300 Tonspuren zu Orten des NS-Terrors in München 1933–1945

Ein Projekt des Kulturreferats der Landeshauptstadt München / Freie Kunst im öffentlichen Raum in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk / Hörspiel und Medienkunst

Start am 23. September 2010

München realisiert mit Memory Loops ein virtuelles Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus. Das Audiokunstwerk von Michaela Melián umfasst 300 deutsche und 175 englische Tonspuren, die ab dem 23. September 2010 auf www.memoryloops.net zum Anhören und kostenlosen Download bereit liegen.

Mit ihrem Konzept Memory Loops gewann Michaela Melián 2008 den Kunstwettbewerb der Landeshauptstadt München „Opfer des Nationalsozialismus – Neue Formen des Erinnerns und Gedenkens“. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk / Hörspiel und Medienkunst verwirklicht.

Memory Loops basiert weitgehend auf Transkriptionen historischer und aktueller Originaltöne von NS-Opfern und Zeitzeugen. Michaela Melián entwickelt daraus Collagen aus Stimmen und Sound, die mit der Topographie des Nationalsozialismus in München verknüpft sind. Fünf dieser Tonspuren sind als einstündige Erinnerungsschleifen konzipiert, die sich auf den gesamten Stadtraum beziehen und Themenschwerpunkte haben.

Das Zentrum des Kunstwerks ist die Webseite www.memoryloops.net. Dort sind ab
23. September 2010 alle Audiodateien auf einer Stadtkarte hinterlegt. Mit wenigen Klicks kann eine eigene Route zusammengestellt werden. Ob auf ein Mobiltelefon oder auf einen mp3-Player überspielt: Alle Interessierten können so einer selbst gestalteten Erinnerungsschleife durch München folgen.

Auf ausgewählte Tonspuren wird zusätzlich im Münchner Stadtraum hingewiesen – sie können vor Ort auch telefonisch abgerufen werden. Außerdem verleihen einige Münchner Museen sowie das NS-Dokumentationszentrum München im geplanten Infopoint kostenlos mp3-Player mit den Memory Loops. Bayern 2 sendet Memory Loops als Hörspielreihe im September und Oktober 2010.

Michaela Melián, Künstlerin und Musikerin, lebt in München und Hamburg.
Sie lehrt als Professorin für zeitbezogene Medien an der Hochschule für bildende
Künste (HfbK), Hamburg. Sie ist Mitglied der Band F.S.K. (Freiwillige Selbstkontrolle).
Am 30. Juni 2010 erhielt sie den Kunstpreis der Landeshauptstadt München.

Präsentation von Memory Loops mit Rahmenprogramm in der Rathausgalerie Kunsthalle, München Marienplatz 8,

Eröffnung: Donnerstag, 23. September 2010, 18.00 Uhr

Link: http://www.memoryloops.net