BERLIN-BIRKENAU VON ŁUKASZ SUROWIEC

Die 7. Berlin Biennale gibt einen ihrer zentralen Themenbereiche bekannt: Politiken und Kulturen der Erinnerung.
BERLIN-BIRKENAU VON ŁUKASZ SUROWIEC
Das Projekt Berlin-Birkenau bringt einige Hundert junge Birken aus der Umgebung des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau nach Berlin, wo sie an neuen Plätzen über das Stadtgebiet verteilt Wurzeln schlagen können. Sie werden zu einem „lebendigen Archiv“, das etwas Wachsendes und Atmendes in Berlin bewahrt, und bilden ein leises Netz des Erinnerns. Die Birken wurden bereits seit Herbst 2011 in öffentlichen Parks und auf Schulgeländen beziehungsweise an Orten gepflanzt, die in historischer Verbindung zum Holocaust stehen. Surowiecs Projekt ist eine symbolische Geste, die etwas nach Deutschland zurückbringt, was zum nationalen Erbe des Landes gehört.
KOOPERATION MIT DER STIFTUNG FLUCHT, VERTREIBUNG, VERSÖHNUNG
Im Rahmen der 7. Berlin Biennale wird ein Projekt der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung gezeigt. Die Stiftung wird Objekte ausstellen, die von Personen gespendet wurden, die ihre Geschichte mit anderen teilen möchten: „Für ihre künftige Dauerausstellung sucht die Stiftung nach Objekten, die an erzwungenen Heimatverlust erinnern, und wendet sich dazu an Betroffene von Zwangsmigrationen und deren Nachfahren. Gegenstand des Sammlungsaufrufs sind Flucht und Vertreibung der Deutschen sowie die gesamte Geschichte der Zwangsmigrationen in Europa im 20. Jahrhundert. (…) Die Erinnerungsstücke sollen vom 27. April bis 1. Juli 2012 im Deutschlandhaus, dem künftigen Ausstellungsort der Stiftung und einem der Veranstaltungsorte der 7. Berlin Biennale gezeigt werden.“
Weitere Informationen finden Sie hier.
KEY OF RETURN
Seit dem Massenexodus in den Jahren 1948 und 1967 warten Generationen von Palästinensern in zahlreichen Flüchtlingslagern in Palästina und dem Nahen Osten auf die Erfüllung eines „Rückkehrrechts“. Als die ersten Vertriebenen ihre Häuser verließen, nahmen sie, in der Annahme, bald zurückzukehren, ihre Hausschlüssel mit. Die Schlüssel wandern seitdem als Andenken von Generation zu Generation – als Erinnerung an das verlorene Zuhause, als bleibende Symbole für die Einforderung eines Rechts auf Rückkehr und als Bekräftigung der eigenen Menschenrechte.
2008 stellten die Bewohner des Flüchtlingslagers Aida nahe Bethlehem (Palästina) in einem Gemeinschaftswerk den angeblich größten Schlüssel der Welt her. Der Schlüssel wurde aus Stahl gefertigt, ist eine Tonne schwer und etwa neun Meter lang. Er wurde am Lagereingang installiert, wo er verkündet: „Unser Recht auf Rückkehr ist unanfechtbar.“
Die 7. Berlin Biennale trat mit den Bewohnern des Flüchtlingslagers Aida ins Gespräch. Es wurde vereinbart, die Skulptur auszuleihen und für die Dauer der Biennale nach Berlin zu bringen. Mit einem großen Fest wurde der Schlüssel am Montag, den 12. März im Flüchtlingslager verabschiedet; nach dem Wochenende wird er seine Seereise antreten. Der Schlüssel wird Tausende Kilometer über Land und Wasser nach Deutschland reisen, wo die Frage nach dem Recht der palästinensischen Flüchtlinge in die Aufmerksamkeit gerückt wird.

AUSSTELLUNGSORTE
Die 7. Berlin Biennale bespielt mit ihrer Ausstellung verschiedene Orte in Berlin, darunter auch im öffentlichen Raum. Darüber hinaus finden temporäre Projekte und Veranstaltungen statt sowie Solidaritätsaktionen im In- und Ausland.
Ausstellungsorte sind:
KW Institute for Contemporary Art, Auguststr. 69, 10117 Berlin
Akademie der Künste (Black Box), Pariser Platz 4, 10117 Berlin
Deutschlandhaus, Stresemannstr. 90, 10963 Berlin
St. Elisabeth-Kirche, Invalidenstr. 3, 10115 Berlin
und weitere Orte im Stadtraum

 

 

Link: http://berlinbiennale.de