryn Simon zeigen Kriegshandlungen und deren Nachwirkungen: Fotografien, die im Moment des Geschehens sowie Tage, Monate, Jahre und Jahrzehnte nach dem jeweiligen Ereignis aufgenommen wurden. Die großangelegte Gruppenausstellung will keine Geschichte der Kriegsfotografie oder der Fotografie in Kriegszeiten sein; sie fragt vielmehr nach den Möglichkeiten und Strategien der fotografisch-künstlerischen Bewältigung von Krieg und Gewalt. Gezeigt werden in 13 Räumen rund 125 Werke, insgesamt aber mehr als 800 Exponate aus der Zeit zwischen 1855 bis 2013.

 

Die Ausstellung – in Kooperation mit der Tate Modern, London – fasziniert durch die überraschende Anordnung ihres Material: Die fotografischen Reportagen und künstlerischen Arbeiten, die Kriegsereignisse und ihre Schauplätze, ihre sichtbaren Folgen und sozialen Nachwirkungen in den Blick nehmen, werden zunächst ausschließlich nach dem zeitlichen Abstand zum Geschehen bemessen und gegliedert: beginnend bei der Augenzeugenschaft der im Frontgebiet anwesenden Fotografen über die Dokumentaristen und Spurensucher des 19. Jahrhunderts bis hin zu den Erinnerungsarbeiten des 20. und frühen 21. Jahrhunderts, die Jahrzehnte später diese Orte aufsuchen.

Eindrucksvoll eingerichtet ist der zentrale Raum Archive of Modern Conflict. Das Londoner Archiv konzipierte aus seinen umfangreichen Sammlungen historischer Fotografien, Objekte, Drucksachen und Manuskripte eine Präsentation, die private Aufnahmen, offizielle Bilder, historische Ausrüs-tungsgegenstände und weitere Objekte aus den Jahrzehnten des Ersten und Zweiten Weltkriegs zu einer multimedialen Installation zusammenführt.

 

Für Essen wird die Ausstellung aus London um eine Sektion erweitert, die der Berichterstattung über das Ruhrgebiet unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs gewidmet ist. Lokal und regional ansässige Fotografen wie Willy van Heekern, Ruth Hallensleben und Albert Renger-Patzsch, ebenso wie auswärtige Bildjournalisten, unter anderem René Burri und Margaret Bourke-White, haben damals ihren Blick auf die kriegszerstörten Städte und ihre Bewohner gerichtet. Ihre Aufnahmen lassen nicht nur sehr verschiedene Perspektiven erkennen, sondern auch die unter-schiedlichen Zielsetzungen, die mit den fotografischen Bildberichten verbunden waren. Auf der einen Seite der Blick auf die Leiden der Zivilbevölkerung in den zerstörten Städten, auf der anderen Seite eine kritische Bestandsaufnahme der deutschen Gesellschaft, die sich mit den Folgen der NS-Kriegspolitik konfrontiert sah.

Beteiligte KünstlerInnen:

Anonym, Jules Andrieu, Pierre Antony-Thouret, Nobuyoshi Araki, George N. Barnard, Margaret Bourke-White, Frank Breuer, Adam Broomberg & Oliver Chanarin, René Burri, Hermann Claasen, Luc Delahaye, Chloe Dewe Mathews, Ken Domon, Matsumoto Eiichi, Hugo Friedrich Engel, Roger Fenton, Toshio Fukada, Jim Goldberg, Ruth Hallensleben, Willy van Heekern, Rudolf Herz, Dieter Hinrichs, Kenji Ishiguro, Kikuji Kawada, János Kender  &  Harry Shunk, Peter Kleu, An-My Lê, Jerzy Lewczyński, Emeric Lhuisset, Agata Madejska, Diana Matar, Don McCullin, Susan Meiselas, Angela Milden, Simon Norfolk, João Penalva, Richard Peter, Walid Raad, Jo Ractliffe, Albert Renger-Patzsch, Sophie Ristelhueber, Gorge Rodger, Julian Rosefeldt, August Sander, Hrair Sarkissian; Michael Schmidt, Karl Hugo Schmölz, Ursula Schulz-Dornburg, Indrė Šerpytytė, Stephen Shore, Wolf, Strache, Taryn Simon, Josef Stoffels, Shomei Tomatsu, Hiromi Tsuchida, Nick Waplington, Franz Wiese, Jane & Louise Wilson, Sasaki Yuichiro

Eine Ausstellung der Tate Modern, London in Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang, Essen, und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Gefördert durch die Sparkassen-Finanzgruppe, vertreten durch die Sparkasse Essen und den Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes.