Alois Riedl Auf der Suche

04.07.2015 - 13.09.2015
MUSEUM MO DERNER KUNST – WÖRLEN gemeinnützige GmbH
Bräugasse 17, D-94032 Passau,
http://www.mmk-passau.de
Alois Riedl, 1935 im oberösterreichischen St. Marienkirchen geboren, bekennt sich, in Abwandlung des berühmten

Satzes von Pablo Picasso, er suche nicht, er finde, bewusst zu seiner künstlerischen Suche. Diesem Suchen und
Finden spürt die Ausstellung im Passauer Museum Moderner Kunst nach und folgt einem über 40 Jahre
währenden Weg vom Gegenstand über die Zeichenhaftigkeit zum Objekt. Nach Ausstellungen in den Jahren 1994
und 2005 widmet sich die diesjährige Präsentation im MMK nun erstmals den großformatigen Arbeiten Riedls und
zeigt bisher noch nie ausgestellte Werke des Künstlers aus seinem Besitz.
Alois Riedl erweist sich bereits in jungen Jahren als talentierter Zeichner, absolviert jedoch zunächst eine
Ausbildung als Schneider und arbeitet später als Zoll
beamter, ehe er sich ab den 1960er Jahren der Kunst
zuwendet und autodidaktisch fortbildet.
Surrealistische Zeichnungen und Landschaftsdarstellungen stehen am Beginn seiner Künstlerlaufbahn. Stillleben
und Interieurs bilden weitere wichtige Themen, aus denen
er dann intensiv beobacht
ete Einzelgegenstände, vor
allem Polstermöbeln, isoliert. In prozeßhaftem Arbeiten gelangt er durch eine immer stärkere Fokussierung auf
Details zur malerischen Auflösung der gegenständlichen Form.
Ab den 1980er Jahren abstrahiert Riedl dazu Dinghaftes zu voluminösen Körpern, um diese in der Folge in
gestischer Malerei zu verselbständigen. Dabei entstehen in den ausgehenden 1980er und frühen 1990er Jahren
großformatige Werke auf Papier, die in einem überraschend heftigen Duktus gemalt sind. Zumeist sind diese
Arbeiten in Schwarzweiß gehalten, mit vereinzelten zurückhaltendenden, farblichen Betonungen.
Parallel zu diesen kraftvoll komponierten Blättern entwickelt Riedl ordnende Strukturen, die den stilllebenhaften
Körperformen der frühen 1980er Jahre zu entstammen scheinen. Diese Werke sind trotz der Beruhigung der
Malweise ähnlich großzügig angelegt, wie die gestischen Arbeiten.
Seit den späten 1990er Jahren beherrschen kontemplative Scheibenformen das Werk Riedls, die als Motiv sowohl
in farbigen, skulpturalen Objekten wie in den Gemälden bestimmend sind.
Alois Riedl, 1976 mit dem Kulturpreis des Landes Oberösterreich ausgezeichnet, stellte vielfach im In- und Ausland
aus, u.a. in der Albertina in Wien, im Rupertinum in Salzburg, im Oberösterreichischen Landesmuseum Linz und
dem MMK Passau.
Das MMK präsentiert in einer retrospektiv angelegten Ausstellung ca. 80 zum Teil großformatige Werke, Gemälde
auf Leinwand und Papier, Zeichnungen und Objekte, aus über vierzig Jahren.
Am 2. August, um 11 Uhr liest Alois Riedl aus seinen Texten, mit denen er seit Jahrzehnten sein künstlerisches Schaffen begleitet und reflektiert.