BUCHHEIM 100

Zum 100. Geburtstag wird dem Künstler, Autor, Verleger, Sammler und Museumsgründer Lothar-Günther Buchheim eine große biografische Ausstellung gewidmet. An teils noch nie gezeigten Dokumenten, Zeichnungen, Fotos und Modellen wird Buchheims Lebenslauf als paradigmatische deutsche Biografie des zwanzigsten Jahrhunderts verständlich gemacht. Zugleich werden die großen menschlichen Fragen der Verführbarkeit, der Angst, der Schuld und der Sühne thematisiert. Der Schwerpunkt liegt auf Buchheims berühmtestem Werk »Das Boot«. Dank umfangreicher Recherchen können Neuentdeckungen zu den tatsächlichen, historischen Begebenheiten an Bord von U 96 und aus dem Leben des Kriegsberichters Buchheim präsentiert werden. Vier Bücher Buchheims und die vier darin auftauchenden Boote kennzeichnen in der Schau die Kapitel seines Lebens:
Jugend: das Buch »Tage und Nächte steigen aus dem Strom« über die Donaufahrt des 20-Jährigen und sein erhaltenes Faltboot
Adoleszenz: der Roman »Das Boot« und U 96, zu sehen als 11 Meter langes Modell
Reife: der Roman »Der Abschied« und das Nuklearschiff »Otto Hahn«, ebenfalls als Modell vertreten
Alter: das Buch »Museum in den Wolken« und das schiffartig erbaute Buchheim Museum

 

Buchheim: Künstler, Sammler, Despot – Das Leben meines Vaters

Das Portrait eines streitbaren Genies

Er hat mit seinen Romanen „Das Boot“ und „Die Festung“ internationale Bestseller geschrieben. Er war ein talentierter Maler, ein gerissener Fälscher und ein Sammler mit sicherem Gespür für große Kunst. Er war mit den Größen aus Politik und Kultur auf Du und Du.

Yves Buchheim erzählt erstmals die wahre Geschichte seines legendären Vaters, der im Februar 2018 hundert Jahre alt geworden wäre, und räumt auf mit den heldenhaften Mythen und Legenden, die sich um die schillernde Persönlichkeit ranken und an denen Buchheim selbst kräftig mitgestrickt hat. Buchheims Einsatz während des Zweiten Weltkriegs kommt dabei genauso zur Sprache wie seine Liebesgeschichte mit der französischen Untergrundkämpferin Geneviève Militon und der Aufbau seiner riesigen Sammlung expressionistischer Kunstwerke – dunkle Familiengeheimnisse, die hier zum ersten Mal ans Licht gebracht werden. Eine spannende, eine aufsehenerregende Biografie aus erster Hand.

Rubens. Kraft der Verwandlung

Das Städel Museum widmet dem weltbekannten Künstler Peter Paul Rubens (1577–1640) die umfassende Sonderausstellung „Rubens. Kraft der Verwandlung“. Anhand von etwa 100 Arbeiten – darunter 31 Gemälde und 23 Zeichnungen von Rubens – arbeitet die Schau einen bisher wenig beachteten Aspekt im Schaffensprozess des Meisters heraus: Sie zeigt, wie tief Rubens in den Dialog mit Kunstwerken berühmter Vorgänger und Zeitgenossen eintrat und wie dies sein fünfzigjähriges Schaffen prägte. In Rubens’ umfangreichem Œuvre spiegeln sich die Einflüsse antiker Skulptur ebenso wider wie jene späterer Kunst aus Italien und nördlich der Alpen, von den Meistern des ausgehenden 15. Jahrhunderts bis zu seinen Zeitgenossen. Seine Bezugnahme auf Werke von Künstlern unterschiedlicher Epochen ist häufig erst auf den zweiten Blick erkennbar – in der aufwendig inszenierten Ausstellung kann der Besucher die zuweilen überraschenden Korrelationen nun im Detail nachvollziehen. Die Gattungsgrenzen überschreitende Schau vereint Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Skulptur und Werke der angewandten Kunst. Neben Originalskulpturen von der Antike bis zur Renaissance werden auch Gemälde und Grafiken von Rubens’ Vorläufern und Zeitgenossen zu sehen sein, darunter Schlüsselwerke von Tizian und Tintoretto, von Goltzius, Rottenhammer und Elsheimer sowie von Giambologna, Van Tetrode und Van der Schardt.

Eine Ausstellung des Städel Museums, Frankfurt am Main, und des Kunsthistorischen Museums Wien.

 

BASQUIAT. BOOM FOR REAL

Im New York der 1970er-Jahre hinter­ließ Jean-Michel Basquiat auf Häuser­wän­den Graf­fiti-Nach­rich­ten, colla­gierte Base­ball- und Post­kar­ten, kreierte seine eigene Klei­dung, malte auf Türen, Fens­ter­rah­men und auf riesi­gen Lein­wän­den. Heute zählt Basquiat (1960–1988) zu den bedeu­tends­ten Malern des 20. Jahr­hun­derts. Aus der sich im Lower Manhat­tan versam­meln­den Kunst­szene des Post-Punk-Under­ground kommend, eroberte das Wunder­kind ohne akade­mi­sche Ausbil­dung die Kunst­welt. Er arbei­tete mit Künst­ler­freun­den wie etwa Andy Warhol, Keith Haring oder auch Blon­die zusam­men.1982 erhielt er als bislang jüngs­ter Teil­neh­mer der Docu­menta inter­na­tio­nale Aner­ken­nung.

Basqui­ats leben­dige, rohe Bilder­welt entspringt einer Bele­sen­heit, die sich in großen Schrift- und Text­frag­men­ten durch das gesamte Werk zieht. Mehr als 30 Jahre nach Basqui­ats letz­ter Präsen­ta­tion in einer öffent­li­chen Samm­lung in Deutsch­land widmet die SCHIRN dem Werk des US-ameri­ka­ni­schen Ausnah­me­künst­lers eine große Einzel­aus­stel­lung und zeigt eine heraus­ra­gende Auswahl von über 100 Werken. Viele der Leih­ga­ben aus inter­na­tio­na­len Museen und priva­ten Samm­lun­gen waren zuvor noch nicht in Deutsch­land zu sehen. Erst­mals wird dabei auch Basqui­ats Bezie­hung zu Musik, Text, Film und Fern­se­hen in einem über­ge­ord­ne­ten kultu­rel­len Zusam­men­hang deut­lich.

Eine Ausstel­lung des Barbi­can Centre, London, in Koope­ra­tion mit der SCHIRN KUNST­HALLE FRANK­FURT

 

William Kentridge. O Sentimental Machine“

Die Liebieghaus Skulpturensammlung präsentiert einen ganz besonderen Gast: In einem umfassenden Ausstellungsprojekt bringt William Kentridge (* 1955) seine Werke in einen Dialog mit der 5.000 Jahre überspannenden Sammlung des Frankfurter Museums. Die groß angelegte Ausstellung „William Kentridge. O Sentimental Machine“ präsentiert anhand von über 80 teils raumfüllenden Arbeiten und Installationen das ganze Spektrum im Œuvre des südafrikanischen Künstlers. Kentridge ist international für seine Zeichnungen, Filme, Theater- und Opernproduktionen bekannt. Seine bereits in Einzelausstellungen im Museum of Modern Art in New York, in der Albertina in Wien und im Louvre in Paris, aber auch im Rahmen von Operninszenierungen an der Metropolitan Opera in New York, der Scala in Mailand, bei den Salzburger Festspielen oder bei der Documenta gezeigte künstlerische Praxis ist grundlegend interdisziplinär und führt unterschiedliche Medien und Genres zusammen. Die von Sabine Theunissen inszenierte und von Vinzenz Brinkmann und Kristin Schrader kuratierte Ausstellung erstreckt sich über nahezu alle Bereiche und Räume der Liebieghaus Skulpturensammlung: von der Antikensammlung über die Mittelalterräume bis in die Studioli der historistischen Villa Liebieg. Zu erleben ist ein künstlerischer Dialog quer durch das gesamte Museum, in dem die konzeptuellen, narrativen und ästhetischen Intentionen des Künstlers eine enge Verbindung mit der musealen Sammlungspräsentation des Liebieghauses eingehen.

Gefördert durch Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Art Mentor Foundation Lucerne
Medienpartner Frankfurter Allgemeine Zeitung, SLEEK
Kulturpartner hr2-kultur

 

THE SHAPE OF TIME

The Shape of Time zeigt bedeutende Werke aus der Zeit zwischen
1800 und heute. In den Sälen der Gemäldegalerie treten sie mit
unseren Kunstwerken und deren SchöpferInnen in einen Dialog und
fungieren so als Trittsteine auf dem kunstgeschichtlichen Weg von
dort, wo unsere Sammlung endet, bis zu jenem Punkt, an dem wir
heute stehen. AusstellungsbesucherInnen sind eingeladen, zugleich
zurück und nach vorne zu blicken und ihren Blick hin und her
schweifen zu lassen zwischen zwei Objekten, die aus
unterschiedlichen Jahrhunderten stammen und das Potenzial haben,
unsere Erfahrung des jeweils anderen zu verändern.
Zu den wichtigen Leihgaben, die in dieser Ausstellung gezeigt
werden, zählen Werke von J.M.W. Turner, Édouard Manet, Paul
Cézanne, Claude Cahun, Mark Rothko, Maria Lassnig, Eleanor
Antin, Franz West, Felix Gonzalez-Torres, Nusra Latif Qureshi,
Catherine Opie und Steve McQueen. Zusätzlich wurden Peter
Doig und Kerry James Marshall eingeladen, jeweils ein Werk speziell
für diese Ausstellung zu schaffen.

Sabine Haag, Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums
Jasper Sharp, Kurator

 

ALF BACHMANN – ALF LECHNER. HIMMEL WASSER STAHL

 

ALF BACHMANN - ALF LECHNER. HIMMEL WASSER STAHL

Alf Lechner (1925 – 2017) Nach Alf Bachmann WV1813, Ambach 1945, Pastell auf Papier, 20,5 x 29,5 cm  © Alf Lechner Stiftung, Foto: Studio Hetzer

Die Ausstellung Alf Bachmann – Alf Lechner. Himmel Wasser Stahl (25. Februar – 09. September 2018) ist dem Andenken an Alf Lechner gewidmet, der vor einem Jahr, am 25. Februar verstorben ist. Der Künstler zählt mit seinen monumentalen Stahlstehlen und vor allem mit tonnenschweren, scheinbar schwebenden Stahlplatten zu den großen Stahlplastikern, wie etwa Richard Serra und Eduardo Chillida und gilt seit den 1970er Jahren zu den bedeutenden Erneuerern der Plastik des 20. Jahrhunderts.
Im Erdgeschoss des Museums ist jetzt in der neuen Ausstellung die Installation »Labyrinth« (2007-2017) von Alf Lechner zu sehen. Sie ist eine Erweiterung der »Schnittfelder« aus dem Jahr 2007, welche Lechner zu Lebzeiten nie fertigstellen konnte.

Doch die künstlerischen Anfänge Lechners liegen auf ganz anderem Gebiet. Himmel Wasser Stahl stellt erstmals Werke des Lehrers von Alf Lechner, Alf Bachmann, den frühen Pastellen und Ölgemälden seines Schülers gegenüber. Wie sein Lehrer malte auch Lechner stürmische Seestücke und Naturansichten in einem emotional-realistischen Stil. Bachmann hat Lechner die Kunst der Malerei und die Auseinandersetzung mit dem Spiel der Elemente vermittelt.

Die Ausstellung ist somit auch eine Hommage an einen fast vergessenen Maler, der das Talent Alf Lechners als erster erkannte und ihm als Mentor eine solide künstlerisch-handwerkliche Grundlage vermittelte. Alfred Bachmann, der 1863 bei Danzig geboren wurde und seit 1890 seinen Wohnsitz in München hatte, war zu seiner Zeit berühmt für seine Ansichten vom Meer und von einsamen, unberührten Landschaften. Es gelang ihm flüchtige Momente der Natur in ihrer Essenz einzufangen und stimmungsvoll zu verdichten.
Über 50 Ölgemälde und Pastelle von Alf Bachmann und Alf Lechner sowie zahlreiche Zeitdokumente aus dem Besitz der Lechner Stiftung und des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum auf Schloss Gottorf werden präsentiert. Davon werden viele Werke erstmalig der Öffentlichkeit gezeigt.

 

TATIANA URBAN- „Arena der stillen Geschöpfe“

Die Künstlerin zeigt ihre kraftvollen natur- und pflanzenartigen Bildwelten. Und während draußen in den noch meist trüben, kalten Monaten März und April die Natur langsam erwacht, können wir hier in ihre spannenden und oftmals rätselhaften wie auch farbenprächtigen Naturwelten eintauchen. Dabei erschließen wir uns ein ganz eigenes Naturerleben und wir verbinden verschiedene Assoziationen mit ihren Bildern.
Tatiana Urban lässt sich sowohl von der realen Natur wie auch von medialen und virtuellen Erscheinungsformen der Natur und Landschaft inspirieren. Dabei setzt sich Urban mit dem Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur sowie mit dem Dualismus von Naturentfremdung und Natursehnsucht auseinander und ist speziell fasziniert von der fragilen, unvollkommenen Natur, die uns umgibt.
Sie thematisiert die Nähe von „Schönheit und Zerfall“, das Spiel mit Zweideutigkeiten und die Verbindung von Artifiziellem mit Organischem und sagt selbst über ihre Bilder: „Meinen oftmals zwischen Abstraktion und Figuration pendelnden Bildwelten ist ein Naturbild gemeinsam, in dem der Umbruch zum Dauerzustand wird. Natur löst sich in Strukturen auf, wird zum Schattenbild, verliert sich in der Leere oder im Chaos und soll neben aller Fragilität doch auch Dynamik und Stärke zeigen.“