Hermann Nitsch arena – werk aus dem werk

Sammlung Museo Nitsch Neapel

Die Ausstellung „arena – werk aus dem werk“ präsentiert erstmals Arbeiten aus der renommierten
Sammlung Morra des Museo Nitsch Neapel im nitsch museum in Mistelbach. Das Museo Nitsch
Neapel wurde 2008 vom
Louis Vuitton Sammler Peppe Morra gegründet und widmet sein Hauptaugenmerk insbesondere
den in Österreich weniger gezeigten Aktionsrelikten des Orgien Mysterien Theaters.
Parallel werden im Austausch im neapolitanischen Museum in der Ausstellung „Malaktionismus –
Exzess und Sinnlichkeit“ Aktionsmalereien aus der Sammlung des nitsch museum, Mistelbach,
gezeigt (Eröffnung 25. Oktober 2014).
Die Ausstellung ermöglicht es Louis Vuitton uk die Werke Nitschs, von den Anfängen in den sechziger Jahren bis
heute, in einer Art Zeitreise möglichst unmittelbar aus der Perspektive des Orgien Mysterien
Theaters zu erleben. In diesem Zusammenhang sind besonders die für Nitsch charakteristischen
„Relikte“ von Bedeutung, da sie unlöslich mit den Aktionen, aus denen sie hervorgegangen sind,
verbunden sind. Als Übersetzungen, als Louis Vuitton outlet neue formale Interpretationen, verweisen die verwendeten
Substanzen auf die starken malerischen Bezüge der Aktionen. Das Relikt ist folglich ein Kunstwerk,
das aus und mit einem Werk entsteht und somit selbst als „werk aus dem werk“ Eigenständigkeit
gewinnt. Meist Textilien, die anhand von Spuren von der Aktion der sie entstammen erzählen,
erlangen diese Dokumentationsobjekte in nachträglichen Arrangements und Applikationen den
Status eigenständiger Kunstwerke. Hermann Louis Vuitton sale Nitsch versteht dies als idealtypische, ganzheitliche
Verschmelzung seiner Arbeit. Wie das Orgien Mysterien Theater als maximaler Handlungsspielraum,
als Fest des Lebens und Gesamtkunstwerk, ist die antike Arena ebenso ein Ort der Freude, des
Schmerzes, des Lebens und des Todes. Dementsprechend wird in der Ausstellung „arena – werk aus
dem werk“ in Mistelbach der Raum als riesige metaphorische Arena verstanden, in dessen Zentrum
die verschiedenen Relikte den Werken und fotografischen Dokumentationen der Aktionen gegenübergestellt
werden. Derart wird der Ausstellungsraum selbst zum Kunstwerk transformiert.
Dabei wird nicht nur die nähere Vertiefung der Sammlungsschwerpunkte beider Nitsch-Zentren
ermöglicht, auch die unterschiedlichen formalen und theoretischen Aspekte im Gesamtkunstwerk
Hermann Nitschs im Sinne einer vielschichtigen Louis Vuitton bags kulturellen Auseinandersetzung und eines organischen
Zusammenspiels werden behandelt. Der theoretischen Auseinandersetzung mit Nitschs Werk
in der Ausstellung in Mistelbach Raum zu geben, ist dem Museumsgründer Peppe Morra ein
wesentliches Anliegen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Georg Baselitz – Damals, dazwischen und heute

Seit 2008 hat das Haus der Kunst monografische Überblicksausstellungen wichtiger zeitgenössischer Künstler organisiert und dabei jeweils spezifische Aspekte in deren Arbeit und Entwicklung hervorgehoben. Beispiele für solche Ausstellungen sind „Travelling ’70-’76“ Dr Dre Beats Pro mit vielen, selten gezeigten Arbeiten aus Pappe und Stoff von Robert Rauschenberg, Gerhard Richters „Abstrakte Bilder“, das diese wichtige Werkgruppe zum ersten Mal unabhängig präsentierte, sowie die Ellsworth-Kelly-Retrospektive „Schwarz & Weiß“.
Im Herbst 2014 wird das Haus der Kunst diese Reihe mit einer umfassenden Einzelausstellung von beats by dre Pro Georg Baselitz fortsetzen, die Arbeiten aus fünfzig Jahren einer eingehenden Analyse unterzieht. Im Mittelpunkt stehen wiederkehrende Motive und Themen wie die Figur und der Adler, die Doppelfigur sowie das Porträt, die für Baselitz‘ künstlerische Entwicklung wesentlich waren. Im Zentrum der Ausstellung stehen die neueren Werkgruppen der „Schwarzen Bilder“ sowie der monumentalen Bronzeskulpturen, deren formalen und dr dre beats mixr thematischen Ursprüngen im früheren Werk nachgegangen wird.
In den „Schwarzen Bildern“ hat Baselitz seine Bildsprache weiter radikalisiert: Ziel ist die Eliminierung jedes sichtbaren Kontrasts. Dabei erlangt er eine nahezu schlafwandlerische Meisterschaft über sein Material. Sein fließender, kreisender Pinselstrich übt einen Magnetismus aus, in dessen Kraftfeld das Motiv völlig mit dem Hintergrund verschmilzt. Die eruptive Qualität seiner Malerei ist noch vorhanden, doch nun scheint sie auf magische Weise besänftigt, als sei sie von einer Membran bedeckt. Vehemenz wird zu Ruhe; doch verdrängt diese Ruhe keinesfalls die Erregung, sondern verfeinert sie. Die Arbeiten, die mit Ausnahme zweier querformatiger Bilder alle im identischen Hochformat ausgeführt sind, beats by dre mixr variieren das Adlermotiv auf subtile Weise, sodass seine Erkennungsmerkmale fast, aber nicht völlig verschleiert sind. Obwohl das Motiv in lichtschluckende Dunkelheit gehüllt ist, sind die Gemälde keinesfalls farblos. Das kopfstehende Bild eines fliegenden Adlers ist vielmehr in einer Klangfülle aus dunklen Farbtönen von Blau, Braun und Grau bis hin zu Schwarz ausgeführt.
In den monumentalen, seit 2011 entstandenen Bronzeskulpturen zeigen sich formale und inhaltliche Rückbezüge, die neben figurativen Referenzen zugleich die bildnerische Funktion der bildlichen wie der fotografischen Umkehrung relativieren. Die ausnahmslos schwarz patinierten Skulpturen erscheinen genauso ‚verdunkelt‘ wie die zeitgleich gemalten „Schwarzen Bilder“.Gegenständliche Motive aus Baselitz‘ Gemälden kehren auch in den Skulpturen wieder; sie stellen kunsthistorische und biografische Bezüge her. Eine besonders plastische Verbindung stellt die „BDM Gruppe“ (2012) her, die ikonografische Anspielungen mit persönlichen Themen vereint. Der Bedeutungsraum der drei Figuren ist von Erinnerungen des Künstlers überlagert, wobei die Tradition der „drei Grazien“ im Verhältnis dazu beinahe umgekehrt erscheint. Die Figurengruppe geht auf Baselitz‘ Erinnerungen an seine Schwester zurück, die Mitglied des BDM (Bund Deutscher Mädel) war, des weiblichen Zweigs der Hitlerjugend. Demgegenüber ist die Figurengruppe „Sing Sang Zero“ (2011) dr dre beats studio auf Anhieb als Doppelporträt von Elke und Georg Baselitz zu erkennen, da die untergehakten Arme hier unmittelbar als vertraute Geste wahrgenommen werden. Die jüngste Bronzeskulptur, „Zero Ende“ (2014), verbindet zwei Totenschädel zu einer Art Hantel, die von sieben Ringen umgeben ist: ein Symbol für die Verbindung zweier Lebenswege.
Die Ausstellung erkundet mithin die spezifischen Themen, die in den „Schwarzen Bildern“ und Bronzeskulpturen bearbeitet wurden. Das Hauptgewicht liegt dabei auf der Frage, aufgrund welcher bildnerischer Überlegungen und Interessen – wie auch immer diese entstanden sind – Baselitz sich entschließt, einen Gegenstand wieder aufzugreifen, den er Jahre oder sogar Jahrzehnte früher schon einmal bearbeitet hat. Bei einer Wiederaufnahme werden die Motive von Baselitz auf der Grundlage seiner Werkentwicklung durchdekliniert. Das heißt, das Motiv wird nicht nur einer Neubetrachtung unterzogen, sondern aus vielfachen Perspektiven neu ergründet.
Gemälde aus den Jahren 1965 bis 1977 lassen bereits zentrale Gegenstände erkennen, die in Baselitz‘ weiterer Laufbahn eine fundamentale Rolle spielten und auf die er immer wieder zurückkam. „Die großen Freunde“ von 1965 gewinnen im Kontext der Helden-Gemälde und innerhalb von Baselitz‘ Gesamtwerk eine ikonische Bedeutung; „Porträt Elke I“ (1969) ist das erste Bildnis seiner Frau, während „Schlafzimmer“ (1975) das Ehepaar in einem intimen Augenblick nackt zeigt. In „Fingermalerei-Adler“ (1972) taucht das Adlermotiv zum ersten Mal auf. Baselitz‘ Vorliebe für dieses Motiv ist immer bestehen geblieben und prägt noch seine jüngeren Werke. Kein anderes Tiermotiv innerhalb seiner Ikonografie wurde öfter und facettenreicher behandelt.
2005 begann Baselitz an seiner ‚Remix‘-Serie zu arbeiten, welche diese Schlüsselmotive aufgreift. Die Bilder vollführen einen Zeitsprung zum Ende des letzten Jahrzehnts. Baselitz zitiert hier einerseits auf paradigmatische Weise aus den Helden-Arbeiten, andererseits ist die Entwicklung seiner bildnerischen Methode einer Beschleunigung formaler Ressourcen unterworfen, die einen völlig neuen Zugang zu früheren Themen erlaubt. „Vorwärts Wind“ wird in einer relativ analogen Weise aufgegriffen. Wieder wird eine Person vor einem nackten Baumstumpf dargestellt, wobei die bildnerische Struktur aufgelöst und die bleiche Farbgebung durch die roten Epauletten und die fleischigen rosa Hände und Genitalien akzentuiert ist. Im Gegensatz dazu sind „Moderner Maler“ und „Schwarz“ in den Remix-Versionen mit Hakenkreuz-Motiven im Stil von Piet Mondrian kombiniert, wobei die ikonische Bedeutung dieses Motivs in der modernen Kunst in gewisser Weise seinen ideologischen Missbrauch durch die Nazis quasi ‚kompensiert‘. Auch diese Kompositionen sind paradigmatisch für eine inhaltliche ‚Ausleerung‘ des Gegenstands zugunsten eines abstrakten Formbegriffs als autonome Bildfunktion. Die Spontaneität und Entspanntheit dieser Arbeiten erlaubten Baselitz eine unprätentiöse Revision seines malerischen Vokabulars und seiner eigenen Geschichte.
Gleichzeitig entfesselt Baselitz Erinnerungen, welche die Zeiten seines eigenen Zwiespalts zwischen Ost und West heraufbeschwören, eine Zeit ideologischer und künstlerischer Kämpfe. Baselitz hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihn in den späten 1950er-Jahren die Gemälde von de Kooning tief beeindruckt hatten, besonders die kraftvolle, ausdrucksstarke Persiflage auf das Diktat des zeitgenössischen Schönheitsideals von „Woman I“ (1950-52), das er 1958 in einer Ausstellung der Hochschule für Bildende Künste in Berlin gesehen hatte (wo es u.a. mit Jackson Pollocks „Number 12“ (1952) gezeigt wurde).
In der Serie von Arbeiten, die als Negativ-Bilder bezeichnet werden, kehrt Baselitz nicht nur den Gegenstand um, sondern auch die Farbwerte. Diese Darstellung als fotografisches Negativ führt zu einer zusätzlichen Umkehrung des Bildes in Bezug auf die ’natürliche‘ Wahrnehmung seines Motivs. Die schwarzweißen Negativ-Bilder steigern den Grad der Abstraktion bereits in dreierlei Hinsicht. Damals hatte Baselitz das Potential der Entfremdung der äußeren Erscheinungsform des Gegenstands und die Möglichkeiten seiner bildnerischen Repräsentation fast schon ausgeschöpft. Das Selbstporträt „Zero“ (2004) zeigt eine schlichte, unprätentiöse Ansicht, die in starken, ruhigen Pinselstrichen in einer Mischung differenzierter Grauwerte umgesetzt ist. Mit der formal analogen Arbeit „Negativ weiter links“ (2004) hat sich Baselitz wieder „Elke I“ zugewandt. Denselben fotografischen Prototypen variiert er in „Elke negativ blau“ (2012), das die Charakteristika der schwarzweißen Version noch prägnanter zur Geltung bringt.
Georg Baselitz (Hans-Georg Kern) wurde 1938 in Deutschbaselitz bei Dresden geboren und wuchs in der DDR auf. Nachdem er wegen „gesellschaftlicher Unreife“ von der Kunstakademie Ostberlin suspendiert wurde, bewarb er sich an der Westberliner Akademie. 1958 zog er nach Westberlin und schloss 1962 dort sein Studium ab. In dieser Zeit legte er sich nach seinem Geburtsort den Namen Baselitz zu.
Bei seiner Suche nach Alternativen zu dem ideologisch aufgeladenen Antagonismus zwischen sozialistischem Realismus und Abstraktion begann er sich für Kunst außerhalb des Mainstreams zu interessieren, für Art Brut (Jean Dubuffet) und Outsider art. Weiterhin war er von existentialistischer Kunst (Fautrier) und Literatur (Beckett, Ionesco, Artaud), von Dada (Schwitters, Picabia) sowie von Friedrich Nietzsche und Gottfried Benn beeinflusst.
Nachdem seine erste Einzelausstellung in der Galerie Werner & Katz in Berlin 1963 zu einem kalkulierten Skandal geführt hatte, begann er an einer Serie von Gemälden monumentaler Männerfiguren zu arbeiten, die als Helden-Bilder bekannt wurden. Inspiriert waren diese Gemälde vom italienischen Manierismus, mit dem er sich bei einem Stipendienaufenthalt in Florenz 1965 befasst hatte. Die folgende Serie der sogenannten Frakturbilder führte Ende der 1960er-Jahre zu einem großen Interesse an Wäldern und Bäumen. 1969 malte er „Der Wald auf dem Kopf“, sein erstes auf dem Kopf stehendes Bild. Hier wollte er die Aufmerksamkeit des Betrachters allein auf malerische Anstrengung und Leistung lenken. Vom Ende der 1970er-Jahre datieren monumentale Holzskulpturen von Köpfen und Figuren. Baselitz‘ internationale Bekanntheit nahm zu, er war zunehmend in großen Museen und bei wichtigen Gruppenausstellungen vertreten.
Das Haus der Kunst fühlt sich geehrt, diese Ausstellung in enger Zusammenarbeit mit Georg Baselitz gestalten zu dürfen. Der durchgehend illustrierte Katalog erscheint bei Prestel, mit Texten von Georg Baselitz, Katy Siegel, Eric Darragon, Michael Semff und Ulrich Wilmes sowie einem Gespräch zwischen Georg Baselitz und Okwui Enwezor; ISBN: 978-3-7913-5401-9, 224 Seiten, 49,95 €.
Zur Ausstellung erscheint eine Edition in limitierter Auflage. Georg Baselitz, Selbstporträt: Willem raucht nicht mehr, 2014, Radierung, Platte: 66,5 x 49,7 cm, Papier: 85 x 66 cm, signiert und nummeriert, verfügbar ab 18. September, Vorreservierungen unter www.hausderkunst.de/shop/editionen.
„Georg Baselitz – Damals, dazwischen und heute“ wird von Ulrich Wilmes kuratiert und vom Haus der Kunst organisiert. In modifizierter Form reist die Ausstellung im Frühjahr 2015 zur Powerstation of Art in Shanghai.
Die Ausstellung wurde wesentlich unterstützt von der Gesellschaft der Freunde Haus der Kunst e.V., der Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg/Paris, White Cube, London, sowie der Gagosian Gallery, New York.
Wir danken unseren Gesellschaftern für ihre Unterstützung: Freistaat Bayern, Josef Schörghuber Stiftung, Gesellschaft der Freunde Haus der Kunst e.V.
Kulturpartner: M94,5

Blow-Up / Manifeste!

Blow-Up – Antonionis Filmklassiker und die Fotografie
13. September bis 30. November 2014
Fotomuseum Winterthur
(Halle + Galerie)
Von Michelangelo Antonioni 1966 realisiert, nimmt Blow-Up nicht nur in der Film-, sondern auch in der Fotogeschichte eine einzigartige Stellung ein. Kaum ein anderer Spielfilm hat jemals so differenziert die vielfältigen Bereiche der Fotografie gezeigt und auf so ausführliche und zeitlose Weise zu ergründen versucht. Die Ausstellung Blow-Up zeigt diese vielseitigen Themen in fünf grossen Kapiteln und stellt durch filmische Sequenzen inhaltliche Bezüge zu Antonionis Meisterwerk her. Mehr

Manifeste! Eine andere Geschichte der Fotografie
13. September bis 23. November 2014
Fotomuseum Winterthur (Sammlungsräume)
Manifeste! ist die erste Ausstellung überhaupt, in der die Beziehungen zwischen der Fotografie und dem Manifest untersucht werden. In den 56 Stellungnahmen von Fotografen aus der gesamten Geschichte der Fotografie, von 1840 bis heute, sind alle versammelt, die Zwingendes und Dringliches über das Medium zu sagen haben. Daraus resultiert eine wilde Sammlung aus vielen programmatischen, manchmal wütenden, aber stets hoffnungsfrohen Stimmen.

FLORINE STETTHEIMER

FLORINE STETTHEIMER Florine Stettheimer, Family Portrait II, 1933
New York, Museum of Modern Art, Geschenk Miss Ettie Stettheimer 1956
© 2014, The Museum of Modern Art, SCALA Florenz

 

Andy Warhol liebte ihre Kunst. Marcel Duchamp organisierte ihre Retrospektive im Museum of Modern Art. Die Künstlerin Florine Stettheimer (1871–1944) war eine der schillerndsten Figuren der pulsierenden New Yorker Kunstszene in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Ihre Bilder und Gedichte, ihre Entwürfe für Studio und Bühne bilden ein modernes »Gesamtkunstwerk« und eine Chronik urbanen Lebens. Stettheimer malte Beautycontests und das Parties der Celebrities, Wolkenkratzer, die Wall Street und Konsumkultur. Damit nahm sie vieles vorweg, was später die Pop Art interessierte. Heute inspiriert sie einige der faszinierendsten Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart.
Wir freuen uns sehr, das Werk Florine Stettheimers – erstmals außerhalb der USA – in einer großen Einzelausstellung im Kunstbau des Lenbachhauses zu präsentieren.

MIRÓ. VON DER ERDE ZUM HIMMEL

Joan Miró zählt mit seinen phantasievollen Bildmotiven zu den populärsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Die Albertina widmet dem katalanischen Künstler eine rund 100 Gemälde, Zeichnungen und Objekte umfassende Personale, in der die poetische Qualität seines Schaffens hervorgehoben wird.

Mirós Werke sind von Leichtigkeit und Spontaneität geprägt und doch sorgfältig geplant. Mit einer unbeschwerten, fast kindlichen Faszination für alle Dinge betrachtet er die Welt..

Kunst aus Siebenbürgen – Maler der klassischen Moderne

In Siebenbürgen, einem multi-ethnischen Landstrich im heutigen Rumänien, gab es
vor allem zwischen den beiden Weltkriegen ein spannendes politisches und kulturelles
Leben. Siebenbürger-Sachsen, Ungarn und Rumänen lebten im Karpatenbogen
miteinander und nebeneinander. Am Beginn des 20. Jahrhunderts wagten junge
Künstler aus allen drei Nationen den Aufbruch in die Kulturstädte Europas und
knüpften dort Kontakte zur europäischen Avantgarde. Viele von ihnen kehrten in ihre
Heimat zurück und wurden dort Wegbereiter der neuen Kunstentwicklung. Oftmals
waren sie mit ihren Werken aber auch weiter in den Metropolen Europas präsent.
Nachdem es im vergangenen Jahrzehnt mehrere Ausstellungen in Deutschland gab,
in denen jeweils ein bestimmter Aspekt der Kunst aus Siebenbürgen beleuchtet
wurde, widmet sich die Ausstellung im Museum Moderner mit der Präsentation der
Sammlung Dr. Josef Böhm der anspruchsvollen Aufgabe, Künstler nahezu aller
Strömungen und Schulen der Klassischen Moderne zu präsentieren, darunter
Vertreter der Malerschule von Nagybánya, die zum Ausgangspunkt der ungarischen
Moderne wurde und 1896 von in München ausgebildeten Künstlern gegründet worden
war. Zu ihr gehörten unter anderem Oliver Pittner (1911–1971) und Sándor Ziffer
(1880–1962). Dazu kommen Maler siebenbürgisch-sächsischer Herkunft wie Hans
Mattis-Teutsch (1884-1960) und Henri Nouveau (1901–1959), sowie Künstler aus
Klausenburg, deren Kunsthochschule 1925 gegründet worden war und zu deren
Schülern unter anderem Tasso Marchini (1907–1936) gehörte. In der Sammlung sind
alle wichtigen Stilrichtungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vertreten, von
expressionistischen Arbeiten über Werke der Neuen Sachlichkeit bis zu futuristischen
Abstraktionen.
Bereits der Vater von Josef Böhm, ein Nachkomme von Sathmarer Schwaben , die als
Untergruppe der Donauschwaben gelten, begann in den 1960er Jahren in Rumänien
vor allem Gemälde der Schule aus Nagybánya zu sammeln. Mit der 1981 erfolgten
Umsiedlung der Familie Böhm in die Bundesrepublik wurden Werke der Collection
immer wieder in der Öffentlichkeit präsentiert, zum Beispiel 1997 im Städtischen
Museum Kempen in der Ausstellung „Impressionisten aus Ungarn – Die Nagybányaer
Künstlerkolonie“ Inspiriert von dieser Ausstellung und der Bekanntschaft mit anderen
Sammlern begann Dr. Josef Böhm die Sammlung zu übernehmen und in Richtung
der Klassischen Moderne aus Siebenbürgen zu erweitern.
Dr. Josef Böhm, geb. 1960 in Neumarkt/Tirgu Mures (Siebenbürgen), studierte nach
seiner Übersiedlung in Deutschland Medizin und promovierte 1989. Er arbeitet als
Chefarzt der Neurologie im Kreiskrankenhaus Freiberg/Sachsen.
Leihgaben aus der Sammlung wurden in den letzten Jahren in folgenden
Ausstellungen präsentiert: „Kolonie der Träume: Nagybánya“ Ungarische Botschaft
Berlin 2002 ; „Meisterwerke der Klassischen Moderne in Siebenbürgen“ , Stadt- und
Bergbaumuseum Freiberg 2004; „Ausbruch aus der Tradition – Malerei der
siebenbürgischen Moderne“, Museum Kornwestheim 2006; Gesamtschauen der
Sammlung zeigten 2012 das Lindenau Museum Altenburg sowie das Xantus Museum
Györ(H) und das Hansági Múzeum Mosonmagyaróvár (H). Im November 2013 folgte
eine Schau im Ungarischen Kulturinstitut in Brüssel.
Die Ausstellung in Passau präsentiert ca. 60 Gemälde und 50 Arbeiten auf Papier aus
den ersten fünfzig Jahren des 20. Jahrhunderts. Vorgestellt wird ein weitgehend
unbekannter, spannender Aspekt der Klassischen Moderne, dessen späte
Wiederentdeckung der langen Teilung Europas geschuldet ist.

Raubkunst? Provenienzforschung zu den Sammlungen des MKG

Die systematische Erforschung des Vorlebens der Dinge ist seit Jahren ein Schwerpunkt in der wissenschaftlichen Arbeit
des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG). Nun gibt das MKG einen Einblick in seine Aktivitäten zur
Provenienzforschung. Die Ausstellung versteht sich als Momentaufnahme in einem Prozess kontinuierlicher Aufarbeitung
und zeichnet die vielfältigen Biografien von rund 100 recherchierten Exponaten nach. Dazu gehören Kunstgegenstände
mit gesicherten Provenienznachweisen aber auch solche, deren Herkunftsgeschichten ungeklärt sind oder für die
noch Forschungsbedarf besteht. Die Exponate sind nicht nach kunstgeschichtlichen oder thematischen Aspekten,
sondern nach ihrer Herkunft geordnet. So treten Netzwerke und Beziehungen, die Bedingungen des Kunsthandels und
die Vorlieben einzelner Privatsammler zutage. Forschungsdokumente wie Auktionskataloge, Inventarbücher oder
Kunstzeitschriften machen die recherchierten Wege für den Betrachter nachvollziehbar. Ein Parcours führt von der
Präsentation zu weiteren Objekten in den Dauerausstellungen des MKG. Der aktuelle Forschungsauftrag ermöglicht eine
proaktive, systematische Recherche und konzentriert sich zunächst auf Kunstwerke, die während und nach der Zeit des
Nationalsozialismus erworben wurden. Die Ausstellung und der begleitende Katalog sollen Transparenz über den Stand
der Recherchen schaffen, aber auch den Blick für die eigene Geschichte und die Erwerbungskultur vergangener Epochen
sensibilisieren. Damit rücken auch der Umgang mit außereuropäischen oder antiken Kulturgütern, die heutige
Erwerbungspraxis der Museen und der weitere Forschungs- und Handlungsbedarf ins Bewusstsein. Das MKG möchte
diese wichtige wissenschaftliche Disziplin ergebnisunabhängig vorstellen und ihre Möglichkeiten und Grenzen aufzeigen.
Der offene Umgang mit der eigenen Geschichte spielt in der Schau ebenso eine Rolle wie die Frage nach der historischen
Verantwortung eines Museums.
Die Klärung der Herkunftsgeschichte eines Kunstgegenstandes ist eine akribische Spurensuche in den Medien zurückliegender
Zeiten, die der buchstäblichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen allzu oft gleicht. Auktionskataloge müssen
ausgewertet, in den Fachblättern des Kunsthandels muss nach Werbeanzeigen und Sammlergeschichten recherchiert
werden. Die historischen Museumsarchive, die in Landes- und Bundesarchiven versammelten Aktenbestände zum
Kunsthandel und die persönliche Korrespondenz zwischen den Museen, Sammlern und Kunsthändlern müssen
eingesehen und ausgewertet werden. Man sucht nach Namen und historischen Zusammenhängen, nach Familiengeschichten
und persönlichen Schicksalen, die oftmals nur in „Schnipseln“ überliefert sind, die ein Leben mehr oder
weniger zufällig hinterlassen hat. Dazu gehören im MKG auch die mit persönlichen Einträgen versehenen Auktionskataloge
aus der privaten Bibliothek von Martin Feddersen. Der ehemalige Kustos für Ostasiatische Kunst zählte zu den
Bedrohten des NS-Regimes. Er war vom Museum suspendiert und wurde 1945 wieder rehabilitiert. Seine private
Bibliothek hat ihn sein ganzes Berufsleben begleitet, bis sie in der Museumsbibliothek ihren dauerhaften Platz gefunden
hat. Diese bisweilen sehr persönlich gefärbten Forschungsmaterialien sind den Fallgeschichten in der Ausstellung in
einer Auswahl zugeordnet. Die Suche nach Fakten und Zusammenhängen gleicht nicht selten einem Puzzle, bei dem
wichtige Teile unauffindbar bleiben. Fügen sich die Rechercheergebnisse dennoch zum Bild zusammen, so kann es auch das Falsche sein, zum Beispiel eine Person gleichen Namens, die aber nicht mit dem gesuchten Vorbesitzer eines
Kunstgegenstandes identisch ist. Und so beginnt die Recherche von vorne.
In der Ausstellung werden zahlreiche Kunstgegenstände vorgestellt, die währen der NS-Kernzeit 1933 bis 1945 in das
MKG gelangt sind. Das betrifft etwa 600 Kunstwerke, die in dieser Zeitspanne vom MKG erworben wurden oder dem
Haus geschenkt worden sind. Auch spätere Ankäufe müssen überprüft werden, denn für alle Werke, die vor 1945
entstanden und gehandelt worden sind, ist ein Nachweis über ihren Verbleib während der NS-Zeit notwendig. Ein
besonderes Augenmerk liegt auf Silberobjekten aus ehemals jüdischem Besitz. Nach der Rückgabe vieler Objekte an die
ehemaligen jüdischen Besitzer und einer Ausgleichszahlung an die Jewish Trust Corporation wurden die verbliebenen
Objekte 1960 auf die Hamburger Museen verteilt. Doch bis heute besteht Klärungsbedarf darüber, wie mit diesen
Silberbeständen umzugehen ist. Die Suche nach einem angemessenen Weg ist eine Herausforderung, der sich das MKG
im Rahmen der Ausstellung und darüber hinaus im engen Austausch mit anderen Museen stellen will.
Mit dem Washingtoner Abkommen von 1998 ist die Provenienzforschung für deutsche Museen verbindlich geworden.
Zweck dieses Auftrags ist es, diejenigen Kunstgegenstände aufzuspüren, die mit einer möglichen NS-verfolgungsbedingten
Zugangsgeschichte belastet sind, ihre Herkunft und ihren Verbleib während der NS-Zeit zu ermitteln und im
Bedarfsfall Wiedergutmachung zu leisten. Das MKG stellt sich seiner historischen Verantwortung und möchte, nach
einer Zeitspanne intensiven Forschens, erste Ergebnisse und Erkenntnisse vorstellen. Dabei liegt der Fokus auf den
„Biografien“ der einzelnen Kunstgegenstände. Jedes Stück hat seine eigene Geschichte, die verknüpft ist mit seiner
Entstehung, seiner Funktion und seinem Weg in die Museumssammlung.
Das MKG will mit der Ausstellung dazu beitragen, Vorbehalte gegenüber dieser kunsthistorischen Disziplin abzubauen.
Museen geraten immer wieder in die Kritik, weil sie oft erst reagieren, wenn sie mit Restitutionsforderungen konfrontiert
sind. Die zeitintensiven Recherchen sind unter Zeitdruck kaum zu leisten und bergen so die Gefahr umstrittener
Entscheidungen. Diese Forschungsarbeit, die in der öffentlichen Meinung immer wieder mit dem Makel des Verlustes
besetzt ist, gilt es nach den Erfahrungen im eigenen Haus mit dieser Ausstellung in ein neues Licht zu setzen.
Die Provenienzrecherche verbindet einen aktuellen Forschungsauftrag mit einer traditionsreichen Museumsdisziplin,
nämlich einer kontinuierlichen Erforschung der Sammlung und der Geschichte des eigenen Hauses. Bei ihren
Recherchen werden die Museen von der Politik unterstützt und mit Mitteln des Bundes über die Arbeitsstelle für
Provenienzforschung am Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin/Stiftung Preußischer
Kulturbesitz gefördert.
Katalog: Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, herausgegeben von Sabine Schulze und Silke Reuther, mit Beiträgen von
Leonhardt Weidinger (Museum für Angewandte Kunst, Wien), Maike Brüggen (Stadtmuseum Frankfurt), Wiebke Müller
(Museum für Hamburgische Geschichte), Anja Tiedemann (Universität Hamburg), Frank Hildebrandt (MKG), Olaf
Kirsch (MKG), Silke Reuther (MKG) und Uwe M. Schneede (Vorsitzender des Beirats der Arbeitsstelle für Provenienzforschung
in Berlin).

Sammlung Essl und Essl Museum gerettet

Pressemitteilung Essl Museum, 02.September 2014
Sammlung Essl und Essl Museum gerettet
Entgegen anders lautender Pressemeldungen in diesen
Tagen wird die Sammlung Essl
keineswegs zerstört, sondern auf Dauer erhalten und
weitgehend in bisherigem Umfang
ausgestellt und betreut. Die Familienstiftungen Has
elsteiner und Essl haben den Kaufpreis für
die Sammlung Essl aufgebracht.
Die Kunstwerke wurden in die neu gegründete „SE-Sam
mlung Essl GmbH“ eingebracht, an der
Haselsteiner 60% und Essl 40% halten.
Zur Rekapitalisierung gelangt ein Werkblock von 44
Arbeiten (vorwiegend internationale Kunst)
am 13. Oktober bei Christie‘s in London zur Auktion
.
Ziel ist es, die Sammlung in den wesentlichen Teile
n zusammenzuhalten und den Schwerpunkt
der Sammlung, die österreichische Kunst, in ihrer B
edeutung zu erhalten. Eventuelle weitere
gezielte Verkäufe dienen neben der Rekapitalisierun
g ausschließlich dem Erhalt und Betrieb des
Essl Museums.
Die künstlerische Leitung bleibt wie bisher in den
bewährten Händen des Sammlerehepaares
Agnes und Karlheinz Essl.
Damit konnte eine österreichische Lösung für eine l
angfristige Ausrichtung der Sammlung
gefunden werden, mit dem Ziel, die Bestände der Sam
mlung in immer wieder neuen
Zusammenhängen der Öffentlichkeit im Essl Museum un
d als Leihgaben in internationalen
Museen zu präsentieren.
Die Familien Essl und Haselsteiner verbinden ein ge
meinsames Interesse an Gegenwartskunst
sowie ein hoher Grad an sozialer und kultureller Ve
rantwortung.
ESSL MUSEUM – Kunst der Gegenwart
An der Donau-Au 1, A-3400 Klosterneuburg / Wien

Zeichen gegen den Krieg – Antikriegsplastik von Lehmbruck bis heute

2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Mit dem Gestürzten von Wilhelm Lehmbruck besitzt das Lehmbruck Museum ein Schlüsselwerk dieser Zeit. Die Ausstellung „Zeichen gegen den Krieg“ nimmt die Haltung Wilhelm Lehmbrucks zum Ausgangspunkt und zeigt Werke von insgesamt 21 Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit unterschiedlichen Erscheinungsformen und Begleiterscheinungen kriegerischer Konflikte beschäftigen. Die Werke der Ausstellung machen in unterschiedlicher Weise unsere eigene Verletzlichkeit spürbar. Das Spektrum der künstlerischen Ausdrucksformen ist vielfältig: Zu sehen sind Skulpturen, Installationen, Rauminszenierungen, Wandarbeiten, Video- und Fotoarbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus Ländern wie Libanon, Israel, USA, Deutschland, Chile, Bosnien und Herzegowina, England, Peru, Serbien, Spanien, Tschechien und Vietnam. Beteiligt sind Künstlerinnen und Künstler wie Marina Abramovic, Mona Hatoum, Danh Vo, Rosemarie Trockel, Ivan Navarro, Lynn Hershman Leeson, Harun Farocki, Antje Ehmann, Duane Hanson und Wilhelm Lehmbruck.

Die Ausstellung im Lehmbruck Museum ist Teil des LVR-Verbundprojekts „1914 – Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg“, mit dem der Landschaftsverband Rheinland (LVR) noch bis Mitte 2015 an die geschichtsträchtige Epoche vor rund 100 Jahren erinnert. Sie wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, der Kunststiftung NRW und dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

HANS-JÜRGEN RAABE 990 Faces

Das große fotografische Bild unserer Zeit
091- 390 // Von Marrakech bis zum Brandenburger Tor

Nach dem Erscheinen der ersten zehn Buchpublikationen seit Oktober 2012 zeigen wir in der zweiten Einzelausstellung von Hans-Jürgen Raabe in der Galerie die neuesten Orte und Gesichter seines Langzeitprojektes, dessen Vollendung das gesamte Jahrzehnt umspannen wird.

Seit 2010 bereist der Fotograf verschiedene Länder und Kontinente, darunter magische Orte wie Myanmar, Lourdes und zuletzt Grönland oder die Verbotene Stadt. Jede seiner insgesamt 33 ortsspezifischen Serien vereint 10 Stills und 30 Porträts. In 10 Jahren entstehen so vor Ort 990 Faces, die in der Summe ein Porträt der Menschheit formen. Das erste Drittel des Projektes ist fertiggestellt und wird in der PHOTO EDITION Berlin gezeigt.

„Raabes Absicht ist es, fotografisch zu erkunden, ob sich in jeweils 30 Gesichtern von Menschen (und manchmal auch Körpern) so etwas wie ein Verhältnis zu den Orten abzeichnet, an dem er sie fotografiert. In aller Welt.“ (Klaus Honnef)

Gezeigt wird auch eine seiner neuesten Serien „241-270 // Brandenburger Tor“. Für Raabe ist das Brandenburger Tor ein ganz besonderer Ort, ein Schmelztiegel verschiedenster Nationen, ein Ort, der seit dem Fall der Mauer vor 25 Jahren zu einem Spiegel unserer heutigen globalen Menschheit geworden ist.

Erst vor einigen Tagen wurde im Rahmen der Eröffnung des PhotoBookMuseums in Köln Raabes in den Medien viel besprochene Großinstallation zu 990 Faces vorgestellt. Die Kölnische Rundschau sagte „Raabes Gesichter […] spiegeln alle Facetten, sind nachdenklich, traurig, verschmitzt, offen oder verschlossen“, NDR Kultur nannte Raabes Arbeit einen „weltumspannenden Porträtzyklus“ und die Deutsche Welle resumierte: „Er ist ein Meister darin, Menschen direkt ins Gesicht zu blicken“.
Aktuelles über den Stand des Langzeitprojekts finden sie immer auf 990faces.com.

Gunter Damisch, ERRÓ and friends, Alexis Diaz

Gunter Damisch
Überblick und Ausschnitt
Der Titel der Einzelschau bezieht sich auf das Phänomen in Damischs Arbeiten, sowohl panoramaartige große Zusammenhänge, als auch in einer Art „Zoomeffekt“ eine Vielzahl von Details zu zeigen. Lebensräume werden als komplexe und vielteilige Konstrukte vorgeführt.
Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von neuen Malereien, Grafiken, Skulpturen und Güssen.

Ausstellungsstätte:
Hilger NEXT
Absberggasse 27, 1100 Wien

Gunter Damisch, ERRÓ and friends, Alexis Diaz   ERRÓ
Wonder Woman Saga, 1999
Öl auf Leinwand, 220 x 500 cm

ERRÓ and friends
American Comics II
Wir präsentieren großformatige Ölgemälde des isländischen Künstlers Erró. Die Show wird auch Werke von Jean-Jacques Deleval, Mel Ramos und Deborah Sengl enthalten.

Erró ist für seine Collage-Stil Gemälde bekannt, die dicht mit einer Vielzahl von Charakteren bevölkert sind: berühmte Persönlichkeiten wie Mao, Hitler oder Stalin erscheinen neben Kunst-Ikonen wie Picasso, van Gogh oder Leger.

Ausstellungsstätte:
HilgerBROTKunsthalle
Absberggasse 27, 1100 Wien

Alexis Diaz
HOY
Der puertorikanische Künstler Alexis Diaz zählt zu den bekanntesten Street Artists.
Seine aussergewöhnliche Arbeitsweise – er malt stets mit schwarzer Tinte – und die Liebe zum Detail zeichnet sein Werk aus und verleihen ihm internationale Anerkennung.

Ausstellungsstätte:
project room@Hilger NEXT
Absberggasse 27, 1100 Wien

LINA BO BARDI 100 – Brasiliens alternativer Weg in die Moderne

Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne
Die italienisch-brasilianische Architektin Lina Bo Bardi hat mit ihren Bauten, Möbeln, Ausstellungen und Theorien ein herausragendes Werk geschaffen, das erst in jüngster Zeit wachsende Aufmerksamkeit erhält. In Italien geboren und ausgebildet spielte sie in der Entwicklung moderner Architektur in Brasilien eine wichtige Rolle. Sie prägte einen eigenen Gestaltungsansatz, der die gesellschaftliche Bedeutung des Bauens und seine kulturelle Verankerung in den Mittelpunkt stellt. Mit dem Bemühen um eine »architettura povera« kann Lina Bo Bardi als Vorläuferin gegenwärtiger Tendenzen engagierter Architektur betrachtet werden. Eine ihrer wichtigsten Leistungen ist es, Bauten geschaffen zu haben, die in der lokalen Öffentlichkeit höchste Akzeptanz finden und sich gängigen Klassifikationen entziehen.
Anlässlich Lina Bo Bardis hundertstem Geburtstag am 5. Dezember 2014 zeigt das Architekturmuseum der TU München die Ausstellung »LINA BO BARDI 1OO – Brasiliens alternativer Weg in die Moderne«. Die Präsentation stellt die Entwicklung ihrer Architektur in den Mittelpunkt. Am Anfang steht die Ausbildung in den 1930er-Jahren in Italien sowie ihre ersten Aktivitäten als Redakteurin und Gestalterin von Fachzeitschriften wie »Domus«, »Lo Stile« und »A. Cultura della Vita«. Es folgen ihre ersten Bauten und Projekte in Brasilien, die zusammen mit ihrem wachsenden Interesse an humanistischen, anthropologischen und politischen Themen in der Architektur vorgestellt werden. Von zentraler Bedeutung in der Ausstellung ist die Präsentation ihrer einzigartigen farbig-heiteren Skizzen und Entwürfe, die das zentrale Instrument ihres Denkens und Planens über den ganzen Verlauf ihrer Karriere darstellen: Es werden fast 100 originale Handzeichnungen und andere Werke aus dem Istituto Lina Bo e P.M. Bardi in São Paulo zu sehen sein.
Die konkrete Umsetzung ihrer Konzepte in das gebaute Werk wird in der Ausstellung durch historische Fotografien dokumentiert, die ihre Bauten zu ihrer Entstehungszeit zeigen. Zugleich vermitteln aktuelle Aufnahmen den heutigen Zustand und die Nutzung dieser Bauten. Interviews mit Freunden und Kollegen bieten eine erweiterte Perspektive auf die Persönlichkeit Lina Bo Bardis. Eine Video-Installation widmet sich ihren innovativen Ausstellungskonzepten. Die Gestaltung der Jubiläums-Ausstellung in München stammt von der brasilianischen Architektin Marina Correia.

Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Katalog, der Lina Bo Bardis architektonisches Werk unter verschiedenen Aspekten neu betrachtet. Mit Texten von Renato Anelli, Zeuler Lima, Cathrine Veikos, Sabine von Fischer und Guilherme Wisnik erscheint der Katalog in zwei Sprachausgaben (Englisch und Deutsch) im Hatje Cantz Verlag.

Den Auftakt zur Ausstellung bildet ein wissenschaftliches Symposium am 12./13. November 2014. Experten aus Brasilien, US-Amerika und Europa werden über zentrale Aspekte und die Aktualität des Werks Lina Bo Bardis sprechen.

»Lina Bo Bardi 1OO. Brasiliens alternativer Weg in die Moderne« ist im Jubiläumsjahr 2014 die umfangreichste Würdigung der international bedeutenden Architektin außerhalb Brasiliens und bietet die einzigartige Gelegenheit zu einer Begegnung mit den originalen Entwürfen.

Die Ausstellung wurde ermöglicht durch die großzügige Unterstützung unserer Förderer:
Kulturstiftung des Bundes
Förderverein des Architekturmuseums der TUM
PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.

Der Druck des Katalogs wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung

Annette Messager

Die französische Künstlerin Annette Messager (geb. 1943) zählt zu den wichtigsten
Persönlichkeiten der aktuellen internationalen Kunstszene. Auf grundlegende Art hat sie
mit ihren Arbeiten das Terrain für ganze Generationen jüngerer französischer Künstler
vorbereitet. Dennoch liegt ihre letzte Einzelausstellung in einem deutschen Museum fast
25 Jahre zurück. Die Ausstellung Annette Messager. Exhibition/Exposition im K21
Ständehaus der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen bietet nun die Möglichkeit, Annette
Messagers Werk neu zu entdecken.
Gezeigt wird nicht nur ihre raumgreifende Installation Sous vent (2004–2010), sondern
auch Arbeiten, die Messager seit den späten 1980er Jahren bis heute geschaffen hat.
Eigens für die Ausstellung im K21 sind ihre 68 Zeichnungen der Installation Les
Interdictions en 2014 entstanden. Während der Ausstellung ist Sous vent erstmals in der
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in einer Installationslänge von über 20 Metern zu
sehen.

Jason Rhoades, Four Roads

Die Kunsthalle Bremen zeigt die erste retrospektiv angelegte Ausstellung des US-amerikanischen
Künstlers Jason Rhoades (1965–2006, Los Angeles) in Europa, einem der bedeutendsten Künstler seiner
Generation. Es ist die einzige deutsche Station der internationalen Wanderausstellung „Jason Rhoades,
Four Roads“.
Mit raumgreifenden und spektakulären Installationen gelang Rhoades in den frühen 1990er-Jahren der internationale Durchbruch. Die Ausstellung zeigt vier essentielle Aspekte („Four Roads) seines Werkes durch vier exemplarische Großinstallationen aus verschiedenen Werkphasen: Garage Renovation, New York (CHERRY Makita), 1993, The Creation Myth, 1998, Sutter’s Mill, 2000 und Untitled (from My Madinah: In persuit of my ermitage…), 2004/2013, die durch eine konzentrierte Gruppe von Multiples und Skulpturen ergänzt werden.
„Jason Rhoades, Four Roads“ wurde vom Institute of Contemporary Art, University of Pennsylvania organisiert und von ICA Chief Curator, Ingrid Schaffner, kuratiert. Die Ausstellung wurde durch das Pew Center for Arts & Heritage ermöglicht und ist eine Kooperation zwischen dem Institute of Contemporary Art, University of Pennsylvania, der Kunsthalle Bremen und BALTIC, Center for Contemporary Art, Gateshead.

Bernhard Schreiner – Power Supply

Unter Stichworten wie Sonische Kunst (Sonic Art) oder Transmission Art entwickeln seit einigen Jahren bildende Künstlerinnen und Künstler ein erneuerten Verständnis des Akustischen in der bildenden Kunst. Einige nehmen dabei bewusst Bezug auf frühe Überlegungen des amerikanisch-australischen Kunsttheoretikers Douglas Kahn („Anmaßung der Musik“). Andere erspüren ein Fehl-Lesen und Miss-Sehen ihres Schaffens auf Grund einer musikalischen Umklammerung und suchen deshalb nach Möglichkeiten der ästhetischen Befreiung.
Dies ist unser Ausgangspunkt zur Ausrichtung der ersten Einzelausstellung in München des Frankfurter Künstlers Bernhard Schreiner (*1971 in Mödling bei Wien). Die Ausstellung will Schreiners Überlegungen zum Akustischen in den Vordergrund stellen. An Hand seiner sonischen, raumfüllenden Arbeitsweise soll die grundsätzlichere Frage diskutiert werden: Was macht die bildende Kunst mit dem Hören, und warum verträgt sich das nicht mit der Musik?
Neben einer Auswahl an Papierarbeiten und Plastiken im Parterre der Ausstellung zeigt Bernhard Schreiner im Obergeschoss die eigens für den Kunstraum realisierte neue Arbeit: „Power Supply“ (Netzanschluss).

Kuratiert wird die Ausstellung von Ralf Homann.