Studio visit: Joan Peeters

If you want to visit Joan Peeters in her studio in Barrydale you have to turn off from Route 62 and enter Tinley Street till a road sign indicates Hellier Street. Number 24, the home and studio address of Joan Peeters is surrounded by a garden full of plants typical for the little Karoo. The warm colours and the style of the buildings on the compound could be even found in Spain or Mexico.

Studio visit: Joan Peeters

And this is not a coincidence: Joan spent some years of her life in southern Spain and you can see that not only in the way she designed house and studio but even in her paintings. But after Joan received her B.A. in fine arts at Michaelis School of Fine Art at the University of Cape Town she first chose the Netherlands to continue her studies in fine arts at Ateliers`63 in Haarlem and finished them 1982 with a Master of Arts. The influence of traditional Dutch painting is still very present in her work especially in her portraits. After she spent then some time in southern Spain she returned to Cape Town and settled some later with her life companion in Barrydale.

Studio visit: Joan Peeters

Over the years her work grew up and received more and more attention. Her contribution to many exhibitions in Cape Town, Paarl, Oudtshoorn, George or in far away Ottawa speaks of that. But paintings of her are even to be found at the South African National Gallery in Cape Town. But that’s not the end of the story! In autumn 2003 she opened here own Gallery in the premises of her life companions shop and restaurant Jam Tarts, called Die Wit Huis on Route 62. Since than hundred of visitors came to see the permanent exhibition of her paintings. These paintings are also to view at Cyberday Gallery. Please klick here: gallery.cyberday.de/galerie/jpeeters/index.html In May 2005 she will launch an exhibition of her latest creations. Cyberday Cape Corner will report on and show her latest paintings in Cyberday Gallery.

Studio visit: Joan Peeters


Studio visit: Joan Peeters

Show me the way to the next liquor store!

To get a six-pack of Windhoek Lager in Barrydale like anywhere else in South Africa you can´t go to a gas station or a supermarket to buy beer or liquor from the shelf . Since few years supermarkets are allowed to sell wine. But to get beer or whisky and rye you have to find a liquor store. Mostly you find them in the town centers: big signs tell you that you can buy your six-pack at best prices. Six cans 450ml Windhoek Lager are priced 25 Rand. Inside you will find ten to twenty different labels of whisky, many imported and many imported and bottled proudly in South Africa. Same with vodka, brandy and gin. The imported ones are not cheaper then on the continent but much cheaper than in northern Europe or in UK. The other ones, bottled in South Africa you will get for half price but you will not get half quality. Quality is not worse and average alcohol per volume the same: 43%

Show me the way to the next liquor store!

Valley Inn Drankwinkel you find in main road Barrydale opposite the Barrydale Hotel. It´s open all days from nine till six and always busy. Prices are a bit higher than in Swellendam but you mustn´t suffer: shelfs and freezers are rarely empty.

Show me the way to the next liquor store!

And there is onother liquor store over the hill in the former township Smitsville, named Smitties Tavern and Liqour Store. Building and store were already a bit different but what happened in the last few days may challenge the Valley Inn Drankwinkel to rethink it´s design. You may like it or not but it brings not only some colour to the main square of Smitsville it is upgrading that dusty place with some dreams of faraway shores.

Show me the way to the next liquor store!

The artist who created these paintings is Quinton Faro. His small company „Quidas“ did more big wall paintings in the towns of the Overberg and is even engaged in interior decorating, signs and art . If you like to contact Quinton Faro write a mail to cyberday@telkomsa.net

Show me the way to the next liquor store!

Deutscher Liederabend in Swellendam

„Duitse musici tree hier op“ meldet der Suid/South Courant, ein kleines Werbeblatt, das in Swellendam aber auch in Montagu, Robertson und anderen Städten an der Route 62 bis nach Albertinia kostenlos in den Läden ausliegt. Ein paar Seiten davor konnte man erfahren, wieviel die Bürger der jeweiligen Stadtteile Swellendams der Gemeinde für Strom, Wasser und Abwasser schulden: 13 Millionen Rand im Februar 2005. Eine Steigerung von 25% gegenüber dem Vorjahr. Den größten Anteil daran haben die Bürger der Township Railton: Ihre ausstehenden Zahlungen erhöhten sich von 6,7 Millionen auf 7,7 Millionen in 2005. Die Ursachen dafür? Increased poverty and increasing unemployment: „Lots of people just do not have money to pay their debts” said a municipal official.
Da ist es doch erfrischend zu hören, daß Deutsche Musiker nach Swellendam kommen um deutsche Lieder zu singen. Am selben Tag drückt mir Dick Pointer, Bass im Barrydale Community Choir eine Kopie in die Hand, die ankündigt: „Lieder Singer to Come to Swellendam“. Aus dem Text wird klar, dass nicht der Musikantenstadl hier anrückt, sondern dass die Veranstaltung ein ambitioniertes Unternehmen in Rahmen des deutsch-südafrikanischen Kulturaustausches ist. Es ist der Auftaktabend zu einer Reihe von Liederabenden, die der Veranstalter Cape Classic www.cape-classic.com/progr-volleng.htm in Stellenbosch und Somerset Wes organisiert. Aber Lieder von Beethoven, Mozart, Schubert und Mendelsohn-Bartoldy in der Moederkerk der Niederländisch-Reformierten Kirche, der geistlichen Speerspitze der Kolonisation und auch späteren Apartheidpolitik, das klingt doch etwas ungewohnt. Wieviele Menschen werden sich wohl in Swellendam einfinden um zwei Stunden Liedern deutscher Komponisten und Texten deutscher Dichter von Goethe, Lenau, Heine oder Rückert zu lauschen?

Deutscher Liederabend in Swellendam

Samstag der 12. Februar ist ein schöner sonniger Sommertag. 34 Grad Celsius um die Mittagszeit sind doch gut warm, aber abends nach sieben Uhr beruhigt sich die Temperatur bei 25 Grad. Die Abendsonne färbt die strahlend weiße Mutterkirche in Swellendam in zartes Rosa. Alle Fenster strahlen hell erleuchtet. In frische Hemden gekleidete Herren und Damen in Abendkleidern ersteigen die von beiden Seiten zum Eingang leitenden Treppen. Eine große, schlanke dunkelhäutige Dame in schwarzem langen, ärmellosen Abendkleid steht an einem kleinen Tisch im Eingangsbereich und übergibt die Eintrittskarten. Dann betritt man den fast halbrunden Innenraum der Kirche. Die Raumaufteilung scheint in allen Kirchen der NG-Moedergemeente derselbe zu sein: zehn bis fünfzehn ins Halbrund gebogene Sitzreihen ohne Kniegelegenheit. Darüber eine ins Halbrund geschwungene Empore. Der Hauptraum von zwei hohen Säulen getragen. An der Stirnwand eine Orgel, darunter erhöhte Sitze mit rotem Plüsch beschlagen, davor ein Lesepodium in Richtung der Gemeinde. Darunter auf der freien Fläche eine Art Bühne und mittendrin ein Konzertflügel, Notenhalter und eine große Vase mit Sonneblumen im Hintergrund. Bis auf eine Goldstickerei auf weinrotem Brockat „Vrede vir Jullet“ der einzige Schmuck. Dass zehntausend Kilometer von Deutschland entfernt in einer Kleinstadt weit weg von Kaptsatd über hundert Menschen kommen würden, um an einem solchen Sommerabend deutschen Liedern zu lauschen hat mich als Deutschen überrascht: ich fand es weder einfach den gesungenen Text zu verstehen noch die unerwiderte Sehnsucht der Texte aus der Romantik nachzuvollziehen. Der größere Teil des Publikums der auf den nicht unbequemen Kirchenbänken Platz genommen hatte waren sicher keine Deutschen, sondern Afrikaaner und einige musikliebende englischstämmige Südafrikaner. Aber auch ein Dutzend nichtweiße Zuhörer waren im Publikum zu finden.

Deutscher Liederabend in Swellendam

Nach acht Uhr geht es dann, nach einführenden Worten von Gabi Zahn von Cape Classic und des Kulturattaches des deutschen Generalkonsulats in Kapstadt, Erika Dierke sowie eines aus Deutschland mitgebrachten Professors, dessen Namen ich nicht erfahren konnte, aber der eine gewisse Ähnlichkeit hatte mit Hermann Hesse und auch sehr sachkundig und in perfektem Englisch den weiteren Abend moderierte in den ersten Liederblock: „Two Songs for Bariton and Piano „Adelaide“ and „An die ferne Geliebte“ by Ludwig van Beethoven“.

Deutscher Liederabend in Swellendam

Es singt Jochen Kupfer, begleitet von Susanne Giese am Piano. Kein Mikrophon weit und breit, die großen Lautsprecher an der Stirnwand unplugged, die Akustik des Raumes alles andere als ideal. Kupfers Stimme tastet sich an die ungewohnte Akustik und nach wenigen Minuten füllt sie den Raum. Die Worte verlieren ihre Bedeutung, Stimme und Töne gewinnen dazu. Das Publikum ist fasziniert, der Beifall vorerst verhalten. Der Professor kündigt eine Programmänderung an: es folgen nicht sechs Lieder von Schubert, sondern acht Lieder von Mozart, in italienisch, französisch aber auch deutsch, gesungen von Isa Katharina Gericke begleitet von Sweinnung Bjelland am Piano werden vorgezogen. Eine kluge, wie auch immer begründete Entscheidung; denn: Mozartl gfoit imma=Mozart gefällt immer. So auch in Swellendam. Da ist Heiterkeit, Witz und Leichtigkeit zum Greifen nah, stürmischer Applaus für Sopranistin wie Pianisten nach dem zweiten Lied sicher. Auch Schuberts Lieder, vor allem aber wohl die Interpretin, die Altistin Franziska Gottwald, wie „Gretchen am Spinnrad“ nach Goethe aber auch die sperrige Geschichte „Der Zwerg“ heimsen spontanen Applaus ein. Jochen Kupfer hat es nun mit Mendelssohn Liedern sichtlich schwerer, der Abend ist auch schon fortgeschritten, das Publikum gelegentlich in weite unbekannte Ferne träumend. Die Hände mögen trotz großer Leistung Kupfers nicht mehr so recht applaudieren.

Deutscher Liederabend in Swellendam

Das ändert sich nach fünf Duetten Mendelsohn-Bartodly´s, vorgetragen von Gericke und Gottwald, begleitet von Bjelland. Die rührenden Worte von Heinrich Heines „ Wasserfahrt“ in Musik gefasst von Mendelsohn scheinen nicht nur mich, sondern trotz Sprachbarriere auch die Herzen vieler Anwesender getroffen zu haben: Ich stand gelehnet an den Mast,
Und zählte jede Welle.
»Ade! mein schönes Vaterland!
Mein Schiff, das segelt schnelle!«
Ich kam an schön Liebchens Haus vorbei,
Die Fensterscheiben blinken;
Ich guck mir fast die Augen aus,
Doch will mir niemand winken.
Ihr Tränen, bleibt mir aus dem Aug‘,
Daß ich nicht dunkel sehe.
Mein krankes Herze, brich mir nicht
Vor allzugroßem Wehe. Das danach folgende Abendlied endet in standing ovations, Blumensträuße werden überreicht, die Veranstalter bedanken sich, am Empfangstisch am Eingang liegen CD´s der beteiligten Künstler und finden guten Absatz, man führt small talk und dann lockt der milde Abend einen Teil des Publikums in die wenigen Restaurants, die um diese Zeit noch Tische unter gut beleuchteten Bäumen gedeckt halten. Man trinkt ein Fläschchen und hört von weitem deutsche Sätze wie: „Aber sehr schön haben sie es gemacht!“

Red Air Force

Red Air Force
Von Dirk Schröder


Erst provozierte die bloße Idee, künstlerische Arbeiten zur RAF-Thematik zu versammeln, dann die, derlei Ausstellungen durch Bilderspenden per eBay zu finanzieren, und nun ist sie da: die RAF-Kunstshow.


Kunst zeigt, sie berichtet nicht. Die so genannte RAF-Ausstellung zeigt, was wir gewiss erinnern. Das Sowieso. Schlagbilder. Fetzen. Ex-Ikonen. Es wäre ohne Objekte gelungen. Bilder im Kopf. Es gibt, meistberichtet, wie hier, die Fotos der Täter und Opfer, wie man das nennt. By Hans-Peter Feldmann. Rudolf Herz nennt Namen. Wie wir es nach dem elften September gemacht. Ich jedenfalls in zwei so genannten Gedichten.


Wie hieß das damals? Sagen wir es noch einmal. Tun wir uns das an. Stehen wir Schlange. Ob den in die kleinbürgerliche Arbeiter- und Bauernexistenz östlich des Zauns Abgetauchten die späteren Westklischees vertraut waren? Haben die heute einen anderen Blick? Egal. Die Ausstellung ist immerhin ein bisschen international. Das zeigt, was außerhalb Deutschlands ankam. Dass unsere Bilder von denen der Welt kaum abweichen. So effektiv ist das Erinnern.


Red Air Force (Bundeskriminalamt)


Die interesselose Kunst ist harmlos. Alle Erregung bettet sie selbst wieder sanft. Die künstlerische Bewältigung/Aufarbeitung/Reflexion/Erzählung der (überwiegend) Medienerfahrung des deutschen Terrors der Siebziger soll aber angeblich dem Thema sich produktiv stellen – und hätte das spätestens seit den Neunzigern auch tun können, da sich das Publikum in sicherer Entfernung befand. Die Ausstellung hinterlässt ein wenig den Eindruck, dass die RAF doch viel mit der NS-Zeit zu tun hatte, was zutrifft und wichtig ist, sonst aber kaum einen. Nicht in den – mehrfach über Erklärungen – doch anzutreffenden Aussagen und Behauptungen, nicht formal. Die so oft probierten Konzepte der letzten Jahrzehnte. Formen im Kopf.


Eine Banane, grinsend, mit Palästinensertuch z.B., hätte mir gefallen. Vielleicht. Ich wohnte damals an der Grenze zur Schweiz. Ich sah dort viele Maschinenpistolen. Was führen Sie mit sich? Hundert Gramm Pulverkaffee. Gut, weiterfahren. Handbreit von der Schläfe. Der Rest ist Zeitung, Fernsehen, Radio. Ab und an ein Streifenwagen. Martinshörner. Später erst Kerzen. Flugblätter im linken Buchladen. In München, dem Ort des olympischen Terrors, erlebte ich Menschen, die weinten, als Herr Schleyer tot aufgefunden wurde. Vor dem Fernsehgerät. Lustige Comics brachten sympathische RAF-Kämpfer unters studentische Publikum.


Das habe ich alles nicht verstanden. Und verstehe es immer noch nicht. Warum weinten sie? Was gab es zu kichern? Keine Antworten, keine Fragen. Als ob man mit Baader und Meinhof in einer Wohngemeinschaft gelebt haben müsste. Einerseits. Als gelte es nicht die Augen des Publikums, sondern die Linsen der Kameras zu erreichen. Andererseits.


Die Ausstellung will nicht die RAF zeigen, sondern Kunst, der die RAF-Erfahrung (und gar Erinnerung) von zwei, vielleicht drei Generationen Gegenstand war oder ist. Das tut sie auch – weshalb die lange Aufregung im Vorfeld leicht wunderlich anmutet. Niemand ist in Gefahr. Näher liegt Walter Benjamins Satz zu Baudelaire: Die Embleme kehren als Waren wieder. Kunsturteile sind schnell, Kunst ist langsam. Oft zu langsam um mit der Verstörung noch zu erregen, wenn die Auflösung bereits bekannt ist. Und das Aktuelle kann veralten. Joseph Beuys‘ gelbe Tafeln Dürer, ich führe persönlich Baader + Meinhof durch die Dokumenta V etwa, die eine sehr jugendliche Besucherin fix in die Kategorie name dropping sortierte.


Kunst sollte zeigen, nicht berichten. Angesichts der versammelten Kunst zur Vorstellung des Terrors könnte man fragen, ob nicht die RAF selbst, in ihrer bis heute irritierenden Sinnlosigkeit, das Kunstwerk ist, eines eben eher in der Zeit als im Raum, wesenhafter als die sie kommentierende Sekundärkunst. Kann man aber wohl nur, wenn man sich traut, den Konsens zurückzuweisen, dass hier von Nierentischchen enttäuschte Werwölfe Abenteuer spielen wollten. Und auch der ist nicht dumm.


Der Rang einer Ausstellung scheint heute an der Internationalität, der Größe der Objekte und dem Vorhandensein von Monitoren, Leuchtschrift usw. messbar. Damit sieht es auch hier gut aus, so dass das Medienecho hoffentlich nicht nur der vermeintlichen Herausforderung zu danken ist. Die Vermeintlichkeit hat das Feuilleton mittlerweile landesweit attestiert und selbst die meisten Frühkritiker haben sich auf den Tadel der Banalität verlegt. Was hatten sie erwartet? Erhabenes? Ästhetische Entscheidungen fällte die RAF tatsächlich selbst. Bis hin zur Gestaltung der Bekennerschreiben, der Wahl der konspirativen Hochhauswohnungen. Und ihre Fans. Das kam alles im Fernsehen. Heute können wir damit spielen. Vielleicht sehen, mit was sich das in den Köpfen verbunden hat.


Kunst zur RAF muss schon sein. Ein Gebot des Verstummens vor dem Terror gibt es nicht. Immer wieder wird Paul Celans Todesfuge zu den beliebtesten deutschen Gedichten gezählt. Es muss sich nicht auf die Seite der Opfer stellen. Es steht dort. Die Geschichte neigt dazu, die Verbrecher zu dämonisieren. Wir brauchen Schurken. Die RAF ist bislang zu verklärt dafür, zu sehr von der klammheimlichen Freude infiziert, die in der mittleren West-BRD grassierte. Was damals romantisch war, kann heute nicht rein böse sein. So könnte es einem auch ergehen, in den Kunst-Werken Berlin. Wenn es keinen elften September gegeben hätte. Den des Jahres 1973 in Santiago, der die RAF anging. Und den des Jahres 2001, der unsere RAF-historischen Diskurse leitet – z.B. das berühmte Schleyer-Video, überlagert von den Grußbotschaften des Videoterrorfürsten aus dem Morgenland.


Kollektive Medienerfahrung – die Leute reden ja auch im Alltag nur noch über derlei, persönlich nicht Erlebtes. Vielleicht traf Plato doch mit seiner Unlust an Abbildern von Scheinweltlichem – aber es springt einen aus vielen der gezeigten Werke eher die Realität, bzw. deren einstige Medienwirklichkeit an, als Scheinwelten der Kunst. Der große RAF-Roman, falls es so etwas einmal geben sollte, wäre wohl auch einer der Unlust – und könnte gelingen, wenn er eine seminaristische Historiendarstellung vermiede. Der Ausstellung gelingt das weitgehend nicht. Trotz ihres andersgerichteten Anspruchs. Das ist es, was die falschen Kritiker einlädt. Ihren Zweck erreicht sie gleichwohl: sie zeigt, was es so gibt.


Aufgenommen wurden von den Kuratoren Klaus Biesenbach, Ellen Blumenstein und Felix Ensslin ausschließlich Werke, die bereits anderswo zu sehen waren – Veröffentlichtes. Das garantiert Vielseitigkeit und Seriosität und unterbindet jede Wechselwirkung zwischen Werken und Ausstellungskonzept. Gerade die so ermöglichte Zusammenschau enthüllt, dass die künstlerische Auseinandersetzung mit den Medienwelten eben nicht neben, sondern auf diesen stattfindet. Sie trifft uns dort, wo sie auf das Medienpublikum zielt, nicht auf die Inhalte. Also weder auf Baader noch auf Schleyer sieht.


Ein Muss für Fans, darüber hinaus eine Gelegenheit, Arbeiten z.B. von Dara Birnbaum, Joseph Beuys, Harun Farocki, Jörg Immendorff, Martin Kippenberger, Gerhard Richter, Katharina Sieverding, Wolf Vostell oder Peter Weibel beieinander zu sehen. Man kann auch, mit Michael Rutschky, gar nicht erst hingehen, wenn man’s schon kennt.


Zur Vorstellung des Terrors: Die RAF-Ausstellung
29.Januar 2005 – 16. Mai 2005
Kunst-Werke Berlin e.V.
Auguststr. 69
10117 Berlin
Telefon 030 24 34 59 0
info@ kw-berlin.de
Di, Mi, Fr, Sa, So 12 – 19 Uhr, Do 12 – 21 Uhr
Eintritt 6,- Euro, 4,- ermäßigt


Links:


KW Institute for Contemporary Art
Website (Ausstellung)


Statement
Gerhart Baum, Schirmherr der Ausstellung im DeutschlandRadio
Co-Kurator Felix Ensslin im taz-Interview
Bettina Röhl kritisiert etwas neben der Sache (Mythos RAF)


rafinfo
Dokumente und Links zur RAF von Andreas Gohr


Dirk Schröder