Neuer Künstlerischer Leiter an der Kunsthalle Fridericianum

Am 5. September startet die Kunsthalle Fridericianum ihr Programm unter der neuen Künstlerischen Leitung von Rein Wolfs, dem ehemaligen Ausstellungsdirektor des Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam und Gründungsdirektor des Migros Museum in Zürich.
Mit seinem Team plant Wolfs ein pointiertes Programm, in dem künstlerische Haltungen und eine neue „Humanität“ stark im Vordergrund stehen: „Menschlich, human soll die Kunst sein, mit hier und da einem Funken Erhabenheit, ein Plädoyer für die noch zu formulierenden Voraussetzungen einer Menschlichkeit des 21. Jahrhunderts.“ In der Kunsthallen Kolumne auf www.fridericianum-kassel.de vertieft Rein Wolfs das programmatische Credo: „Gute Kunst ist schön und auch nicht schön, aber immer wirksam. Gute Kunst hat nicht selten provokative und revolutionäre Qualitäten. Kunst ist wichtiger als man meint, weil sie wesentlich weiter greift als auf Anhieb sichtbar ist. Und Kunst ist weniger wichtig als man meint, weil sie auch nur menschlich und deshalb nicht unbedingt außergewöhnlich ist.“


Eröffnungsausstellung


Christoph Büchel Deutsche Grammatik
5.September bis 16.November 2008


In der Eröffnungsausstellung thematisiert Christoph Büchel die jüngere deutsche Geschichte und aktuelle sozio-politische und gesellschaftliche Strukturen des Landes. 1818 schrieb Jacob Grimm im Kasseler Fridericianum den ersten Band seiner Deutschen Grammatik, 2008 fungiert eben dieser Titel als Metapher für eine aufdeckende und richtungweisende Großausstellung zur deutschen Kultur. Der Schweizer Künstler bespielt die gesamten 2000 qm Ausstellungsfläche der Kunsthalle und stellt das Gebäude förmlich auf den Kopf: Mit einer spektakulären Gesamtinstallation, in der Realitäten detailgetreu und raumgreifend nachempfunden werden, widmet er sich der Geschichte des Hauses und der ganzen Nation. Die Ausstellung Deutsche Grammatik lädt das Fridericianum mit neuer Spannung auf und bildet den programmatischen Neuanfang für die kommende Kunsthallen Spielzeit.


 

Dubai – erweiterte Horizonte.

Die drei großen Museumsinstitutionen Deutschlands, die
Staatlichen Museen zu Berlin (SMB), die Staatlichen Kunstsammlungen
Dresden (SKD) und die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen
in München (BSTGS) gehen immer intensiver
gemeinsame Wege.
Nach ihrem ersten Auftritt in Brüssel im Jahr 2007, wo sie aus
Anlass der deutschen EU-Ratspräsidentschaft gemeinschaftlich
die Ausstellung „Blicke auf Europa. Europa und die deutsche
Malerei des 19. Jahrhunderts“ präsentierten, haben sie soeben
in Peking zwei große Ausstellungen eröffnet: „Gerhard Richter.
Bilder 1963 – 2007“ und „Living Landscapes. A Journey through
German Art“. Die Ausstellungen sind Höhepunkt des Kulturprogramms
im Vorfeld der Olympischen Spiele in Peking.
Nun haben die drei großen deutschen Museumsinstitutionen
gemeinsam mit der Regierung von Dubai, vertreten durch die
Dubai Culture and Arts Authority (DCAA), eine Kooperation
beschlossen, die weit über das hinausgeht, was jede der
einzelnen Institutionen bislang in eigener Anstrengung in Bezug
auf kulturelle Auftritte der deutschen Kulturnation im Ausland
hat unternehmen können. Es geht dabei nicht um eine schlichte
Dependance deutscher Museen am Golf, sondern darum, ein
wirklich neues, universelles Konzept zu entwickeln: Einen Ort
internationaler Begegnung auf allen Feldern des Museumswesens.


Vereinbart ist eine Kooperation, die eine Intensivierung der
kulturellen Beziehungen, des kulturellen Austauschs und damit
des gegenseitigen kulturellen Verstehens intendiert. Mit
wechselnden Ausstellungen, wissenschaftlichen Projekten und
Bildungsprogrammen wird sich diese Partnerschaft der
Öffentlichkeit präsentieren. Integraler Bestandteil der
Kooperation werden dabei auch Besuchs- und Austauschprogramme
von Wissenschaftlern, die gemeinsame Publikation
von Forschungsergebnissen, die Entwicklung interkultureller
Bildungsaktivitäten sowie der Wissenstransfer im Bereich
Museumsmanagement sein. Gemeinsam mit den Partnern in
Dubai werden die drei deutschen Museumsinstitutionen an der
Verwirklichung dieses Universalmuseums mitwirken und damit
sowohl Deutschland als Kulturnation repräsentieren wie auch
integraler Teil einer international angelegten Museumskooperation
sein. Basis dieser Kooperation wird eine Präsenz der
deutschen Partner in Dubai sein.
Seinen nicht nur geistigen Ort wird diese Kooperation zunächst
in einer von Rem Koolhaas zu entwerfenden Übergangsspielstätte
für die Darstellenden und Bildenden Künste finden
(Fertigstellung bis 2010). Hier können Projekte realisiert
werden, die dem Gedanken eines Universalmuseums als einem
Ort des Weltverständnisses verpflichtet sind. Für die Zukunft ist
der Bau eines regelrechten Museumsensembles in Dubai
geplant, an dessen Entwicklung die großen Museen aus Berlin,
Dresden und München konzeptionell beteiligt sein werden.
Die Partnerschaft soll sich auch gegenüber weiteren
Kooperationspartnern in globaler Vernetzung als offen und
entwicklungsfähig erweisen.
Peter-Klaus Schuster
Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB)
Martin Roth
Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Reinhold Baumstark
Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen (BSTGS)
Günther Schauerte
Stellvertretender Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB)
Michael Schindhelm
Kulturdirektor der Dubai Culture and Arts Authority (DCAA)

Pavillons auf der 53. Biennale von Venedig 2009

Den deutschen Pavillon bei der Biennale in Venedig 2009 wird ein Brite bespielen. Der ernannte Kurator Nicolaus Schafhausen hat den Künstler Liam Gillick ausgewählt, der in London und New York lebt.


Der österreichische Pavillon


Die österreichische Kulturministerin Claudia Schmied beruft Künstlerin Valie Export und Kunsthistorikerin Silvia Eiblmayr dazu, den österreichischen Pavillon bei der Biennale 2009 in Venedig zu kuratieren. Sie ist sich sicher, dass sie mit den beiden ein „ausgezeichnetes Team“ gefunden hat. Die 1940 in Linz geborene Künstlerin wurde in den sechziger Jahren u.a. bekannt mit „Genitalpanik“ oder „Tapp- und Tastkino“. Silvia Eiblmayr, in Oberösterreich aufgewachsen, war als für zahlreiche Ausstellungen verantwortlich. Sie lehrte unter anderem an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, Zürich und London. Seit 1999 leitet sie die Galerie im Taxispalais in Innsbruck.


Französischer Pavillon


Kurator ist Christian Bernard (geboren 1950), Gründungsdirektor des 1994 eröffneten Musée d’art moderne et contemporain (Mamco) in Genf. Es ist das größte Museum für zeitgenössische Kunst in der Schweiz.


Der Künstler Claude Lévêque, Jahrgang 1953, lebt und arbeitet in Montreuil. In seinen Installationen und Skulpturen arbeitet er mit Bildern, Tönen und Licht.


Schweizer Pavillon


Mit Silvia Bächli und Fabrice Gygi repräsentieren zwei Künstler, die bereits im Mamco, Genf ausgestellt haben, die Schweiz auf der Biennale 2009 in Venedig.