Bernd Zimmer Zweite Natur

01.02.2014 - 05.04.2014
Bräugasse 17, Passau
http://www.mmk-passau.de

Bernd Zimmer gehört zu den Mitbegründern der „heftigen Malerei“. Zusammen mit Salomé, Rainer
Fetting und Helmut Middendorf vertrat er Ende der 1970er Jahre in Berlin einen neuen Expressionismus,
dessen gestische, starkfarbige Bildsprache noch in den zumeist großformatigen Holzschnitten und
Gemälden nachklingt.
Das Naturmotiv, das heute das Werk Bernd Zimmers dominiert, gehört seit den künstlerischen Anfängen
zum Bildrepertoire des Künstlers. Die zunächst expressiven Darstellungen lösen sich seit den 1990er
Jahren in assoziative Reflexionen über die Natur auf. Das Spiel von Licht und Schatten in der Landschaft
fasziniert den Künstler, ob gleißendes Sonnenlicht oder diffuser Schimmer im Pflanzendickicht.
Auf seinen zahlreichen Reisen durch die Welt, etwa in den asiatischen Raum, nach Nord- und
Südamerika, nach Afrika oder Russland, fängt er die Atmosphäre unterschiedlichster
Landschaftsformationen ein, die durch Luft, Wasser und Feuer über Jahrtausende geformt wurden. In
Bildserien formuliert Zimmer dann seine Natureindrücke aus dem Gedächtnis im Atelier und vermeidet so
bewusst die Wiedergabe konkreter Landschaftspunkte.
Grundsätzlich bearbeitet Zimmer seine Malgründe horizontal lagernd, auf Grund der großen Formate
betritt er dabei auch die Leinwände. Die Farben werden gegossen und anschließend in einem gestischen
Prozess auf der Fläche komponiert. Die Holzschnitte entstehen mit der Kettensäge, auch hier arbeitet
Zimmer mit waagerecht positionierten Hölzern. Die Blätter werden zumeist im Handabzug hergestellt und
in geringer Zahl aufgelegt, die großformatigen Blätter existieren nur als Unikate.
Die Ausstellung zeigt ca. 90 Gemälde und Holzschnitte aus der Zeit von 1991 bis in die Gegenwart.
Thematisch geordnet verfolgt die Präsentation die Auseinandersetzung Bernd Zimmers mit den sein
Werk grundlegend bestimmenden Themen Himmel, Erde, Luft, Wasser und Wald.