ABBAS AKHAVAN

29.06.2017 - 01.10.2017
Museum Villa Stuck,
Prinzregentenstr. 60, München
http://www.villastuck.de

Abbas Akhavan zählt zu den aufstrebenden Künstlern in Kanada und zu einer Generation Kunst-schaffender, die sich in ihren ortsspezifischen, oft ephemeren Arbeiten auf gesellschaftliche Themen fokussiert. Im Museum Villa Stuck zeigt der 1977 in Teheran geborene Akhavan seine erste große Einzelausstellung, die ältere Arbeiten mit speziell für die Ausstellung entstandenen verbindet. Der Künstler beschäftigt sich in diesen meist installativen Werken mit Themenfeldern, die um Zerstörung und Ausgrenzung, aber auch um den Akt des Bewahrens und der Wiederherstellung kreisen.

Für seine Ausstellung lässt Akhavan die Spuren der vorangegangenen Ausstellung sichtbar werden: Die Wände sind nicht perfekt und unrenoviert, er schaltet die Klimaanlage ab, zugebaute Fenster wer¬den geöffnet, Frischluft und Licht von Außen zirkulieren in den eigentlich hermetisch abgeschlossenen Räumen. Akhavan fragt dadurch nach den Grenzen der musealen Aufgaben: Sind die gängigen Metho¬den des Bewahrens noch einzuhalten und sind diese zeitgemäß?

Dem Publikum der Villa Stuck ist Akhavan durch seine Teilnahme an der Ausstellung COMMON GROUNDS im Jahr 2015 bekannt. Er zeigte damals »Study for a Hanging Garden« (2013), eine raumfüllen¬de Installation mit Bronzeabgüssen von Pflanzen, die
nur zwischen Euphrat und Tigris wachsen und durch den Irakkrieg sowie die derzeit stattfindenden Kriegshandlungen des IS vom Aussterben bedroht sind.

Akhavan schafft Metaphern und Sinnbilder, die zur Reflexion über Strukturen und Systeme, die Machtverhältnisse einschreiben, anregen. Dabei spielt er mit der Wahrnehmung und Erwartung des Betrachters. Oft muten seine Werke an, als wären sie dem realen Leben entsprungen. Dem Künstler gelingt es, in seinen fragilen Werken verschiedene Bedeutungsebenen zu schichten, die sich erst auf den zweiten Blick erschließen. Sie werfen Fragen auf, die sich mit gesellschaftlichen Strukturen, Vergänglichkeit und Wertvorstellungen beschäftigen.

Akhavans Arbeiten umfassen Skulptur, Installation, Zeichnung, Video sowie Performance. Aufgrund von Aufenthalten in verschiedenen Stipendienprogrammen und ohne Ateliertätigkeit und der damit verbun¬denen konstanten Produktion von Werken rückt der Anlass, die Ausstellung selbst, ins Zentrum seiner Kunstproduktion. Akhavan (geb. 1977 in Teheran, lebt und arbeitet in Toronto) ist in zahlreichen Ausstel¬lungen vertreten, darunter Einzelausstellungen in The Delfina Foundation, London (2012); Mercer Uni¬on, Toronto (2015); FLORA, Bogota (2016) sowie SALT Galata, Istanbul (2017).