Berlinde De Bruyckere – Daniel Knorr. Explosion – Ulrike Lienbacher. Kartenhaus

29.03.2012 - 28.02.2013
Kunsthalle Wien
Karlsplatz, Wien
http://www.kunsthallewien.at/de/

ABGESAGT: Mysterium Leib
Berlinde De Bruyckere im Dialog mit Cranach und Pasolini
KUNSTHALLE wien project space,
30. März – 06. Mai 2012  !!

Das Werk der belgischen Künstlerin Berlinde De Bruyckere berührt durch die emotionale Intensität expressiv deformierter Körper-Plastiken, die Leid, Schmerz, Angst und Tod reflektieren. Für die 2011 begonnene Ausstellungsreihe „Mysterium Leib …“ arbeitet De Bruyckere nicht nur unter dem Eindruck aktueller Ereignisse, sondern schafft auf den Raum bezogene Skulpturen in direkter Gegenüberstellung mit ausgewählten Filmwerken Pier Paolo Pasolinis sowie mit einem Originalgemälde von Lucas Cranach d. Ä. Die „Körpersprachen“ Cranachs und Pasolinis treten hier in Dialog mit De Bruyckeres fragmentarischen Körperbildern aus Wachs, denen jedes äußere „sprechende“ Element – Blick, Kopf, Gestik, Attribut – fehlt. Dafür tritt aus diesen Plastiken das Kreatürliche besonders stark hervor, dem ein Mysterium, das Geheimnis von Leben und Tod, innezuwohnen scheint.

Berlinde De Bruyckere, geboren 1964, lebt und arbeitet in Gent.

KuratorInnen: Cornelia Wieg (Stiftung Moritzburg, Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt), Lucas Gehrmann (Kunsthalle Wien)

Eine Kooperation mit der Stiftung Moritzburg, Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt.

Mit besonderem Dank an die Gemäldegalerie der bildenden Künste Wien und die Galerie Hauser & Wirth, London.

 

skulptur: Daniel Knorr. Explosion
KUNSTHALLE wien karlsplatz public space,
30. März 2012 – 28. Februar 2013

Daniel Knorrs Arbeit ist die Materialisierung einer Explosion. Die Skulptur zeigt einen nur Bruchteile von Sekunden dauernden Vorgang, bei dem die durch eine Druckwelle verursachte Volumenerweiterung zeitlich angehalten und haptisch fassbar wird. Explosionen kennen wir in erster Linie aus den Medien, wie jüngst durch den „Embedded Journalism“ und die Popularität von Ego-Shooters. Die Vorstellung von Sprengstoff als Sinnbild eines starken, intensiven Moments ist eine täglich verwendete Metapher in unserem Alltag geworden.

Mit Explosion, präsentiert die KUNSTHALLE wien in Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut Wien eine eigens für diesen Ort konzipierte Plastik.

Daniel Knorr wurde 1968 in Bukarest geboren und lebt in Berlin.

Kuratorin: Cathérine Hug

 

schaufenster: Ulrike Lienbacher. Kartenhaus
KUNSTHALLE wien karlsplatz public space,
30. März 2012 – 28. Februar 2013

Kartenhaus ist Installation und Fotoarbeit zugleich und wurde von Ulrike Lienbacher extra für den Ort entwickelt. Aus einer Sammlung von hunderten Postkarten, die alle nackte Körper zeigen, hat die Künstlerin reale Kartenhäuser gebaut, aus variationsreichen Winkeln fotografiert, und wabenartig zu einem theoretisch endlosen Raum zusammengefügt. Berühmte Motive aus der Kulturgeschichte werden herangezogen, deren Erscheinen im öffentlichen Raum jedoch verstört. Die Irritation entsteht einerseits durch die Kontextverschiebung vom geschlossenen Raum in den öffentlichen, durch die Mischung der unterschiedlichen Entstehungszeiträume, und schließlich durch die mehrfache Massstabveränderung vom Original zur Postkarte und wieder zurück zur Größe der menschlichen Vorlage.

Ulrike Lienbacher, geboren 1963 in Oberdorf, lebt in Wien und Salzburg.

Kuratorin: Cathérine Hug