AUGUST MACKE – AUS DER NÄHE IMPRESSIONEN, ZEICHNUNGEN UND BILDER AUS FAMILIENBESITZ

10.02.2017 - 13.05.2017
Galerie Thomas
Türkenstr. 16, München
http://www.galerie-thomas.de

Die Galerie Thomas präsentiert in ihrer aktuellen Ausstellung August Macke „aus
der Nähe“ mit Zeichnungen, Aquarellen und Bildern aus dem Familienbesitz. Rund
50 Werke erlauben einen Einblick in das Schaffen des Künstlers vom Beginn seiner
Stilfindung bis kurz vor den Ersten Weltkrieg, der auch diesem bedeutenden
deutschen Expressionisten zum Verhängnis wurde.
Sehr deutlich läßt sich Mackes Weg zum „Blauen Reiter“ nachverfolgen, bis hin zu seiner
typischen Bildsprache, die, immer auf die Figur orientiert, das erste Augenmerk auf die Farbe
legt und zugleich den starken Einfluß der französischen Fauves, insbesondere von Henri Matisse,
spüren läßt. Es finden sich Blätter und Ölbilder, die autobiographisch motiviert sind und von
Mackes Aufenthalten in seiner Heimatstadt Bonn oder am Tegernsee berichten. Ebenso häufig
sind Bildnisse aus der Familie oder dem freundschaftlichen Umkreis, etwa seiner Frau Elisabeth
oder seines Sohnes Walter. Impressionen des Alltags nehmen in Anlage und Komposition die
Tunisreise vorweg, und auch Mackes Interesse an der Textilkunst wird in seinen phantasievollen
farbigen Entwürfen faßbar.

August Macke war vielleicht der bodenständigste Expressionist, insbesondere im Umfeld des
Blauen Reiters, dessen Nähe zu esoterischen Strömungen sich auf noch spirituellere Weise als
bei den Künstlern der Brücke spürbar machte und bei August Macke dennoch nur eine sehr
untergeordnete Rolle spielte. Im Unterschied etwa zu Kandinsky oder Jawlensky war Macke
deutlich weniger vergeistigt und stattdessen den Urkräften und der Schönheit der Natur
zugewandt – vielleicht eine geistige Verbindung zu Matisse.
Dennoch hat sich auch August Macke mit den Fragen der malerischen Abstraktion beschäftigt,
und zwar zu einem sehr frühen Zeitpunkt, wie einige Arbeiten in der Ausstellung deutlich
machen. Aber seine Naturnähe, seine Nähe zu den Menschen – darin viel näher an Franz Marc
oder Gabriele Münter als den anderen Mitgliedern des Blauen Reiters und in seiner Humanität
ganz offenkundig ein Rheinischer Expressionist – hat August Macke zeitlebens in seiner Kunst
nach dem Schönen und Tiefen des Lebens suchen lassen. Und dies ganz im Sinne seines
Diktums, das auch auf seiner letzten Ruhestätte steht:
„Bei mir ist Arbeiten ein Durchfreuen der Natur.“