Foster + Partners und das neue Lenbachhaus

Foster + Partners und das neue Lenbachhaus 

Die seit 2003 geplante Renovierung sowie die Um- und Neugestaltung des Lenbachhauses werden seit Frühjahr 2009 ausgeführt. In einem europaweiten Auswahlverfahren wurde das Büro Foster + Partners mit der Entwicklung eines Sanierungskonzeptes und dem Entwurf der Umgestaltung entsprechend den gewandelten Anforderungen des Museums beauftragt. Im Frühjahr 2008 hat der Stadtrat der Landeshauptstadt München die Realisierung der Maßnahmen nach den Plänen von Foster + Partners beschlossen und dafür Mittel in Höhe von Euro 56,2 Mio. bereitgestellt.


Beim Lenbachhaus handelt es sich um eine sehr komplizierte Bausubstanz, die sich aus der Entstehungsgeschichte der Lenbachschen Villa (1887–1891) ergibt. Franz von Lenbach hatte gemeinsam mit seinem Architekten Gabriel von Seidl eine seinen hohen Ansprüchen gemäße Villa geplant. Begonnen wurde zunächst mit dem Ateliertrakt, dem Südflügel der heutigen Anlage. Dieser lag unmittelbar vor dem symbolischen Stadttor der Propyläen, also außerhalb der unter Ludwig I. und Maximilian II. angelegten Stadt. An prominenter Stelle errichtet, befand er sich in nächster Nähe zu den bedeutenden Museen der Pinakotheken und der Glyptothek und war unmittelbar an der königlichen Straße von der Residenz nach Schloss Nymphenburg gelegen. Diese Lage unterstrich den repräsentativen Anspruch, den Lenbach mit seinem Bau demonstrieren wollte. Nach der Errichtung des Atelierbaus folgte die zentrale Villa – formal an toskanischen Vorbildern orientiert. Diese musste zwischen zwei bereits bestehende Häuser, die Villa des Bildhauers Anton Heinrich Hess und das Haus Schäfer, eingepasst werden. Um eine Einheit mit dem Ateliertrakt anzudeuten, waren Blendarchitekturen notwendig. Spätere Übernahmen der angrenzenden Gebäude führten, trotz verschiedener Eingriffe in die Bausubstanz, nie zu einer befriedigenden Lösung der Raumabfolge. Als 1926 das Lenbachhaus zum Ort der Städtischen Galerie wurde, hat Hans Grässel den Nordflügel in bewundernswerter Adaption der Fassaden an das Bestehende – im Inneren jedoch als klare, neusachliche Architektur erkennbar – erbaut. 1972 wurde anlässlich der olympischen Spiele in München ein Neubau an der Südwestecke des Lenbachhauses errichtet. Ohne auf eine logische und übersichtliche Verbindung mit den bestehenden Bauten einzugehen, blieb er immer ein Fremdkörper im Gefüge der Dreiflügelanlage des Lenbachhauses.


Der jetzige Ansatz möchte verschiedene Missstände beheben und technische wie museale Erfordernisse innerhalb dieses Hauses einlösen. Dazu gehören neben der Beseitigung von nur notdürftig behobenen Schäden der Zerstörungen aus dem 2. Weltkrieg vor allem eine an dem Publikumsbedürfnis ausgerichtete Zugänglichkeit des Hauses. Ursprünglich als Privathaus, später für wenige zehntausend Besucher pro Jahr als Museum ausgelegt, werden heute im Jahresdurchschnitt über 200.000 Besucher gezählt, in Spitzenzeiten auch 400.000. Dass dies nicht mehr über die Freitreppe durch den historischen, von Max Kolb angelegten Garten allein möglich ist, erscheint evident. Die Architekten haben sich nach intensiver Befassung mit der historischen Bausubstanz und der besonderen topografischen Situation für eine Lösung entschieden, die den Hauptzugang über den Museumsplatz vor den Propyläen anlegt. Damit erhält die Südseite der Villa eine neue Bewertung, die den zentralen Besucherströmen entgegenkommt, nämlich den Menschen, die von der U-Bahnstation Königsplatz, vom Hauptbahnhof oder über den Königsplatz kommen. Diese Besucher betreten eine Halle, die entstanden ist, nachdem die kleinteiligen Bauelemente rund um die Lenbachsche Villa abgetragen wurden. An diese Halle schließen die Serviceeinrichtungen wie Vortragssaal, Lesesaal der Bibliothek, Museumsladen, Café und Restaurant an. Dieser Bereich soll auch außerhalb der Öffnungszeiten des Ausstellungsbetriebs zugänglich bleiben. Die großzügige Lobby übernimmt die Funktion des Empfangs und der Verteilung zu den verschiedenen Sammlungs- und Ausstellungsräumen, die sich nun klar gegliedert im 1. Obergeschoss und in der neu gewonnenen 2. Etage befinden. Das Haus, das bisher verwinkelt und auf recht unterschiedlichen Niveaus in den Etagen zugänglich war, wird nach den Plänen der Architekten barrierefrei, das heißt auf einheitlichen Ebenen begehbar. Die freigestellte historische Villa bildet den Kern des Museums. Hier findet man über den durch Franz von Lenbach eingerichteten Räumen in der 2. Etage mehrere Räume für Bildungs- und Vermittlungsaufgaben, denen sich das Museum künftig verstärkt widmen wird. Die Proportionen der neu gebauten Räume entsprechen dem privaten Charakter des Hauses, das durch viele Fenster in unterschiedlich großen, aber nie monumentalen Räumen seitliches Tageslicht empfängt, mit der Ausnahme eines zusätzlichen großen Ausstellungsraumes.


Die Architekten haben ihren Plänen sowohl die Topographie des Lenbachhauses als auch die vielschichtige Baugeschichte zugrunde gelegt. Sie haben den Charme des Privaten, den die Lenbachschn Villa noch immer vermittelt, bewahrt und ihrem Neubau in Gliederung, Proportion und äußerer Erscheinung eine Form gegeben, die sich bewusst neben dem Bestehenden behauptet. In erster Linie aber wurden die vielfältigen Aufgaben und Anforderungen des Museums berücksichtigt: klare Ausstellungsräume und ein umfangreiches Angebot an Funktionen, die der Besucher von einem Museum des 21. Jahrhunderts erwartet.


Helmut Friedel, Direktor


Foster + Partners und das neue Lenbachhaus
 

Eröffnung des Museums Brandhorst im Münchner Kunstareal

Mit einem Staatsakt des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer wird das Museum Brandhorst am 18. Mai 2009 eröffnet.


Am 21. Mai 2009 öffnet das Museum Brandhorst seine Türen für die Öffentlichkeit. Bis Sonntag, den 24. Mai, kann das neue Museum bei freiem Eintritt täglich von 10 bis 22 Uhr besichtigt werden.


Das vom Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton entworfene Museum Brandhorst erweitert das Kunstareal München mit Alter und Neuer Pinakothek sowie der Pinakothek der Moderne auf spektakuläre Weise.


Die Sammlung Brandhorst


Die Sammlung umfasst gegenwärtig über 700 Kunstwerke. Werkgruppen von ausgesuchten Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts machen den besonderen Charakter dieser Sammlung aus. So bietet sie zum Beispiel mit mehr als 60 Gemälden und Skulpturen von Cy Twombly einen Überblick über die Entwicklung dieses amerikanischen Künstlers. Darüber hinaus ist sie die bedeutendste Cy Twombly-Sammlung außerhalb der USA. Auch der wegweisende Protagonist der Pop Art, Andy Warhol, ist mit einem in Europa wohl einzigartigen Werkpanorama vertreten. Joseph Beuys, Mario Merz, Jannis Kounellis, Sigmar Polke, Georg Baselitz, Gerhard Richter, Bruce Nauman und Jean-Michel Basquiat markieren innerhalb der Sammlung Brandhorst weitere wichtige Positionen in der Entwicklung der Moderne.


In der Präsentation von Künstlern wie Mike Kelley, Isaac Julien oder Damien Hirst sucht die Sammlung Brandhorst bewusst die Auseinandersetzung mit bisweilen kontroversen, jüngeren Strömungen. Mit dem Museum Brandhorst wird die engagierte Hinwendung der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen zur zeitgenössischen Kunst nachdrücklich unterstrichen.


Die Udo und Anette Brandhorst Stiftung


Die Udo und Anette Brandhorst Stiftung wurde 1993 gegründet. Mit dem Ertrag des Stiftungskapitals ist der kontinuierliche Ausbau der Sammlung zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts in einem Maße möglich, wie er mit öffentlichen Mitteln heute kaum mehr vorstellbar ist. In Abstimmung mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ergeben sich künftig vielfältige Möglichkeiten, die Werkbestände auszubauen, Schwerpunkte zu bilden und neue Perspektiven zu entwickeln. Darüber hinaus wird die Udo und Anette Brandhorst Stiftung künstlerische und wissenschaftliche Projekte fördern.

Die Kunstbiennale in Venedig unter dem Motto -Making worlds-

Die Kunstbiennale unter dem Motto „Making worlds“ (Weltenmachen) stelle den kreativen Prozess der Künstler in den Mittelpunkt, erklärte Biennale-Direktor Daniel Birnbaum bei der Präsentation. „Künstler erschaffen Welten, keine Objekte“, fasste Baratta zusammen.
„Die Biennale ist keine Institution wie ein Museum. Hier geht es nicht darum Werke auszustellen, sondern darum, etwas Neues auszuprobieren“, sagte Birnbaum zu seinem Konzept des „Weltenmachen“.  Birnbaum ist seit 2001 Rektor der Städelschule, der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main, und ist der jüngste Direktor in der Geschichte der venezianischen Kunstbiennale.


Auf der 53. Kunstbiennale Venedig vom 7. Juni bis 22. November werden sich mehr als 90 Künstler aus aller Welt präsentieren. 77 Länder sollen mit einem eigenen Pavillon in Venedig vertreten sein.


Einhergehend mit der steigenden Teilnehmerzahl verändert sich auch die Ausstellungsfläche der Kunstbiennale. So wird die Bibliothek des Archivs der modernen Künste nach 10 Jahren wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und der historische Sitz der alle zwei Jahre stattfindenden Kunstschau – der Palast „Ca’Giustinian“ – wird komplett renoviert wieder eröffnet. In den neu strukturierten Räumlichkeiten werden unter anderem Werke der deutschen Künstler Wolfgang Tillmans und Ulla von Brandenburg zu sehen sein.


Den Goldenen Löwen für das Lebenswerk im Rahmen der Kunstbiennale erhalten dieses Jahr die Japanerin Yoko Ono und der Amerikaner John Baldessari.

53. Kunst Biennale in Venedig 2009

Für die 53. Kunst Biennale in Venedig (7. Juni bis 22. November 2009) produziert und kommissioniert Thyssen-Bornemisza Art Contemporary eine Performance von Cerith Wyn Evans und Florian Hecker, sowie Arbeiten von Dominique Gonzalez-Foerster und Jorge Otero-Pailos. Kooperationen sind mit dem isländischen Pavillon, der von Ragnar Kjartansson bespielt wird, und dem nordischen / dänischen Pavillon mit Elmgreen&Dragset geplant.


Thyssen-Bornmisza Art Contemporary
Himmelpfortgasse 13, 2. Stock, 1010 Wien