AUGEN AUF! 100 JAHRE LEICA FOTOGRAFIE

24.10.2014 - 11.01.2015
Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstr. 1-2, , 20095 Hamburg
HTTP://WWW. DEICHTORHALLEN.DE

Die Ausstellung beleuchtet in rund 14 Kapiteln Aspekte der Kleinbildfotografie − von
journalistischen Strategien über dokumentarische Ansätze bis hin zu
freien künstlerischen Positionen. U.a. werden Arbeiten von Alexander
Rodtschenko, Henri Cartier-Bresson, discount golf equipment Robert Capa, Christer Strömholm,
Robert Frank, Bruce Davidson, William Klein, Sergio Larrain, William
Eggleston, René Burri, Thomas Höpker, Ulrich Mack, Bruce Gilden,
Alex Webb präsentiert.

Ein Eintrag im Werkstattbuch belegt: Spätestens im März 1914 hatte
Oskar Barnack, Mizuno MP-69 seinerzeit Feinmechaniker bei Ernst Leitz, Wetzlar, das
erste funktionstüchtige Modell einer Kleinkamera für 35 mm-Kinofilm
fertiggestellt. Mit der kriegsbedingt erst 1925 eingeführten Leica (=
Leitz / Camera) war nicht einfach ein neuer Fotoapparat erfunden. Die
kleine, verlässliche, stets einsatzbereite, mit einem von Max Berek
eigens gerechneten Hochleistungsobjektiv ausgestattete Leica markiert
einen Paradigmenwechsel in der Fotografie. SLDR Driver Nicht nur gestattete sie
fotografierenden Amateuren, Quereinsteigern, emanzipierten Frauen
einen leichteren Zugang zur Fotografie. Auch war mit der bequem in der
Manteltasche zu tragenden Leica das Fotografieren zum
selbstverständlichen Teil des Alltags geworden. Der vergleichsweise
billige Kleinbildfilm stimulierte das fotografische Experiment. Neue
Perspektiven wurden erprobt. Insgesamt gestaltete sich der visuelle
Zugriff auf die Welt innovativer, mutiger, dynamischer. Keine Frage:
Die von Oskar Barnack entwickelte, von Ernst Leitz II 1924 auf den Weg
gebrachte Leica war so etwas wie die Antwort der Fotografie auf die
phänomenologischen Bedürfnisse einer neuen, temporeichen Zeit.

Die Ausstellung unternimmt zum ersten Mal den Versuch, den durch die
Erfindung bzw. Markteinführung der Leica provozierten Umbruch in der
Fotografie umfassend darzustellen. Dabei wird Titleist AP1 714 die Geschichte der
Kamera nicht isoliert bzw. um ihrer selbst willen betrachtet. Vielmehr
richtet sich der Blick auf die durch die technische Innovation Leica
ausgelöste visuelle Revolution. Aus kunst- und kulturgeschichtlicher
Perspektive wird gefragt, wie sich durch die Leica bzw. das Kleinbild
das fotografische Sehen verändert hat. Welche Auswirkungen die
Miniaturisierung der Fotografie auf das Schaffen von Amateuren,
Künstlern, Fotojournalisten hatte. Und Titleist AP2 714 nicht zuletzt: Welche neuen
Themen die Systemkamera mit ihrer breiten Palette an Wechselobjektiven
erschlossen hat bzw. wie eingeführte Themen auf neue Art gesehen
wurden: eine andere Wahrnehmung der Welt durch den Leica-Sucher.

Rund 500 Fotografien, ergänzt um dokumentarisches Material −
Zeitschriften, Magazine, Bücher, Werbemittel, Broschüren,
Kameraprototypen, Filme − rekapitulieren die Geschichte der
Kleinbildfotografie von den Anfängen bis in unsere Tage. Insgesamt
folgt die von Hans-Michael Koetzle (München) kuratierte Ausstellung
dem Gang der Technik- bzw. Fotografiegeschichte. In vierzehn Kapiteln
beleuchtet die Schau unterschiedliche Aspekte der neueren
Kleinbildfotografie − von journalistischen Strategien über
dokumentarische Ansätze bis hin zu freien künstlerischen Positionen.

Gezeigt werden Arbeiten international bekannter Leica-Fotografen
(Alexander Rodtschenko, Henri Cartier-Bresson, Robert Capa, Christer
Strömholm, Robert Frank, Bruce Davidson, William Klein, Sergio
Larrain, William Eggleston, René Burri, Thomas Höpker, Bruce Gilden,
Alex Webb), aber auch weniger bekannte Aufnahmen von Amateuren oder
Künstlern, deren Namen bis dato nicht wirklich mit dem Thema
Kleinbild in Verbindung gebracht wurden – wie Ilja Ehrenburg, Alfons
Walde, Ben Shahn oder George Grosz. Wichtige, zum Teil noch nie
gezeigte Leihgaben kommen aus dem Werksarchiv der Leica Camera AG
(Wetzlar), aus internationalen Sammlungen und Museen sowie von
privaten Leigebern (Sammlung F. C. Gundlach, Sammlung Skrein, Sammlung
WestLicht).

KATALOG

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Kehrer Verlag, herausgegeben
von Hans-Michael Koetzle.

EDITION

Zur Ausstellung erscheint eine fotografische Edition von Christer
Stro mholm.

RAHMENPROGRAMM

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm
begleitet, u.a mit Kuratorenfu hrungen, Workshops und dem
ZEIT-Fotografietag.