Luther und die Fürsten

Selbstdarstellung und Selbstverständnis des Herrschers im Zeitalter der Reformat

1. Nationale Sonderausstellung zum 500. Reformationsjubiläum
Mai bis Oktober 2015

Eine Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden realisiert in Kooperation mit dem Landkreis Nordsachsen  und der Großen Kreisstadt Torgau  in Schloss Hartenfels in Torgau

Mit dem Thesenanschlag 1517 erfasste die Reformation alle Lebensbereiche der Gesellschaft. Ihre Wirkungskraft verdankte sie insbesondere dem Eintreten der protestantischen Fürsten für die Lehren Martin Luthers. Die malerische Renaissancestadt Torgau an der Elbe mit Schloss Hartenfels war das politische Zentrum der Reformation. Hier predigte Martin Luther und weihte mit der Schlosskapelle den ersten protestantischen Kirchenbau. Als ehemalige Residenzstadt der sächsischen Kurfürsten bildet Torgau die authentische Kulisse der ersten nationalen Sonderausstellung.

Luther und die Fürsten

Die Ausstellung verbindet den historischen Ort mit einzigartigen Zeugnissen der Reformationszeit. Auf mehr als 1.500 m² werden die politische Geschichte der Fürsten und ihr Selbstverständnis in der Reformation von 1515, dem Jahr des Generalablasses, bis 1591, dem Jahr des Torgauer Bündnisses, von verschiedenen Blickwinkeln aus betrachtet. Gemälde, Schatzkammerstücke und Prunkharnische sowie weitere historische Exponate zeigen eindrucksvoll die gegenseitige Beeinflussung von Politik und Reformation und öffnen ein Fenster in die Epoche der Konfessionalisierung. 

 

Keith Haring

Wenn man nach der großen Haring-Ausstellung in der Kunsthalle auf die Theatinerstraße tritt, fühlt man sich kurz wie ein Teenager. … Haring wird rehabilitiert als politischer Künstler und kunsthistorischer Visionär. … Die Schau ist ein Coup.
Süddeutsche Zeitung

Keith Haring (1958–1990) hatte es sich im New York der konservativen Reagan-Ära zum Ziel gesetzt, mit seiner Kunst auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen. Er bezog klare Stellung gegen den kapitalistischen Exzess und engagierte sich für nukleare Abrüstung, Umweltschutz und die Gleichberechtigung des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Sexualität. Auf diesem in Ausstellungen bisher wenig thematisierten politischen und sozialkritischen Aspekt von Harings Lebenswerk liegt der Fokus dieser Retrospektive.

Impressionismus – Expressionismus. Kunstwende

Die Gemälde des Impressionismus und des Expressionismus sind weltweit Publikumsmagneten. Im Sommer 2015 präsentiert die Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin eine einzigartige Ausstellung, die sich erstmals dem Vergleich beider Stile widmet. Die Nationalgalerie erwarb seit 1896 durch ihren Direktor Hugo von Tschudi die erste Museumssammlung impressionistischer Bilder, noch vor Paris und anderen Metropolen. Tschudis Nachfolger Ludwig Justi wiederum trug nach 1918 im ehemaligen Kronprinzenpalais eine berühmte Sammlung von Werken der Expressionisten zusammen.

In einer umfassenden Schau wird nun den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen beiden Bewegungen sowie der großen Popularität dieser Stile nachgespürt. Gut 160 impressionistische und expressionistische Meisterwerke überwiegend deutscher und französischer Künstler aus den Beständen der Nationalgalerie und aus internationalen Museen werden in der Alten Nationalgalerie gezeigt.

Die Entwicklung des Impressionismus verbindet sich in Frankreich mit Künstlern wie Monet, Degas oder Renoir und in Deutschland mit Malern wie Liebermann, Corinth und Slevogt. Die heftige Gegenreaktion des Expressionismus fand in Deutschland ihre stärkste Ausprägung – bei Malern wie Kirchner, Heckel, Nolde und Marc.

Keine anderen Stile sind zu ihrer Zeit so intensiv und scharfzüngig miteinander verglichen worden. Alle Versuche, die Eigenschaften der „Eindruckskunst“ und „Ausdruckskunst“ zu erfassen, liefen auf eine antithetische Gegenüberstellung hinaus: Hier der lebensfrohe Impressionismus französischer Prägung, dort der existentialistische deutsche Expressionismus.

Die Übereinstimmungen zwischen Impressionismus und Expressionismus sind trotz gegensätzlicher Ansätze jedoch überraschend groß. Gemeinsam ist ihnen der antiakademische Affront und der Aufbruch in die Moderne. Es verbinden sie die Hochschätzung der Freilichtmalerei sowie die Umsetzung unmittelbarer Licht-, Farb- und Gefühlserlebnisse. Für Vertreter beider Stile sind Subjektivität und die Individualität der Pinselschrift positive Werte. Nicht zuletzt der Übergang vieler Künstler von impressionistischen zu expressionistischen Gestaltungsweisen beweist die strukturelle Verwandtschaft beider Stile.

Nachdem sich das Publikum an den skizzenhaft-spontanen Pinselduktus gewöhnt hatte, begann der bis heute andauernde Siegeszug beider Stilrichtungen. Die dem Alltag entnommenen Motive – die Stadt mit ihren Straßen und Plätzen, die Menschen in den Bars, Cafés und Restaurants, die Orte der Freizeit am Rande der Stadt, an den Seen und am Meer, die Familie und das private Umfeld – trugen wesentlich zur Beliebtheit beider Stile bei. Gesellschaftskritische Züge werden erst ab 1910 verstärkt sichtbar. Die Ausstellung ist nach den gemeinsamen Hauptmotiven beider Stilrichtungen gegliedert und nimmt das gesamte Mittelgeschoss der Alten Nationalgalerie ein

500. Geburtstag des jüngeren Cranach

Viele Städte feiern diesen Geburtstag mit umfangreichen Ausstellungen u.a.:

Eisenach, Gotha, Weimar, Wittenberg, Kronach, Nürnberg.

Einen Überblick bieten die Internetseiten:

http://wege-zu-cranach.de

http:/ www.cranach2015.de

OTTO DIX GEORGE GROSZ

Die Ausstellung Otto Dix – George Grosz in der Galerie Thomas zeigt Werke der
beiden Meister zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit. In der Betrachtung
unterschiedlicher Techniken, sowie Werken aus verschiedenen Schaffensphasen
lassen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den OEuvres der beiden Künstler
auf besondere Weise nachvollziehen.
George Grosz (1893-1959) und Otto Dix (1891-1969) verkörpern in herausragender Weise die
Kunst der Weimarer Republik und stehen exemplarisch für die künstlerische Verarbeitung der
gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland und den Schrecken der beiden Weltkriege.
Wenige Künstler waren wie sie in der Lage, eine bisweilen ätzende Sozialkritik mit der Bildsprache
der Avantgarde auf höchstem Niveau zu verbinden. Grosz und Dix sind damit ebenso, auch durch
das Schicksal der inneren und äußeren Emigration, wesentliche Vorreiter bei der Vorbereitung und
dem Beginn der Nachkriegsmoderne.
OTTO DIX   GEORGE GROSZ

                            Otto Dix Gräben vor Reims I 1916

 

Pathos und Idylle

Italien in Fotografie und Malerei

Sammlung Dietmar Siegert

Die Neue Pinakothek besitzt eine herausragende Sammlung an Gemälden, die den Mythos Italien als romantisches Sehnsuchtsmotiv inszenieren. Viele von ihnen kamen durch den Gründer des Museums, König Ludwig I., in die Sammlung. Seit dem vergangenen Jahr verfügt die Neue Pinakothek nun auch über eine bedeutende Sammlung an frühen Fotografien aus Italien: die rund 9700 Aufnahmen aus der Zeit von 1846 bis 1900, die der Pinakotheks-Verein in Verbindung mit der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Sparkassen-Finanzgruppe von Dietmar Siegert erworben und dem Museum als Dauerleihgabe übergeben hat. Die Ausstellung »Pathos und Idylle« bietet nun einen Einblick in den Reichtum dieser jüngst erworbenen Sammlung und zeigt eine Auswahl von rund 100 Aufnahmen der namhaftesten Fotografen.

Fotografie und Malerei haben die Wahrnehmung Italiens seit dem 19. Jahrhundert nachhaltig geprägt. Bildende Künstler reisten dorthin, um in Studien und Gemälden die südliche Natur und das Volksleben darzustellen. Fotografen folgten ihnen darin, erschlossen aber rasch weitere Aufgabenfelder wie die Denkmäler- und Ereignisfotografie. Eine stetig wachsende Zahl von Reisenden erkundete die berühmten Landschaften, Kunstschätze und historischen Stätten. Aus der exklusiven Grand Tour entwickelte sich der moderne Tourismus. Die Reisenden waren Publikum und Kunden für Maler und Fotografen.

In einführenden Kapiteln werden exemplarisch Besonderheiten und Gestaltungsmittel der frühen Fotografie in Italien vorgestellt. Die Anfänge in Rom sind in der Ausstellung mit einigen der frühesten dort entstandenen Aufnahmen, unter anderem von Calvert Richard Jones, dokumentiert. Es folgen Schwerpunkte des fotografischen Bildes wie Natur- und Wolkenstudien, die Skulpturenfotografie oder die Genredarstellung. Außerdem werden Gestaltungsmittel wie Tonwertabstufungen, Perspektive und Lichtreflexe an herausragenden Beispielen vorgestellt.

Im weiteren Rundgang werden in fünf Sälen – von den Nazarenern bis zu den Deutsch-Römern – ausgewählte Fotografien unmittelbar zu den Gemälden der Sammlung in Beziehung gesetzt. Dabei treten Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zutage. Im Bereich der Landschaftsmalerei werden den heroischen Landschaften von Joseph Anton Koch und Johann Christian Reinhart, die die Natur Italiens in der Tradition des Erhabenen inszenieren, die großformatigen Aufnahmen von James Anderson und James MacPherson gegenübergestellt, die Wasserfälle, Felsen und antiken Ruinen auf vergleichbar pathetische Weise ins Bild setzen.

Im Saal der Deutsch-Römer, wo in den Gemälden Arnold Böcklins die arkadische Idylle beschworen wird, begegnet der Besucher den einfühlsamen Naturstudien von Giacomo Caneva und Carlo Baldassare Simelli sowie der sentimentalen Vergegenwärtigung des antiken Italiens in den Fotografien von Wilhelm von Gloeden und Wilhelm Plüschow.

Bei den Genredarstellungen werden den Gemälden von Friedrich Overbeck und Wilhelm von Schadow frühe Fotografien von Giacomo Caneva und Enrico Béguin hinzugefügt, deren weibliche Modelle dieselbe Aura von Unschuld und Natürlichkeit umgibt wie die Frauengestalten der Nazarener.

Anders dagegen die Gegenüberstellung im Saal der gründerzeitlichen Historienmalerei: Während die großen Leinwände Wilhelm von Kaulbachs und Carl Theodor von Pilotys weltgeschichtliche Ereignisse als großes Theater inszenieren, setzt die Fotografie das Moment des Authentischen dagegen: Stefano Lecchi und Luigi Sacchi zeigen die Kriegschauplätze des Risorgimento, subtile und bewegende Dokumente des folgenreichsten Ereignisses in der italienischen Geschichte dieser Epoche.

Der Gang durch die Neue Pinakothek bietet damit in den kommenden Monaten nicht nur einen Einblick in die Geschichte der Wahrnehmung Italiens in Fotografie und Malerei, sondern auch einen Einblick in das Verhältnis der beiden Schwesterkünste, von denen die eine, die Malerei, einen traditionellen Geltungsanspruch besitzt, während die andere, die Fotografie, erst im 20. Jahrhundert zur vollgültigen Anerkennung als bildkünstlerisches Medium gelangt ist.

Kurator: Herbert W. Rott

 

 

 

 

 

CHINA 8

Neue Figuration – Erzählende Skulptur

Acht Städte an Rhein und Ruhr, neun Museen, rund 120 Künstler – die Ausstellung CHINA 8 zeigt vom 15. Mai bis zum 13. September 2015 die bislang umfangreichste Bestandsaufnahme zeitgenössischer chinesischer Kunst in Deutschland. Namhafte Künstler werden ebenso vertreten sein wie jüngere und neue Positionen.

Die im Lehmbruck Museum präsentierten Skulpturen erzählen uns Geschichten aus der chinesischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Dabei interessieren sich die chinesischen Bildhauer vielfach für die soziale Funktion menschlichen Handelns. Basierend auf den traditionellen plastischen Materialien entstehen vielfältige Ausdrucksformen und neue Figurationen, die eine soziale Kritik in sich tragen. Die Künstler reizen hierbei das Material bis an seine Grenzen aus, überwinden konventionelle Formen und schaffen neue Zusammenhänge.

Veranstalter von CHINA 8 ist die Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Gefördert wird die Ausstellung von der Brost-Stiftung und der Evonik Indusries AG. Exklusive Partner der Schau sind BILD, DB Regio NRW, die Duisburger Hafen AG, Finnair Plc., der Flughafen Düsseldorf, die FUNKE MEDIENGRUPPE sowie Ströer Media SE.

Weitere Information unter: www.china8.de

 

 

 

Drawing Now: 2015

Anhand von 36 internationalen Positionen gibt Drawing Now: 2015 einen Überblick über relevante Strömungen der zeitgenössischen Zeichnung und stellt eine Bestandsaufnahme der letzten Jahre dar. Die Zeichnung nimmt in der Kunst der Gegenwart vielfältige Ausprägungen an – von abstrakt bis gegenständlich, von kleinen bis hin zu monumentalen Formaten, von der schnell hingeworfenen Skizze bis zum detailliert konzipierten Großprojekt. Die Linie der Zeichnung breitet sich auf Wand und Decke aus, erstreckt sich in den Raum oder wird in Videoarbeiten animiert.

Auch das Albertinapalais wird zu einem dreidimensionalen drawing board: Der Künstler Rainer Prohaska spannt orange Gurte rund um den architektonischen Komplex und verbindet die einzelnen Bauelemente grafisch miteinander. Die Arbeit Drawing an Orange Line zeigt, dass sich Zeichnung nicht mehr auf Papier beschränkt, sondern Wand und Raum, Architektur und Stadtbild erobert.

Function Follows Vision, Vision Follows Reality

„Function follows vision, vision follows reality” war ein Leitmotiv von Friedrich Kiesler (1890–1965). Die Ausstellung in Kooperation mit der Österreichischen Friedrich und Lilian Kiesler Privatstiftung in Wien anlässlich des 125. Geburts- und 50. Todestages des Künstlers, stellt Kieslers Interesse an innovativen Formen der Präsentation von Kunst ins Zentrum. Über Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler wird ein Setting geschaffen, das Ideen des visionären Gestalters aufgreift und in die Gegenwart übersetzt.

Künstler/innen: Friedrich Kiesler sowie Leonor Antunes, Olga Balema, Céline Condorelli, Morton Feldman, Annette Kelm, Charlotte Moth, Francesco Pedraglio, Luca Trevisani, Nicole Wermers

Kurator/innen: Luca Lo Pinto, Vanessa Joan Müller

 

 

GegenKunst

»Entartete Kunst« – NS-Kunst – Sammeln nach ’45

Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne | Saal 11

Im Jahr 1937 fanden in München zeitgleich zwei Ausstellungen statt, die in der Kulturpolitik der Nationalsozialisten eine Schlüsselrolle einnahmen und prägend für die Kunst des 20. Jahrhunderts wurden. Die »Große Deutsche Kunstausstellung« im »Haus der Deutschen Kunst« sollte die Etablierung einer systemkonformen »neuen deutschen Kunst« garantieren, die Feme-Ausstellung »Entartete Kunst« in den benachbarten Hofgartenarkaden wiederum die deutsche Moderne öffentlich diffamieren und ihr Ende besiegeln. »GegenKunst« präsentiert zwei Triptychen und zwei Großskulpturen aus der Sammlung der Pinakothek der Moderne, die exemplarisch für diese beiden von den Nationalsozialisten initiierten Ausstellungen stehen und in der direkten Gegenüberstellung eine kritische Revision von NS-Kunst und Moderne ermöglichen.

 

Die von den Nationalsozialisten als »entartet« denunzierten Künstler Max Beckmann und Otto Freundlich treffen auf die NS-Künstler Adolf Ziegler und Josef Thorak, die mit dem Triptychon »Die vier Elemente« und der Skulptur »Zwei Menschen« kapitale Werke der »Großen Deutschen Kunstausstellungen« 1937 und 1941 schufen. Beide Künstler wurden von Adolf Hitler zudem mit bedeutenden Staatsaufträgen und Ämtern ausgestattet, um das neue nationalsozialistische Menschenbild in der Kunst zu manifestieren. Mit dem Triptychon der »Versuchung« von Max Beckmann und der Plastik »Der Aufstieg« von Otto Freundlich werden wegweisende Hauptwerke der Moderne präsentiert, die nicht auf der Ausstellung »Entartete Kunst« zu sehen waren, aber auf das Engste mit der Emigration und Verfolgung der Künstler im »Dritten Reich« verknüpft sind.

Der jüdische Künstler Otto Freundlich, der mit seiner 1929 geschaffenen Skulptur »Der Aufstieg« der sozialen Utopie einer neuen Gemeinschaft Ausdruck verlieh, wurde 1943 von den Nationalsozialisten im KZ Lublin-Maidanek ermordet. Max Beckmann, dessen Kunstwerke in Deutschland seit 1937 öffentlich als »entartet« diffamiert wurden, hatte das Land unmittelbar nach Hitlers Rede zur Eröffnung des »Hauses der Deutschen Kunst« am 18. Juli 1937 verlassen. Sein Triptychon »Versuchung« stand ein Jahr später im Zentrum der »Exhibition of Twentieth Century German Art« in den Burlington Galleries, der Londoner Protest- und Gegenausstellung zur Münchner Schau »Entartete Kunst«. Entgegengesetzt hierzu verkörpern »Die Vier Elemente« von Adolf Ziegler sowie die »Zwei Menschen« von Josef Thorak die avantgardefeindlichen Positionen nationalsozialistischer Kunst. Die in den Aktfiguren und der Monumentalplastik zum Ausdruck gebrachten rassistischen und ideologisch begründeten Rollenbilder wurden in Fotoreproduktionen zudem massenwirksam verbreitet.

»GegenKunst« will durch die exemplarische Gegenüberstellung von NS-Kunst und »entarteter Kunst« ein Spannungsfeld erzeugen, in dem die Stilmerkmale und Motive nationalsozialistischer Kunst in der bewussten Konfrontation mit Meisterwerken der Avantgarde deutlich erkennbar werden. Gleichzeitig wird der gezielt herbeigeführte Bruch der Moderne mit den akademischen Kunsttraditionen des 19. Jahrhunderts, auf die die NS-Kunst erneut zurückgreift, nachdrücklich sichtbar. Jenseits der Dämonisierung oder Verharmlosung werden Kontexte geschaffen, um nationalsozialistische Kunst auch im Kunstmuseum als Ort ästhetischer Reflexion und Diskussion präsentieren und differenziert bewerten zu können.

Zusammenfassend werden in dieser Ausstellung zwei gegenläufige sammlungsgeschichtliche Entwicklungen präsentiert: Einerseits die nach 1945 einsetzenden Bemühungen um den Erwerb von Meisterwerken der Moderne, andererseits die in den 50er Jahren vom Freistaat Bayern überstellten sogenannten »Überweisungen aus Staatsbesitz« – Werke aus dem enteigneten Kunstbesitz der NSDAP sowie hochrangiger Parteimitglieder, zu denen auch die hier präsentierten Werke von Josef Thorak und Adolf Ziegler gehören.

Als kritischer Gegenentwurf zur NS-Kunst und drittes Triptychon der Ausstellung wird abschließend die »Kreuzigung« (1965) von Francis Bacon in die Präsentation integriert. Als programmatische erste Erwerbung des 1965 gegründeten Fördervereins »Galerie-Verein« öffnet sie den Blick für die internationale figürliche Malerei der Nachkriegszeit und die erneute Befreiung von ideologisch geprägten Menschen- und Körperbildern nach 1945. Die »Kreuzigung« von Bacon wird so in München zum Mahnmal gegen die Gewalt totalitärer Regimes wie zum Meilenstein in der Neuausrichtung der Sammlung nach 1945.

Die Ausstellung wird durch ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt, das mit regelmäßigen Ausstellungsgesprächen, einer Podiumsdiskussion und vier Vorträgen führender Experten zum Dialog über den Umgang mit der NS-Kunst in München anregen möchte.

In der Sammlungspräsentation der Säle 10 bis 14 werden weitere Künstler in den Mittelpunkt gestellt, die sich in ihren Werken intensiv mit Erfahrungen und Prägungen des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkriegs und der Verfolgung der Juden auseinandersetzen. Es wird ein weiter Bogen über mehrere Medien gespannt, der von August Sanders Fotografien der »Menschen des 20. Jahrhunderts« ausgeht und über Tadeusz Kantor bis zu Christian Boltanski reicht und Gemälde von Arnulf Rainer, Georg Baselitz, Eugen Schönebeck, Anselm Kiefer und Sigmar Polke umfasst.

Kurator: Dr. Oliver Kase

 

 

Begleitprogramm

 

Diskutieren statt führen

Was bewegt Sie an dieser Ausstellung? Was erwarten Sie? Stellen Sie uns Ihre Fragen zu #GegenKunst und lassen Sie uns gemeinsam Standpunkte zu den extremsten Auseinandersetzungen um Kunst im 20. Jahrhundert finden. Jede Woche werden Experten und Gäste vor den Werken das Gespräch mit Ihnen suchen und eine Frage des Tages aufgreifen. Hinterlassen Sie Ihre Fragen zur Ausstellung schriftlich unter dem Stichwort »GegenKunst« an der Informationstheke in der Pinakothek der Moderne oder nutzen Sie Twitter @Pinakotheken, um mit uns Kontakt aufzunehmen. Unter dem Hashtag #GegenKunst können Sie uns Ihre Fragen mitteilen.

Ab Juli jeden DO, 17.30 | Treffpunkt: Saal 11

 

Anlässlich der Ausstellung diskutieren führende Experten den Umgang mit NS-Kunst im Kunstmuseum und die Herausforderung für unseren Kanon der Moderne. Darf man Kunst des Nationalsozialismus in einem Kunstmuseum überhaupt präsentieren? Oder sind die Tabuisierungen von NS-Kunst eigentlich noch zeitgemäß? Vier Vorträge beleuchten die Karrieren der ausgestellten NS-Künstler und zeigen, wie die Erfahrung totalitärer Gewalt und Propaganda die Künstler Max Beckmann und Francis Bacon zu neuen Bildkonzepten herausforderte.

 

Podiumsdiskussion

DO 02.07. | Magnus Brechtken (Institut für Zeitgeschichte München – Berlin), Christian Fuhrmeister (Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München), Stefan Koldehoff (Deutschlandfunk, Köln), Silke Wenk (Universität Oldenburg), Christoph Zuschlag  (Universität Koblenz-Landau)

 

Vorträge

DO 09.07. | Christian Fuhrmeister (Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München) »Adolf Zieglers Werke. Kunst oder historisches Zeugnis?«

DO 08.10. | Susanne Rolinek (Salzburg Museum) »Josef Thorak. Der Bildhauer im Nationalsozialismus«

DO 15.10. | Reinhard Spieler (Sprengel Museum Hannover) »Angesichts der Gewalt. Beckmanns ›education sentimentale‹ während des Nazi-Regimes«

DO 29.10. | Martin Hammer (University of Kent, Canterbury) »Francis Bacon’s ›Crucifixion’: The presence of the Nazi past‹ Vortrag in englischer Sprache

Ernst von Siemens-Auditorium in der Pinakothek der Moderne | jeweils 18.30 | Eintritt frei

 

SO EIN DING MUSS ICH AUCH HABEN

Gegenwartskunst aus dem Lenbachhaus und der KiCo-Stiftung

Echte Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald, schwule Hochzeitspaare aus Plastik, knall-bunte Nippes-Highheels, rote Porsche 911 im Miniformat neben der quietsch-gelben Plastikente und der Londoner Telefonzelle – dies alles und noch tausend kleine Objekte mehr werden ab 19. Mai 2015 im Lenbachhaus zu sehen sein. Wir freuen uns, dass das Werk „Laden 1975–2015“ von Hans-Peter Feldmann bei uns ein neues Zuhause gefunden hat.

Zwei Jahre nach der Wiedereröffnung des Lenbachhauses wird der Bereich „Kunst nach 1945“ komplett neu konzipiert und ab 19. Mai 2015 präsentiert. Aus unserer umfangreichen Sammlung sollen im Wechsel von zwei Jahren neue Werke gezeigt werden, die dem Publikum bislang weitgehend unbekannt sind.

Im Zentrum der neuen Präsentation wird die raumgreifende Installation „Laden 1975–2015“ des Künstlers Hans-Peter Feldmann (*1941) stehen. Während Feldmann in seinem 1975 in der Düsseldorfer Altstadt eröffneten Laden anfangs vor allem technische Antiquitäten wie Nautica, Photographica, Geodätica und altes Spielzeug angeboten hat, erweiterte er ihn in den achtziger Jahren um Sammlerartikel und Souvenirs, die man oft nur dort erhalten konnte. Da der Laden sehr erfolgreich war, gab Feldmann sein Dasein in der Kunstwelt sogar für zehn Jahre auf, um sich ganz dem Geschäft zu widmen. Feldmann beendet nun nach vierzig Jahren den Betrieb seines Ladens, um ihn im Lenbachhaus als Kunstwerk in einen Museumszusammenhang zu überführen.

„Laden 1975–2015“ knüpft in zweifacher Weise an die Sammeltradition des Lenbachhauses an. Einerseits führt er die Geschichte des Environments und der Installation fort, die im Lenbachhaus mit Joseph Beuys beginnt und sich über Anna Oppermann und Ilya Kabakov bis hin zu Gerhard Richters Raum für Blinky Palermo spannt. Zum anderen gibt es einen inhaltlichen Bezug zum Topos des künstlerischen Kosmos und der künstlerischen Enzyklopädie durch das Sammeln von biographisch ausschlaggebenden Gegenständen oder visuellen Eindrücken. Feldmann führt mit „Laden 1975–2015“ diese Richtung weiter, die in unserer Sammlung mit Richters „Atlas“ begonnen wurde und einen wichtigen Schwerpunkt in der Sammlung Gegenwartskunst des Lenbachhauses bildet.

Die Neupräsentation der Kunst nach 1945 setzt aber noch weitere Schwerpunkte: Die Münchner Malereigeschichte von der Nachkriegszeit bis in die unmittelbare Gegenwart wird in maßgeblichen Beispielen ausgestellt, angefangen bei der Gruppe SPUR, von der das Lenbachhaus ein wichtiges Werkkonvolut besitzt, und die politisch wie ästhetisch so wichtige Impulse für die Kunstgeschichte der Stadt München, aber auch international gegeben hat. Flankiert wird die SPUR von Malerinnen und Malern wie Jacqueline de Jong und Asger Jorn, die zur gleichen Zeit in München aktiv waren, und mit denen gemeinsam der Film „So ein Ding muss ich auch haben“ (Regie: Albert Mertz) entstand, der unserer Sammlungspräsentation den Titel gibt. Die Münchner Malerei setzt sich fort bis zu jüngsten Positionen wie etwa Hedwig Eberle oder Andy Hope 1930.

Unsere Sammlung wurde in jüngster Zeit signifikant erweitert durch neueste konzeptuelle Positionen unter anderem von Andrea Büttner, aber auch von Charlotte Posenenske, womit das Lenbachhaus zwei prominente Neuzugänge im zeitgenössischen Bereich erhielt. Demgegenüber stehen sowohl Klassiker der US-amerikanischen Concept Art wie Robert Morris‘ großformatige Filzarbeit, die viele Jahre nicht zu sehen war, als auch der Münchner Land Art gewidmete Räume, in denen wir eine jüngste Schenkung von Hannsjörg Voth zeigen sowie Werke von Michael Heizer, die während seines Münchenaufenthalts in den siebziger Jahren entstanden.

Die Neupräsentation fußt somit auch auf der Sammlungshistorie des Lenbachhauses, in der es immer wichtig war, das Werk einzelner herausragender Künstler eingehend zu verfolgen und deren Schaffen in Werkgruppen darzustellen. Ebenso ist es unsere gängige Praxis, junge Künstler in Dialog mit den älteren Positionen zu bringen und somit inhaltliche Rückbezüge und Möglichkeiten der Auseinandersetzung innerhalb der Sammlung herzustellen.

Das große Werkkonvolut der Gruppe SPUR, das nach langer Zeit wieder zu sehen sein wird, war Anlass, die Edition Lenbachhaus Nr. 2 den Manifesten und Programmschriften dieser für München so wichtigen Künstlergruppe der späten fünfziger und frühen sechziger Jahre zu widmen. Die Texte werden erstmals zweisprachig deutsch-englisch publiziert, so dass sie auch einem internationalen Publikum zugänglich gemacht werden, wobei wir mit großem Gespür für den revolutionären Ton der Künstler darauf geachtet haben, dessen Duktus im Englischen zu erhalten.

Eine Kooperation der Städtischen Galerie im Lenbachhaus mit Munich Re.
munichre.com/corporateart

Kuratorin: Eva Huttenlauch, Sammlungsleiterin Kunst nach 1945, Lenbachhaus München
SO EIN DING MUSS ICH AUCH HABEN

Beastly/Tierisch und Jules Decrauzat – Pionier der Fotoreportage

Das Leben ein Sport
Jules Decrauzat – Pionier der Fotoreportage

Eine Entdeckung: rund 1’250 Glasnegative aus der Zeit zwischen 1910 und 1925, die im Archiv der Schweizer Bildagentur Keystone dem Zahn der Zeit getrotzt haben. Die Qualität dieser Fotografien war bekannt, doch die Umstände ihrer Entstehung lagen weitgehend im Dunkeln. Erst dank intensiven Recherchen kann nun ein neues Kapitel der Schweizer Fotogeschichte geschrieben werden: Der in Biel geborene Jules Decrauzat (1879–1960), aus dessen umfangreichem Werk die Glasnegative stammen, ist wohl der erste bedeutende Fotoreporter der Schweiz.

Beastly/Tierisch

Darstellungen von Tieren sind allgegenwärtig: auf Plakatwänden, in Zeitungen, Magazinen und Fernsehsendungen und natürlich auf Hunderttausenden von Bildern die jeden Tag neu ins Netz geladen werden. Die Menschen scheinen regelrecht besessen von Tierbildern. Während der letzten zwei Jahrzehnte haben auch viele Künstlerinnen und Künstler die menschliche Haltung gegenüber den Tieren immer wieder hinterfragt. Alte Darstellungsformen werden revidiert, um nicht nur das Verhältnis zwischen Mensch und Tier neu zu denken, sondern auch die eigene kreative Praxis. Beastly/Tierisch untersucht diese und andere Fragen anhand von zeitgenössischen Fotografien und Videos.

NINA BEIER CASH FOR GOLD

“Beier’s recent inquiries are centered on ubiquitous representations of things that appear on and within
other things, questioning the ways objects at once are exhausted by human signification yet are not fully
determined by language and apprehension.” (Post Brothers)
Nina Beiers erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland Cash for Gold im Kunstverein in
Hamburg verdeutlicht ihre künstlerische Verhandlung der Leerstelle zwischen bildlicher Repräsentation
und Wertvorstellungen. Unentwegt spürt die Künstlerin den Status von Bildern auf, die unsere
gesellschaftliche Realität bestimmen und entwickelt anhand ihrer ein eigenes, wandlungsfähiges Lexikon.
Ausgehend von der Kompromisslosigkeit „autorloser“ Vorlagen, kann alles ‒ von kommerzieller,
traditioneller oder natürlicher Produktion ‒ Einzug in ihr Vokabular halten. Sie nimmt Materialien, wie
Nikotin, Kaugummi, Hermès Krawatten, Perücken aus menschlichem Haar und künstlichen Schweiß aus
ihren festgeschriebenen Zusammenhängen heraus, um die Schichten historischer, kultureller und
sozialer Informationen aufzudecken. In Zeiten massenproduzierter und heimatloser Bilder werden Körper
zu Trägern von unmöglichen Versprechen. Beiers Arbeiten enthüllen die Verwirrung von Bild und
Dargestelltem, um die komplexen Zusammenhänge zu zeigen, in denen Bedeutungen niemals stabil sind.
Glossar zur Ausstellung
Palme: In vielen historischen Kulturen dienten Palmen als Symbole für Vorstellungen wie Sieg, Frieden,
Fruchtbarkeit. Auch heute sind Palmen noch ein beliebtes Symbol für die Tropen und für Urlaub.(1)
Hund: Der Hund ist ein Tier mit vielen Fähigkeiten; er verhält sich Menschen gegenüber sehr loyal,
gehorsam und voller blinder Liebe.(2) Handgefertigter Perserteppich: Öl stellt das größte
Exporteinkommen dar, aber im Hinblick auf Erwerbstätigkeiten dominiert die Teppichproduktion.
Millionen von IranerInnen sind auf die eine oder andere Weise an der Herstellung von Teppichen
beteiligt.(3) Perücke aus menschlichen Haaren: Generell werden vier grundlegende Arten von Haaren
für Perücken verwendet: chinesisches, indonesisches, indisches und europäisches/kaukasisches. Die
meisten Perücken bestehen aus asiatischem Haar.(4) Nikotinkaugummi: „Mit dem Rauchen aufzuhören
ist kinderleicht“, sagte Mark Twain einmal, „ich habe es schon hundertmal geschafft.“ Hermes: Wegen
seiner Schnelligkeit erhielt Hermes die Rolle des Boten und desjenigen, der die Seelen in die Unterwelt
geleitet. Hermes war der einzige Gott des Olymps, der autorisiert war, den Himmel, die Erde und auch die
Unterwelt zu besuchen. Daher war er bei den griechischen Göttern und Göttinen sowie Geistwesen sehr
beliebt.(5) Künstliche Tränen: Die meisten künstlichen Tränen dienen dem gleichen Zweck: Sie sollen
die Konsistenz des Auges, den Komfort im Auge und eine Interaktion mit der Augenoberfläche
unterstützen, sodass Beschwerden verringert werden und die Augenoberfläche geschützt wird.(6)
Bronze: Bronze wurde zur Produktion von Waffen, Werkzeugen und Rüstung, aber auch weiträumig in
der Kunstproduktion verwendet; tatsächlich wurden auch funktionale Bronze-Gegenstände häufig zu
künstlerischer Dekoration umfunktioniert.(7) Archivfotografie: Diese anonymen und heimatlosen Bilder,
die aus Bilder-Datenbanken stammen, wurden von freiberuflichen FotografInnen aufgenommen, die
herausfinden wollten, was heutzutage kommuniziert werden sollte. So entstehen leere und offene
Metaphern und je weniger diese Bilder bedeuten ‒ oder um es anders auszudrücken, je mehr sie
bedeuten können ‒, desto erfolgreicher sind sie.(8) Schweiß: Auch wenn Schweiß bei vielen Säugetieren
vorkommt, produzieren relativ wenige davon, wie auch Menschen und Pferde, große Schweißmengen zur
Abkühlung.(9).
(Bettina Steinbrügge)
(1) Wikipedia (2) DPH Trading (3) carpetencyclopedia.com (4) wigs.com (5) greek-gods.info
(6) reviewofophthalmology.com (7) arthistory.net (8) Nina Beier (9)Wikipedia
Nina Beier (*1975, Århus, Dänemark) hatte zuletzt Einzelausstellungen in der Galerie Metro Pictures,
New York; bei Objectif Exhibitions, Antwerpen; in der DRAF, London; im Kunsthaus Glarus, Schweiz; in
der Galerie Mostyn, Llandudno, UK; bei den Proyectos Monclova, Mexiko; in den Galerien Croy Nielsen,
Berlin und Standard (Oslo), Oslo, sowie in der Kunsthal Charlottenborg, Kopenhagen. Ihre Werke waren
außerdem in Gruppenausstellungen im Centre Pompidou, Paris; in der Tate Modern, London; im CCA
Wattis, San Francisco; im Musée d’Art Moderne, Paris; im KW Institute for Contemporary Art, Berlin; im
The Artist’s Institute, New York; in der Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, Turin und in der Power
Station, Shanghai zu sehen. Beier erhielt 2014 den Kunstpreis der Böttcherstraße.

Im Herbst 2015 erscheint ein Katalog zur Ausstellung, herausgegeben vom Kunstverein in Hamburg,
Kunsthalle Glarus und Mousse Publishing. Die Ausstellung wird von der Kulturbehörde der Freien und
Hansestadt Hamburg, dem Danish Arts Council sowie von der Vitra GmbH und Zavak GmbH unterstützt

LEE MILLER

Lee Miller (1907-1977) zählt zu den faszinierendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. In über fünf Jahrzehnten fertigte sie ein vielfältiges fotografisches Werk an, das unterschiedlichste Genres in sich vereint.
Von surrealistischen Bildern über Mode-, Reise- und Porträtfotografie bis hin zur Kriegsreportage reicht Millers Oeuvre, das die Albertina anhand von rund 90 Objekten erstmals in seiner Breite in Österreich zeigt.

Papier Global

Bereits zum dritten Mal konnten die Museen der Stadt
Deggendorf die Ausstellung „Papier Global“ für internationale
Papierkunst ausschreiben. Mehr als 400 Künstler aus 28 Ländern
haben sich für eine Teilnahme an der Deggendorfer Ausstellung
beworben. Die Bewerberzahl konnte im Vergleich zur letzten
Ausschreibung um mehr als 100 Bewerber übertroffen werden
und macht Deggendorf damit zum gefragten Standort für
Papierkunst aus aller Welt. Im Rahmen der Internationalen
Papierkunst Triennale 2015 können wir – nach der Auswahl durch
die Jury – diesmal 90 Künstler/-innen aus 14 Ländern auf einer
Ausstellungsfläche von 450 qm in der Stadtgalerie im Stadtmuseum
und im Handwerksmuseum präsentieren. Das Stadtmuseum
mit seiner der zeitgenössischen Kunst verpflichteten Stadtgalerie
und das benachbarte Handwerksmuseum mit dem kunsthandwerklichen
Zugang zum Thema bieten hierfür den idealen
Rahmen. Papier als Medium für Schrift- und Bildinformationen
begegnet uns trotz zunehmender Digitalisierung auch heute
noch fast alltäglich. Als Träger von Kunst, sei es als Zeichnung
oder Druckgrafik, hat es neben der Tafel- oder Leinwandmalerei
eine lange Tradition.
Erst im 20. Jahrhundert befreit sich das Papier aus dieser
„dienenden Funktion“ und emanzipiert sich als Medium einer
eigenständigen Kunstsprache. Die unterschiedlichen zeitgenössischen
Ausdrucksformen wie auch die unterschiedlichen
Techniken der Papierkunst spiegeln sich auch in der Ausstellung
Papier Global 3. Papierschöpfung und die Verwendung von Pulpe
finden sich ebenso wie die Verarbeitung von industriell hergestelltem
Papier oder Papierabfällen aus Druckereien oder dem
Alltagsgebrauch. Auch die Vielfalt der unterschiedlichen Techniken,
vom Papierschnitt bis zur plastischen Formung mit Pappmaché,
zeigt sich in der Deggendorfer Ausstellung. Die Themen
der Papierkunst reichen dabei von Gesellschaftskritik, aktuellen
politischen Themen bis zu freien künstlerischen Aussagen.
Neu sind in der Ausstellung Papier Global 3 zwei Videoarbeiten,
die sich mit Papier in einer Performance und einer Installation
auseinandersetzen. Außer Konkurrenz hat sich der Fachbereich
Medientechnik an der Technischen Hochschule Deggendorf mit
drei ausgewählten Animationsfilmen zum Thema „paper boy“
beteiligt, die erstmals in der Ausstellung zu sehen sind.

Teilnehmer:
Greetje van den Akker (NL), Brett Alexander (AU), Sabine Ammer und Anna
Kubelik (D), Verena Appel (D), Walli Bauer (D), Roswitha Berger-Gentsch
(D), Siglinde Berndt (D), Lucrezia Bieler (USA), Eszter Bornemisza (HU),
Heinke Both (D), Angelika Brackrock (D), Stephanie Brysch (D), Ingrid Bürger
(D), Gisbert Danberg (D), Suzanne Desbiens (CA), Katja Droste-Zingone (D),
Anne Dück von Essen (D), Viviane Fontaine (CH), Regina Friedrich-Körner (D),
Christiane Gaebert (D), Sabine Gorski und Fabian Kehse (D), Maritza Granados-
Manjarrés (CO), Anja-Katrin Grimm (D), Alexandra Hendrikoff (D), Ilse
Hilpert (D), Susanne Holzinger (D), Hyacinta Hovestadt (D), Rolf Hucke (D), Helga
Jahnke (D), Silke Janssen (D), Eva Maria Juras (D), Irene Karpiczenko (CH),
Daphne Kerber (D), Ute Krautkremer (D), Gabriele Kruk (D), Lutz Krutein (D),
Cathérine Kuebel (D), Katrin von Lehmann (D), Bara Lehmann-Schulz (D),
Anna Lorenz (GB), Eva-Maria Mandok (D), Hildegard Mann (D), Paola Manzur
(D), D. A. Marbach (D), Kerstin Mempel (D), Christoph Merker (D), Harald Metzler
(A), Wilhelm Morat (D), Ruth Moro (CH), Jeanette Mörz (D), Fereshteh
Mottaghi-Omandani (IR), Sabine Naumann-Cleve (D), Sabine Neubauer (D), Maya
Shizuko Onodera (D), Bettina Ott (CH), Christine Ott (D), Katrin Paul (D), Heinz
Pfister (CH), Julie Picard (CA), Zipora Rafaelov (D), Irene Rammensee (D), Erika
Reisenberger (CA), Priska Riedl (A), Maria Rist (D), Gerda Ritzmann (CH), Heike
Schaefer (D), Ingeborg Schmidthüsen (D), Madeleine Schollerer (D), Wilhelm
Schramm (A), Sigrid Schraube (D), Richard Shipps (USA), Hans Jürgen Simon
(D), Riny Smits (NL), Magda Soboń (PL), Birgit Sommer (D), Irina Spelleken (D),
Traudel Stahl (D), Rosemarie Stuffer (D), May-Lucy Süess (CH), Katya-Anna
Taguti (RU), Ismet Tatar (TRNZ), Claudia Thielicke (D), Akiko Tomikawa (D), Helene
Tschacher (D), Joachim Tschacher (D), Bruno Weber (CH), Gabi Welters (D), Susan
Williams (GB), Lena Zehringer und Franziska Lankes (D), Wolfgang Zeilbeck (D)

Stadtgalerie im Stadtmuseum
Östlicher Stadtgraben 28
Handwerksmuseum
Maria-Ward-Platz 1
D-94469 Deggendorf
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag: 10 – 16 Uhr
Sonntag/Feiertag: 10 – 17 Uhr
oder nach Vereinbarung
Montag geschlossen
Tel: +49 (0)991/ 2960-555
Fax: +49 (0)991/ 2960-559
museen@deggendorf.de
www.stadtmuseum-deggendorf.de
www.handwerksmuseum-deggendorf.de