2 bis 3 Millionen Euro Schätzwert: Top-Bild von Antonio Canaletto

2 bis 3 Millionen Euro Schätzwert: Top-Bild von Antonio Canaletto
bei der Dorotheum-Auktion „Alte Meister“ am 17. Oktober 2012

Dort, wo dieser Tage in London Olympioniken beim Beachvolleyball „baggern“, stand vor rund 260 Jahren der wohl berühmteste Stadtansichten-Maler der Welt, heute umsatzmäßig die Nummer eins der „Blue Chip Old Masters“: Antonio Canaletto malte die gerade im Bau befindlichen „Horse Guards from St. James‘s Park“. Dieses Gemälde ist nun der mit 2 bis 3 Millionen dotierte Star der Dorotheum-Auktion Alte Meister am 17. Oktober 2012. Nicht nur ist das 60 mal 100 cm große Bild ein Meisterwerk des berühmtesten Vedutenmalers, es ist auch ein bedeutendes historisches und architekturgeschichtliches Dokument eines der Wahrzeichen von London.
Giovanni Antonio Canal, genannt Canaletto, schuf die Szene vor den Horse Guards in London, gesehen vom St. James Park aus. Canalettos Arbeiten gelten als die künstlerisch besten und topographisch detailgetreuesten Darstellungen Londons des 18. Jahrhunderts. Insgesamt zehn Jahre verbrachte der Venezianer in der Themse-Metropole. Die Horse Guards, heute eine wichtige Touristenattraktion und bekannt für die alljährlich zum offiziellen Geburtstag der Queen zelebrierte Parade „Trooping the Colour“, sind ein Motiv, das Canaletto wiederholte Male abbildete: vor dem Abriss der alten Gebäude und während des Neubaus.

Das Bild, übrigens nur eines von drei Arbeiten Canalettos auf Holz gemalt, entstand um 1752/53, als die neuen Horse Guards aufgebaut wurden. Eine seiner Ansichten der Old Horse Guards befindet sich in der Andrew Lloyd Webber Art Foundation, eine Zeichnung im British Museum. Stilistisch wird das zur Auktion kommende Gemälde als immens britisch angesehen, auch in Hinblick der diffusen atmosphärischen Lichtstimmung, die etwa auf William Turner verweist.
Auktion: Alte Meister, 17. Oktober 2012
Besichtigung: ab 6. Oktober 2012
Experte: Mark MacDonnell, mark.macdonnell@dorotheum.at, Tel. +43-1-515 60-353
Online-Katalog: www.dorotheum.com
Ort: Palais Dorotheum, Wien 1, Dorotheergasse 17

 

dOC13 :Zeitzeugen des Hugenottenhauses, Kassel gesucht

Mit seinem Projekt 12 Balladen für das Hugenottenhaus hat dOCUMENTA (13)- Künstler Theaster Gates das fast vergessene Gebäude in der Kasseler Friedrichsstraße wieder zum Leben erweckt. Jetzt sucht er nach Zeitzeugen, die Erinnerungen an das ehemalige Wohnhaus und Hotel haben. Menschen, die dort einmal gewohnt oder übernachtet haben oder jemanden kennen, der mit der Geschichte des Hauses verbunden ist.
Das leer stehende Hugenottenhaus in der Friedrichstrasse 25 ist Teil der dOCUMENTA (13). Der amerikanische Künstler Theaster Gates hat das verfallende Haus wiederentdeckt und als Veranstaltungsort, Treffpunkt und permanente Skulptur für Kassel aktiviert.
Das Haus, 1826 erbaut, war ursprünglich ein bürgerliches Wohnhaus und später ein Hotel, bevor es im Zweiten Weltkrieg von Truppen der Alliierten beschädigt wurde. Seit den frühen 70er Jahren stand es leer.
Die Geschichte des Gebäudes spielt eine wichtige Rolle für den Künstler. Darum sind wir auf der Suche nach Menschen, die Theaster Gates und der dOCUMENTA (13) mehr erzählen können, Anekdoten oder Gerüchte, Begebenheiten und Erinnerungen, Menschen, die einmal dort gewohnt haben oder noch alte Fotos besitzen.
Wissen Sie etwas über das Hugenottenhaus? Nehmen Sie Kontakt mit Annelies Bakker, Management Assistentin Projektbüro dOCUMENTA (13), auf: office@documenta.de oder Telefonnummer 0163-7309801.

Pinakothek der Moderne ab Februar bis September 2013 geschlossen!!

RAUM FÜR EXPERIMENTE:
DIE „SCHAUSTELLE“ WIRD PROVISORIUM UND PLATTFORM DER VIER SAMMLUNGEN DER PINAKOTHEK DER MODERNE

Die Pinakothek der Moderne soll im Februar 2013 bis voraussichtlich September 2013 wegen Sanierungsarbeiten geschlossen werden. Diese temporäre Schließung des weltbekannten Vierspartenhauses wird als Chance begriffen: Mit einem temporären Ausstellungsbau – der „Schaustelle“ –  etablieren die vier Sammlungen der Pinakothek der Moderne auf Initiative der Stiftung Pinakothek der Moderne für die Zeit der Sanierungsmaßnahmen eine temporäre Plattform für Ausstellungen, Workshops, Vorträge, Performance, Film, Video und vieles mehr.
Die Pinakothek der Moderne mit den vier unabhängigen Sammlungen für Moderne Kunst, Graphik, Architektur und Design ist eines der beliebtesten und meistbesuchten Museen der lokalen, nationalen und internationalen Kulturlandschaft. Der Tatsache, dass dem Haus wegen Sanierungsarbeiten von Februar bis September 2013 die Schließung bevorsteht, treten die vier Sammlungen auf Initiative der Stiftung Pinakothek der Moderne und mit deren finanzieller Unterstützung mit einem Experiment gegenüber:
Während der Zeit der Schließung wird die “Schaustelle“, ein temporärer Ausstellungsbau im Südosten der Pinakothek der Moderne, errichtet werden. Die vier Museen der Pinakothek der Moderne werden dort ab Februar 2013 die Gelegenheit haben, jenseits des „klassischen“ Ausstellungsbetriebs ein innovatives Programm zu entwickeln, das die Bedeutung der jeweiligen Sammlungsbestände im Kontext zeitgenössischer Entwicklungen zeigt.

Kunstminister Dr. Wolfgang Heubisch: „Mit dem Ausstellungsbau können wir die Zeit der Schaustelle in der Pinakothek der Moderne sinnvoll und attraktiv gestalten. Die Schaustelle ist ein Glücksfall für die vier Sammlungen und die Besucher des Hauses. Zugleich ist diese Interimslösung ein schönes Beispiel für die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten. Mein Haus arbeitet intensiv daran, die notwendigen staatlichen Sanierungsvorhaben bei den Kultureinrichtungen in ganz Bayern voranzubringen. Denn deren Erhalt ist unser aller Anliegen.“
„Unsere vier Sammlungen sind innerhalb eines räumlich und zeitlich begrenzten Kontextes aufgefordert, einen experimentellen Umgang mit Objekt und Programm zu entwickeln. Im Fokus steht die multimediale Bildwelt, die aus den unterschiedlichen Positionen der Sammlungen heraus reflektiert wird“, erklären die Kollegen Prof. Dr. Klaus Schrenk, Prof. Dr. Florian Hufnagl und Dr. Michael Semff. So wird beispielsweise die Sammlung Moderne Kunst der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen Performances und Medienkunst zeigen. Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich – wird Design im Kontext zeitgenössischer Entwicklungen präsentieren.

Die Staatliche Graphische Sammlung München macht das “Originalwerk“ im Kontext digitalisierter Bildwelten zum Thema.

Prof. Dr. Andres Lepik, ab Oktober 2012 Direktor des Architekturmuseums der TU München in der Pinakothek der Moderne, ist sofort in das Projekt eingestiegen und hatte mit dem Raumkonzept „Aus.Gestell“ von J. Mayer H. Architekten (Berlin) ein System für einen multimedialen, experimentellen Ausstellungsbau an der Hand, der nun innerhalb kurzer Zeit für den Münchner Kontext angepasst wird. „Die Produktion von kulturellen Ereignissen steht im Mittelpunkt der temporären Plattform. Dieser Haltung entspricht auch der Habitus des einfachen Stahlgerüstbaus, der bespielbare Innen- und Außenfläche ist – und keine Architektur-Ikone. Die Schaustelle wird eine große Anziehungskraft auf die Stadt und deren Bewohner entwickeln“, ist Prof. Dr. Andres Lepik überzeugt.

Im Erdgeschoss der „Schaustelle“ liegt ein großer, frei bespielbarer Ausstellungsbereich für die unterschiedlichen Präsentationen der vier Sammlungen. Das offene Raumgerüst im Außenbereich ist als Projektions- und damit als weitere Ausstellungsfläche vorgesehen. Ein räumliches Gitter, das man durchgehen kann und das dabei immer wieder neue Blicke auf die Stadt mit den Inhalten der Sammlungen ermöglicht. Begleit- und Abendveranstaltungen, multimediale Projektionen im Außenbereich und eine Aussichtsplattform zur Innenstadt eröffnen neue Blickwinkel und Perspektiven in und auf das Kunstareal. „Das ist die konkrete Chance, die Aktivierung des öffentlichen Raums im Kunstareal kooperativ aus den Museen heraus umzusetzen“, so Susanne Schaubeck, die die Etablierung des Kunstareals begleitet.

Die Stiftung Pinakothek der Moderne und die vier Museen in der Pinakothek der Moderne setzen mit der temporären Plattform auch ein politisches Signal, um die Realisierung des 2. Bauabschnitts voranzutreiben. „Die Schaustelle ist operative Plattform und Think Tank in einem. Ich bin sicher, dass der Erkenntnisgewinn aus dem Projekt programmatische Impulse für die Pinakothek der Moderne und Weichenstellungen für die zukünftigen Inhalte und das Raumprogramm des 2. Bauabschnitts zur Folge haben wird. Denn ohne den Abschluss des 2. Bauabschnitts kann die Pinakothek der Moderne weder räumlich noch inhaltlich vollendet werden.“, so Stiftungsratsvorsitzender Dr. Markus Michalke.

Neben der Stiftung konnte als Partner für dieses attraktive Projekt der Pinakothek der Moderne die AUDI AG gewonnen werden: „Uns ist es wichtig, dass in der inhaltlichen Auseinandersetzung Neues kreiert wird und entsteht“, kommentiert Toni Melfi, Leiter Audi Kommunikation. Denn in der Unterschiedlichkeit der beiden Partner liege die große Stärke des Miteinanders, aus dem beide Seiten immer wieder den Mehrwert schöpfen. „Unsere Marke steht für Vorsprung“, fügt Melfi hinzu, „und aus diesem Grund betreten wir mit unseren Engagements immer wieder Neuland, auf dem wir unsere Kompetenzen aus den unterschiedlichsten Unternehmensbereichen in einem ungewöhnlichen Kontext einfließen lassen können“.

 

50 Tage dOCUMENTA (13) – eine Halbzeitbilanz

dOCUMENTA (13) hat am 09. Juni 2012 eröffnet und stellt die Kunstwerke von über 180 Künstlern und anderen Teilnehmern 100 Tage lang aus.

Am Samstag, den 28. Juli 2012 wird die 13. documenta eine Besucherzahl von rund 378.000 erreicht haben und damit über die Hälfte der 751.000 Besucher, welche die letzte documenta insgesamt verzeichnen konnte.

"Natürlich sind die Zahlen für die Geschäftsführung wichtig und wir sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Ergebnis. Maßgeblich und entscheidend für uns ist aber die Rigorosität und Qualität der Ausstellung. Diese 13. Ausgabe der Weltkunstausstellung hat die documenta weltweit wieder als das verortet, was sie sein muss: Eine Institution, die Maßstäbe dafür setzt, wie in den nächsten Jahren über zeitgenössische Kunst nachgedacht wird – bis zur nächsten documenta." (Bernd Leifeld, Geschäftsführer der documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs-GmbH)
Pünktlich zur Halbzeit erscheint auch der dritte Teil des dOCUMENTA (13)- Kataloges, das Logbuch, eine lebendige Dokumentation zur Entstehungsgeschichte der dOCUMENTA (13), mit zahlreichen Fotografien der wichtigsten Ausstellungsorte, Werke und Künstler sowie Eindrücken hinter den Kulissen der 13. Ausgabe der Weltkunstausstellung in Kassel.

Auch die Dauerkarten erfreuen sich äußerster Beliebtheit: Die dOCUMENTA (13) hat am 44. Tag der Ausstellung die 10.000 Dauerkarte verkauft, das sind zu diesem Zeitpunkt 70% mehr Karten als während der gesamten Laufzeit der documenta 12 in 2007 (5901 Dauerkarten).

Die begleiteten Rundgänge – auch dTOURS genannt – der dOCUMENTA (13) werden stark nachgefragt, zur Halbzeit haben schon über 60.000 Besucher/innen an einer dTOUR teilgenommen. Das Feedback der Besucher ist sehr positiv und die "Worldly Companions" begeistern lokale wie internationale Ausstellungsbesucher gleichermassen. Die dTOUR ist die von der künstlerischen Leiterin empfohlene Möglichkeit, die Ausstellung zu erleben, sie bietet einen Mehrwert für den Besucher.

"Es macht mich sehr zufrieden, dass Besucher aus Deutschland und der Welt die dOCUMENTA (13) genießen, die vielen Standorte spazierend erkunden, vom Kulturbahnhof bis in die Weiten der Karlsaue. Viele beginnen ihren Besuch im sogenannten "Brain" im Fridericianum, dem Kern des Projektes, und kommen am Abend in den kleinen Häuschen im Park an – oder bei einem Vortrag oder philosophischen Seminar im Ständehaus oder bei einem Film im Gloria Kino am Abend. Besonders glücklich macht mich, dass viele Besucher mehrmals wiederkommen, sich bei sich und zu Hause fühlen in einer Ausstellung, die sowohl sinnliche, perzeptuelle Erfahrungen bietet, als auch eine intellektuelle Herausforderung darstellt." (Carolyn Christov-Bakargiev, Künstlerische Leiterin dOCUMENTA (13))