53 Fälschungen von Beltracchi jetzt im Internet!!

In der Presse gehörte es in den letzten Monaten zur Top Berichterstattung: Der Kunstfälscherskandal der
vermeintlichen Sammlung Jägers. Nach Abschluss des Prozesses gegen Beltracchi und Co ist ein Urteil
gesprochen, aber es bleiben viele ungeklärte Fragen, die das Interesse nicht erlischen lassen. Die ZEIT
titelte am 17. November „Im großen Kunstfälscherprozess ist ein Urteil gesprochen, doch der Skandal zieht
weite Kreise. Noch immer ist der Großteil der gefälschten Bilder nicht gefunden“. Die ermittelten, aber
aufgrund der Verkürzung des Prozesses nicht verhandelten, Bilder zeigt der Bundesverband Deutscher
Kunstversteigerer (BDK) jetzt in einem exklusiven Onlinekatalog. In Zusammenarbeit mit dem LKA Berlin
werden sie erstmals über die „Datenbank kritischer Werke“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Wegen der umfassenden Geständnisse der Angeklagten wurde der Prozess erheblich abgekürzt. Wolfgang Beltracchi,
Fälscher der Bilder und Kopf des Unternehmens, muss für sechs Jahr ins Gefängnis, seine Komplizin und Ehefrau
Helene Beltracchi für vier Jahre, Otto Schulte-Kellingshaus, der sich mit um den Vertrieb kümmerte, für fünf Jahre. Der
Gefängnisaufenthalt betrifft nur die Nächte.
Auf nur 14 bereits ausermittelte Bilder bezog sich der Prozess, weil das Verfahren, obwohl es als größter
Kunstfälscherprozess der Bundesrepublik galt, schon nach neun Verhandlungstagen beendet war. Aufgrund der Kürze
des Prozesses wurden die Ermittlungen zu jenen 39 Bildern, die noch nicht Teil der Anklage waren, eingestellt. Wo
sich diese Bilder befinden, ist zum Teil immer noch nicht geklärt.
Licht ins Dunkel bringt nun der Onlinekatalog, der alle 53 ermittelten Werke der sog. Sammlung Jägers zeigt, der in
Zusammenarbeit mit dem LKA Berlin nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Alle Werke werden in
die „Datenbank kritischer Werke“ aufgenommen, die dem Schutz vor Fälschungen dient und kontinuierlich von den
Mitgliedern des BDK weiter ausgebaut wird. Die Dokumentation hilft, eine Betrugsabsicht nachzuweisen, durch die
die Objekte schließlich ganz aus dem Verkehr gezogen werden können. „Die Veröffentlichung der ermittelten Werke
der Sammlung Jägers soll dazu dienen, dass sich die Spur dieser Fälschungen nicht verliert und die Gemälde in einigen
Jahren nicht erneut auf dem Kunstmarkt auftauchen“, so Markus Eisenbeis, Vizepräsident BDK und Initiator der
Datenbank kritischer Werke.

Link: http://service.kunstversteigerer.de/bdk/de/dkw/katalog.pdf