FARBSPIELE MALER DES LICHTS: MIT MONET BEGANN DIE MODERNE KUNST

Neue Blickwinkel auf das Werk des Malers der »Seerosen«, Claude Monet: Der Katalog Monet – Licht, Schatten und Reflexion
widmet sich den berühmten Bildwelten des Malers – zeigt aber
auch dunklere Motive. Er erscheint anlässlich der Ausstellung des Malers in der Fondation
Beyeler in Riehen und stellt viele Meisterwer
ke vor, deren (Seh-)Erlebnis von Natur und
Landschaft uns bis heute beeinflusst.
Berlin, 20. Januar 2017 – »Das Aussehen der
Welt würde für uns erschüttert, wenn es uns
gelänge, die Zwischenräume zwischen den Dingen als Dinge zu sehen«. Diese Worte des
Philosophen Maurice Merleau-Ponty treffen den K
ern von Claude Monets (1840-1926) Kunst in
den Schaffensjahren nach 1880 bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Während üblicherweise
eher das Früh- und das Spätwerk des Malers in
den Blick geraten, fokussiert der Katalog
Monet
– Licht, Schatten und Reflexion
mit mehr als 180 Abbildungen und 60 Werken die Entwicklung
zwischen diesen Perioden.
Nach dem Tod seiner ersten Frau Camille im Ja
hr 1879 begann für Monet eine Phase der
Neuorientierung. Die Zeit als Pionier des Impressionismus war abgeschlossen; seine
wachsende wirtschaftliche Unabhängigkeit ermög
lichte ihm häufigere Reisen – Monets Werke
wurden persönlicher und lösten sich vom »impressionistischen Stil«.
Im Zuge der Auseinandersetzung mit den Leitmotiven »Licht, Reflexion und Schatten« machte
Monet in seiner Kunst zunehmend das gemalte Bild selbst zum Thema: »Ihn interessierte
weniger das Motiv als das, was zwischen ihm und
dem Motiv passierte«, erklärte sein Stiefsohn
Jean Hoschedé. Der Maler experimentierte mit wechselnden Licht- und Farbspielen im Verlauf
der Jahreszeiten. Durch den Einsatz von Spiegelungen und Schattenwürfen gelang es ihm,
magische Stimmungen zu erzeugen. Wiederkehrende Sujets und Orte sind Landschaften am
Mittelmeer, wilde Atlantikküsten, Flussläufe, Blumenwiesen, Heuhaufen, Seerosen,
Kathedralen und Brücken.
Bereits in Monets erstem Ölbild spiegeln sich
Pappeln im Wasser. Der im Buch vorgestellte
Ausschnitt seines Schaffens steht somit nicht zu
letzt auch stellvertretend für das Gesamtwerk
des französischen Malers. Thematisch aufgeschlüsselt gleicht der Band
Monet – Licht, Schatten
und Reflexion
einer feinsinnigen Reise durch Monets Bildwelten – von der Seine zu den Küsten
der Normandie und der Bretagne bis hin zur Wat
erloo Bridge in London sowie der malerischen
Auseinandersetzung mit dem eigenen Garten in
Givenchy. Essays von Maria Becker, Gottfried
Boehm, Ulf Küster, Philippe Piguet, Hannah Ro
cchi und James H. Rubin begleiten und verorten
die verschiedenen Stationen.
Monet – Licht, Schatten und Reflexion
erscheint zum 20-jährigen Jubiläum der Fondation
Beyeler, die dem »Maler des Lichts« eine große Jubiläumsschau widmet. Die Ausstellung eröffnet am 22. Januar und ist bis Mai 2017 in Riehen/Basel zu sehen.