COMPUTERSPIEL-PREMIERE: 1378(km)

Zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010

COMPUTERSPIEL-PREMIERE:  "1378(km)" von Jens M. Stober am 10.12.2010

1378(km)" schlug im Oktober hohe Wellen in der Presse noch bevor die für den 3. Oktober geplante Premiere stattfinden konnte. Keiner der Kritiker hatte das Spiel gesehen, aber dennoch hatten sie sich eine Meinung gebildet. Die Berichterstattung war in einem Teil der Printmedien so emotional aufgeladen, dass die Premiere verschoben werden musste, um zu einer Versachlichung der Diskussion beizutragen.1378(km)" findet nun am Freitag, dem 10.12.2010 von 19 bis 21 Uhr im Lichthof der HfG statt. Die Präsentation des Spiels wird begleitet von einer Podiumsdiskussion, an der Prof. Dr. Peter Sloterdijk, Prof. Michael Bielicky, Prof. Dr. Heiner Mühlmann und Jens M. Stober teilnehmen. Der Eintritt ist frei.

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So sollte es werden:

PREMIERE: Sonntag, 03.10.2010, Eintritt frei
HfG Karlsruhe, Lorenzstraße 15, 76135 Karlsruhe


Zur HfG-Jahresausstellung "SOMMERLOCH 2010" präsentiere der Fachbereich Medienkunst/InfoArt das neue GameLab – Labor für Computerspiele. Das neue Spiel von Jens M. Stober "1378(km)" wird zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010 erscheinen und an der HfG Karlsruhe Premiere haben.

"1378(km)" bietet als 3D-Online-Multiplayer-Game eine Echtzeitinteraktion zwischen den Spielern in einem Szenario der Vergangenheit. Der Spieler erlebt eine interaktive Zeitreise in das Jahr 1976 an unterschiedliche innerdeutsche Grenzabschnitte. Dabei hat er die Wahl, ob er an den 1378 Kilometer langen Grenzanlagen, die sich quer durch Deutschland zogen, als Grenzsoldat der DDR oder als Republikflüchtling agieren möchte. Der Spieler ist mit dem Dilemma schießen oder verhaften konfrontiert.

Durch die persönliche Identifikation als Republikflüchtling oder Grenzsoldat und das intensive Kennenlernen der Grenzorte soll auf neue Art und Weise bei der jungen Generation das Interesse zur Auseinandersetzung mit der jüngsten deutschen Geschichte geweckt
werden: Themen wie Todesstreifen, Schießbefehl, Selbstschussanlagen, Republikflucht und die Verurteilung von Grenzsoldaten nach dem "Fall der Mauer" werden nicht ausgelassen.

Jens M. Stober, 1986 geboren und seit 2007 Student an der HfG Karlsruhe, hat auch das Spiel "FRONTIERS – An der Grenze Europas" (www.frontiers-game.com) mitentwickelt, über das am 10. März 2010 Tagesschau und Tagesthemen berichteten.

Weitere Informationen im Internet: www.1378km.de Kontakt-E-Mail Jens M. Stober: info@1378km.de

Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe Karlsruhe University of Arts and Design

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30.09.2010, PI-Nr. 2010/56

Stellungnahme des Rektorats der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe zum Computerspiel

 

Das Computerspiel

Jens M. Stober widmet sich sozialen und politischen Themen und deren Vermittlung im Besonderen an die junge Generation. Im März hat er bereits sein Spiel

Anlässlich des 20. Jahrestags der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010 hat sich Herr Stober dem Thema der innerdeutschen Grenze zur Zeit der deutschen Teilung gewidmet. Sein Ziel ist es, die junge Generation mit ihrem Leitmedium anzusprechen und dabei geschichtliches Wissen zu vermitteln.

Einem Teil der Presseberichterstattung und persönlichen Anschreiben an die Hochschule mussten wir entnehmen, dass sich durch das Spiel Opfer der Todesgrenze oder deren Angehörige verletzt fühlen. Die Leitung der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe bedauert das sehr.

Das Computerspiel

Um zur Versachlichung der Diskussion beizutragen sagen wir den Termin der öffentlichen Präsentation am 3. Oktober ab. Wir werden diese zu einem späteren Zeitpunkt mit einer begleitenden Diskussion zum Thema nachholen. Unserem Studenten Jens M. Stober werden wir jede notwendige Unterstützung zuteil werden lassen.

 

Prof. Dr. Peter Sloterdijk, Rektor

Prof. Volker Albus, Prorektor

Dr. Uwe Hochmuth, Prorektor

Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe Karlsruhe University of Arts and Design

 

1387(km)"1387(km)" wurde von Jens M. Stober entwickelt, der an unserem Hause Medienkunst studiert. Das Spiel gehört zu den sogenannte Serious Games (übersetzt: ernsthafte Spiele). Spiele dieser Kategorie vermitteln auch Wissen und führen an ernste Themen heran.Frontiers" vorgestellt, das sich der Situation von Flüchtlingen widmet, die illegal nach Europa einwandern wollen. 1387(km)" vermittelt die Brutalität einer Grenze, die von einem undemokratischen Regime gegen seine Bürgerinnen und Bürger errichtet wurde, es verharmlost diese aber in keiner Weise. Damit sensibilisiert das Spiel gerade eine junge Generation, die die innerdeutsche Grenze aus eigener Anschauung nicht kennen kann, für die Opfer von Todesstreifen und Schiessbefehl und für das Unrecht, das Menschen durch die Grenze und an der Grenze zugefügt wurde. Nichts anderes ist das Ziel dieses Spiels, das aus unserer Sicht einen hohen moralischen und künstlerischen Anspruch vertritt.

 

 

Link: http://www.1378km.de