Augenwischerei: Kulturfinanzierung in Hamburg – nichts ist in Ordnung!

Nachdem Ole von Beust als Erster Bürgermeister seinen Rücktritt erklärt hat und Kultursenatorin
Karin von Welck ihr Amt ebenfalls niederlegen wird, muss ein neuer Senat nun Farbe bekennen.
Sollte die Kulturbehörde tatsächlich aufgelöst werden, wäre dies ein Armutszeugnis für Hamburg
als Kulturstandort.
Wir fordern den neu zu bildenden Senat auf, die Kulturbehörde als eigenständiges Ressort
weiterzuführen und mit ausreichend finanziellen Mitteln auszustatten!
Nur wenige Monate vor ihrem Rücktritt hat die scheidende Kultursenatorin Karin von Welck ein
neues Stiftungsgesetz verabschieden lassen, mit dem die Weichen für die Zukunft der
Museumsstiftungen gestellt werden sollen.
Durch die Neugestaltung der Stiftungsräte – Reduzierung der Mitglieder von zehn auf vier von
der Kulturbehörde zu bestimmende Personen zzgl. je eines Vertreters der Personalräte und
Freundeskreise – wurden die Museen zu Unterabteilungen der Kulturbehörde herabgewürdigt,
was die Museen in ihrem Bestreben nach qualitätvoller Arbeit und wirtschaftlichem Handeln
erheblich einschränkt.
Wir fordern eine Überarbeitung des Museumsstiftungsgesetzes: Transparenz und bürgerliche
Mitwirkung müssen Bestandteil der Museumsarbeit bleiben.
Die Direktoren der Museen müssen sich nun mit ihren Ausstellungsprojekten um ein zentrales
Budget bewerben. Damit entscheidet eine von der Kulturbehörde eingesetzte Jury, welche
großen Ausstellungen in Hamburg gezeigt werden. Zusätzliche Mittel für Ausstellungen sind
gut und wichtig, doch darf das Ausstellungswesen in unsere Stadt nicht von einem unter
Haushaltsvorbehalt stehenden „Sonderfonds“ abhängen.
Wir fordern eine Überarbeitung des Museumsstiftungsgesetzes: Wechselausstellungen gehören zu
den zentralen Aufgaben eines Museums. Hierfür sind jedem Museum ausreichend
Haushaltsmittel bereitzustellen.
Die Einrichtung einer „Doppelspitze“ zur Leitung der Museen wurde von der Entscheidung des
jeweiligen Stiftungsrats abhängig gemacht.
Wir fordern eine Überarbeitung des Museumsstiftungsgesetzes: Die frühere Arbeitsteilung
zwischen Direktor und kaufmännischem Geschäftsführer hat sich bewährt und ist eine Garantie für
eine solide Museumsarbeit.
Ein von der Kulturbehörde bestelltes Kuratorium soll künftig „Empfehlungen“ an die Direktoren
und Kaufmännischen Geschäftsführer richten, insbesondere zu Ankäufen von Sammlungsgegenständen
(!), Neugestaltung von Dauerausstellungen (!), Sonderausstellungen und
Veranstaltungen (!) sowie zu Projekten in den Bereichen der Forschung und Restaurierung (!).
Wir fordern eine Überarbeitung des Museumsstiftungsgesetzes: Ein solches Kuratorium ist ebenso
überflüssig wie unangemessen. Statt ein weiteres Gremium zu gründen, sollen die Direktoren und
kaufmännischen Geschäftsführer durch die Bereitstellung der erforderlichen finanziellen Mittel in
die Lage versetzt werden, ihre Arbeit zu tun.
Die Freunde der Kunsthalle und die Freunde des Museums für Kunst und Gewerbe (Justus
Brinckmann Gesellschaft) werden sich weiter dafür einsetzen, dass die Finanzierung der
Hamburger Museen nachhaltig gesichert wird. Die Häuser sollen alle Aufgaben eines Museums
erfüllen können, d. h. neben dem Ausstellen und Vermitteln von Kunst auch das Sammeln
(Ankaufsetat), Bewahren (Depotsanierung) und Forschen (Bibliothek, die Besetzung
wissenschaftlicher Stellen).
Die Freunde werden weiterhin Flagge zeigen.


Kontakt und weitere Informationen:
Dr. Ekkehard Nümann
Vorsitzender des Vorstands der
Freunde der Kunsthalle e. V.
c/0 Notariat Spitalerstraße
www.freunde-der-kunsthalle.de
mail@notariatspitalerstrasse.de
Tel. 040 / 32 32 42 – 0
Peter Voss-Andreae
Vorsitzender des Vorstands der
Justus Brinckmann Gesellschaft e. V.
Freunde des Museums für Kunst und
Gewerbe Hamburg
www.justusbrinckmann.org
pvossandreae@gmx.de
Tel. 040 / 24 52 91

Link: http://www.freunde-der-kunsthalle.de