AND AND AND Event 17 Rheim Alkadhi

AND AND AND / Event 17 / Rheim Alkadhi / Teilnehmer und ihre Schuhe für einen Spaziergang durch eine arabische Stadt gesucht (Gemessen wird der Einfluss der Bewegung auf das Stampfen des Klangs) / Amman / 4. Mai 2012
AND AND AND ist eine Künstlerinitiative, die den Zeitraum bis zur dOCUMENTA (13) im Juni 2012 nutzen wird, um gemeinsam mit anderen KünstlerInnen und Gruppen aus der ganzen Welt die Rolle von Kunst und Kultur und der adressierten Öffentlichkeiten in der heutigen Zeit zur Diskussion zu stellen. Die so entstehende Serie künstlerischer Interventionen und Ereignisse ist Teil der dOCUMENTA (13). Sie leistet eine Bestandsaufnahme unterschiedlichster zeitgenössischer Positionen und bietet verschiedene Anknüpfungspunkte für eine Auseinandersetzung.
Für den 17. AND AND AND Event erreichte uns der folgende Aufruf:
»Teilnehmeraufruf:
Flüchtlinge, Exilierte, Dritter Stand, Politische Gefangene, Fremdarbeiter, verlassene Liebhaber, Hausdiener, Hungerstreikende, Träumer, Personen ohne legalen Aufenthaltsstatus, Arme, Behinderte, Schwestern, Enteignete, sexuelle Randgruppen, vertriebene Intellektuelle, Anarchisten, telepathisch begabte Künstler und ihr anderen …
Wir brauchen Euer Gewissen! Morgen werden wir zugeschnittene Metallplatten und Gemüseraspeln an unseren Schuhsohlen anbringen. Der Aufwand ist kein besonderer; wer will schon über Absonderlichkeiten des Schuhwerks disputieren? Mittels dieser Schuhe erzeugen wir ausgerechnet im Zuge unseres Gehens Geräusche. Ein ansprechender Versuch in Poesie, indem man abwechselnd den einen Fuß vor den anderen setzt.
Wir starten am Jabal Nasr (»Berg des Sieges«, Artefakt revolutionärer Hoffnung, jetzt: ständiges Flüchtlingslager). Nach einem solchen Sieg setzen wir gedemütigt fort, wir marschieren neben einem Protestzug her, der sich schon in der Innenstadt formiert hat, gehen weiter, ziehen vorbei und umkreisen all die Ministerien und Ämter, vorbei an all den Botschaften, die dem Empire zu Nutze sind, vorbei an den früheren Soldaten, an den Polizisten, vorbei am Muchabarat.
Wir haben uns entschlossen, dies hier zu tun: Auf der zirzensischen Querstraße sinnloser Kriege, brutaler Okkupationen, kolonialer Monarchien, verspäteter Bewegungsfreiheiten, der Flüchtlingslager, der Revolutionen, der Aufstände und des gegenwärtig Beteiligten. Gleichgültig, ob wir (als gegenwärtig Beteiligte) einer oder viele sind, mit unseren Sohlen aus Metall werden wir über die gepflasterten oder ungepflasterten Straßen marschieren. Wir werden eine geräuschvolle menschliche Bewegung sein.
Wie lange das Ganze dauert hängt davon ab, wie lange es dauert, ehe wir durch Wände gehen können, oder wie lange es dauert, bis diese zerbröckeln; wie lange es dauert, ehe wir die Grenzen überschreiten können oder wie lange es dauert, ehe diese Grenzen im Staub ihres Veraltens aufgehoben sein werden. Bis dies geschieht, werden wir lautstark, einen sich stetig ändernden Pfad zielgerichtet beschreiten. Wir werden anhalten und einen Schluck Wasser aus der Plastikflasche nehmen, ehe es dann weiter geht.«
Termin: 4. Mai 2012
Stadt: Amman
Land: Jordanien
Lage:Adresse: ausgehend vom Nasr Platz (Jabal Nasr)
dOCUMENTA (13) ist für die Ansichten oder  Tatsachenbehauptungen der ausgestellten Künstler und Kunstwerke nicht verantwortlich.

Link: http://www.documenta.de