Plakate von Martin Kippenberger, Yann Mingard, Marc Bauer

„Du kommst auch noch in Mode“ – Plakate von Martin Kippenberger

Anlässlich der Neuerwerbung eines großen Konvoluts von Künstlerplakaten Martin Kippenbergers durch Unterstützung der Eugen und Agnes von Waldthausen-Platzhoff-Museums-Stiftung, präsentiert das Museum Folkwang in einer Ausstellung rund 90 Plakate des deutschen Künstlers. Die von Kippenberger für seine eigenen Arbeiten und Ausstellungen geschaffenen Blätter, zeigen eine zentrale Seite seines multimedialen Schaffens. In der Schau „Du kommst auch noch in Mode“ – Plakate von Martin Kippenberger offenbart auf ganz eigenständige Weise der für Kippenberger charakteristische, häufig ins Absurde getriebenen Humor.

Es erscheint ein Katalog in der Edition Folkwang / Steidl.

Yann Mingard – Deposit

Mit den Mitteln der Fotografie dringt Yann Mingard auf ein aktuelles und hochpolitisches Terrain unserer modernen Welt vor: das Konservieren von Erbgut und Daten. In seiner Arbeit Deposit diskutiert der Schweizer Fotograf den unbedingten Glauben an die Technologie. Zwischen 2010 und 2013 sucht er zwölf Orte auf an denen das menschliche, pflanzliche, tierische, kulturelle und digitale Erbe gesammelt und gelagert wird. Er fotografiert die Architektur dieser Lagerstätten, die Landschaften, die Menschen, die darin arbeiten und die konservierten Objekte und fängt den paradoxen Charakter dieser Orte ein.

Deposit entsteht in Kooperation mit dem Fotomuseum Winterthur.

Die Ausstellung wird unterstützt von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung

 

Marc Bauer – Der Sammler

Seit 2012 untersucht Marc Bauer unter dem Titel The Collector in seinem Werk u.a. Aspekte des

Sammelns und verarbeitet diese zu Zeichnungen auf Papier sowie direkt auf Wände. Ausgangspunkt seiner Arbeit bilden Fotografien aus dem Eigentum deportierter Juden während der deutschen Besatzung Frankreichs, insbesondere aus Paris 1941.

Für das Museum Folkwang wird Marc Bauer einerseits auf diese vorhandenen Abbildungen zurückgreifen. Zentrales Thema der permanenten Wandzeichnung jedoch wird die Geschichte des Museum Folkwang selbst sein. Der Hintergrund des Verkaufs und Zerstörung sogenannter „Entarteter Kunst aus der Sammlung des Museum Folkwang spielt hierbei ebenso eine Rolle wie die Wiedergutmachung und der Rückkauf dieser Werke.

 

 

 

 

 

KULTUR AM ABGRUND

Jüdisches Leben am Tegernsee 1900 bis 1933
Eine Ausstellung der Monacensia im Studienraum des Jüdischen Museums München

In den malerischen Dörfern rund um den Tegernsee existierte seit Mitte
des 19. Jahrhunderts ein kulturell vielfältiges und buntes Leben. Ob
jüdisch oder nichtjüdisch: Einheimische und Sommerfrischler genossen
gleichermaßen die Schönheit der Landschaft.
Katia Mann, geborene Pringsheim, verbrachte mit ihren Eltern und
Geschwistern immer wieder die Sommerfrische am Tegernsee. Später
kam sie mit ihrem Gatten Thomas Mann und den gemeinsamen Kindern
gerne ins Tegernseer Tal. Der innere Zirkel der Satire-Zeitschrift
Simplicissimus traf sich regelmäßig beim bayerischen Schriftsteller
Ludwig Thoma, darunter der Karikaturist Thomas Theodor Heine, Sohn
einer großbürgerlichen jüdischen Familie aus Leipzig. Nach der Zäsur
durch den Ersten Weltkrieg entfaltete sich erneut kulturelles Leben im
Tegernseer Tal. Ein Publikumsmagnet war damals die volkstümliche
Ganghofer-Thoma-Bühne in Egern. Zu den Aufführungen kamen der
Dramatiker Ödön von Horváth, sein Schriftstellerfreund Carl Zuckmayer,
die Operettendiva Fritzi Massary und ihr Schwiegersohn, der
Schriftsteller Bruno Frank. Der Arzt und Schriftsteller Max Mohr lud
namhafte Gäste auf seinen Bauernhof ein, wie die Schriftsteller Thomas
Mann und D. H. Lawrence, sowie die junge Grete Weil, geborene
Dispeker.

Die Ausstellung zeigt Fotos und Dokumente aus der Monacensia, dem
Literaturarchiv der Stadt München, zum kulturellen Leben im Tegernseer
Tal. Sie erzählt vom Zusammenleben der Einheimischen mit den
zeitweise dort lebenden Künstlern und Schriftstellern, und wie sich das
Idyll mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten als Täuschung erwies
und das kulturelle Miteinander ein jähes Ende fand.
Zur Ausstellung gibt es ein Rahmenprogramm mit Vorträgen und
Filmen.

VELÁZQUEZ

Das Kunsthistorische Museum widmet dem spanischen Maler Diego Velázquez (1599–1660) zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum eine Ausstellung. Neben den Bildnissen der Infanten und Infantinnen der eigenen Sammlung, die zu den Highlights des Museums zählen, werden darüber hinaus Hauptwerke des Meisters aus verschiedenen Genres – religiöse Themen, Mythologien, Historien und Küchenstillleben – präsentiert, um das vielfältige OEuvre des Künstlers zu zeigen. Einige von Velázquez’ wichtigsten Werken, darunter die »Rokeby Venus«, »Apoll in
der Schmiede des Vulkan« oder die »Anbetung der Könige«, werden zum ersten Mal in Wien zu sehen sein.
Kooperationspartner und Hauptleihgeber ist das Museo Nacional del Prado in Madrid, das den Großteil der Werke des Künstlers beherbergt. Darüber hinaus präsentiert die Ausstellung weitere wichtige Leihgaben aus international bedeutenden Museen, wie etwa der National Gallery in London und dem Boston Museum of Fine Arts.

Karl Prantl

Karl Prantl zählt zu den bedeutendsten österreichischen Bildhauern der Zweiten Republik. Er studierte zunächst Malerei an der Akademie der Bildenden Künste, ehe er sich der Bildhauerei zuwandte.

Im Winter 1950/51 entstanden seine ersten Skulpturen. 1958 arbeitete Prantl erstmals für längere Zeit im Steinbruch St. Margarethen, wo viele seiner Werke ihren Ursprung haben. Im darauffolgenden Jahr organisierte er dort das erste internationale Bildhauersymposium, durch das Prantl auch abseits der Kunst weltweite Anerkennung erlangte.