Biographie
1965 geboren in StrasbourgDie 1965 geborene Medienkünstlerin richtet Wohnräume ein, deren Reduziertheit sich gegen den Glamour der Werbung stellt. Diese Zimmer erzählen in einer Art Traumwelt, wahre und erfundene Lebensgeschichten. Die Künstlerin äußert sich dazu:
"Wohnräume, Zimmer und Häuser scheinen Zwischenräume zu sein, so etwas wie Schnittstellen, transitorische Orte zwischen inneren, "geistigen" Räumen – dem, was wir als unser Ich fühlen – und dem Draußen-Draußen, außerhalb unseres Körpers und außerhalb des Hauses. Deswegen scheint die Beziehung zu Kunstwerken in Wohnräumen so wichtig zu sein, die Art wie Räume die Geschichten, Obsessionen und Wünsche von Leuten, ihre Beziehungen zu Gegenständen, Bildern, dem täglichen Leben reflektieren. Räume enthalten mitunter halb "unbewusste" Ausstellungen des Selbst."
Ihre Räume setzen aus sich selbst heraus den Glauben an die Identitätsstiftung herab. Das Ich entwickelt sich aus der Umgebung, in der es sich aufhält. Farbe und Licht stehen im Zusammenhang. Die Aussage des Raumes ist oft nur für eine kleine Gruppe der gleichen Generation, Herkunft und Kultur verständlich. Die Charakteristik von bestimmten Atmosphären und Momenten ist auch immer elementares Element in ihren bekannten Rauminstallationen.
Seit 1995 arbeitet die Künstlerin verstärkt mit Filmen. Auf der Biennale in Venedig zeigte sie in einem inszenierten Raum Filme mit der Manga-Figur Ann Lee, den Künstlern Pierre Huyghe und Phillipe Parreno.
2001 zeigt Gonzalez-Foerster im Portikus Frankfurt a. M. eine sehr reduzierte Installation, in der zwei Filme von je 10 Minuten gezeigt werden. Beide Filme wurden auf 35mm projiziert. Sie beschränkt sich völlig auf die nötigen Elemente eines Filmvorführraumes: Projektionsraum, Bestuhlung, Leinwand. Die Kurzfilme zeigen städtische Landschaften, in denen öffentlicher Raum und Wasser eine Rollen spielen. Sie werden von Personen in einer bestimmten Weise und zu unterschiedlichen Momenten durchquert und eingenommen. Sie spielen in Kyoto und Honkong und haben die Titel " Riyo" und "Central".
"A Plan for Escape" (Ein Plan für die Flucht) Parkinstallation
Auf der Documenta11 lädt Gonzalez-Foerster zu einer "imaginären Reisebeschreibung" ein. Auf der Karlsaue ergeben ein sieben Tonnen schwerer Lavastein aus Mexiko, eine Telefonzelle aus Brasilien und ein Rosenbusch aus Le Corbusiers Rosengarten in Chandigarh, Indien, gemeinsam mit anderen Elementen Aussagen über reale und eingebildete Reisen mit historischen und kulturellen Hinweisen. Es sind Spuren einer umfangreichen "Studienreise".
Literatur (Auswahl)
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