BHUPEN KHAKHAR: YOU CAN’T PLEASE ALL

Ausstellungskooperation mit TATE Modern

Der indische Künstler Bhupen Khakhar (1934–2003) spielte eine zentrale Rolle in der modernen Kunst seines Landes und wurde international als bedeutender Protagonist der Malerei des 20. Jahrhunderts wahrgenommen. Er begann in den 1960er Jahren künstlerisch zu arbeiten und gehörte bald einer lebendigen Künstlerbewegung – der Baroda School – an, die neue Formen der Erzählung und der Figuration in die Bildsprache einbrachte.
Die erste posthume Überblicksschau von Bhupen Khakhars Oeuvre, welche zuvor in der Tate Modern zu sehen war, vereint Arbeiten aus öffentlichen und privaten internationalen Sammlungen aus fünf Jahrzehnten. Seine Arbeiten waren zu Lebzeiten regelmäßig in Indien und im Ausland ausgestellt, u. a. 1992 auf der Documenta IX in Kassel. Diese Retrospektive wirft einen neuen Blick auf Khakhars künstlerische Praxis. Sie präsentiert, neben den bekannten Gemälden und Arbeiten auf Papier, nur selten gezeigte experimentelle Werke, zu denen auch Keramiken, Textil- und Glasarbeiten gehören.

Weitere Informationen zur Ausstellung und zum umfangreichen Begleitprogramm finden Sie unter www.deutsche-bank-kunsthalle.de

Großer Erfolg für Dorotheum-Auktion „Zeitgenössische Kunst“

START MIT WELTREKORD

Tano Festa, erzielter Preis € 295.800; Enrico Castellani € 320.200; Maria Lassnig € 137.200; Julije Knifer € 161.600 (Weltrekord)

Gleich mit einem Weltrekord startete die Auktion „Zeitgenössische Kunst“ am 22. November 2016 im Dorotheum: Zahlreiche Telefonbieter wetteiferten um Julije Knifers „Kompozicija no. 12“ aus 1969. 161.600 Euro bedeuteten den höchsten Preis für eine Arbeit des international gefragten kroatischen Künstlers.

Hohe Ansteigerungen und eine hohe Verkaufsquote dominierten auch den weiteren Auktionsverlauf: Enrico Castellanis „Superficie Bianca“ von 1987 reüssierte bei 320.200 Euro. Heiß begehrt war Tano Festas „Rosso Nero n. 44“, das mit 295.800 Euro die Erwartungen weit übertraf. Lucio Fontanas „Concetto spaziale, Teatrino“ von 1964 erreichte 259.200 Euro und die Gebote für Paolo Scheggis „Intersuperficie curva dall´azzurro“, 1966, kletterten auf 204.300 Euro. Weltrekorde gab es unter anderem für Werke von Rudolfo Aricò und Emilio Scanavino.

Bei den Werken deutscher Künstler brillierten Arbeiten von Günter Uecker, Adolf Luther, Gerhard Richter und Ludwig Wilding. Von den österreichischen Künstlern besonders geschätzt war eine kleinformatige frühe Ölmalerei von Maria Lassnig mit dem Rekordpreis von 137.200 Euro.

GABI NGCOBO ZUR KURATORIN DER 10. BERLIN BIENNALE FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST BERUFEN

Die Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, von der Kulturstiftung des Bundes seit ihrer vierten Ausgabe als „kulturelle Spitzeneinrichtung“ gefördert, freut sich, die Berufung von Gabi Ngcobo als Kuratorin der kommenden 10. Berlin Biennale bekannt zu geben.
Seit den frühen 2000er Jahren arbeitet Gabi Ngcobo in kollaborativen künstlerischen, kuratorischen und edukativen Projekten in Südafrika und auf internationaler Ebene. Sie ist Gründungsmitglied der zwei in Johannesburg ansässigen kollektiven Plattformen NGO – Nothing Gets Organised und Center for Historical Reenactments (CHR, 2010–14). NGO befasst sich mit Prozessen der Selbstorganisation abseits festgelegter Strukturen, Eindeutigkeiten, Kontexte oder Formate. Das CHR untersuchte mit Blick auf aktuelle Themen, wie historische Vermächtnisse in der zeitgenössischen Kunst aufgegriffen und verarbeitet werden.
Kürzlich hat Ngcobo die 32. Bienal de São Paulo mitkuratiert, die aktuell im Ciccillo Matarazzo Pavilion in São Paulo, BR, zu sehen ist, sowie A Labour of Love, 2015, im Weltkulturen Museum, Frankfurt am Main, DE. Sie war für die Iziko South African National Gallery in Kapstadt, SA, sowie für die Cape Africa Platform tätig, wo sie 2007 die Cape07 Biennale in Kapstadt, SA, ko-kuratierte. In der Vergangenheit arbeitete sie mit diversen Institutionen, darunter Centro Atlantico de Arte Moderno (CAAM), Las Palmas de Gran Canaria, ES; Durban Art Gallery, SA; Joburg Art Fair, Johannesburg, SA; Johannesburg Workshop in Theory and Criticism (JWTC), SA; LUMA/ Westbau, Pool, Zürich, CH; New Museum, Museum as Hub, New York, US; und Raw Material Company, Dakar, SN. Seit 2011 unterrichtet sie an der Wits School of Arts der University of Witswatersrand, SA. Ihre Texte wurden in diversen Katalogen, Büchern und Magazinen veröffentlicht. Sie lebt und arbeitet aktuell in Johannesburg, ZA, und São Paulo, BR, und wird im Rahmen der Vorbereitungen für die 10. Berlin Biennale nach Berlin ziehen.
Die Wege von Gabi Ngcobo und der Berlin Biennale haben sich bereits in der Vergangenheit gekreuzt: 2008 nahm sie an der zweiten Ausgabe des Young Curators Workshop Eyes Wide Open anlässlich der 5. Berlin Biennale teil und 2014 präsentierte das Center for Historical Reenactments sein Projekt Digging Our Own Graves 101 im Rahmen der 8. Berlin Biennale.
Mit der Wahl von Gabi Ngcobo verfolgt die Berlin Biennale auch künftig ihren Anspruch, eine experimentelle Plattform zur Untersuchung und Erweiterung des Ausstellungsformates und des kuratorischen Programms zu sein und sich mit gegenwärtigen globalen Diskursen und Entwicklungen auch mit Blick auf Berlin als lokaler Referenz auseinanderzusetzen.
Die KuratorInnen der vergangenen Ausgaben waren:
1. Berlin Biennale (1998):    Klaus Biesenbach mit Nancy Spector und
Hans Ulrich Obrist
2. Berlin Biennale (2001):    Saskia Bos
3. Berlin Biennale (2004):    Ute Meta Bauer
4. Berlin Biennale (2006):    Maurizio Cattelan, Massimiliano Gioni und
Ali Subotnick
5. Berlin Biennale (2008):    Adam Szymczyk und Elena Filipovic
6. Berlin Biennale (2010):    Kathrin Rhomberg
7. Berlin Biennale (2012):    Artur Zmijewski zusammen mit den assoziierten KuratorInnen Voina und Joanna Warsza
8. Berlin Biennale (2014):    Juan A. Gaitán
9. Berlin Biennale (2016):    DIS (Lauren Boyle, Solomon Chase, Marco Roso, David Toro)
Das Auswahlkomitee für die Kuratorenschaft der 10. Berlin Biennale bestand aus Krist Gruijthuijsen, KW Institute for Contemporary Art, Berlin, DE; Vasif Kortun, SALT, Istanbul/Ankara, TR; Victoria Noorthoorn, Museo de Arte Moderno de Buenos Aires, AR; Willem de Rooij, Frankfurt/Berlin, DE; Polly Staple, Chisenhale Gallery, London, GB; und Philip Tinari, Ullens Center for Contemporary Art, Peking, CN.
Um ihrem kontinuierlichen Wachstum und ihrer Professionalisierung Rechnung zu tragen, hat sich die Berlin Biennale parallel zu ihrem 20-jährigen Jubiläum und im Rahmen einer Umstrukturierung neu aufgestellt. Bisher war Gabriele Horn als Direktorin sowohl für die Berlin Biennale als auch für die KW Institute for Contemporary Art tätig. Seit Juli dieses Jahres arbeiten diese beiden Institutionen als separate Geschäftsbereiche unter dem Dach des KUNST-WERKE BERLIN e. V. Dies ermöglicht Gabriele Horn – nunmehr ausschließlich als Direktorin der Berlin Biennale –, gemeinsam mit ihrem Team zum einen die Institution weiter zu stärken und zukunftsfähig zu gestalten und sich zum anderen auf die Vorbereitungen der kommenden Ausgabe und deren Begleitveranstaltungen zu konzentrieren.
Die 10. Berlin Biennale findet im Sommer 2018 statt.

WIEDERERÖFFNUNG DER STAATSGALERIE WÜRZBURG

in der Residenz Würzburg

Die jetzt renovierte und neu eingerichtete Würzburger Zweiggalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ist den großen Jahrhunderten der venezianischen Malerei gewidmet.

Ihren Weltruhm verdankt die fürstbischöfliche Residenz der großartigen Architektur Balthasar Neumanns und besonders den Freskendekorationen im Kaisersaal und im Treppenhaus von Giovanni Battista Tiepolo (1696 – 1770). Mit dem überwältigenden Deckenbild, das Tiepolo 1752/53 in das Gewölbe der weiten Treppenanlage malte, erlebt der Besucher eine der bedeutendsten Schöpfungen der Kunst Venedigs im Spätbarock. Die im Nordflügel der Residenz eingerichtete Galerie ist deshalb allein der venezianischen Malerei vom 16. bis zum 18. Jahrhundert gewidmet. Sie zeigt sich nun in neuer Ordnung und wurde um bedeutende Gemälde aus dem Bestand der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ergänzt. Dank umfangreicher Restaurierungsmaßnahmen konnte die ursprüngliche Strahlkraft der Werke zurückgewonnen werden.

Gemälde aus der Werkstatt von Tizian und Veronese, von Palma Giovane und den Bassani eröffnen den Rundgang und rufen die glanzvolle Tradition der Kunst- und Handelsmetropole Venedig in Erinnerung. Mit Intelligenz und Witz, mit viel Licht und kraftvollen Farben setzten Amigoni, Piazzetta, Pittoni und die beiden Tiepolo mythologische und religiöse Historien in Szene. Im zweiten Teil der Galerie künden ihre Werke von der europaweiten Dominanz der venezianischen Malerei im 18. Jahrhundert.

Mit den ausgestellten Andachts- und Historienbildern, Allegorien und Porträts öffnen sich Einblicke in das gesellschaftliche, politische und religiöse Leben der Lagunenstadt. Zwei ungewöhnliche Ereignisbilder von Joseph Heintz d.J. zeigen Venedig als Stadt der Feste und des Vergnügens.

Im Zentrum der Präsentation, im ehemaligen Theatersaal der Residenz, begegnen Tugend-Allegorien aus Veroneses Werkstatt dem Altarbild, das Giovanni Domenico Tiepolo 1754 für die Abteikirche Münsterschwarzach malte. Diese Gegenüberstellung lässt erahnen, wie tief das Schaffen der venezianischen Meister des Spätbarocks in der Hochrenaissance ihrer Heimatstadt verwurzelt war. Auf den ersten Blick beschwört ihre Malerei Venedigs alten Glanz. Die Darstellung eines Botschafterempfangs von Luca Carlevarijs dokumentiert exemplarisch, wie die prunksüchtige Elite der Stadt den Verlust ihrer wirtschaftlichen und politischen Macht verleugnete.

Nach dem Abschluss der Renovierungsarbeiten, die gemeinsam von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und der Bayerischen Schlösserverwaltung finanziert wurden, ermöglicht die neue Seidenbespannung der Wände eine deutlich verbesserte Präsentation; deutsche und englische Informationstexte informieren über die Künstler, die Themen und Herkunft der Gemälde. Auf dem Rundgang durch die Residenz ist die Staatsgalerie für die Besucherinnen und Besucher ab dem 2. Dezember 2016 wieder zugänglich.

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Joseph Heintz d.J. (um 1600-1678)
Wettstreit auf dem Ponte dei Pugni, um 1648
© Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Kulturstiftung des Bundes erhöht die Förderung der Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst auf 3 Millionen Euro pro Ausgabe

Die Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst freut sich sehr, dass der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes sich entschieden hat, die Förderung der Berlin Biennale für die 11. und 12. Ausgabe bis zum Jahr 2022 fortzusetzen.

In diesem Zuge hat die Kulturstiftung ihre Förderung bereits ab der kommenden 10. Berlin Biennale um jeweils 500.000 Euro auf 3 Millionen Euro pro Ausgabe erhöht. Seit 2004 fördert die Kulturstiftung des Bundes die Berlin Biennale als einen ihrer „kulturellen Leuchttürme“ von bundesweiter Bedeutung und internationaler Strahlkraft.

„Die Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes gewährt der Berlin Biennale nicht nur ein überaus hohes Maß an Autonomie, Planungssicherheit und somit ein großes Entwicklungspotenzial, sondern wir wissen damit auch einen starken Partner an unserer Seite“, so Gabriele Horn, Direktorin der Berlin Biennale.

Die Berlin Biennale feiert mit der kommenden Ausgabe ihr 20-jähriges Bestehen. Die 10. Berlin Biennale wird von der Kuratorin und Künstlerin Gabi Ngcobo kuratiert und findet im Sommer 2018 an verschiedenen Orten in Berlin statt.

Die Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst wird organisiert durch den KUNST-WERKE BERLIN e. V. und gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

ALBERT RENGER-PATZSCH. RUHRGEBIETSLANDSCHAFTEN

In den Jahren 1927 bis 1935 nahm Albert Renger-Patzsch, einer der wichtigsten Fotografen der Neuen Sachlichkeit, im Ruhrgebiet Stadtrand- und Haldenlandschaften, Hinterhöfe und Vorstadthäuser, Schrebergärten und Zechenanlagen auf. Die entstandene Werkgruppe stellt die einzige nicht auftragsgebundene Arbeit des Fotografen dar. Mit ihrer zurückhaltenden Emotionalität und kompositionellen Klarheit markieren die Aufnahmen eine signifikante Position im künstlerischen Genre Landschaft in den 1920er-Jahren, die beispielsweise in der zeitgleichen Malerei kaum einen Vergleich findet.

Erstmals wird diese Werkgruppe nun umfassend in einer Ausstellung präsentiert. Sie zeigt 110 Fotografien der Ruhrgebietsserie und wird ergänzt durch Archivalien und Dokumente, die die zeitgleiche Auftrags- und Publikationstätigkeit von Albert Renger-Patzsch illustrieren.

Albert Renger-Patzsch zog zahlreiche Motive als Großformate (30 x 40 cm) auf exquisitem Chamoispapier ab. Vermutlich plante er in den späten 1930er-Jahren selbst eine Ausstellung oder Veröffentlichung mit dieser Serie, die aber nicht zur Verwirklichung kam. Etwa 20 dieser herausragenden, großformatigen Abzüge befinden sich neben über hundert kleinformatigen Aufnahmen der Serie im Albert Renger-Patzsch Archiv der Stiftung Ann und Jürgen Wilde in der Pinakothek der Moderne, München. Das Archiv, das seit den frühen 1970er-Jahren in intensiver Recherche- und Sammeltätigkeit von Ann und Jürgen Wilde zusammengetragen wurde, beherbergt einen einzigartigen Bestand an originalen Fotografien und Ausstellungsabzügen, Negativen sowie Dokumenten und Archivalien von und über Albert Renger-Patzsch.

Die Serie der Ruhrgebietslandschaften zählt zu den Meisterwerken der Industrie- und Landschaftsfotografie der Moderne und wirkt bis in die zeitgenössische Fotografie, beispielsweise von Bernd und Hilla Becher und ihren Schülern, nach. Rund 80 Jahre nach ihrer Entstehung sind Albert Renger-Patzschs Ruhrgebietsfotografien aktueller denn je: sie geben einen visuellen Kommentar zu aktuellen Diskussionen um Urbanität, Zersiedelung und Umnutzung von Folgelandschaften.

Kuratorin: Dr. Simone Förster, Kuratorin der Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne, München

Gefördert durch:Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Bayerische Sparkassenstiftung

Zur Ausstellung erscheint ein begleitendes Magazin, deutsch/englisch, Umfang ca. 60 Seiten, 45 Abbildungen, Vorwort Bernhard Maaz, Text Simone Förster und Interview mit Ann und Jürgen Wilde.