Das EU-Projekt und Internetportal -Michelangelo-


Welchen Beitrag leistete im 16. Jahrhundert die Malerin und Kupferstecherin Maria Sybilla Merian zur Erforschung der Entwicklungsstadien von Insekten? Welchen künstlerischen Stellenwert besitzen die im 12. Jahrhundert geschaffenen Wasserspeier des Kölner Doms? Oder wie entwickelte sich die Bildende Kunst in den vergangenen Jahrhunderten in Bulgarien, Italien oder England?


Antworten auf all diese und weitere Fragen soll das EU-Projekt und Internetportal „Michelangelo“ liefern, das bis Herbst 2009 fertig gestellt sein wird. Lehrerkräfte aus fünf europäischen Ländern (Bulgarien, Deutschland, England, Italien und Polen) arbeiten unter der Koordination von wissenschaftlichen Einrichtungen daran, die wichtigsten nationalen Kunstwerke und Künstler der beteiligten Staaten aus den zurückliegenden zehn Jahrhunderten pädagogisch (in englischer Sprache) aufzubereiten. Deutscher Projektpartner ist das Zentrum für empirisch pädagogische Forschung (zepf) der Universität in Landau.


Das Portal wird eine Informationsquelle für alle an Kunst interessierten Personen werden und insbesondere Schülern und Lehrern als pädagogisch wertvolle Fundgrube zur Unterrichts- oder Referatsvorbereitung dienen. Entweder nach Jahrhunderten oder nach Ländern wird die Kunstrecherche möglich sein. Zusätzlich finden sich innerhalb des Portals aufwendig ausgearbeitete Lernmaterialien zur unterrichtlichen Nutzung.


Das Projekt wird durch die Europäische Union (EU) im Rahmen des EU-Bildungsprogramms für Lebenslanges Lernen (PLL), Programmlinie „COMENIUS“ gefördert.


Dipl-Psych. D.Jäger-Flor


Zentrum für empirische pädagogische Forschung Universität Koblenz-Landau, Campus Landau Bürgerstr. 23


76829 Landau


jaeger-flor@zepf.uni-landau.de

Ungeahnter Ansturm auf das Bauhaus in Dessau

Das Jubiläumsjahr und eine Vielzahl von Veranstaltungen bescheren dem Bauhaus in
Dessau Besucherrekorde
Nach dem überaus erfolgreichen Beginn der großen Jubiläumsausstellung „Modell Bauhaus“ in
Berlin, die am 21. Juni startete, meldet auch die Bauhausstadt Dessau Rekordzahlen. Gut
10.000 Besucher sahen seit Juni die Filmausstellung „Bauhaus in Aktion“ und die Dauerausstellung
„Werkstatt der Moderne“ im historischen Bauhausgebäude – ein ausgesprochen stolzes
Ergebnis für die kleine Stadt im Herzen Mitteldeutschlands, das die Stiftung Bauhaus Dessau
durchaus mit Stolz erfüllt. „Bauhaus in Aktion“ zeigt Originalfilme von Bauhausmeistern und –
schülern, dokumentarische Lehrfilme ebenso, wie abstrakte Kunstwerke und Interviews. Zusätzlich
wurde auf der Bauhausbühne zum ersten Mal László Moholy-Nagys revolutionäres Ausstellungskonzept,
der „Raum der Gegenwart“, realisiert. Die Ausstellung ist noch bis 4. Oktober zu
sehen, der „Raum der Gegenwart“ bis 24. September. Damit ist das Bauhausjahr aber noch
längst nicht zu Ende – Dessau hält noch eine ganze Reihe von Höhepunkten bereit.



Ganz kurzfristig können sich Interessierte noch für den Workshop „Papierräume – der Vorkurs
von Josef Albers 1925–28“ anmelden
. Vom 21. bis 23. August wird der legendäre Bauhaus-
Vorkurs im Martin-Gropius-Bau Berlin neu ins Werk gesetzt. Dieter Raffer, HfG-Ulm-
Absolvent und derzeit Professor für gestalterische Grundlagen an der Hochschule Anhalt (FH) in
Dessau, zeigt in praktischen Experimenten, wie man mit einem Blatt Papier von der Fläche zum
Raum gelangen kann. Einige wenige Restplätze sind noch frei.



Einen Teil der faszinierenden Filme aus unserer Filmausstellung zeigen wir in einer Filmnacht
am 28. August im Martin-Gropius-Bau in Berlin. Ab 18 Uhr können die Zuschauer hier Bauhäusler
im Gespräch und bei der Arbeit erleben. Der Film spielte in der Programmatik des Bauhauses
eine große Rolle, und es entstanden beeindruckende Filmarbeiten von Lehrern und Schülern, die
in der Filmnacht vorgestellt werden. In das Programm des Abends führen Philipp Oswalt, Direktor
der Stiftung Bauhaus Dessau, und Thomas Tode, Film-Kurator aus Berlin, ein.


Am 31. August wollen wir streiten: Ist das Bauhaus gescheitert? Sein Geist verweht, seine Ideen überholt? Oder muss man das Bauhaus als prägenden Motor der Moderne weiterdenken, seine
Visionen auf- und seine Utopien ernst nehmen? Lohnt es sich, seine Lösungsversuche auf die
Herausforderungen der Gegenwart anzuwenden? Ab 19.30 Uhr wollen wir im Martin-Gropius-
Bau über Relevanz und Konflikte, über Problembewusstsein und Visionen diskutieren. Andreas
Ruby (Architekturkritiker Berlin) wird das Podiumsgespräch moderieren, es sprechen Eckhard
Fuhr (Die Welt), Paul Kahlfeldt (Architekt Berlin), Harald Martenstein (Die Zeit), Barbara Steiner (Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig) und Philipp Oswalt (Stiftung Bauhaus Dessau).



Mit dem Zwölften Farbfest folgt am 5. September ein spektakuläres Ereignis am historischen
Ort des Bauhauses in Dessau. Das Fest, das in diesem Jahr der Farbe Rot und dem Werk Oskar
Schlemmers gewidmet ist, lässt die legendären Bauhausfeste der zwanziger Jahre wiederaufleben.
Es beginnt mit einem Open-Air-Konzert vor dem Anhaltischen Theater, setzt sich mit dem
Umzug durch die Stadt fort und erlebt seinen Höhepunkt im rot inszenierten Bauhaus.


Anlässlich des Farbfestes gibt es in diesem Jahr die einmalige Möglichkeit, mit einer echten JU52
von Zürich über München und Berlin nach Dessau zu fliegen. Die Stiftung Bauhaus Dessau
möchte damit an den Flug zur Eröffnung des Bauhausgebäudes von Walter Gropius im Dezember 1926 erinnern und die enge Verbundenheit des Luftfahrtpioniers Hugo Junkers mit den Bauhäuslern
dokumentieren.
Dass das Bauhaus 1925 nicht zufällig nach Dessau zog, sondern ganz gezielt eine weltweit
führende Hightech-Region mit Flugzeugbau, Filmindustrie, Gewerkschafts- und Genossenschaftsbewegung
sowie einer starken aufklärerischen Tradition auswählte, ist Thema eines Vortrags
von Prof. Philipp Oswalt. Am 10. September ab 18:30 Uhr spricht Oswalt im Martin-
Gropius-Bau über Innovativität und Liberalität der „Bauhausstadt Dessau“, in der sich das
Bauhaus innerhalb von sieben Jahren und unter drei Direktoren zur vollen Blüte entwickelte.
„Hier, im Silicon Valley der zwanziger Jahre, war man Teil eines regionalen Modernisierungsprojektes
von ungeahnter Kraft“, so der Direktor der Stiftung

CENOBIUM – Ein Projekt zur multimedialen Darstellung romanischer Kreuz

CENOBIUM – Ein Projekt zur multimedialen Darstellung romanischer Kreuzgangkapitelle im Mittelmeerraum
CENOBIUM (Cultural Electronic Network Online: Binding up Interoperably Usable Multimedia) ist eine multimediale Darstellung von romanischen Kreuzgangkapitellen im Mittelmeerraum in Form hoch auflösender Digitalfotografien, 3D-Modelle und Panoramen. Die Kapitelle werden dabei mit ihren Originalstandorten virtuell verknüpft, um sie in ihrem architektonischen und konzeptionellen Zusammenhang zu präsentieren.


Das gemeinsam mit ISTI/CNR in Pisa und unter Beteiligung mehrerer internationaler Kooperationspartner durchgeführte Projekt dient zu Forschungszwecken, ist aber ebenso geeignet für die Lehre, für Museen sowie als Dokumentation für Restaurierungen.


Das zentrale Thema des Projektes besteht darin, den künstlerischen Austausch im 12./13. Jahrhundert  anhand der Bauskulptur aufzuzeigen. Die bedeutendsten Zentren romanischer Kapitellskulptur, die durch die Einführung historisierter Kapitelle um 1100 einen Paradigmenwechsel hervorriefen, liegen in Südfrankreich, Nordspanien und in Sizilien.


Den Ausgangspunkt für CENOBIUM bildete das Projekt ViHAP3D, das in Zusammenarbeit mit dem MPI für Informatik in Saarbrücken, dem CNR in Pisa, der Soprintendenza in Pisa und der Firma Minolta Konica realisiert wurde. Ein Teil dieses Projektes zielte auf die Entwicklung eines Verfahrens in der Computergraphik ab, das die dreidimensionale Darstellung von digitalisierten Kunstgegenständen und Skulpturen ermöglicht. CENOBIUM entwickelt dieses Konzept in Konzentration auf romanische Kapitelle weiter, welche sich für eine dreidimensionale  Dokumentation in besonderer Weise anbieten. Zugleich wird dies von einer entsprechend hoch qualifizierten Fotokampagne begleitet, um die Oberfläche und Materialität der Objekte detailgetreu wiedergeben zu können, die sich in der 3D-Visualisierung nicht fassen lassen. Im Ergebnis sollen die Fotos und 3D-Modelle nicht nur an ausgesuchten Standorten, sondern auch im Internet mit einer interaktiven Programmgestaltung zur Verfügung stehen.


CENOBIUM verbindet klassische wie innovative Fragestellungen der Kunstgeschichte mit modernsten datentechnischen Instrumenten und eröffnet neue Perspektiven, die bislang selbst vor Ort kaum möglich waren.

Das Archiv des Architekturmuseums TUM – Nun als digitale Datenbank

Das Archiv des Architekturmuseums TUM das historisches Gedächtnis der Fakultät
für Architektur – Nun als digitale Datenbank
Förderprojekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft
Architekturmuseum und Universitätsbibliothek der Technischen Universität München
Das Archiv des Architekturmuseums der TUM
Zur Architekturfakultät der Polytechnischen Schule und späteren Technischen Hochschule München
gehörte seit 1868 eine Sammlung mit Zeichnungen, Modellen und Fotografien. Diese
Vorbildsammlung diente dem Unterricht der Studenten, der vom Kopieren historischer Bauwerke
geprägt war. Als sich mit dem Aufkommen der modernen Architektur das Gewicht von einer stilistisch
orientierten Ausbildung zu Konstruktion und funktionaler Gestaltung verschob, entwickelte sich aus
der Lehrsammlung allmählich das heutige Archiv, – eine Forschungsstätte für Architekten, Historiker
und Denkmalpfleger. In den 70er Jahren wurde die wissenschaftliche Spezialsammlung kontinuierlich
und systematisch in ein Archiv mit Museumsfunktionen umgewandelt und einer breiteren Öffentlichkeit
zugänglich gemacht. Seit 2002 zeigt das Architekturmuseum der TU München in seinen Räumen in
der Pinakothek der Moderne ein breit gefächertes Programm wechselnder Ausstellungen zu
historischen Themen und aktuellen Positionen.
Der enorme Bestand des Archivs ist das historische ‘Gedächtnis’ der Fakultät für Architektur mit
Dokumenten vom 16. Jahrhundert bis heute. Die Bestände wachsen durch die Übernahme von
Nachlässen bedeutender Architekten kontinuierlich weiter an. Heute umfasst das größte Spezial- und
Forschungsarchiv für Architektur in Deutschland circa 500.000 Zeichnungen und Pläne von
annähernd 700 Architekten, über 100.000 Originalphotographien sowie eine Vielzahl an Modellen und
Archivalien. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der deutschen Architektur vom 19. bis 21.
Jahrhundert. Die Spannweite an Arbeiten namhafter Architekten reicht von Balthasar Neumann bis zu
Le Corbusier und von Leo von Klenze bis Peter Zumthor.
Universitätsbibliothek der TUM
Die Universitätsbibliothek der TUM ist mit 1,8 Millionen elektronischen und gedruckten Medien,
360.000 Ausleihen und 860.000 Bibliotheksbesuchern im Jahr eine der großen technischen und
naturwissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland. Mit ihren neun Teilbibliotheken an den drei
Universitätsstandorten in München, Garching und Freising bietet sie Studierenden und
Wissenschaftlern, aber auch Privatpersonen umfassende Informations- und Recherchemöglichkeiten.
Über ihre konventionellen Aufgaben hinaus ist die Universitätsbibliothek in der Entwicklung innovativer
EDV-Anwendungen im Bibliotheksbereich tätig.
DigitAM – Die digitale Datenbank des Archivs
Das Architekturmuseum und die Universitätsbibliothek der TUM startet mit der Unterstützung der
Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ab Juni 2009 die Digitalisierung der Plansammlung des
Archivs. Das DFG-Projekt zielt darauf ab, die wertvollsten Plan-Bestände des Architekturmuseums zu
sichern, ihre Verwaltung zu erleichtern und sie durch eine hochauflösende Digitalisierung,
Erschließung und Online-Präsentation für Forschung, Lehre und Öffentlichkeit optimal zugänglich zu
machen. In der zweijährigen Projektlaufzeit sollen 40.000 Pläne mit einem CRUSE-Scanner
digitalisiert werden, der Flächen bis zu einer Größe von 1,20m x 1,80m einlesen kann.
Als Präsentations- und Rechercheplattform wird mediaTUM eingesetzt, der von der
Universitätsbibliothek entwickelte und betreute Medienserver der TUM. In mediaTUM ist das
vollständige Inventar der Plansammlung recherchierbar, die erstellten Digitalisate werden
kontinuierlich eingebunden.
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Firma MikroUnivers GmbH realisiert, die auch das DFGProjekt
„Digiplan“ am Architekturmuseum der TU Berlin betreut hat.
Weitere Informationen zum DFG-Projekt auf der Internetseite des Architekturmuseums der TUM

Weitere Auskünfte erteilen:
Klaus Altenbuchner M.A., Architekturmuseum der TUM, 089 289 23922, altenbuchner@lrz.tum.de
Dr. Caroline Leiß, Universitätsbibliothek der TUM, 089 289 28653, cleiss@ub.tum.de