Reinhard Mucha

Das Werk des gebürtigen Düsseldorfers Reinhard Mucha wurde ab den 1980er Jahren durch eine Vielzahl beachteter Ausstellungen international bekannt. In Basel setzte er 1987 mit der Kunsthallen-Ausstellung Nordausgang Massstäbe. Heute gehört Mucha zu den wichtigsten Künstlern seiner Generation. Die häufig in mehreren Phasen entwickelten Werke wie Wartesaal, [1997], 1979–1982 oder Das Deutschlandgerät, [2002], 1990, zeugen von der Verknüpfung seiner Rolle als Künstler mit Fragen der Zeit- und Kunstgeschichte. Im Fokus der Ausstellung steht die Installation Frankfurter Block, [2016] 2014, 2012, ein raumgreifendes und in seiner vielschichtigen Form erst vor zwei Jahren abgeschlossenes Projekt, in dem Mucha zwölf zum Teil selbst schon umfangreiche Werke – entstanden in Zeiträumen zwischen 1981 und 2014 – zu einem Ensemble zusammenführt.

Die Ausstellung wird unterstützt durch:

Fonds für künstlerische Aktivitäten im Museum für Gegenwartskunst der Emanuel Hoffmann-Stiftung und der Christoph Merian Stiftung
Stiftung für das Kunstmuseum Basel
Freiwilliger Museumsverein Basel

 

GERHARD RICHTER. BIRKENAU

Im Zentrum der aktuellen Ausstellung mit Arbeiten Gerhard Richters steht ein Hauptwerk des Malers, das vierteilige ungegenständliche Gemälde mit dem Titel „Birkenau“, das 2014 entstand. Gerhard Richter nimmt darin Bezug auf Fotografien, die 1944 im Konzentrationslager Birkenau von einem Mitglied des jüdischen Sonderkommandos aufgenommen wurden. Diese Fotodokumente bilden den Ausgangspunkt, die erste Schicht seiner Malerei, der viele weitere überarbeitende Malvorgänge folgen. Die Ausstellung, zu der sämtliche bildrelevanten Vorlagen und Studien sowie die weitere Bearbeitungen erstmals zusammengetragen wurden, entstand in enger Zusammenarbeit des Kurators Helmut Friedel mit dem Künstler.
Die hiervon ausgehende erweiterte Präsentation von abstrakten Bildwerken Richters widmet sich daher der grundsätzlichen Frage nach der Relation von Abstraktion und Wirklichkeit. „Der Weg zum Bild zwischen Abstraktion und Konkretion ist bekanntermaßen die malerische Strategie, die Gerhard Richters Werk stets begleitet. Die Tatsache, dass aber nicht jedes der Bilder, die ungegenständlich erscheinen, ohne reale Bildvorlage entstand und dass ebenso die bloße Ähnlichkeit mit der Wirklichkeit nicht unbedingt auf einen realen Gegenstand hinweist, macht die Auseinandersetzung damit so extrem spannend“, so der Kurator über die Ausstellung.
Die Bilderschau des Museum Frieder Burda stellt zudem begleitend zur Ausstellung „Gerhard Richter. Birkenau“ dessen Werk in den Kontext von Arbeiten anderer herausragender Künstler. Diese kommen zum Großteil aus dem Umfeld der Galerie Konrad Fischer, mit der Richter in den 1960er Jahren in lebhaftem Austausch stand. Dazu gehören abstrakte Meisterwerke von Carl Andre, Sol LeWitt, Blinky Palermo, Imi Knoebel, Sigmar Polke, Andy Warhol und die abstrakten Expressionisten Clyfford Still, Adolph Gottlieb und Willem de Kooning. Hochkarätige Leihgaben aus internationalen Museen und Sammlungen sowie aus Privatbesitz ergänzen die Exponate aus der Sammlung Frieder Burda.

 

 

Hamburger Kunsthalle macht 15.000 Zeichnungen und Druckgraphiken aus dem Kupferstichkabinett über Website weltweit erreichbar

              

Großer Gewinn für wissenschaftliche Forschung und öffentliche Nutzung

Die Hamburger Kunsthalle hat ein wichtiges Etappenziel der Online-Stellung ihrer Kunstsammlung erreicht: der wertvolle Bestand an rund 4.000 Altmeisterzeichnungen sowie 11.000 italienischen Druckgraphiken (Einzelblätter und Graphiken aus Büchern) aus dem Zeitraum von ca. 1450 bis 1850 ist ab sofort online zugänglich. Das Besondere an den weltweit zur Verfügung stehenden 15.000 hochwertigen Bilddaten ist ihre Verknüpfung mit den dazugehörigen wissenschaftlich vollständig erfassten Objektdaten. Mit dem jetzt veröffentlichten Umfang, der Erfassungstiefe und der Qualität der Digitalisate nimmt die Hamburger Kunsthalle eine Vorreiterrolle unter den deutschen Museen ein.

 

Einen großen Gewinn für die Forschung stellt vor allem die digitale Veröffentlichung des kompletten Bestandes an Zeichnungen der deutschen, niederländischen und italienischen Schulen dar: Diese bislang nur in gedruckter Form publizierten Werke von Leonardo da Vinci, Raffael, Albrecht Dürer, Rembrandt und vielen anderen herausragenden Künstlern sind nun erstmals und komplett in Farbe digital zugänglich. Die Bereitstellung der italienischen Druckgraphik eröffnet ebenso breite Zugangsmöglichkeiten zu Werken, die größtenteils bisher nur in Expertenkreisen bekannt waren.

Das Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle zählt mit seinen ca. 130.000 Werken zu den reichsten Sammlungen seiner Art in Europa. Mit der Onlinestellung erreicht die Kunsthalle eine neue Öffentlichkeit und stärkt ihren Stellenwert in der Forschungsgemeinschaft, indem sie den wissenschaftlichen Austausch und die Zusammenarbeit fördert. Neben Wissenschaftlern profitieren von der weltweiten Vernetzung und erweiterten Teilhabemöglichkeit aber auch kunstinteressierte Privatpersonen. Die digitalen Bild- und Objektdaten sind über die Website www.hamburger-kunsthalle.de ohne Registrierung erreichbar und können in hoher Auflösung angeschaut werden. Die Suche nach den Werken ist nach diversen Kriterien möglich, wie zum Beispiel über die Freitexteingabe oder über die Suche nach Künstlernamen und Werktiteln.

 

Das Digitalisierungsprojekt der Kunsthalle wurde von der Kulturbehörde unterstützt und kann auch in diesem Jahr mit Mitteln der Stadt Hamburg fortgesetzt werden.

 

Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG unterstützte zunächst die zweijährige wissenschaftliche Erschließung des Bestandes der italienischen Druckgraphik und förderte anschließend die besonders aufwendige Digitalisierung von 7.000 Graphiken aus Büchern, von denen viele nun erstmals weltweit online verfügbar sind. Den speziellen Anforderungen der Graphiken aus großformatigen Büchern konnte mit einer eigens konstruierten Buchwiege auf höchstem Niveau Rechnung getragen werden. Die weltweit einmalige Hamburger Buchwiege hat der Förderverein des Kupferstichkabinetts Die Meisterzeichnung finanziert.

 

Mit der Präsentation von 15.000 Werken ist der erste Schritt zur vollständigen Erschließung des Kupferstichkabinetts und der Kunstbibliothek nun erreicht. Kontinuierlich sollen weitere Bestände zur Verfügung gestellt werden.

Zeichnungen und Druckgraphiken können im Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle weiterhin nach vorheriger Anmeldung auch im Original betrachtet werden. Weitere Informationen unter www.hamburger-kunsthalle.de/index.php/kupferstichkabinett.html.

Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler: Für die Kultur liegt in der Digitalisierung die große Chance, den Bürgerinnen und Bürgern einen neuen Zugang zu den kulturellen Angeboten der Stadt zu ermöglichen. Die Onlinestellung dieses beträchtlichen Teils der Sammlung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur ‚Digitalen Stadt‘. Die wissenschaftliche Arbeit an den reichhaltigen Grafikbeständen, die das Team der Kunsthalle schon lange hinter den Kulissen leistet, wird jetzt auf eindrucksvolle Weise sichtbar.

 Dr. Sebastian Giesen, HERMANN REEMTSMA STIFTUNG: Wir erleben, dass durch die weltweite digitale Verfügbarkeit von Sammlungsbeständen nicht etwa die Faszination für das Original nachlässt, sondern im Gegenteil: die Attraktivität eines Museums steigt. Kunstwerke können bestaunt, verglichen, erforscht und gezielt aufgesucht werden.

 Prof. Dr. Hubertus Gaßner, Direktor: ≫Indem wir diese Schätze auf digitalem Wege jetzt weltweit zugänglich machen, kommen wir dem gesellschaftlichen Anspruch auf größtmögliche Teilhabe an Kulturgütern besser nach. Dabei entsprechen die hochwertige Qualität der Bilddaten und die wissenschaftliche Kommentierung höchsten internationalen Kriterien.

 Dr. Stefan Brandt, Geschäftsführer: Die Onlinestellung von Beständen des Kupferstichkabinetts ist Teil einer umfassenden, von der Kulturbehörde geförderten Digital-Offensive der Hamburger Kunsthalle. Interessierten weltweit soll damit ein digitaler Besuch des Museums ermöglicht werden. Nächste Schritte sind der komplette Relaunch des Web-Auftritts im Frühjahr 2016 sowie mittelfristig die Schaffung neuer interaktiver Vermittlungsformate. Das für die Modernisierungsphase geprägte Motto Weiter offen ist damit auch für den künftigen digitalen Auftritt der Kunsthalle richtungsweisend.

 

Lee Miller – Fotografien

Lee Miller (1907-1977) zählt zu den faszinierendsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Kriegsfotografien gingen um die Welt und sind vielen bekannt.

Das Werk der US-Amerikanerin ist aber wesentlich umfangreicher und erstreckt sich über die unterschiedlichsten fotografischen Genres: Surrealistische Arbeiten, Modestrecken, Künstlerportraits, Reisefotografien, den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen. Ihr Handwerk lernt Miller bei Man Ray Ende der 1920er Jahre in Paris. Sie fotografiert für die Modezeitschrift Vogue und steht selbst als Modell vor der Kamera. Als Reportagefotografin zieht sie ab 1944 mit den amerikanischen Truppen durch Europa und dokumentierte mit ihrer Kamera die Schrecken des Krieges: den Angriff durch die deutsche Luftwaffe auf London, die Befreiung von Paris und die Täter und Opfer des Nazi-Regimes.

In Zusammenarbeit mit der Albertina Wien zeigt der Martin-Gropius-Bau ihr umfassendes Werk.

One, No One and One Hundred Thousand

Frei nach Marcel Broodthaers Motto, dass „jede Ausstellung eine Möglichkeit unter vielen ist, die es wert sind, erkundet zu werden“, stellt die Ausstellung One, No One and One Hundred Thousand die Autorität und Autorenschaft des Kurators zur Diskussion. Inspiriert durch die künstlerischen Prinzipien der literarischen Strömung Oulipo, sind alle Besucher/innen eingeladen, die Werke der neun internationalen Künstler/innen individuell im Raum zu arrangieren und ihre persönliche Version der Ausstellung zu gestalten, die dann dokumentiert wird. Der Betrachter wird zum Akteur, die Ausstellung zum Möglichkeitsraum.

Künstler/innen: Darren Bader, Jason Dodge, Phanos Kyriacou, Adriana Lara, Jonathan Monk, Marlie Mul, Amalia Pica, Martin Soto Climent, Lina Viste Grønli

Kurator: Luca Lo Pinto

BIER IST DER WEIN DIESES LANDES JÜDISCHE BRAUGESCHICHTEN

Hopfen, Wasser, Hefe und Malz; das sind die vier Zutaten, mit denen in Bayern traditionell Bier gebraut wird. Das in die Liste des immateriellen Kulturerbe Bayerns aufgenommene Bayerische Reinheitsgebot feiert 2016 seinen 500. Geburtstag. Das Jüdische Museum München nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, erstmals in einer Ausstellung Geschichte und Gegenwart des Biers in der jüdischen Tradition und Kultur zu beleuchten.

Im Alten Ägypten wurde Bier zum Volksgetränk und dort lernten es auch die Israeliten kennen. Für sie stellte sich die Frage, ob Bier koscher sein muss und ob es wie Wein für rituelle Handlungen verwendet werden darf. Wenn Bier statt Wein das Hauptgetränk ist, dann, so legt der Talmud fest, „ist das Bier der Wein dieses Landes“ und darf verwendet werden.

Der Frage, was der Brauerstern und seine oberpfälzische Ausprägung, der „Zoigl“, mit dem Davidstern zu tun haben, widmet sich ein weiterer Bereich der Ausstellung. Anschaulich wird auch die Geschichte des Hopfenhandels erzählt, der in Süddeutschland über lange Zeit von jüdischen Händlern maßgeblich geprägt war. Außerdem wird nachgewiesen, dass das „Bierkrugveredelungsgewerbe“, also die Bemalung von Krügen sowie die Herstellung und Montage der Zinndeckel, ein maßgeblich von jüdischen Münchnern entwickeltes und betriebenes Gewerbe war.

Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden die jüdischen Brauherren in München und Umgebung. Die freiherrliche Familie von Hirsch errichtete 1836 in Planegg „auf der grünen Wiese“ eine der ersten modernen, industriell ausgestatteten Brauereien Bayerns, die in den knapp 100 Jahren ihres Bestehens zum Vorbild anderer moderner Brauanlagen wurde. In München gründete 1895 der aus einer kleinen Landjudengemeinde in Mittelfranken stammende Josef Schülein die Unionsbrauerei Schülein & Cie, die rasch zur zweitgrößten Brauerei Münchens wurde. Er und sein Sohn Hermann fusionierten sie 1921 mit der Löwenbräu AG. Während sich Josef Schülein in die Schlossbrauerei Kaltenberg zurückzog, wurde Löwenbräu unter Hermann Schülein als Generaldirektor zu bedeutendsten exportorientierten Brauerei Münchens. Nach seinem von den Nationalsozialisten erzwungenen Rücktritt emigrierte er in die USA, wo er die Liebmann Brewery in New York mit ihrer Biermarke „Rheingold“ zu einer der größten Brauereien der USA machte. Seine innovativen Werbemethoden wie die jährliche Wahl der „Miss Rheingold“ oder der Werbeeinsatz von Stars wie Louis Armstrong, Nat King Cole, Marlene Dietrich, Ella Fitzgerald oder John Wayne gelten in den USA noch heute im Bereich der Markenbildung und -pflege als vorbildhaft.

Abschließend widmet sich die Ausstellung der Bierkultur im heutigen Israel, die zum einen stark von der deutschen Brautradition und deutschen Bierstilen geprägt ist und andererseits durch eine junge und vielfältige Craftbeer-Szene überrascht.

Neben einem umfassenden Rahmenprogramm, das Ausflüge, Bierverkostungen und vieles mehr beinhaltet, wird es während der Laufzeit der Ausstellung eine Besonderheit geben: Die öffentlichen Rundgänge und Kuratorenführungen durch „Bier ist der Wein dieses Landes. Jüdische Braugeschichten“ werden durch eine Verkostung eines eigens für die Ausstellung gebrauten Biers abgerundet. Der Herzl Beer Workshop aus Jerusalem und die Münchner CREW Republic haben sich zusammengetan und erstmals ein gemeinsames bayerisch-israelisches Bier entwickelt, das im Museumscafé und im Rahmen von Ausstellungsrundgängen vorgestellt wird und verkostet werden kann. In speziellen Craft-Beer-Gläsern ausgeschenkt, sollen die Besucher einen Eindruck der geschmacklichen Vielfalt, die innerhalb des Bayerischen Reinheitsgebots möglich ist, erhalten.

Katalog zur Ausstellung
Bier ist der Wein dieses Landes. Jüdische Braugeschichten.
Herausgegeben von Lilian Harlander und Bernhard Purin mit Beiträgen von Eli Freedman (Philadelphia), Doug Greener (Jerusalem), Lilian Harlander (München), Anne Munding (München), Bernhard Purin (München), Conrad Seidl (Wien) und Matthias Trum (Bamberg).
Volk Verlag, München 2016, 256 Seiten, 29,90 Euro
ISBN: 978-3-86222-211-7
Deutsche Ausgabe mit englischen Abstracts

Kurator: Bernhard Purin in Zusammenarbeit mit Lilian Harlander
Ausstellungsgestaltung: Martin Kohlbauer, Wien

 

 

JORGE RIBALTA Monumentmaschine

Vom 20. Februar bis zum 1. Mai 2016 zeigt der Württembergische Kunstverein mit
Monumentmaschine die erste Einzelausstellung des spanischen Fotokünstlers, Theoretikers
und Kurators Jorge Ribalta (geb. 1963 in Barcelona) in Deutschland.
Ribaltas meist umfangreiche Serien aus analogen Schwarzweißfotografien, die in den
Diskursen der kritischen und politisch engagierten künstlerischen Dokumentarfotografie der
1970er-Jahre (Allan Sekula, Martha Rosler, Jo Spence etc.) verankert sind, nehmen eher das
Nebensächliche und Unterschwellige, denn das Vordergründige oder Spektakuläre in den
Blick. Sie kreisen um national und historisch aufgeladene Orte oder Figuren, um deren
Konstruktion durch Medien wie Fotografie und Film, Kultur- und Tourismusindustrie.
Ribalta arrangiert seine Serien, die bis zu 200 Fotografien umfassen, zu dichten räumlichen
Ensembles. Angeordnet in mehreren horizontalen und vertikalen Reihen, ergeben sich
dabei multiple Lesweisen. Für die Ausstellung im Kunstverein entsteht überdies ein eigens
entwickeltes Display, das auch Anschlüsse, Brüche und Kehrtwenden zwischen den Serien
erlaubt.
Monumentmaschine zeigt eine Auswahl von sechs Serien, in denen Ribalta die Beziehungen
zwischen Dokumentarfotografie, kulturellem Erbe und Nationalismus untersucht. Es geht um
die Frage, welche Rolle Monumente und die heutigen Kulturerbeindustrien im Hinblick auf
die Reproduktion und Verinnerlichung nationalstaatlicher Identitäten, Ideologien und
Fiktionen spielen – und welche Bedeutung der Fotografie dabei seit ihrer Erfindung
zukommt.
Die Ausstellung basiert auf der gleichnamigen, vom Centro Guerrero in Granada und der
Fundación Helga de Alvear in Cáceres koproduzierten Einzelschau, die die Serien
Unbezähmter Laokoon (2010–11), Scrambling (2011), und Imperium (oder K.D.)
(2013–14) umfasst.
In diesen drei Arbeiten geht es um Ikonen und Monumente, die, wie der Flamenco, die
Alhambra oder Karl V., das „Spanische“ schlechthin repräsentieren – wobei gerade der
Flamenco, der seine Wurzeln in den Kulturen der Roma bzw. Kalé hat, sowie die Alhambra,
die von der Zeit der muslimisch-maurischen Nasridenherrschaft in Granada zeugt, eigentlich
auf die transnationale Vermischung kultureller Identitäten verweisen. Karl V. (1500–1558),
erster König von Spanien und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation,
steht wiederum für die imperialistische Expansion Spaniens als jenes habsburgische
Weltreich, in dem „die Sonne nie untergehen“ sollte.
Darüber hinaus zeigt die Ausstellung die Serien Renaissance. Szenen des
industriellen Wandels im Bergbaurevier von Nord-Pas-de-Calais (2014), Petit
Grand Tour (2007), und Carnac, 1. August 2008 (2008). Der Wandel von der Schwerhin
zur Freizeit- und Kreativindustrie sowie die touristische Konstruktion

 

 

DIKE BLAIR + LUTZ BACHER

DIKE BLAIR
Floors/Doors/Windows/Walls.

In der Secession zeigt Dike Blair rund 50 Bilder, die größtenteils zwischen 2010 und 2015 entstanden
sind und, mit wenigen Ausnahmen, die in der nüchternen Aufzählung des Titels erwähnten Motive darstellen.
Drei eigens für die Ausstellung geschaffene Skulpturen des US-amerikanischen Künstlers greifen
die vier titelgebenden Elemente Boden, Tür, Fenster, Wand auf und bilden zugleich eine Antwort auf die
Tatsache, dass die Ausstellung in vier Räumen stattfindet. (Der kleinere vierte Raum, in dem sich keine
Skulptur befindet, ist kleinformatigen Bildern von Cocktails und Aschenbechern, den Sujets des Künstlerbuchs,
gewidmet.) Mit den Skulpturen, die Blair nach einem früheren Besuch in der Secession entwarf,
versucht er, die Betrachtung der Gemälde als eine Art Parcours zu strukturieren. Außerdem mag er das
paradoxe Verhältnis von illusionistischer Darstellung und konkreter Abstraktion. Im Gegensatz zu seinen
Bildern, die immer gegenständlich bleiben, verwandelt Blair in den Skulpturen konkrete Objekte wie eine
(freistehende) Wand, ein Fensterglas, ein Türblatt und Bodenbeläge in abstrakte Kompositionen.
Während die Bilder je eines der besagten Elemente darstellen und in den Ausstellungsräumen in nach
Motiven geordneten Gruppierungen präsentiert werden, verbinden die Skulpturen alle vier zu einem
Ganzen.
Für Dike Blair ist es gerade der Blick auf das Alltägliche und oft Unspektakuläre, das im wörtlichen Sinn
Naheliegende, das ihm die Sujets seiner Bilder liefert. Sein motivisches Repertoire beschränkt sich nicht
auf architektonische Elemente, aber Blair hat die Anzahl seiner Sujets bewusst reduziert und bedient sich
der Wiederholung als konzeptueller Strategie. Zu den immer wiederkehrenden Motiven zählen, neben
den in der Ausstellung zentralen Architekturdarstellungen, Stilleben, vorzugsweise von Cocktails und
Arrangements, die das Ambiente einer Bar evozieren, sowie Landschaften, Blumen und weibliche Augen.
Blair widmet sich seit über 30 Jahren der Gouachemalerei und ist dieser Technik, die mit der Aquarellmalerei
verwandt ist und wie diese stets auf Papier ausgeführt wird, treu geblieben – auch wenn sich
seine Praxis gewandelt hat: Aus der Arbeit vor dem Motiv in der Natur über das Malen aus dem Gedächtnis
entwickelte er eine klassische Studiopraxis, bei der er eigene Schnappschüsse als Vorlage für seine
Malerei verwendet. Fotos, die er mitunter nachbearbeitet und bei denen er den interessantesten Ausschnitt
auswählt, schließlich gibt ein gutes Foto nicht zwingend ein interessantes Gemälde ab. Das
überwiegend kleine Format der Bilder wurde ursprünglich von der Größe der Aquarellpapiere bestimmt.
Blairs Malweise ist annähernd fotorealistisch und die Ausführung der Bilder subtil und zugleich präzise.
Die ausgestellten Werke bezeugen das Interesse des Künstlers an Licht und dessen Reflexionen sowie
seine Faszination für durchscheinende Materialien wie Glas und Wasser. Feine Übergänge und Nuancen,
wie zwischen Hell und Dunkel oder der Verlauf von Farben in Licht- und Schattenzonen und die dabei
kaum wahrnehmbaren Unterschiede sind Thema sowohl seiner Malerei als auch seiner Skulpturen. Die
eigens für die Secession geschaffenen Wandelemente als Basisteile der Skulpturen sind mit zarten
Farbschleiern versehen, deren Übergänge nur bei genauer Betrachtung sichtbar werden.
Bereits seit mehreren Jahren präsentiert Dike Blair seine Malerei häufig in thematischen Paarungen und
im Zusammenspiel mit Skulpturen. Er nutzt diese Gegenüberstellung, um formale Aspekte und gegensätzliche
Ordnungsprinzipien deutlich zu machen. Das Wechselspiel von Fülle und Leere, Natur und
Architektur, Innen und Außen, Zentrum und Peripherie spiegelt die dualistische Arbeits- und Denkweise
des Künstlers wider, mit der er zudem einem Dilemma künstlerischer Produktion begegnet: Da jede
formale Entscheidung auch anders ausfallen und damit zu einem völlig anderen Resultat führen könnte,
arbeitet er oft mit Gemälde- und Skulpturenpaaren, die zwei Versionen darstellen.
Seine frühen Skulpturen legte Blair als Landschaften, Interieurs oder dreidimensionale Malerei an, die er
mit Objekten und Materialien wie Leuchtkörpern, Teppichen und modularen Elementen arrangierte und
die auf die Erzeugung eines bestimmten Ambientes oder einer Stimmung abzielten sowie zum Nachdenken
über formale Entscheidungen anregen sollten. Neuere Werke beziehen sich in ihrer Größe auf die
menschliche Gestalt und vereinen die bis dahin von ihm getrennt behandelten Gattungen Malerei und
Skulptur. Blair wirft Fragen nach grundlegenden Eigenschaften von Bild und Bildträger auf, wenn seine
Skulptur-Objekte malerische Züge annehmen und in ihnen die Funktionen von Objekt und Bildträger
zusammenfallen.
Das Ausstellungsprogramm wird vom Vorstand der Secession zusammengestellt.
Kuratorin: Bettina Spörr

LUTZ BACHER
More Than This

Lutz Bacher
Lutz Bacher lebt und arbeitet in New York.
Ausgewählte Einzelausstellungen:
2015 For the People of New York City, Greene Naftali, New York; 2014 Lutz Bacher, Aspen Art Museum,
Colorado; Into the Dimensional, Dänisches Nationalmuseum, Kopenhagen; 2013 Snow, Kunsthalle
Zürich; Black Beauty, Institute of Contemporary Art, London; Portikus, Frankfurt; 2012 Ratio 3, San
Francisco; Alex Zachary Peter Currie, New York; 2011 Cabinet, London; 2009 MY SECRET LIFE; MoMA
PS1, New York; Do You Love Me?, Kunstverein München; 2008 Spill, Contemporary Art Museum, St.
Louis
Gruppenausstellungen:
2015 Off Cardinal Points, Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin; Greater New York, MoMA PS1, New York;
America is Hard to See, Whitney Museum of Art, New York; 2014 SHIT AND DIE, Palazzo Cavour, Turin;
Farewell to parents, Dänische Nationalgalerie, Kopenhagen; 2013 do it, Stacion – Center for Contemporary
Art Prishtina; Pristina; 24 Spaces—A Cacophony, Malmö Konsthall; 2012, Coming Soon, Centre
D’Art Contemporain, Genf; 2011 Frieze Film, Frieze Art Fair, London
Publikation
Anlässlich der Ausstellung erscheint Lutz Bachers Künstlerbuch the Gift.
Lutz Bacher
the Gift
192 Seiten, Format: 228 x 305 mm
Broschur mit Blindprägung, 191 Abbildungen
Secession 2016
Vertrieb: Revolver Verlag
EUR 36,-

Magie des Augenblicks

 Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Schweizerischen Botschafterin in der Bundesrepublik Deutschland, Christine Schraner Burgener, und des Kultusministers des Landes Sachsen-Anhalt, Stephan Dorgerloh.

Das Ehepaar Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler aus Winterthur bei Zürich trug  zwischen 1906 bis 1936 eine einmalige Kollektion zeitgenössischer französischer Kunst zusammen. In ihrer Konzentration auf den Post-Impressionismus und Fauvismus ist diese Sammlung einzigartig. Sie schlägt den Bogen von den sogenannten Vätern der Moderne wie van Gogh und Cézanne über die Mitglieder der Künstlergruppe der Nabis wie Bonnard, Denis, Vallotton bis hin zu Arbeiten von Matisse und Marquet. Mit vielen der Künstler war das Sammlerpaar befreundet und stand mit ihnen in regem Austausch, was die besondere Qualität ihrer Sammlung begründet.

2016 ist die in der Villa Flora Winterthur bei Zürich beheimatete Kollektion nach Stationen in Hamburg und Paris exklusiv in den neuen Bundesländern zu sehen. Mit etwa 150 Werken (Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen, Druckgrafiken und Bronzegüssen) bietet das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) die einmalige Gelegenheit, die außerhalb der Schweiz selten zu sehenden Meisterwerke jener Künstler kennenzulernen, mit denen sich die jungen Expressionisten auseinandersetzten, deren Arbeiten dauerhaft im Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt zu sehen sind.
Künstler in alphabetischer Folge:
Pierre Bonnard | Paul Cézanne | Maurice Denis | Vincent van Gogh | Aristide Maillol | Henri-Charles Manguin | Pierre-Albert Marquet | Henri Matisse | Odilon Redon | Pierre Auguste Renoir | Auguste Rodin | Kerr-Xavier Roussel | Henri de Toulouse-Lautrec | Félix-Édouard Vallotton

 

ABSTRAKT – SPATIAL + Stefan Sandner + Saint Genet

ABSTRAKT – SPATIAL. Malerei im Raum
Die Ausstellung versteht sich als Agglomerat künstlerischer Positionen, die jeweils auf spezifische Weise Malerei im Raum praktizieren und einander dabei auf der Ebene der abstrakt-geometrischen Formensprache begegnen. Ihr gemeinsamer Nenner ist sowohl in einer diskursiven, den Malereibegriff zu Skulptur und Installation hin ausdehnenden Herangehensweise als auch im räumliche Parameter spiegelnden, konstruktivistischen Vokabular zu finden. In den teilweise speziell für die Ausstellung konzipierten Arbeiten ist die Malerei und mit ihr das Bild jene Referenzgröße, die (auch) in der Verwendung anderer Medien reflektiert wird.

Stefan Sandner
Farben
Wie flüchtig auf einem Stück Papier festgehalten, breiten sich handgeschriebene Sätze samt Korrekturen und Streichungen oder abstrakte Kritzeleien auf großformatigen Leinwänden aus. Notizen ganz unterschiedlichen Bedeutungsinhalts und Ursprungs oder beiläufig zu Zeichnungen geronnene Linien sind seit Jahren zentrales Arbeitsmaterial des in Wien lebenden Künstlers Stefan Sandner (* 1968). Die „Realitätspartikel“, wie Sandner seine Motive nennt, sind – in seine Malerei übersetzt – keine originären Spuren spontaner Gedankengänge, sondern Abbilder vergangener Handlungen. Dieser Prozess generiert eine Vielzahl konzeptueller Diskursfelder, verortet zwischen Dualismen wie Flüchtigkeit und Dauer, Kontextualisierung und Autonomie, Beiläufigkeit und Präzision und nicht zuletzt Schrift und Bild.

Barbara Davatz As Time Goes By, 1972 bis 2014

1982 porträtiert Barbara Davatz (*1944) 12 junge Paare aus der Zürcher Szene, die verliebt, befreundet oder verwandt sind. Sie fotografiert vor neutralem Hintergrund und konzentriert sich auf die Ausdruckskraft der Porträtierten, die Gesichter, die Blicke, die Körpersprache sowie das subtile Spiel mit Kleidern und Accessoires. Damit legt sie den Grundstein für eine Langzeitstudie, die nun schon mehr als drei Jahrzehnte umfasst: 1988, 1997 und 2014 erweitert sie die Porträtserie mit denselben Menschen, die zum Teil in neuen Beziehungen stehen.
Die Schau wird ergänzt durch weitere konzeptuelle Porträtserien, beginnend mit den eindrücklichen Bildern einer Fabrikbelegschaft von 1972. In all diesen Arbeiten wird deutlich, wie konsequent und eigenständig Barbara Davatz ihre Projekte verwirklicht hat.

 

 

Liquid Identities – Lynn Hershman Leeson + Jakub Nepraš. State of Flux

Das Lehmbruck Museum zeigt eine umfassende Werkübersicht der Künstlerin Lynn Hershman Leeson, einer der einflussreichsten Medienkünstlerinnern der Gegenwart. Zusammen mit Arbeiten von Cindy Sherman, Sophie Calle, Laurie Simmons, Paul Thek u.a. zeigt die Ausstellung, wie sich unsere Vorstellung von Identität unter dem Einfluss von Biotechnologien und digitalen Medien verändert. Das Lehmbruck Museum widmet sich seit 1997 Ausstellungen und Ankäufen der Medienkunst und  hat eine Pionierrolle in der Sammlung und Bewahrung digitaler Kunst eingenommen.

Gleichzeitig eröffnet im Rahmen der 37. Duisburger Akzente die Werkpräsentation „State of Flux“ von Jakub Nepraš, einem der bemerkenswertesten, aufstrebenden tschechischen Medienkünstler.
Er repräsentiert eine Generation junger Künstler, die die Vielseitigkeit der Neuen Medien und audiovisuellen Technologien nutzen.

Die Ausstellung „Liquid Identities. Lynn Hershman Leeson“ entsteht im Rahmen einer Kooperation, basierend auf der Ausstellung „Lynn Hershman Leeson. Civic Radar“ – eine Produktion des ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe.

Gefördert durch die Kunststiftung NRW, das Ministerium für Familie, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und die Sparkasse Duisburg

RAYMOND PETTIBON HOMO AMERICANUS

Auf vier Stockwerken der Sammlung Falckenberg zeigen die Deichtorhallen Hamburg vom 28. Februar bis 11. September 2016 die größte jemals präsentierte Ausstellung des Werkes des amerikanischen Künstlers Raymond Pettibon (geb. 1957). Zu sehen sind mehr als 700 Zeichnungen, dazu hunderte von Flyern, Plattenhüllen und Fanzines sowie Filme, Malereien und Wandzeichnungen. Die von Dr. Ulrich Loock für die Deichtorhallen kuratierte Ausstellung zeigt Raymond Pettibon als Mythologen, der die prägenden Narrative der amerikanischen Kultur von Woodstock über die Präsidentschaften bis zum Krieg gegen den Terrorismus aufgreift und unterläuft. Sein Mittel sind Zeichnungen, in denen er Bild und Text uneinheitlich miteinander verbindet. Seit Ende der 1970er Jahre dürfte er etwa 20.000 Werke geschaffen haben. Darüber hinaus sind Filme, Malereien, Künstlerbücher sowie Flyer und Plattenhüllen für Punkrockbands und Zines ents tanden.

In den 1980er Jahren sind Pettibons Themen der Verfall der Hippie-Kultur, Mord und Selbstmord in der Drogenszene sowie die Repression der etablierten Gesellschaft. Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit Familien-, Rassen- und Geschlechterbeziehungen, Religiosität und dem Krieg in Vietnam. In den frühen Zeichnungen arbeitet er mit bitteren, präzise gesetzten Pointen. Später tritt die literarische Dimension des Werkes mit Bezügen zur Dichtung des 19. Jahrhunderts in den Vordergrund bis das Werk schließlich einen neuen Höhepunkt in großformatigen farbigen Zeichnungen findet, in denen er, desillusioniert und wütend, scharfe Kritik an der Politik von George W. Bush und dem amerikanischen Krieg im Irak übt.

Nie zuvor war es möglich, einen derart umfassenden Zugang zum Werk von Raymond Pettibon zu gewinnen wie in der jetzigen Ausstellung in der Sammlung Falckenberg der Deichtorhallen Hamburg. Erstmalig unternimmt es eine Ausstellung, Pettibons schier unendliches Werk nach verschiedenen Prinzipien zu strukturieren. Eine Ordnung ist chronologisch, eine andere konzentriert sich auf Motive wie Surfer, Baseball und Eisenbahnzüge, die Bibel, das Herz und den Phallus.

Raymond Pettibon wurde 1957 geboren und zog im Alter von fünf Jahren mit seiner Familie nach Hermosa Beach, einem Vorort von Los Angeles. Während seines Wirtschaftsstudiums an der UCLA zeichnete er politische Karikaturen, 1978 publizierte er den umfangreichen Comic Strip »Captive Chains« aus dem mehrere Zeichnungen für Flyer und Plattenhüllen verwendet wurden. Bald sagte sich Pettibon von der Musikwelt los; es folgte 1986 seine erste Ausstellung in der Semaphore Gallery in New York. Anschließend wurden Pettibons Arbeiten bei vielen Ausstellungen in Galerien und Institutionen in den USA und Europa gezeitgt, im Jahr 2002 beteiligte er sich an der documenta 11 und 2007 an der Biennale Venedig. Auch erhielt er mehrere Kunstpreise in verschiedenen Ländern. Raymond Pettibon lebt in New York.

Die Ausstellung ist im Anschluss im Museum der Moderne Salzburg zu sehen.


KATALOG
Begleitend zur Ausstellung erscheint bei Zwirner Books eine reich bebilderte Publikation (700 Seiten/circa 500 Abbildungen) mit einem Vorwort von Sabine Breitwieser und Dirk Luckow, einer Einführung von den beiden Herausgebern des Kataloges Ulrich Loock und Harald Falckenberg sowie zahlreichen Auszügen aus Interviews mit Raymond Pettibon in einer Art A–Z seiner Themen und Motive. Der Katalog erscheint bei David Zwirner Books.

 Preis: 48 Euro.

GUSSGESCHICHTE(N)

Das plastische Werk von Käthe Kollwitz in Gips, Stucco, Bronze und Zink
Anlässlich der Herausgabe des ersten Werkverzeichnisses der Plastik von Käthe Kollwitz stellt das Käthe Kollwitz Museum Köln in einer groß angelegten Sonderausstellung die bildhauerische Arbeit seiner Künstlerin in den Mittelpunkt:
GUSSGESCHICHTE(N) – Das plastische Werk von Käthe Kollwitz in Gips, Stucco, Bronze und Zink
ist der Titel der Schau, die erstmals alle 15 museal greifbaren Plastiken der Kollwitz in unterschiedlichen Güssen präsentiert.

Die Schau mit insgesamt 140 Exponaten, darunter alleine rund 50 plastische Arbeiten, zeigt das zwei- und dreidimensionale Schaffen der Kollwitz im Dialog. Immer wieder aufs Neue hat die Künstlerin Bildideen aus ihrem graphischen Werk auch plastisch realisiert – und umgekehrt. Ihre bildhauerischen Werke führte Kollwitz als Ton- und anschließend als Gipsmodell aus. Von verschiedenen Gießereien in Bronze, Zink oder Stucco umgesetzt, sind auch Abformungen im Umlauf, deren Existenz Rätsel aufwerfen: Echt oder Falsch? Original oder Raubguss?

Die Ausstellung »Gussgeschichte(n)« vereint Plastiken von 30 Leihgebern, u.a. aus der Schweiz, den USA und Kanada. Zum ersten Mal überhaupt bietet sich die Gelegenheit, im direkten Vergleich unterschiedlicher Güsse ein- und desselben Modells die Besonderheiten verschiedener Auflagen nachzuvollziehen und auch nicht autorisierte, illegale Reproduktionen zu erkennen.