Hahn-Preis Köln 2006 geht an Mike Kelly

Die Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig hat den US-amerikanischen Künstler Mike Kelley zum Preisträger des Hahn-Preis Köln 2006 ernannt. Den in Los Angeles lebenden Künstler hat die Jury aus insgesamt 37 Kandidatenvorschlägen der Mitglieder der Gesellschaft für Moderne Kunst ausgewählt. Die Jury bestand aus dem Vorstand der Gesellschaft für Moderne Kunst (Dr. Wolfgang Bornheim, Sabine DuMont-Schütte, Prof. Kasper König, Dr. Doris Neuerburg-Heusler und Dr. Victoria Scheibler) sowie der diesjährigen Gastjurorin Donna de Salvo, Associate Director und Kuratorin am Whitney Museum, New York.


Höhere Dotierung
Mit der Ernennung von Mike Kelley würdigt die Gesellschaft für Moderne Kunst einen der vielseitigsten und einflussreichsten Künstler der Gegenwart. Da es sich beim Hahn-Preis Köln um einen Ankaufspreis handelt, erwirbt die Gesellschaft für Moderne Kunst die Arbeit ???Primal Architecture“ aus dem Jahr 1995.
Für den Ankauf investiert die Gesellschaft für Moderne Kunst die fast zweieinhalbfache Summe des vorgesehenen Etats von 100.000 Euro. Dies soll ein Signal an die Politik und Kultur sein, dass die Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig ihr mäzenatisches Engagement fortschreibt – trotz deutlich gestiegener Kunstmarktpreise. Dr. Wolfgang Bornheim, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft für Moderne Kunst: ???Wir schätzen uns in der glücklichen Lage, dass sich im Förderverein des Museum Ludwig über 600 Mitglieder engagieren. Man kann dieses bürgerschaftliche mäzenatische Engagement gar nicht genügend hoch schätzen.“ Als nächster Schritt wird der Vorstand der Gesellschaft für Moderne Kunst prüfen, wie für die Zukunft das Budget des Hahn-Preis Köln erhöht werden kann.
Das Werk von Mike Kelley geht als Dauerleihgabe in die Sammlung des Museum Ludwig.


Umbenennung des Hahn-Preis Köln
Um ihr Engagement für die Kunst in Köln und international zu unterstreichen, hat die Gesellschaft für Moderne Kunst den Preis umbenannt: ehemals Wolfgang-Hahn-Preis, heißt der Ankaufspreis neu Hahn-Preis Köln. Damit soll das Andenken an Wolfgang Hahn (1924-1987) gewahrt und zugleich die Verpflichtung für den Standort Köln unterstrichen werden.


Die Gesellschaft für Moderne Kunst
Die Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig Köln wurde 1985 von 43 Kölner privaten Sammlern und Kunstfreunden als eingetragener Verein gegründet. Ihr Ziel ist die Auseinandersetzung mit der modernen und zeitgenössischen Kunst am Museum Ludwig finanziell und ideell zu unterstützen. Aus 43 engagierten Pionieren ist heute ein Kreis von über 600 aktiven Förderern entstanden, die mit ihrem mäzenatischen Engagement die lange Tradition der bürgerlichen Kulturförderung in Köln in die Gegenwart fortschreiben.
Mit der jährlichen Verleihung des Hahn-Preis Köln konzentriert die Gesellschaft für Moderne Kunst ihr Förderengagement für das Museum Ludwig.


Preisverleihung am Montag, 30. Oktober 2006, um 19 Uhr, im Museum Ludwig


 

Datenbank für Raubkunst

Der Nationalfonds der Republik Österreich hat eine Datenbank mit mehreren tausend Kunstwerken, die als Raubkunst eingestuft wurden, im Internet eingerichtet. Die Werke sind in den Besitz von Galerien, Museen und anderen staatlichen Organisationen gelangt. Damit soll es Opfern von Enteignung und Kunstraub durch die Nationalsozialisten in Österreich erleichtert werden ihr Eigentum zu finden. Eine sehr interessante, gut aufgemachte Datenbank.

Erstes Robotermuseum für Japan – ZKM mit dem robotlab vor Ort

Am 12. Oktober 2006 eröffnet im japanischen Nagoya das erste Robotermuseum der Welt. Karlsruhe ist in Form des im ZKM ansässigen »robotlab« an der Eröffnungsausstellung beteiligt.


Dass Karlsruhe als Technologieregion über die Landesgrenzen hinaus bekannt und geachtet ist, wurde gerade in den letzten Monaten wiederholt hervorgehoben und betont. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50jährigen Jubiläum des Forschungszentrums Karlsruhe feierten Prominente aus Wirtschaft, Forschung und IT die Region als vorbildlich und zukunftsorientiert. Mit dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie steuert Karlsruhe auch im Bereich Kunst und Neue Medien einen erheblichen Teil zu diesem Ruf bei. Zahlreiche internationale Kooperationen in Forschung und Kunst hat das ZKM bereits durchgeführt. In Form des im ZKM ansässigen »robotlab« ist es nun auch bei der Eröffnung des weltweit ersten Robotermuseums »robothink« in Nagoya, Japan dabei.


Die im Februar 2000 gegründete Künstlergruppe »robotlab«, bestehend aus Matthias Gommel, Martina Richter und Jan Zappe arbeitet experimentell, künstlerisch und wissenschaftlich im Spannungsfeld zwischen Mensch und Maschine. Installationen, öffentliche Experimentierlabore und Performances mit Industrierobotern gehören ebenso zu ihrem Repertoir wie Vorträge zu den technischen und künstlerischen Hintergründen ihrer Arbeit.»robotlab« arbeitet als Gastkünstlergruppe am ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe.


In Nagoya ist das »robotlab« mit gleich zwei Arbeiten, »profiler« und »instrument«, vertreten. Der Roboter in der Installation »profiler« erzeugt Portraits von Besuchern in Form von Umrisszeichnungen und ordnet sie in kompositionelle Zusammenhänge. Hat ein Ausstellungsbesucher die Buehne vor einer hell leuchtenden Hintergrundwand betreten, erkennt dies der Roboter, faehrt in Aufnahmeposition und erfaßt die menschliche Figur mit seiner Videokamera. Der Computer verarbeitet das aufgenommene Bild, verwandelt es in Linienzuege und der Roboter fuehrt dann mit wenigen Strichen die Zeichnung auf der emaillierten, grossformatigen Zeichentafel aus.


Die Anordnung der Zeichnungen durch »profiler« erfolgt nach einem eigenen Kompositionsprinzip. Der Roboter hat einen durch seine Anatomie begrenzten Arbeitsraum, der sich in der Tafelebene nierenfoermig abbildet. Diese für ihn erreichbare Flaeche wurde in 16 fest definierte Rechtecke segmentiert, die sich ueberlagern. Nach und nach werden 13 Umrisszeichnungen von Besuchern zufaellig in verschiedene Rechtecke verteilt. Drei Rechtecke bleiben stets leer. Innerhalb eines Rechtecks kann die Zeichnung, ebenfalls durch den Zufall bestimmt, eine von fuenf moeglichen Positionen einnehmen: in einer der vier Ecken oder im Zentrum. Durch die Kombination von Systematik, Zufall und Auslassung entstehen auf der Tafel unvorhersehbare Anordnungen mit Vereinzelungen, Gruppierungen und Ueberschneidungen.


Die zweite Arbeit, »instrument«, ist eine interaktive Roboter-Sound-Installation. Der Industrieroboter ist gestimmt wie ein Musikinstrument, so dass er durch seine Bewegungen Musik zum Erklingen bringen kann. Der Betrachter kann mit den Tasten auf dem Interface Musikstuecke auswaehlen, die der Roboter dann abspielt. Die Klaenge sind die Geraeusche, die die Motoren, Gelenke und Getriebe herstellungsbedingt erzeugen.


 

Richtfest des Museum Sammlung Brandhorst

Bei strahlendem Sonnenschein fand am gestrigen Dienstag, den 16. Oktober 2006, auf dem Bauareal an der Türkenstraße 17 in direkter Nachbarschaft der Pinakothek der Moderne das Richtfest für das neue Museum Brandhorst statt. In Gegenwart SKH des Herzogs Franz von Bayern, des Bayerischen Innenministers Dr. Günther Beckstein, des Kunstministers Dr. Thomas Goppel, sowie des Sammlers und Stifters Udo Brandhorst und zahlreicher geladener Gäste würdigte der Bayerische Ministerpräsident, Dr. Edmund Stoiber, das Bauprojekt in seiner Festrede als einen Meilenstein in der reichen Museumslandschaft Bayerns. Das Projekt sei ein besonders gelungenes Beispiel für das erfolgreiche Zusammenwirken von privatem Mäzenatentum und staatlicher Kulturpolitik in Bayern. Edmund Stoiber drückte ferner seine Überzeugung aus, dass das neue Museum Brandhorst zu einem glänzenden Botschafter Bayerns über die Grenzen des Freistaates hinaus avancieren werde und dass die Förderung von Kunst und Kultur eine wichtige Investition in die Zukunft des Landes sei. Innenminister Dr. Günther Beckstein, dessen Ministerium für die Durchführung des Baus verantwortlich zeichnet, lobte den Bau, mit dem sich die Architekten Matthias Sauerbruch und Louisa Hutton 2002 bei einem Wettbewerb durchsetzen konnten. Der Entwurf lasse ein innovatives Tageslichtmuseum mit einer faszinierenden Gestaltung und zugleich energiesparsamen Ausführung erwarten.


Prof. Dr. Reinhold Baumstark, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, dankte vornehmlich dem Stifter Udo Brandhorst. Dessen Engagement für die Künste und die Bürger Bayerns sah er in einer großen Tradition im Geiste Ludwigs I., auf dessen Initiative die Alte und die Neu Pinakothek erbaut wurden. Dieser Geist habe bereits in der Pinakothek der Moderne, deren Bau zu einem Teil von den Bürgern Bayerns aus privaten Spenden finanziert worden sei, einen besonderen Widerhall gefunden. Das Museum Brandhorst, jüngster Zögling des Gründungsgedankens der Alten Pinakothek, mache nun das Kunstareal Münchens zu einem einzigartig reichen Ort für die Begegnung mit Kunst.  Abschließend stellte Kunstminister Dr. Thomas Goppel die herausragende Qualität der Sammlung Brandhorst in seiner Ansprache in den Vordergrund. Sie umfasse mehr als 700 Werke bedeutender Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts. Erneut drückte er seine Freude darüber aus, dass es dem Freistaat gelungen sei, die hochkarätige Sammlung Brandhorst sowie die gleichnamige Stiftung dauerhaft für Bayern zu sichern. Wie seine Vorredner wünschte er dem Gebäude und insbesondere den Bauleuten, die zurzeit mit Feuereifer an seiner Fertigstellung arbeiten, viel Glück und einen unfallfreien Verlauf.