1914…. Schrecklich kriegerische Zeiten

01.08.2014 - 25.01.2015
3Landesmuseen
Museumstraße 1, 38100 Braunschweig
http://www.3landesmuseen.de

OP-Besteck, Giftgasflasche und Ernst-Jünger-Uniformrock:
„Schrecklich kriegerische Zeiten“ nehmen Gestalt an
Leihgaben aus drei Privatsammlungen ermöglichen ungewöhnlich authentische Gedenkausstellung zum 1. Weltkrieg

Ab dem 1. August 2014 zeigt das Braunschweigische Landesmuseum mit „1914…. Schrecklich kriegerische Zeiten“ auf 950 m² eine der deutschlandweit großen Sonderausstellungen anlässlich des 100. Jahrestages des Ausbruchs des 1. Weltkrieges. Der Ausstellungsaufbau läuft auf Hochtouren, nach und nach kommen die letzten Leihgaben im Museum an, darunter so ungewöhnliche Objekte wie zeitgenössisches chirurgisches OP-Besteck oder eine intakte Glasflasche für Giftgas. Insgesamt drei Privatsammler konnten dafür gewonnen werden, zahlreiche Objekte aus ihren Sammlungen in der Braunschweiger Ausstellung zum Teil erstmalig einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Im Zusammenspiel mit einer atmosphärisch dichten Inszenierung ermöglichen die seltenen Exponate in der Ausstellung einen direkten Zugang zur Realität des Ersten Weltkrieges.

„Zwar sind unsere Sammlungen vergleichsweise gut bestückt zum Ersten Weltkrieg, was durchaus erwähnenswert ist, da die deutschen Museen nach dem Krieg nicht systematisch zum Thema gesammelt haben“, erklärt Ole Zimmermann, einer der Ausstellungskuratoren. „Deutschlandweit bemerkenswert wurde unsere Exponat-Situation jedoch erst durch die Ergänzungen aus den drei Privatsammlungen.“

Äußerst unerwartet war für die Ausstellungskuratoren der Fund von einem Uniformrock Ernst Jüngers in einer dieser Privatsammlungen. Der ambivalent beurteilte Autor von Werken wie „In Stahlgewittern“ oder „Heliopolis“, hochdekorierter Kriegsteilnehmer des 1. Weltkrieges, hat höchstpersönlich die Echtheit des Uniformrocks bestätigt. Jünger hatte sich direkt nach Ausbruch des 1. Weltkrieges als Kriegsfreiwilliger beim Hannoverschen Füsilier-Regiment „General-Feldmarschall Prinz Albrecht von Preußen“ gemeldet, machte sich durch spektakuläre Manöver als Leutnant eines Stoßtrupps und vielfache Verwundungen einen Namen und erhielt im September 1918 die höchste preußische Militärauszeichnung „Pour le Mérite“.

Die Sonderausstellung des Braunschweigischen Landesmuseums widmet sich jedoch nicht nur dem Kriegsgeschehen, sondern beleuchtet bis in die bundesrepublikanische Nachkriegszeit hinein, welche Auswirkungen der „Grande Guerre“ oder „Great War“, wie unsere europäischen Nachbarn den Ersten Weltkrieg nennen, auf nachfolgende Generationen hatte.