AMELIE VON WULFFEN. BILDER 2000 – 2015

23.10.2015 - 21.02.2016
Pinakotheken im Kunstareal
Barer Straße 29 , D 80799 München
http://www.pinakothek.de

 

Die Pinakothek der Moderne widmet dem Schaffen der Künstlerin Amelie von Wulffen (geboren 1966 in Breitenbrunn/Oberpfalz, lebt und arbeitet in Berlin) eine umfassende Ausstellung. Neben rund 20 Gemälden auf Leinwand präsentiert sie rund 60 Arbeiten auf Papier, Mobiliar sowie einen Film und macht auf diese Weise von Wulffens freies Verständnis von Malerei deutlich. Nach Ausstellungen im Centre Pompidou, Paris, im Kunstmuseum Basel, im Kunstverein Düsseldorf und im Aspen Art Museum ist die Münchener Ausstellung seit längerem erstmals wieder eine Museumsretrospektive der Künstlerin.

Bekannt wurde Amelie von Wulffen mit Bildcollagen, bei denen sie Malerei mit eigenen und gefundenen Fotografien kombinierte. Es entstanden geheimnisvolle Kongruenzen persönlicher und gesellschaftlicher Bilderfahrungen. Bereits die frühen Werke lassen das bis heute zentrale Anliegen deutlich werden, die Grenzen des Malerischen bewusst zu erweitern.

In den jüngsten Arbeiten der Künstlerin tauchen Landschaftsmotive, Porträts und Elemente aus Stillleben in unterschiedlichsten Maltechniken auf. Einzelne Elemente wirken wie herangezoomt, andere erscheinen durch Fragmentierungen oder Übermalungen verfremdet. Kunsthistorische Sujets u. a. von Courbet oder Marées, van Gogh oder Beckmann treten in fruchtbare Korrespondenzen mit kunsthandwerklichen Ausdrucksformen und dekorativen Oberflächenstrukturen, mit Lüftlmalerei etwa oder Techniken wie Batik oder Tauchlack.

Amelie von Wulffen behandelt altmeisterliche, moderne und kunstferne Malweisen gleichberechtigt und kreiert damit neue erzählerische Zusammenhänge abseits von Klischees und Erwartungen. In der Ausstellung zeigt sie – zusammen mit dem Film – auch eine Gruppe von fünf bemalten Schulstühlen, auf denen die Besucher eingeladen sind, sich niederzulassen. Die künstlerisch bearbeiteten Stühle sind möglicherweise als Hinweis darauf zu deuten, sich selbst immer wieder als unvoreingenommenes, lernendes Wesen zu begreifen – im Bereich der Ästhetik ebenso wie im Sozialen.