CARL SPITZWEG Die weltweit größte Sammlung

13.04.2014 - 30.11.2014
Museum Georg Schäfer
Brückenstraße 20, 97421 Schweinfurt
http://www.museumgeorgschaefer.de

Die Sammlung des Schweinfurter Industriellen Dr.-Ing. E.h. Georg Schäfer, die seit dem Jahr 2000 der Öffentlichkeit in zahlreichen Sonderausstellungen und mit der Ständigen Sammlung dargebracht wird, besitzt über 250 Werke des Münchner Künstlers Carl Spitzweg (1808-1885) und damit den weltweit größten Werkbestand dieses Künstlers.

Die Ausstellung zeigt hieraus eine hochkarätige Auswahl. Georg Schäfer sammelte sowohl das Typische als auch das Besondere. Demgemäß stehen in dieser Präsentation neben den Pointenbildern die Landschaften aus allen Schaffenszeiten, neben populären Bildinhalten seltene, kaum bekannte, neben den sorgfältig durchgemalten Bildern die freien Studien, feinen
Zeichnungen und Skizzen.

Das 19. Jahrhundert war das Jahrhundert der Expansion der Presse und der Karikatur, welches Größen wie Thomas Rowlandson und Georg Cruikshank in England, Honoré Daumier, Paul Gavarni und Jean Ignace Isidore Grandville in Frankreich hervorbrachte.

In dieser Situation bekannte sich Carl Spitzweg offensiv zur „klugen“ Malerei – politisch ganz ohne umstürzlerische Absicht, im Gegensatz zu manchen seiner ausländischen Zeitgenossen, aber mit versteckter Gesellschaftssatire, die in dieser Ausstellung zu entdecken ist.

Wer Spitzwegs Bildwelt als harmlos und brav-deutsch klassifiziert, kann sich überraschen lassen: Es war einmal (Der strickende Wachtposten), Serenissimus (Er kommt).

Über Spitzwegs Lebenszeit hinaus hält sich wacker die künstlerische Zuordnung seiner Werke zum Deutschen und nicht zum Internationalen, was gerade angesichts seiner Landschaften und der Persiflage der Kunstgeschichte unangemessen ist (z. B. Der Adlerjäger, Die badenden Nymphen). Das Etikett „Hitlers Lieblingsmaler“ beeinträchtigt Spitzwegs Renommee bis heute. Am besten nähert man sich dem Werk Carl Spitzwegs unvoreingenommen.