Pompeji. Götter, Mythen, Menschen

Erstmals wird einer der größten Stadtpaläste Pompejis vollständig in einer Ausstellung
gezeigt. Die Präsentation im Bucerius Kunst Forum ist angelehnt an die Architektur des
Hauses. Sie zeigt die prachtvolle Ausstattung in ihrem ursprünglichen Kontext. Die
außergewöhnlich großformatigen Wandmalereien, Bronzefiguren, Reliefs und Portraits zählen
künstlerisch zu den qualitätsvollsten der Vesuvstadt. Mit über 80 herausragenden Leihgaben
des Archäologischen Nationalmuseums Neapel wird das Leben der Menschen in der Antike
und die Rolle der Kunst in ihrem Alltag erfahrbar.
Im antiken Pompeji schmückten die Bürger ihre Wohnräume mit Bildern mythischer Liebespaare,
schwebender Göttergestalten und Gartenszenen. Diese Wandbilder gehören zu den am besten
erhaltenen Zeugnissen der römischen Malerei. Die Ausstellung Pompeji. Götter, Mythen, Menschen
im Bucerius Kunst Forum zeigt die Entwicklung der pompejanischen Bildwelten von ihren Anfängen
bis zum Untergang der Stadt beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. Die ältesten Fresken
imitieren farbigen Marmor, später kamen perspektivische Darstellungen von Heiligtümern,
Landschaften mit Villen, Stillleben und Mythenbilder in Mode.
Im Zentrum steht das Haus des Kitharaspielers, dessen großformatige Malerei und prunkvolle
Ausstattung erstmals in einer Ausstellung versammelt sind. Die Casa del Citarista erzählt die
Geschichte der Popidier, einer der reichsten und angesehensten Familien Pompejis, die den
Stadtpalast seit der Errichtung um 300 v. Chr. über Generationen erweiterte. Eine lebensgroße Statue
des Apoll mit der Kithara gab dem Hauskomplex seinen Namen. Drei große, von durchgehenden
Säulenhallen umgebene Gärten bildeten das Zentrum des fast 3.000 Quadratmeter großen
Gebäudes. Skulpturen und Reliefs aus Bronze und Marmor verzierten die Gärten, kostbare
Brunnenfiguren aus Bronze dienten als Wasserspeier. Zwei bis drei Meter hohe Wandmalereien
zeigen Portraits von Dichtern und Philosophen, aufwändige Villenanlagen und mythologische Szenen,
wie die Auffindung Ariadnes oder die erotische Begegnung von Mars und Venus. Statuen, Statuetten
und Altäre sind als Zeugnisse des Hauskults ebenso erhalten wie Reste der Möbel und der Schmuck
der Hausbewohner, der auf der Flucht vor der Eruption des Vesuvs zurückblieb. Eigens für die
Ausstellung wurden einige Fresken, ein Mosaik und eine Statuette mit Mitteln der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius restauriert.

Die von Valeria Sampaolo und Andreas Hoffmann kuratierte Ausstellung macht anhand der über 80
Exponate aus der Sammlung des Archäologischen Nationalmuseums Neapel die Bedeutung des
Stadtpalastes, der zu den größten Pompejis gehörte, erstmals wieder erfahrbar. Die Präsentation der
prachtvollen Ausstattung ist angelehnt an die Architektur der ursprünglichen Räume und führt die
verschiedenen Funktionsbereiche des Hauses vor Augen. Die Wandmalereien, Bronzefiguren, Reliefs
und Portraits zeugen vom Luxus und Kunstverstand der Antike. Sie zählen künstlerisch zu den
qualitätsvollsten der Vesuvstadt. Pompeji. Götter, Mythen, Menschen veranschaulicht das Leben der
Menschen in der Antike und zeigt die große Präsenz der Kunst in ihrem Alltag. Die Schau vermittelt
einen Eindruck vom Zustand des Hauses kurz vor dem Vulkanausbruch. Eine digitale Rekonstruktion
der Casa del Citarista, die in Zusammenarbeit mit dem Museo Archeologico Virtuale in Herculaneum
entsteht, ergänzt die Ausstellung.
Der Ausstellungskatalog mit Beiträgen von Bettina Bergmann, Stefano De Caro, Andreas Hoffmann,
Carol C. Mattusch, Henrik Mouritsen, Valeria Sampaolo und Andrew Wallace-Hadrill erscheint im
Hirmer Verlag, München (ca. 220 Seiten mit farbigen Abbildungen aller ausgestellten Werke, 29 € in
der Ausstellung).

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Soprintendenza per i Beni Archeologici und dem
Archäologischen Nationalmuseum in Neapel.

CANALETTO

Bernardo Bellotto malt Europa
Unter dem Künstlernamen „Canaletto“ führten Bernardo Bellotto (1722–1780) und sein Onkel und Lehrer, Giovanni Antonio Canal (1697–1768), die Tradition der venezianischen Vedutenmalerei zu ihrem Höhepunkt. Bellottos Blicke auf Stadt, Land und Leute – von Venedig über Dresden und Wien bis nach Warschau – sind Ikonen der Malerei und Geschichte des 18. Jahrhunderts. Sie faszinieren durch das Wechselspiel von dokumentarischer Präzision und künstlerischer Freiheit.

Mit zahlreichen internationalen Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen präsentiert die Alte Pinakothek die erste umfassende Ausstellung von Bellottos Œuvre in Deutschland seit bald 50 Jahren. Hauptwerke aus allen Schaffensphasen bieten die einmalige Gelegenheit, den  Maler auf seinen Wegen durch das Europa der Aufklärung zu begleiten.

Schon früh gewann Bellotto neben dem englischen Adel auch fürstliche Auftraggeber für seine repräsentativen Darstellungen von Städten, Schlössern, Villen und Festungen. In Dresden und Warschau wurde er schließlich zum hoch dotieren Hofmaler ernannt.
1761 war er zu Gast in München. Hier malte er für den bayerischen Kurfürsten Max III. Joseph ein weites Panorama der Stadt und zwei Ansichten von Schloss Nymphenburg. Diese Großformate, die Bellottos souveräne Meisterschaft beispielhaft verkörpern, sind anlässlich der Ausstellung restauriert worden und haben so ihre ursprüngliche Strahlkraft zurück gewonnen.

Sie stehen im Zentrum der Präsentation von über 65 Gemälden, Zeichnungen und Radierungen, unter denen besonders auch die einfühlsamen Landschaftsbilder und virtuosen Architekturfantasien dazu einladen, Bellottos künstlerisches Selbstverständnis neu zu entdecken. Gegenüberstellungen von Gemälden und Studienzeichnungen erschließen die komplexen Arbeitsprozesse der wirklichkeitsnahen Darstellungen, die der Künstler mit Hilfe der Camera obscura vorbereitete. Als scheinbar authentische Momentaufnahmen weisen Bellottos Stadtansichten auch im Bildaufbau und im Umgang mit Licht und Schatten auf die Fotografie voraus. Sie sind jedoch ausnahmslos idealisierend komponiert und entwerfen ein besonders typisches, wahrhaftigeres Bild der Wirklichkeit. So kennzeichnet ein fortschrittliches Bewusstsein für die Vorgänge der menschlichen Wahrnehmung und des individuellen Erinnerns Bellottos Schaffen.

Vier aktuelle München-Ansichten, die der Fotograf Elmar Haardt in Auseinandersetzung mit Bellottos Werken aufgenommen hat, begleiten die Präsentation und eröffnen einen künstlerisch wie historisch spannungsreichen Dialog, der die spezifischen Qualitäten der alten und neuen Veduten schlaglichtartig erhellt.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher, reich bebilderter Katalog in deutscher und englischer Ausgabe im Hirmer Verlag.
344 Seiten, 305 farbige Abbildungen | ISBN 978-3-7774-2246-6 | 39,90 Euro (im Museum)

Förderer
Ernst von Siemens Kunststiftung, Art Mentor Foundation Lucerne, Air Dolomiti, Regione Veneto, Metzler Private Banking, Lions-Club München Alt-Schwabing
Medienpartner
Bayern 2, All About Italy
Hotelpartner
Hotel Bayerischer Hof, H’Otello

Kurator:
Dr. Andreas Schumacher

Wissenschaftliche Mitarbeit:
Dr. Julia Thoma, Theresa Wagener

CANALETTO
Bernardo Bellotto, Der Bacino di San Marco an Christi Himmelfahrt, ca. 1740
© From the Castle Howard Collection / Reproduced by kind permission of
The Hon. Simon Howard

VENEDIG SEHEN… MALEREI DES 18. JAHRHUNDERTS – FOTOGRAFIE VOR 1900

AUS DER SAMMLUNG DIETMAR SIEGERT

Eine spektakuläre Erwerbung für die Neue Pinakothek
Die Neue Pinakothek ist nicht nur ein Haus der Malerei und der Skulptur des 19. Jahrhunderts, sondern künftig auch der Fotografie: In einer großartigen mäzenatischen Initiative hat der Pinakotheks-Verein gemeinsam mit der Ernst von Siemens Kunststiftung und dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband die bedeutende Sammlung italienischer Fotografien des Münchner Sammlers Dietmar Siegert erworben und sie der Neuen Pinakothek als Dauerleihgabe übergeben. Dort verstärkt sie entscheidend einen der großen Schwerpunkte der Sammlung: die romantische Italiensehnsucht, eine der tragenden Säulen der Neuen Pinakothek seit den Tagen Ludwigs I.. Zugleich eröffnet sie eine neue Perspektive für dieses Haus. Die Fotografie tritt als  gleichberechtigtes bildkünstlerisches Medium neben Malerei und Skulptur und ermöglicht damit einen umfassenden Blick auf die Epoche des 19. Jahrhunderts.

Die rund 9500 Fotografien umfassende Italiensammlung von Dietmar Siegert ist eine der umfangreichsten und bedeutendsten privaten Sammlungen dieser Art. Sie dokumentiert in einzigartiger Weise die Entwicklung der Fotografie in Italien von den Anfängen in den 1840er Jahren bis in die Zeit um 1900. Nicht nur die großen kunst- und kulturhistorischen Zentren wie Venedig, Florenz, Rom und Neapel sind mit einer überwältigenden Vielzahl von Aufnahmen vertreten, sondern auch entlegene Regionen und Orte, von denen es oftmals überhaupt nur sehr wenige Fotografien aus dieser frühen Zeit gibt.

Die Sammlung umfasst die bedeutendsten in Italien tätigen Fotografen in teils umfangreichen Konvoluten: etwa Giacomo Caneva (1813-1865), der zu den interessantesten und facettenreichsten Akteuren in Rom gehört und von dem mehr als einhundert seiner raren, sehr gesuchten frühen Kalotypien vorhanden sind; James Anderson (1813-1877), wie Caneva zunächst Maler, als Fotograf dann zusammen mit Robert MacPherson (1814-1872) stilprägend für die frühe römische Architektur- und Landschaftsfotografie; oder Domenico Bresolin (1813-1900), dessen frühe Venedig-Fotografien zu den schönsten Architekturaufnahmen der Zeit gehören, auch er mit mehr als einhundert Aufnahmen in der Sammlung vertreten. Einen eigenen, umfangreichen Sammlungskomplex bilden die Fotografien von Giorgio Sommer (1834-1914), der, aus Frankfurt am Main stammend, sich in Neapel niedergelassen und von dort aus ein Bildkompendium vor allem des italienischen Südens und Siziliens geschaffen hat. In der Sammlung Siegert ist das Werk Sommers mit mehr als 2000 Fotografien in einzigartiger Breite dokumentiert. Hinzu kommt eine große Zahl reisender Fotografen aus England, Frankreich und Deutschland, darunter Pioniere der frühen Fotografie wie Calvert Richard Jones (1802-1877), von dessen sehr seltenen, während seiner Italienreise 1845/46 entstandenen Kalotypien sich drei in der Sammlung befinden.

Weitere Aufnahmen zeigen historische Ereignisse, darunter einige besonders seltene Aufnahmen von den Schlachtfeldern Giuseppe Garibaldis von Stefano Lecchi (1804-1859/63) als früheste Beispiele der Kriegs- und Reportagefotografie (1849!). Die Sammlung insgesamt besitzt eine enorme kulturgeschichtliche Bedeutung, nicht nur als Bildkompendium der Landschaften und Städte sowie der Geschichte Italiens, sondern auch für die Entwicklung des fotografischen Italienbildes, das die Wahrnehmung dieses Landes geprägt und auch die Selbstwahrnehmung seiner Bewohner beeinflusst hat.

Die Erwerbung bindet nun diese außergewöhnliche Sammlung dauerhaft an die Neue Pinakothek, die, wie auch die Sammlung Schack, mit den Werken der Nazarener, der romantischen Landschaftsmalerei und der Kunst der Deutsch-Römer seit den Tagen ihrer Gründung einen ausgeprägten Italienschwerpunkt und damit vielfältige Anknüpfungspunkte für die Einbindung der Fotografie besitzt.

Die Erwerbung der Sammlung Siegert markiert einen neuen Höhepunkt des Engagements des Pinakotheks-Vereins und beschert der Neuen Pinakothek den bedeutendsten Zuwachs ihrer Bestände seit Jahrzehnten. Die Ernst von Siemens Kunststiftung bekräftigt mit ihrem Anteil an der Förderung ihren fortwährend hohen Einsatz zugunsten der Münchner Pinakotheken. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband setzt mit seinem Beitrag die bereits seit Jahren gepflegte Förderung der künstlerischen Fotografie fort.

Fotografie in der Neuen Pinakothek
Die Fotografie besitzt in der Neuen Pinakothek eine Tradition, die bis in die Gründungszeit des Museums zurückreicht. Bereits zu Zeiten Ludwigs I. waren im sogenannten Vedutensaal Fotografien aus Italien und Griechenland neben gemalten Ansichten aus den Mittelmeerländern ausgestellt,.
Im Verbund der Münchner Pinakotheken bedeutet die Erwerbung der Italiensammlung von Dietmar Siegert eine weitere Stärkung des Schwerpunkts Fotografie, der bisher allein der Fotografie des 20. und 21. Jahrhunderts in der Pinakothek der Moderne gegolten hat. Mit der Erwerbung der Italiensammlung von Dietmar Siegert besitzen die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen nun auch einen kostbaren Schatz an Fotografien des 19. Jahrhunderts. Dass dieser Zuwachs im Jahr des 175. Jubiläums der Erfindung des fotografischen Verfahrens durch Louis Daguerre gefeiert werden kann, ist dabei eine schöne, glückliche Fügung.

Die Ausstellung: »Venedig sehen…«
In der Neuen Pinakothek werden die Fotografien der Sammlung Siegert künftig in wechselnden Präsentationen in den Dialog mit Gemälden der Sammlung treten. Den Anfang macht ab dem 9. Oktober eine Schau unter dem Titel »Venedig sehen…«, in der venezianische Veduten des 18. Jahrhunderts aus der Alten Pinakothek mit frühen Venedig-Fotografien gezeigt und damit vergleichende Perspektiven auf die Serenissima aus den Blickwinkeln unterschiedlicher Medien und Epochen ermöglicht werden. Die gemalten Veduten und die Fotografien sind nicht nur durch gemeinsame Motive wie Canale Grande oder Rialtobrücke miteinander verbunden: Die Camera obscura als technische Vorrichtung, die mittels einer optischen Linse das Bild der Außenwelt auf eine Fläche projiziert, ist sowohl Ahnherrin der Fotografie als auch instrumenteller Ausgangspunkt für die berühmten Stadtansichten Canalettos oder Bellottos.

Während Guardi und Marieschi in ihrem Gemälden aber das lebendige Treiben einer pulsierenden Stadt betonen, entsteht in den Aufnahmen der Fotografen Domenico Bresolin, Antonio Perini, Carlo Ponti und Carlo Naya ein anderes Venedigbild: Die einstige Metropole der früheren Adelsrepublik erscheint als eine dem Verfall preisgegebene Kulisse aus historischen Monumenten. Im Fokus auf das ausgewählte Detail, in der Erkundung unterschiedlicher Lichteffekte und der Wahl ungewöhnlicher Blickwinkel wird bei aller dem Medium eigenen Abbildfunktion ein eigener ästhetischer Anspruch erkennbar. Venedig war – das belegen Gemälde und Fotografien – nicht nur ein faszinierendes und unterschiedlich interpretierbares Bildtthema, sondern immer auch Anreiz zur kreativen Erprobung der künstlerischen Möglichkeiten des jeweiligen visuellen Mediums.

EIN UMHERSCHWEIFENDER KÖRPER. SERGIO ZEVALLOS IN DER GRUPPE CHACLACAYO

Die Ausstellung gibt einen umfassenden Einblick in das aus Zeichnungen,
Collagen, Fotografien, Installationen und Performances bestehende Werk des
1962 in Lima geborenen Künstlers Sergio Zevallos. Im Zentrum stehen dabei
jene Arbeiten, die er in den 1980er- und 1990er-Jahren als Mitglied der
Gruppe Chaclacayo (1982 –1994) entwickelt hat.

Zevallos’ Werke kreisen um die Beziehungen zwischen Körper, Sexualität, Religion und gesellschaftspolitischen Macht- und Gewaltverhältnissen – Letzteres vor allem im Kontext der bewaffneten politischen Konflikte der 1980er-Jahre in Peru.

Meschac Gaba: Museum of Contemporary African Art

Ausstellung in Kooperation mit TATE Modern
Vom 20. September bis 16. November 2014 präsentiert die Deutsche Bank KunstHalle die Ausstellung „Meschac Gaba: Museum of Contemporary African Art“.
Das „Museum of Contemporary African Art“ (1997–2002) ist eine begehbare Installation, die das Wesen des Museums untersucht und überkommene Vorstellungen
von afrikanischer Kunst infrage stellt. Im Lauf von fünf Jahren entwickelte Gaba zwölf Räume, von denen nun sieben in Berlin zu sehen sind.
Zugleich markiert die Ausstellung den Auftakt der neuen Kooperation zwischen Deutsche Bank KunstHalle und TATE Modern, in deren Rahmen in den kommenden Jahren drei
gemeinsame Ausstellungen realisiert werden. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit speziellen Fahrradtouren, Dinnerperformances, Tarotkartenlesungen und Workshops begleitet die Schau.

HUMANIST SPACE
Im „Humanist Space“ stehen vor der KunstHalle acht goldene Fahrräder des „Museum of Contemporary African Art“ den Besuchern zur Verfügung.
Der „Humanist Space“ verweist auf die stereotype Assoziation von Afrika mit humanitären Belangen und erweitert das „Museum of Contemporary Art“
gleichzeitig in den öffentlichen Raum. Die Fahrräder können stundenweise ausgeliehen werden und werden für besondere Touren während der Ausstellung genutzt.

Touren:
„Öffentliche oder private Kunst? – Kunst im Spannungsfeld zwischen Streetart, musealer Institution und Privatsammlung“ (21.9., 19.10., 16.11.)
„Religionen in Berlin – religiöse Vielfalt und ihre Bedeutung für die Entwicklung der Stadt, ihrer Kunst und Architektur“ (5.10., 2.11.)
jeweils 15.30 – 18 Uhr
In Zusammenarbeit mit: berlinonbike
Informationen und Anmeldung unter: db.kunsthalle@db.com oder 030-20209311

Fette Beute. Reichtum zeigen

Mit der Ausstellung „Fette Beute“ widmet sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) der Darstellung von Reichtum und der Selbstdarstellung von Reichen in der Fotografie und den Massenmedien. Während die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird, wird Reichtum offenbar immer exzessiver vorgezeigt. In einer umfassenden Ausstellung wurde dieses Phänomen bisher noch nicht behandelt. „Fette Beute“ versammelt 20 zeitgenössische internationale Positionen, darunter künstlerische Arbeiten, Reportage-Fotografie, Dokumentarfilme und Videoarbeiten von Tina Barney, Gabriel Mascaro, Martin Parr, Julika Rudelius, Juergen Teller, Paolo Woods u.a. Hinzu kommen Amateuraufnahmen aus dem Fotosharing-Portal Instagram und Ausschnitte aus dem Reality-TV-Format „Rich Kids of Beverly Hills“. Die thematischen Kapitel werden durch 13 historische Pendants aus der Zeit vor der Jahrhundertwende bis zum Bildjournalismus der 1960er Jahre ergänzt. Dazu zählen Aufnahmen von Jacques Henri Lartigue, Lisette Model, Regina Relang, Edward Steichen u.a. Die 150 Werke umfassende Ausstellung nähert sich dem Thema mit soziologischem Interesse. Sie fragt nach kulturellen Prägungen und nationalen Unterschieden von Reichtum, nach den Auswirkungen der Globalisierung auf die Darstellung von Luxus, beleuchtet die Motivation und Rolle von Zeigenden und Betrachtern und reflektiert den Wandel der Bildmedien.

„Niemand hat, soweit ich weiß, das soziale Phänomen des Reichtums fotografiert“, äußerte 1964 die Fotografin Dorothea
Lange, die ihr Leben der Dokumentation von Armut gewidmet hat. Tatsächlich ist Reichtum im Verhältnis zu Armut sehr viel seltener Thema sozialdokumentarischer Fotografie gewesen. Dies liegt zum Teil daran, dass sich die privilegierte Schicht den forschenden Blicken der Fotografen entzieht und bewusster die Bildproduktion steuert. Seit den 1980er Jahren aber gehen renommierte Fotografen dem Phänomen nach; oftmals stammen sie selbst aus gehobenen Verhält-nissen. Neben sozialdokumentarischen und künstlerischen Projekten wirft die Ausstellung einen Blick auf die Darstellungskonventionen in der Reportage-Fotografie und auf die Selbstdarstellung junger Reicher in Fotosharing-Portalen und Fernsehformaten. Reality TV-Sendungen wie „Rich Kids of Beverly Hills“ und die in den letzten Jahren aufgekommene Handy- und Tagebuchfotografie, die in Blogs wie „Rich Kids of Instagram“ auf Webportalen geteilt, kommentiert und ausgestellt werden, sind von der Geste des Zeigens geprägt. Mit den neuen medialen Verbreitungsmög-lichkeiten kann jeder zum Reporter der eigenen Lebensumstände werden, der Blogger wird zum Paparazzo in eigener Sache; Printmedien, Internet und TV präsentieren die Insignien einer neuen ultrareichen Gesellschaftsschicht: goldene Mobiltelefone, eine goldene Kalaschnikow oder die Quittung einer Champagnerflasche für 100.000 Euro. Die Ausstellung fragt, welche Rolle die Fotografie für die Selbstinszenierung spielt, und wie sie als Medium den Blick auf das Phänomen „Reichtum“ lenkt.

Das Verhalten Wohlhabenden gegenüber ist ambivalent: Einerseits werden sie um ihren Reichtum beneidet, andererseits bereitet selten etwas so viel Vergnügen wie der Anblick von Neureichen und ihr vermeintlich schlechter Geschmack, der in eigenen Realtiy TV-Formaten wie „Die Geissens“ vorgeführt wird. Daneben beschäftigt sich die Schau mit den Repräsentationsansprüchen, den kulturellen Prägungen und dem Habitus der Reichen, die sich in Porträts spiegeln. Aufnahmen aus China, Russland und Brasilien knüpfen an koloniale Darstellungsmuster des 19. Jahrhunderts an und thematisieren damit die Auswirkungen der Globalisierung. Die räumliche Abgrenzung der Wohlhabenden und die Demonstration von Machtstrukturen werden anhand der „Orte des Reichtums“ zur Diskussion gestellt. An diesen Orten der Macht scheinen Fotografen und Filmer aufgefordert, die Autorität der Kamera ins Feld zu führen.

Arm und Reich
Den Auftakt der Ausstellung bildet das Projekt „Rich and Poor“ des US-amerikanischen Fotografen Jim Goldberg. In seinem Porträtprojekt (1977-1985) stellt er Arm und Reich einander gegenüber und fragt danach, welchen Stellenwert Geld in der Gesellschaft hat. In den Kommentaren der Porträtierten, die auf den Fotografien zu lesen sind, wird deutlich, dass Geld eine wesentliche Rolle dabei spielt, wie sich Menschen in der Gesellschaft einordnen und ob sie ihr Leben als gelungen verstehen. Das historische Pendant zu dieser Serie bilden die Porträts des in Hamburg geborenen Briten Bill Brandt. Für sein Buch „The English at Home“ setzt er 1936 der sozialen Not der englischen Arbeiterklasse das mondäne Leben der Oberschicht entgegen. Im Rahmen der Ausstellung sind Goldbergs und Brandts Arbeiten die einzigen, die Reichtum und Armut unmittelbar gegenüberstellen. Gleichzeitig sind sie beispielhaft für das Anliegen der sozialdokumentarischen Fotografen, über gesellschaftliche Phänomene aufzuklären. Diese Absicht schwingt bei vielen gezeigten Arbeiten mit.

Die feine Gesellschaft
Bälle, Opern oder Pferderennen sind traditionell Anlässe zu denen sich die gehobene Gesellschaft trifft. Die Fotografen rücken die aufwendigen und kostspieligen Kleider, den opulenten Schmuck und das ausgelassene Fest ins Bild. Der ironische Blick auf die „feine“ Gesellschaft begleitet die Arbeit der Fotografen und zeigt auch die Ambivalenz von Reichtum. So hält der Schweizer Jakob Tuggener fasziniert die rauschende Stimmung der Ballnächte der High Society fest, zeigt jedoch auch Stillleben von ausufernden Genüssen, die sozialkritisch gelesen werden können. Die Porträts der Amerikanerin Lisette Model auf der „Promenade des Anglais“ im französischen Badeort Nizza bleiben mehrdeutig. Die Gesichter der Fotografierten werden durch sie zu Karikaturen von Reichen. Die „feine“ Gesellschaft nehmen auch der Brite Martin Parr und der Niederländer Otto Snoek in den Blick und übersteigern sie. Mit entlarvender Geste fokussieren sie auf Haut, Frisuren, Kleider und Juwelen und enttarnen jene Momente, in denen das sorgfältig arrangierte Make-up sich als Maske entpuppt und die Gestik und Mimik zum Zerrbild des demonstrativen Vorzeigens werden.

Globalisierter Reichtum
Wie wird der Reichtum verschiedener Ländern dargestellt? Gibt es Unterschiede in der Selbstinszenierung von Wohl-stand zwischen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern? Wie spiegelt sich die Veränderung der Einkommens-verhältnisse im Alltag und in der Selbstdarstellung der Bevölkerung wider? In Staaten wie Brasilien, Russland und China, die durch politische und wirtschaftliche Transformationsprozesse große Veränderungen in der Einkommensverteilung durchlaufen, scheint das Thema besonders virulent. Die Amerikanerin Tina Barney dokumentiert in ihrem Projekt „The Europeans“ ab 1996 die selbstverständliche Gesetztheit der wohlhabenden Familien im „alten Europa“. Die weiße Geld-Elite, die Lamia Maria Abillama in „Ladies of Rio“ in der südamerikanischen Metropole porträtiert, umgibt sich mit den Insignien dieses alten Reichtums. Ihre Wohnungen schmücken sie etwa mit altniederländischer Malerei und kostbaren antiken Möbeln. Die Auswirkungen des globalisierten Reichtums verhandelt der Holländer Paolo Woods. Er zeigt in seiner Arbeit „La Chinafrique“(2007) neokoloniale Tendenzen. Die chinesischen Investoren, die er in Nigeria fotografiert, manifestieren ihren Status, indem sie ihr hierarchisches Verhältnis zu den nigerianischen Arbeitern betonen. Der südafrikanische Fotograf Muntu Vilakazi beobachtet von 2009 bis 2013 in „Politics of Bling“ wiederum das große Bedürfnis der aufsteigenden südafrikanischen Mittelklasse nach materiellem Besitz.

Die Orte des Reichtums
Die Orte des Reichtums zeichnen sich durch ihre Exklusivität aus. Zahlreiche Fotografen beschäftigen sich mit ihrer begrenzten Zugänglichkeit und setzen sich mit dem Verhältnis von Macht und Architektur auseinander. Der US-Amerikaner Jim Dow zeigt die mit wertvollen Möbeln und Materialen ausgestatteten Clubräume der privaten Zirkel von New York City, wie die „Harvard Hall“ oder den „Metropolitan Club“. Gabriel Mascaro interviewt 2009 in seinem Dokumentarfilm „High-rise“ neun vermögende Brasilianer zu ihren Penthäusern und ihrem Leben “at the top“. Die amerikanischen Fotografen Julius Shulman und Slim Aarons fotografieren die repräsentative Architektur privater Anwesen vor Ort, während sich der französische Paparazzi-Fotograf Sébastien Valiela zwischen 2005 und 2008 den Besitztümern kalifornischer Stars mit Drohnenkameras nähert. Giacomo Bianchetti verhandelt in „Can I?“ den Zugang zu den abstrakten Orten des Geldes, indem er seine Kamera vor den Eingangsbereichen börsennotierter Unternehmen in der Schweiz platziert und die Gespräche aufzeichnet, die er vor Ort mit Sicherheitskräften führt.

Born Rich
Die Fotografie war in ihren Anfängen zunächst ein kostspieliges Hobby für Gutbetuchte. Jacques Henri Lartigue, Sohn wohlhabender Eltern, fotografierte seit Anfang des 20. Jahrhunderts Freunde und Verwandte bei ihren extravaganten und exklusiven Hobbies. Fasziniert von der neuen Geschwindigkeit, fing er Tempo und Bewegung beim Flugsport und bei Autorennen ein. Die vermögenden Foto-Amateure von heute beschränken sich auf das Abbilden ihres Lifestyles mit schnellen Handy-Aufnahmen, die auf dem Internet-Portal „Rich Kids of Instagram“ in einem Tumblr-Blog zusammen-gefasst sind. Dort repräsentieren typische Luxusgüter den „demonstrativen Konsum“: teure Uhren, Sportwagen, ausladende Treppenaufgänge, Swimmingpools,  Champagnerrechnungen. In beiden Fällen sind es die Reichen selbst, die mit solchen Bildern Einblicke in eine Welt geben und den meisten Betrachtern die Rolle von außenstehenden Voyeuren zuweisen. Reich geboren zu sein, bedeutet auch, einen Habitus spielerisch eingeübt zu haben. Diese Rituale macht Julika Rudelius 2009 in ihrem Video „Dressage“ zum Thema. Junge Mädchen kleiden sich in hochpreisige Fashionlabels und schminken sich gekonnt. Das Rollenspiel bricht jedoch auf und die Szene entwickelt sich zu einem vergeblichen Ausbruchsversuch aus der vorbestimmten Welt.

Prestigeobjekte
Typische Statussymbole können auch Gemälde und Kunstobjekte sein. Sie finden sich in vielen Darstellungen, die Reiche in ihrer häuslichen Umgebung zeigen, wie etwa bei den Aufnahmen von Tina Barney oder Lamia Maria Abillama. Eine Reihe zeitgenössischer Künstler hat die Funktion der Kunst als Prestigeobjekt selbst zum Thema gemacht. Louise Lawler untersucht, was sich mit der Platzierung eines Werks im Sammlerhaushalt ändert und hinterfragt den dekorativen Charakter von Kunst. Wie verändert sich etwa unser Blick auf einen Jackson Pollock, wenn unterhalb des Gemäldes eine Porzellanterrine mit farblich korrespondierendem Dekor platziert wird? Kunstwerke können kulturelles Kapital generieren und den Käufer so über den herkömmlichen Geschmack und den rein materiellen Konsum erheben. Ausgangspunkt für Christian Jankowskis Arbeit „The Finest Art on Water“ war das Eintreffen der Superyacht des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch anlässlich der Biennale von Venedig 2011. Der Künstler bietet in Kooperation mit den Bootsherstellern Riva und CRN 2011 auf der Londoner Kunstmesse Frieze zwei Luxusyachten zum Kauf an und macht damit typische Spielzeuge Megareicher zu Skulpturen. Der potentielle Käufer soll entscheiden, ob er die Objekte als Gebrauchsgegenstand oder als Kunstwerk erwerben würde. Das Boot als Kunstwerk hat dabei den höheren Preis.

Zeitgenössische Künstler: Lamia Maria Abillama (LB), Tina Barney (US), Giacomo Bianchetti (IT), Jim Dow (US), Francesco Giusti (IT), Jim Goldberg (US), Lauren Greenfield (US), Christian Jankowski (DE), Louise Lawler (US), Gabriel Mascaro (BR), Martin Parr (GB), Julika Rudelius (NL), Anna Skladmann (US), Otto Snoek (NL), Juergen Teller (DE), Sébastien Valiela (FR), Muntu Vilakazi (ZA), Paolo Woods (NL), ausgewählte Aufnahmen unterschiedlicher Amateure aus dem Blog „Rich Kids of Instagram“ (US), ausgewählte Ausschnitte aus dem TV-Format „Rich Kids of Beverly Hills“ (US)   |   Historische Positionen: Slim Aarons (US), Bill Brandt (UK), Thomas Hoepker (DE), Jacques Henri Lartigue (FR), Robert Lebeck (DE), Lisette Model (US), Regina Relang (DE), Julius Shulman (US), Edward Steichen (US), Max Scheler (DE), Jakob Tuggener (CH), Emil Puls (DE), Hermann Rückwardt (DE), Weegee (US)

Kooperationspartner: In Zusammenarbeit mit der Zeitschrift „POP. Kultur und Kritik“ erscheint im September 2014 ein Themenheft. In Kooperation mit dem Institut für Kunst und visuelle Kultur der Universität Oldenburg findet ein Projekttag statt.

Katalog: Der Katalog mit Beiträgen von Thomas Hecken, Monica Titton, Christoph Ribbat und Esther Ruelfs erscheint im Kerber Verlag, 200 Seiten, 24,90 Euro

Die Ausstellung wird durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert.
www.propaganda1418.de

Michael Sailstorfer: Kopf und Körper

Der in Berlin lebende Bildhauer und Installationskünstler Michael Sailstorfer (*1979) zählt zu den wichtigsten Impulsgebern seiner Generation und arbeitet seit über zehn Jahren an einer national wie international wahrgenommenen Erweiterung des Skulpturbegriffs. Sein Werk ist in Nordrhein-Westfalen bisher mit großem Interesse verfolgt worden („Clouds“ in der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf, „Hoher Besuch“ im Skulpturenpark Köln, „Schwarzwald“ im Leopold-Hoesch-Museum in Düren, „Pulheim gräbt“ u.a.). Ein besonderes Charakteristikum seiner Arbeit besteht in der Verschränkung von Dingen und Materialien des Alltags mit einer neuen, oft metaphysisch-ironischen Bedeutung.

Mit dieser Strategie des sinnfälligen Wechselns zwischen Realitätsebenen versteht er sich einerseits in der Nachfolge von Marcel Duchamp und Joseph Beuys und distanziert sich andererseits von deren avantgardistischem Sendungsbewusstsein durch einen programmatischen Pragmatismus.

Obwohl Michael Sailstorfer bereits eine beachtliche Reihe von Einzel- und Gruppenausstellungen in renommierten Institutionen vorweisen kann, gab es noch keine größere Übersichtsausstellung seines Werkes in einem Museum. Diesem Desiderat möchte das Museum Kurhaus Kleve abhelfen, indem es Michael Sailstorfer eine Präsentation in seiner gesamten unteren Etage widmet, wo dieser einen stringenten Parcours durch das Labyrinth seiner bisherigen skulpturalen Fragestellungen entwickelt hat. Von besonderem Interesse ist dabei die Durchdringung von Innen/Außen und von Natur/Skulptur, die sowohl durch die singuläre Architektur des Hauses als auch durch die Spezifik der Arbeiten nahegelegt wird.

Eigens für die Ausstellung im Museum Kurhaus Kleve wurde die Arbeit „Kopf und Körper“ (2014) realisiert. Die Grundlage bildet die schematische Darstellung eines Gesichts, das an das Kindchenschema von Konrad Lorenz erinnert – eine Kombination an Merkmalen des Kleinkindergesichts wie überdimensionaler Kopf mit großen runden Augen, kleiner Nase und kleinem Kinn, die als Schlüsselreize für Pflegeverhalten gelten. Durch verschiedene Mittel wie dem Einsatz von schweren gusseisernen Technikteilen in Übergröße entfremdet Sailstorfer das bekannte Zusammenspiel an Reizen und transformiert die als niedlich und süß geltenden Attribute ins Unheimliche.

Zur Ausstellung wird ein Katalog erscheinen. Es ist eine Edition aus zehn Unikaten erhältlich, die ausschließlich im Buchladen Minerva erworben werden kann.
Die Ausstellung wird gefördert durch:

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und
Sport des Landes Nordrhein-Westfalen
www.mfkjks.nrw.de

Freundeskreis Museum Kurhaus
und Koekkoek-Haus Kleve e.V.
www.freunde-klever-museen.de
Mit freundlicher Unterstützung:

Sparkasse Kleve – Premium-Partner
des Museum Kurhaus Kleve
www.sparkasse-kleve.de

The Rilano Hotel Cleve City
www.rilano-hotel-kleve.de

WDR 3 – Kulturpartner
des Museum Kurhaus Kleve
www.wdr3.de

die zukunft der malerei – eine perspektive

Seit über 100 Jahren wird immer wieder das „Ende der Malerei“ ausgerufen. Gerade in jüngster Zeit wurden über Sinnhaftigkeit und Zukunft der Malerei kontroverse Diskussionen geführt. Vor diesem Hintergrund hat das Essl Museum im Frühjahr 2014 österreichische und in Österreich lebende Künstlerinnen und Künstler aufgerufen, sich mit ihren Werken für die Teilnahme an der Ausstellung >die zukunft der malerei< zu bewerben. Zur Einreichung zugelassen waren Malerei und auch Grafik. Aus den 756 Bewerbungen traf das Kuratorenteam des Essl Museums unter der Projektleitung von Günther Oberhollenzer eine Vorauswahl von knapp 50 Künstlerinnen und Künstlern, die in ihren Ateliers in ganz Österreich besucht wurden. Daraus wurden 23 künstlerische Positionen für die Ausstellung ausgewählt. Die Vielfalt und Qualität der Werke zeigen, dass Malerei und Grafik nach wie vor eine wesentliche Rolle in der zeitgenössischen Kunst spielen.

DIS zum kuratorischen Team der 9. Berlin Biennale berufen

Die KW Institute for Contemporary Art, Veranstalter der von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, freuen sich, die Berufung des New Yorker Kollektivs DIS mit den Mitgliedern Lauren Boyle, Solomon Chase, Marco Roso und David Toro zum kuratorischen Team der 9. Berlin Biennale bekannt zu geben. Die 9. Berlin Biennale findet im Frühsommer 2016 statt.
Die kulturellen Interventionen von DIS bespielen eine große Spannbreite unterschiedlicher Medien und Plattformen, von ortsspezifischen Museums- und Galerieausstellungen wie DIS Image Studio (2013, The Suzanne Geiss Company, New York, US), ProBio im Rahmen von EXPO 1: New York (2013, MoMA PS1, New York, US) oder Dressing the Screen (2012, für den British Council, UCCA, Peking) bis hin zu fortlaufenden Online-Projekten. Unter diesen ist besonders DIS Magazine hervorzuheben, eine virtuelle Plattform, die sich mit Kunst, Mode, Musik und Kultur beschäftigt sowie neue kreative Praktiken gestaltet und unterstützt. Jüngste Projekte beinhalten DISimages, 2013, eine professionell arbeitende Bildagentur, die Künstlerinnen und Künstler anwirbt, Bilder für den privaten und kommerziellen Nutzen zu produzieren, sowie DISown, ein Einzelhandelsunternehmen mit dem Ziel, kreative Wirtschaftsbereiche zu erweitern. Durchgängig erforschen DIS in allen ihren Arbeiten die Spannungsfelder zwischen Populärkultur und institutioneller Kritik, indem sie ihre Projekte im Internet zur Verfügung stellen – dem öffentlichsten und demokratischsten aller Foren.
Seit der ersten Ausgabe 1998 hat sich die Berlin Biennale zu einer der bedeutendsten Veranstaltungen für zeitgenössische Kunst entwickelt. Sie ist geprägt von den verschiedenen Konzepten der ernannten Kuratorinnen und Kuratoren, die aufgefordert sind, in einen Dialog mit der Stadt Berlin, ihrer Öffentlichkeit, den Kunstinteressierten sowie auch mit den Künstlerinnen und Künstlern zu treten. Die acht bisherigen Ausgaben der Berlin Biennale haben eine Vielzahl von Ausstellungsformaten untersucht und unterschiedliche kuratorische Ansichten vorgestellt.
Bisherige Kuratorinnen und Kuratoren waren:
1. Berlin Biennale (1998):     Klaus Biesenbach mit Nancy Spector und Hans Ulrich Obrist
2. Berlin Biennale (2001):    Saskia Bos
3. Berlin Biennale (2004):     Ute Meta Bauer
4. Berlin Biennale (2006):    Maurizio Cattelan, Massimiliano Gioni und Ali Subotnick
5. Berlin Biennale (2008):     Adam Szymczyk und Elena Filipovic
6. Berlin Biennale (2010):     Kathrin Rhomberg
7. Berlin Biennale (2012):     Artur Żmijewski zusammen mit den assoziierten KuratorInnen Voina und Joanna Warsza
8. Berlin Biennale (2014):     Juan A. Gaitán
Das Auswahlkomitee für die Kuratorenschaft der 9. Berlin Biennale bestand aus Elvira Dyangani Ose (Dozentin, Department of Visual Cultures, Goldsmiths, University of London), Fulya Erdemci (Kuratorin, Istanbul, TR), Susanne Gaensheimer (Direktorin, MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, DE), Edi Muka (Kurator, Public Art Agency Schweden, Stockholm), María Inés Rodríguez (Direktorin, CAPC musée d’art contemporain, Bordeaux, FR), Ali Subotnick (Kuratorin, Hammer Museum, Los Angeles, US) und Philip Tinari (Direktor, Ullens Center for Contemporary Art, Peking).

Franz Marc und Henri Matisse – Rupprecht Geiger

Franz Marc – Jenseits der Utopien
12. Oktober 2014 – 11. Januar 2015

Als Franz Marc kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs den Kriegsdienst antritt, steht er auf der Höhe seiner künstlerischen Entwicklung. Sein Glaube an eine Veränderung der Gesellschaft durch »geistige Güter«, wie bildende Kunst, Literatur und Musik war enttäuscht worden. Wie viele Intellektuelle seiner Generation projiziert Marc eine »reinigende Wirkung« für Europa auf den Krieg. Auch die letzten, vor seinem Tod am 4. März 1916, entstandenen Zeichnungen, das »Skizzenbuch aus dem Felde« thematisieren eine Neuschöpfung aus dem Chaos. Die Ausstellung zeigt, dass nach dem Krieg Künstler wie Dix, Grosz und Klee Marcs Vision angesichts der bitteren Realität nicht mehr nachvollziehen können. Gleichzeitig stellt sie dar, dass die abstrakten Tendenzen, die in Marcs Oeuvre angelegt waren, auf unterschiedliche Weise von Moholy-Nagy, Dexel und Kandinsky auch nach 1918 weiterverfolgt werden.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalogheft Franz Marc. Aufbruch, Avantgarde, Utopie, Hrsg. Von der Franz Marc Museumsgesellschaft mbH durch Cathrin Klingsöhr-Leroy

Henri Matisse – Rupprecht Geiger Kraft der Farbe
12. Oktober 2014 – 28. Februar 2015  !!!
In Kooperation mit dem Archiv Geiger

Der Zweite Weltkrieg hinterlässt tiefe Wunden, auf die die Künstler unterschiedlich reagieren. Henri Matisse und Rupprecht Geiger setzen der emotionalen und der tatsächlichen Grisaille der Nachkriegszeit die Kraft der Farbe entgegen, deren Vitalität den Betrachter umso stärker in Ihren Bann schlägt, als beide Künstler sich mit den in dieser Ausstellung präsentierten Werken, „Jazz“ (1947) und „AER“ und „PYR“ (1962), gegen zerstörerische Erinnerungen und überkommene Traditionen zu wehren scheinen. Das Künstlerbuch „Jazz“, das Henri Matisse zwischen 1940 und 1947 für den Verleger Tériade kreierte, zeigt eine Folge von 20 Farbdrucken in der aufwendigen Pochoir-Technik, die in ihrer poetischen bis abstrakten Motivik, vor allem aber in der intensiven Farbigkeit den leidvollen Erfahrungen des Künstlers unter der nationalsozialistischen „Occupation“ zu trotzen scheinen. Sein Buch sollte der Farbe gewidmet sein, eine Intention, die Matisse mit Hilfe seiner Scherenschnittentwürfe, die zu einfachen, flächigen Formen führen und dank einer Drucktechnik, die der Farbe ihre sinnliche Materialität und strahlende Intensität bewahrt, umsetzen konnte.

Rupprecht Geiger – und diese Erinnerung hat er in einem Werk notiert, das wir in der Ausstellung präsentieren – empfing einen wichtigen Impuls durch die rote Spur einer Bewegung, die er in der grauen Ruinenlandschaft Münchens wahrnahm und der er bis zum Ende seines malerischen Werkes folgte. Die je sechs Serigraphien der von der Galerie Stangl herausgegebenen Mappen „AER“ und „PYR“ übersetzen die Elemente Luft und Feuer in Farbformen. Blau und Rot: „Luft und Feuer. Die Elemente. Nicht Darstellungen, Nicht Abbilder, nicht Effekte. … aus dem Zusammentreffen von Farbe springt Vitalität“, so John Anthony Thwaites in dem Vorwort zu den beiden Mappen.

Imi Knoebel. Werke 1966 – 2014

Anlässlich seines 75. Geburtstages richtet das Kunstmuseum Wolfsburg nach fast 20 Jahren die weltweit erste umfassende Ausstellung zum Werk Imi Knoebels aus. Imi Knoebel. Werke 1966 – 2014 zeigt über 100 Gemälde, Objekte und Installationen von den Linienbildern (1966-68) über Raum 19 III (1968/2006), Eigentum  Himmelreich (1983) und den Aluminiumbildern der 1990er-Jahre bis hin zu aktuellen Arbeiten. Jedes einzelne Bild ist Teil eines sich stetig erweiternden Gesamtwerks. Bis heute greift Imi Knoebel frühere Arbeiten auf, ergänzt und erweitert sie, oder interpretiert sie neu. Dieser Schaffensprozess spiegelt sich in der Inszenierung.

Imi Knoebel, der seine Ausstellung in der großzügigen Architektur des Kunstmuseum Wolfsburg selbst inszeniert hat, platziert »drei diagonal durch den riesigen Raum gezogene Wände, damit eröffne ich Wege«. Eine Wand ist für ihn nicht einfach eine frei verfügbare Hängefläche, sondern wird Teil des Bildes und der Gestaltung. In dieser Präsentation bewegt sich der Besucher nicht nur von Werk zu Werk und von Bilderwand zu Bilderwand, sondern stellt im Durchwandern des Raumes neue Bezüge zwischen den einzelnen Bildern, den Werkgruppen und dem Ausstellungsraum her. Obgleich die Ausstellung auf nahezu 50 Jahre zurückblickt, ist sie nicht chronologisch angelegt. Zu Beginn zeigt sie, so Imi Knoebel, »eigentlich nur die Anfänge – und dann ist alles durcheinander!«

COSIMA VON BONIN

HIPPIES USE SIDE DOOR. DAS JAHR 2014 HAT EIN RAD AB.

Das mumok präsentiert discount golf clubs die bisher umfassendste Ausstellung Cosima von Bonins in Österreich. Mit über 100 Arbeiten erwartet die BesucherInnen Titleist AP2 714 Irons ein groß angelegter Überblick über das Werk der Künstlerin – von den künstlerischen Anfängen bis hin zu ganz neuen Arbeiten. Retrospektiv angelegt, Ping G30 Driver vollzieht die Ausstellung nach, wie von Bonins Arbeiten immer stärker in den Raum übergreifen.

AUGEN AUF! 100 JAHRE LEICA FOTOGRAFIE

Die Ausstellung beleuchtet in rund 14 Kapiteln Aspekte der Kleinbildfotografie − von
journalistischen Strategien über dokumentarische Ansätze bis hin zu
freien künstlerischen Positionen. U.a. werden Arbeiten von Alexander
Rodtschenko, Henri Cartier-Bresson, discount golf equipment Robert Capa, Christer Strömholm,
Robert Frank, Bruce Davidson, William Klein, Sergio Larrain, William
Eggleston, René Burri, Thomas Höpker, Ulrich Mack, Bruce Gilden,
Alex Webb präsentiert.

Ein Eintrag im Werkstattbuch belegt: Spätestens im März 1914 hatte
Oskar Barnack, Mizuno MP-69 seinerzeit Feinmechaniker bei Ernst Leitz, Wetzlar, das
erste funktionstüchtige Modell einer Kleinkamera für 35 mm-Kinofilm
fertiggestellt. Mit der kriegsbedingt erst 1925 eingeführten Leica (=
Leitz / Camera) war nicht einfach ein neuer Fotoapparat erfunden. Die
kleine, verlässliche, stets einsatzbereite, mit einem von Max Berek
eigens gerechneten Hochleistungsobjektiv ausgestattete Leica markiert
einen Paradigmenwechsel in der Fotografie. SLDR Driver Nicht nur gestattete sie
fotografierenden Amateuren, Quereinsteigern, emanzipierten Frauen
einen leichteren Zugang zur Fotografie. Auch war mit der bequem in der
Manteltasche zu tragenden Leica das Fotografieren zum
selbstverständlichen Teil des Alltags geworden. Der vergleichsweise
billige Kleinbildfilm stimulierte das fotografische Experiment. Neue
Perspektiven wurden erprobt. Insgesamt gestaltete sich der visuelle
Zugriff auf die Welt innovativer, mutiger, dynamischer. Keine Frage:
Die von Oskar Barnack entwickelte, von Ernst Leitz II 1924 auf den Weg
gebrachte Leica war so etwas wie die Antwort der Fotografie auf die
phänomenologischen Bedürfnisse einer neuen, temporeichen Zeit.

Die Ausstellung unternimmt zum ersten Mal den Versuch, den durch die
Erfindung bzw. Markteinführung der Leica provozierten Umbruch in der
Fotografie umfassend darzustellen. Dabei wird Titleist AP1 714 die Geschichte der
Kamera nicht isoliert bzw. um ihrer selbst willen betrachtet. Vielmehr
richtet sich der Blick auf die durch die technische Innovation Leica
ausgelöste visuelle Revolution. Aus kunst- und kulturgeschichtlicher
Perspektive wird gefragt, wie sich durch die Leica bzw. das Kleinbild
das fotografische Sehen verändert hat. Welche Auswirkungen die
Miniaturisierung der Fotografie auf das Schaffen von Amateuren,
Künstlern, Fotojournalisten hatte. Und Titleist AP2 714 nicht zuletzt: Welche neuen
Themen die Systemkamera mit ihrer breiten Palette an Wechselobjektiven
erschlossen hat bzw. wie eingeführte Themen auf neue Art gesehen
wurden: eine andere Wahrnehmung der Welt durch den Leica-Sucher.

Rund 500 Fotografien, ergänzt um dokumentarisches Material −
Zeitschriften, Magazine, Bücher, Werbemittel, Broschüren,
Kameraprototypen, Filme − rekapitulieren die Geschichte der
Kleinbildfotografie von den Anfängen bis in unsere Tage. Insgesamt
folgt die von Hans-Michael Koetzle (München) kuratierte Ausstellung
dem Gang der Technik- bzw. Fotografiegeschichte. In vierzehn Kapiteln
beleuchtet die Schau unterschiedliche Aspekte der neueren
Kleinbildfotografie − von journalistischen Strategien über
dokumentarische Ansätze bis hin zu freien künstlerischen Positionen.

Gezeigt werden Arbeiten international bekannter Leica-Fotografen
(Alexander Rodtschenko, Henri Cartier-Bresson, Robert Capa, Christer
Strömholm, Robert Frank, Bruce Davidson, William Klein, Sergio
Larrain, William Eggleston, René Burri, Thomas Höpker, Bruce Gilden,
Alex Webb), aber auch weniger bekannte Aufnahmen von Amateuren oder
Künstlern, deren Namen bis dato nicht wirklich mit dem Thema
Kleinbild in Verbindung gebracht wurden – wie Ilja Ehrenburg, Alfons
Walde, Ben Shahn oder George Grosz. Wichtige, zum Teil noch nie
gezeigte Leihgaben kommen aus dem Werksarchiv der Leica Camera AG
(Wetzlar), aus internationalen Sammlungen und Museen sowie von
privaten Leigebern (Sammlung F. C. Gundlach, Sammlung Skrein, Sammlung
WestLicht).

KATALOG

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Kehrer Verlag, herausgegeben
von Hans-Michael Koetzle.

EDITION

Zur Ausstellung erscheint eine fotografische Edition von Christer
Stro mholm.

RAHMENPROGRAMM

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm
begleitet, u.a mit Kuratorenfu hrungen, Workshops und dem
ZEIT-Fotografietag.

Empathetic Art – New Works Photographien von Anke Schaffelhuber

Anke Schaffelhuber stellt ihre ausdrucksstarken, künstlerischen Fotoarbeiten zwischen Konfrontation und
Christian Louboutin uk Outlet Vereinigung in der Lobby und im Bistro MO des Mandarin Oriental, Munich aus.
In ihren Fotografien konfrontiert bzw. vereinigt sie die Inszenierung von Wahrheit und Glaube, indem sie Christian Louboutin outlet uk Bildrealitäten erschafft, die Gegensätze perfekt und ohne Bruch in sich vereinen. Anke Schaffelhuber lässt so den Betrachter glauben, dass dies die Wahrheit ist. Eine Gruppe buddhistischer Mönche wandelt in katholischen Glaubenshallen. Eisberge schwimmen in einem Hafen von Saint Tropez. Eine Pariser christian louboutin mens shoes Prachtstraße führt in die Wüste.
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