100 Tage Kino zur documenta 12

Film war in der Geschichte der documenta kaum je „als Film“ vertreten, sondern wurde meist als Supplement der Ausstellung, als jeweils unterschiedliche Begleiterscheinung der Bildenden Kunst interpretiert: etwa als Künstlerporträtfilm, als Experimentalfilm, als Auftragswerk oder als Gesamtkunstwerk.
Zur documenta 12 soll nun eine polemisch erweiterte Idee von „Normalfilm“ gezeigt werden, in der sich der Avantgarde- und Dokumentarfilm ebenso wie das Autorenkino und Hollywood wiederfinden. Film als eine vielfältige ästhetische Form also, in der sich künstlerische Intelligenz manifestiert.
Das Filmprogramm zur documenta 12 orientiert sich an den drei Leitfragen der documenta 12: Ist die Moderne unsere Antike?, Was ist das bloße Leben? und, in Bezug auf die Bildung, Was tun? Präsentiert wird das Programm während der 100 Tage dort, wo der Film seinen Ort hat: im Kino.
Für Konzept und Filmauswahl ist Alexander Horwath, Direktor des Österreichischen Filmmuseums, verantwortlich. Gezeigt werden 50 abendfüllende Filmprogramme aus der zweiten Hälfte der Kinogeschichte, darunter auch verschiedene aktuelle Arbeiten. Damit wird das Programm in etwa auch die Geschichte der documenta – die erste Ausstellung fand 1955 statt – umfassen: von Viaggio in Italia (1953) von Roberto Rossellini über Reisender Krieger (1981) von Christian Schocher bis hin zu Land of the Dead (2005) von George A. Romero.

Link: http://documenta.de