Barrydale, can you believe it?

Massimo Cecconi, a photographer, writer and since some years even a skilled painter who lives and works since more than twenty years in South Africa finds himself trapped in Barrydale. He sent Cyberday following letter accompanied by some pictures of his recent paintings. Barrydale, can you believe it? Barrydale, a god forsaken corner of the world, a nothing in the middle of nothing, a place good for tourists, as tourists never stop for more than a couple of hours, they just look at the view, take two pictures, always the same, eat the same food at the same restaurant and off they go, sure as hell and fast as bulletts. Barrydale! Here some figures: beautiful girls: none, zero, zulch. People with some sense of humour: two or three (they never last long, either or, their sense of humour never last long). Movie halls: zero. Dentists: zero (same for vets, lawyers, prostitutes and dog trainers), one doctor: just one, a she, blonde, carries a gun and speak a language I don’t understand (better, I never give a hoot what doctors say). And here I was…in Barrydale!…couldn’t believe it! Always been a city boy, always sitting in the traffic – as far as I can remember -, getting any food I wanted, watching the last craze in matter of movies, buying trendy expensive clothes and running always late. For a year, since in Barrydale, I’ve been missing my daily overdose of stress, the big city healthy depression of the closet rebel. Then suddenly, like the blink of an eye, like taking a wrong turn off, Barrydale …crushed by the annihilating wordless sun of a Sunday afternoon… I could lie on the road in front of my house (the main road) waiting for the car, truck, bike, cow, putting a stop to all ravaging doubts: nothing, no cars, no trucks, nobody shaking his head, not even the neighbour’s dog barking, not even the fame of a cursed demented Hamlet. „Barrydale won’t have my bones“ for a year I kept repeating it to myself, looking at the stolid, beautiful mountains from where the clouds pour down like frozen waterfalls, watching the vineyards degrading towards the river, listening to the scream of peacocks and hadidas filling the valley, hurting the silence, unable to wake up the ghosts of self recluse inhabitants sitting like stones behind closed curtains…“Barrydale won’t have my bones!“. Then you move – you have to – from the impossible question to the possible question: „Where else?“ Stupid as it sounds, it did the trick. Deep down I knew I couldn’t be anywhere else: Barrydale, bus terminal for a silent inertial 72 kilos over-evolved colony of bacteria. Won’t go further, tired to squeeze the impossible into the possible, the search has to come to an end. Besides, hate to travel, hate travel agencies brochures, proliferating high tech shoes to carry around any massificated body of cameras, backpacks and common places, hate respectable crowds basking in the discrete warmth of self-esteem, hate to talk hope to people talking money, to hyperactive, body conscious, health conscious, fashion conscious monsters, politely stepping and crashing over each other with the indolence of pachyderms and the indifference of fresh roses in a nice manicured suburbian middle class garden. „Where else?“, rather the desert, rather this stony village too dumb to pretend, too dry to lie, where at least a smile is not cheap currency. For what I care, for what they’re worth, Barrydale can have my bones. Cyberday is adding Massimo Cecconis pictures beneath his letter. Some are for sale. Please contact bjhuck@cyberday.de

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Warum Barrydale?

Barrydale liegt ca. 240 km östlich von Kapstadt am östlichen Ende des fruchtbaren Tradouw-Tales, das sich über 60 km von Montagu bis fast nach Barrydale erstreckt. Die lange Bergkette der Langeberge schirmt das Tal gegen die Winde und Regenschauer vom nahen Meer ab. Das Klima ist warm und trocken, die jährliche Niederschlagsmenge erreicht kaum 300mm. Der Regen fällt meist in den Wintermonaten von Juli bis September. Im Frühling und Sommer gibt es gelegentlich kurze und heftige Schauer. Der Ort entstand nach dem Bau des Tradouw-Passes, der von Barrydale über das Dorf Surbraak nach Swellendam führt und 1873 vollendet wurde. Die Distrikthauptstadt Swellendam, das größere und bedeutendere Nachbarstädtchen, wurde 1747 von der Holländischen Ostindiengesellschaft gegründet und ist damit die drittälteste Stadt Südafrikas nach Kapstadt und Stellenbosch. Die Existenz einer Farmergesellschaft in und um Barrydale lässt sich jedoch bis 1832 zurückverfolgen. Zu dieser Zeit wurde das Land durch einen Tagesritt zu Pferde markiert und vermessen. Das Land wurde für 15 Jahre gepachtet, die Pachtverträge mussten danach erneuert werden. Aus dem Gebiet zweier solcher Farmen entstand 1878 das Dorf Barrydale. Wenig später errichtete die niederländisch-reformierte Gemeinde eine Kirche, die im neugotischen Stil seit 1908 das Dorf überragt. Warum Barrydale? 1921 erlangte Barrydale Gemeinderecht und hatte etwa 800 Einwohner. 1964 wurde im Gefolge der Rassentrennung für die zahlreich als Farmarbeiter zugezogenen Farbigen die Township Smitsville in einem Aussenbezirk von Barrydale errichtet. Die kleine Township wurde in den letzten Jahren durch das Entwicklungsforum der Townshipgemeinde in Kooperation mit der Gemeinde modernisiert und ist an alle Systeme der Gemeinde angeschlossen. Einige sehr alte Stadthäuser, manche aus dem späten 18. Jahrhundert, sind in Barrydale noch erhalten. Einige wurden von ihren Bewohnern liebevoll restauriert. So auch Cyberday Lodge, 9 Keerom Street. Auch bei diesem Haus handelt es sich um ein Nagmaalhuis oder Kerkhuis. Solche Häuser wurden von Farmern errichtet, die weitab ihre Farmen hatten, um am Abendmahl in der Kirche von Barrydale teilnehmen zu können, aber auch damit die Kinder unter der Woche die 1885 eröffnete Schule besuchen konnten. Warum Barrydale? Barrydale ist heute eine lebendige Gemeinde mit High School, Kindergarten, einer kleinen Bibliothek und einer effizienten Gemeindeverwaltung. Das Städtchen verfügt über ein gutes Strassen- und Telefonnetz, Wasser- und Stromversorgung sowie Abwasser- und Müllentsorgungssystem. Im Ortszentrum gibt es einen Supermarkt mit ATM, Postamt, ABSA Bank, Hotel, Liqeurstore, Friseur, Artztstation und eine gut bemannte Polizeistation. Einige Läden, Restaurants und B&B-Pensionen sowie eine Tankstelle am Ortsausgang an der Route 62 runden das Angebot ab. Da gibt es auch noch die Barrydale Koop Wynmakery en Stokery Beperk, die eine übersichtliche Palette trockener Rot-, Weiss- und Schaumweine produziert. Die Merlots und Pinot Noirs aus Barrydale haben sich in den Weinwettbewerben des Western Cape als von überragender Qualität erwiesen und wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet. Neben Wein wird auch ein Brandy destilliert, der nach fünf Jahren Lagerung das Niveau eines guten Cognac erreicht. Benannt ist er wie der Ort nach Joseph Barry, der zwar nie in Barrydale lebte, aber dessen Handelgesellschaft von Swellendamm aus im 19. Jahrhundert die Region dominierte. Die reizvolle Gartenstadt an den Hängen eines kleinen Flußbett gelegen hat sich nicht erst in den letzten Jahren zu einem beliebten Refugium von Künstlern aus Kapstadt und Südengland ebtwickelt. Zwei Galerien künden von einem regen Kunstbetrieb. Cyberday wird demnächste Galerien und Künstler vorstellen. Fährt man von Barrydale Richtung Westen auf der Route 62 kann man sehen wo die Reben herkommen und wer guten Wein schätzt, wird für die 240 km nach Kapstadt etwas länger brauchen, denn die Verlockung der Weingüter und Kellereien beginnt gleich hinter Barrydale im lieblichen Tradouw-Tal und wird in Robertson oder gar Paarl noch stärker. Auch ein Stop im nahen Montagu lohnt. Entweder, um auf einem von drei Golfplätzen einzuputten, oder sich in einem der vielen Kurhotels verwöhnen zu lassen, oder auch um lediglich im Country Hotel gut zu speisen oder sich im Pool zu aalen oder zu sonnen. Warum Barrydale? Fährt man von Barrydale weiter Richtung Osten gelangt man nach etwa 15km zur Farm The Manger. Dort betreibt Dr. Peter Frazer eine Praxis, aber nicht nur das: auf dem Gelände seiner Farm hat er nach dem Modell des Labyrinth von Chartres ein begehbares Labyrinth gebaut. Vor vier Jahren haben burmesische Mönche auf seinem Compound eine buddhistische Pagode errichtet. Etwa zur selben Zeit brachten Bauern ein mutterloses Baboonbaby zu Peter und Nola Frazer. Inzwischen leben fast zwanzig Baboons in geräumigen Käfigen mit schattigem Garten. Das Project ist beschrieben unter www.baboons.co.za Wenn man weiter Richtung Ladismith fährt und die Landschaft prärieartig wird, versteht man, was Klein Karoo bedeutet, nämlich kleine, steinige Wüste. Aber nach etwa 30 km ist man in Warmwaterberg und entdeckt mitten in dieser kleinen Wüste eine Poolanlage, die aus fast 40 Grad heißen Mineralquellen gespeist wird. Bar und Restaurant sind nur mittags bis zwei und abends ab 6 geöffnet. In Ronnies Sex Shop nicht weit entfernt an der R62 gibts rund um die Uhr kühle Drinks aller Art in ungewohntem Ambiente. Fährt man von Barrydale Richtung Süden, führt der Weg durch die Langeberge durch die engen Schluchten des Buffeljags River und über die steilen Höhen des Tradouw-Passes. Das Wort Tradouw ist ein Wort der Khoisan, die neben dem San-Volk die Ureinwohner der Kapregion waren. Es bedeutet Pfad der Frauen und deutet daraufhin, dass dieser Pass schon vor hunderten von Jahren genutzt wurde. Der Buffeljags River, der sich tief in die Berge schneidet, hat viele kleine Felsenpools hinterlassen, die auch im heißen Sommer von erfrischend kaltem Wasser erfüllt sind. Nach der Passabfahrt kommt man nach Suurbraak. Man kann man nun weiter nach Swellendam fahren, oder 50km über die R324 direkt ans Meer nach Port Beaufort zu den weißen Sandstränden von Witsand. Man kann sich auch für einen Besuch des Naturreservats de Hoop entscheiden und dort über Nacht bleiben: man kann campen oder auch eine Cottage mieten. Großräumige Naturreservate gibt es auch rings um Barrydale und Swellendam. Die dünne Besiedlung und die großflächigen Naturreservate tragen dazu bei, dass die Region als die ökologisch sauberste nicht nur des Western Cape eingestuft ist. Also ingesamt ein Dorf mit guten Voraussetzungen, um von dort aus Kunst, Kultur wie auch Lebensart, Küche wie Getränke, insbesondere die Weine der Region zu erforschen und den Besuchern von Cyberday Kunstportal nahezu bringen. Ein großes Vorhaben, denn die Region ist etwa so groß wie Süddeutschland, wesentlich dünner besiedelt, aber dennoch von einer enormen Vielfalt. In einer Reihe von Briefen aus Barrydale, wird der Blick sich anfangs eher auf die lokale Welt richten. Briefe aus Kapstadt, von der Küste werden folgen. Zur Route 62 siehe www.route62.co.za vom Index dort gehts nach Barrydale.