GEORGE GROSZ Der große Zeitvertreib

Mit spitzer Zeichenfeder kommentierte George Grosz (1893–1959) die Verhältnisse in der Weimarer Republik. Seine Bildsatiren sind Klassiker der Neuen Sachlichkeit, die ihren gesellschaftskritischen Biss bis heute bewahrt haben – und unseren Blick auf die Zwischenkriegszeit prägen.
Seine Attacken auf Spießbürgertum, Politik, Militär und Klerus trugen Grosz mehrfach Gerichtsprozesse wegen Beleidigung, Gotteslästerung und »Angriffs auf die öffentliche Moral« ein. Doch ließ sich der bekennende Dadaist, Kommunist und Pazifist nicht beirren, Widerspruch blieb sein künstlerisches Programm: Ein kleines Ja und ein großes Nein nannte George Grosz seine Lebenserinnerungen.
Der große Zeitvertreib präsentiert Grosz-Glanzstücke der 1910er und 20er Jahre aus den Beständen des Düsseldorfer Museum Kunstpalast und einer bedeutenden Privatsammlung. Rund neunzig Aquarelle, Zeichnungen und Lithografien aus der Zeit vor Grosz’ Emigration 1933, darunter eindringliche Blätter aus den Mappen Gott mit uns und Ecce Homo, geben einen umfassenden Einblick in Grosz’ Figurenkosmos. Seine Bildreportagen aus Großstadtdschungeln, politischen Sumpfgebieten und den Niederungen des Privaten fügen sich zu einem Panoptikum der Extraklasse. Hereinspaziert!

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

In Zusammenarbeit mit dem Museum Kunstpalast, Düsseldorf

Hinter dem Vorhang. Verhüllung und Enthüllung seit der Renaissance. Von Tizian bis Christo

Jacob von Sandrart (nach Joachim von Sandrart)  Zeuxis und Parrhasios, 1683 Kupferstich 24,4 x 36,3 cm Statens Museum for Kunst, Kopenhagen © SMK Photo

Jacob von Sandrart (nach Joachim von Sandrart) Zeuxis und Parrhasios, 1683 Kupferstich 24,4 x 36,3 cm Statens Museum for Kunst, Kopenhagen © SMK Photo

In dem letzten von ihm erarbeiteten Ausstellungsprojekt widmet sich Beat Wismer, der 2017 scheidende Generaldirektor des Museum Kunstpalast, gemeinsam mit Claudia Blümle dem vielfältigen Themenspektrum von Verhüllung und Enthüllung in der Kunst.
Am Anfang steht ein Wettstreit zweier antiker griechischer Maler, die sich in der Virtuosität der künstlerischen Augentäuschung überbieten wollten. Konnte Zeuxis allerdings nur die Tauben täuschen, die an seinen gemalten Trauben picken wollten, gelang Parrhasios die Irreführung des Konkurrenten. So wollte Zeuxis den von Parrhasios gemalten Vorhang beiseiteschieben, um das vermeintlich dahinterstehende Bild betrachten zu können.

Das faszinierende Wechselspiel zwischen Verbergen und Zeigen, Verhüllen und Enthüllen mit Vorhang, Schleier oder Draperien wird in der exklusiv in Düsseldorf gezeigten Themenschau mit bedeutenden Kunstwerken aus sechs Jahrhunderten vorgestellt. Mit Leihgaben aus internationalen Museen und Privatsammlungen – Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen, Installationen, Fotografien – spannt sich der Bogen von der Renaissance bis hin zur zeitgenössischen Kunst. Neben Tizians im Jahr 1558 gemalten „Porträt des Kardinals Filippo Archinto“ aus dem Philadelphia Museum of Art präsentiert die Ausstellung u. a. Werke von Lucas Cranach d. Ä., El Greco, Jacopo Tintoretto, Arnold Böcklin, Robert Delaunay, Max Beckmann, Cindy Sherman, Christo und Gerhard Richter.

Gerhard Richter, Schwestern, 1967, Öl auf Leinwand, 65 x 75 cm, Kunstmuseum Bonn, Dauerleihgabe
Jürgen Hall © Gerhard Richter 2016 (1161), Foto: Werner J. Hannappel

Die von Beat Wismer, Generaldirektor Museum Kunstpalast, gemeinsam mit Claudia Blümle, Professorin am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin, kuratierte Ausstellung verdeutlicht in verschiedenen Themenbereichen die Ambivalenz und den Reiz von Verstecken und Sichtbarmachen sowie das sinnliche Verhältnis von bildender Kunst und Wahrnehmung. Der Reigen der Schau beginnt mit dem antiken Maler-Wettstreit und widmet sich in weiteren Kapiteln Aspekten wie „Mysterium des Göttlichen“, „Macht der Repräsentation“, „Gewalt der Enthüllung“, „Reiz des Verborgenen“, „Innen und Außen“.

Christo, Wrapped Beetle 1963 (Objekt 2014), 1963 / 2014, Auto, Stoff, Seile
150 x 158,5 x 414 cm, Im Besitz des Künstlers, © Christo 2014

Christo, Wrapped Beetle 1963 (Objekt 2014), 1963 / 2014, Auto, Stoff, Seile
150 x 158,5 x 414 cm, Im Besitz des Künstlers, © Christo 2014

Die Epochen und Gattungen übergreifende Ausstellung schlägt nicht nur in der Auswahl der Kunstwerke einen Bogen bis in die Gegenwart. Der Schleier, das Verbergen und Zeigen spielen bis in die aktuelle Gegenwart hinein in religiösen und gesellschaftlichen Zusammenhängen ebenso wie in der Mode eine bedeutende Rolle. Ähnlich wie der Vorhang – weit mehr als irgendein anderes Motiv – im Bild zwischen der Welt des Betrachters und jener des Bildes vermittelt, soll das Begleitprogramm zur Ausstellung den interessierten Besuchern weitere Bildräume und Bildschichten eröffnen.

Katalog
Zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein reich bebilderter Katalog mit Beiträgen von Claudia Blümle, Horst Bredekamp, Georges Didi-Hubermann, Wolfgang Kemp, Roland Krischel, Klaus Krüger, Patrik Reuterswärd, Barbara Schellewald, Beate Söntgen, Victor Stoichita, Beat Wismer und Gerhard Wolf.
Museumsausgabe: 39,90 €, Buchhandel: 49,90 €

Max Liebermann – Vom Freizeitvergnügen zum modernen Sport

Sport durchdringt heute nahezu alle Lebensbereiche. Er gehört zum modernen Lifestyle, er wird zum populären Massenspektakel oder verleiht elitäres Prestige. Der Siegeszug des Sports begann in Deutschland vor über hundert Jahren: Max Liebermann war der erste deutsche Künstler, der sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzte. Die Ausstellung in der Kunsthalle Bremen untersucht erstmals Liebermanns Blick auf Bewegung und Sport. Ausgewählte Werke von Edgar Degas, Édouard Manet und Henri de Toulouse-Lautrec zeigen seine Inspiration durch die berühmten französischen Meister. Für die Darstellung des Tennisspiels fand er faszinierende Anregung bei dem britischen Impressionisten John Lavery.
Anhand der Geschichte vom Reiten, Tennis und Polo um 1900 wird anschaulich ein Bild des Großbürgertums der Kaiserzeit vermittelt: Die neuen englischen Sportarten waren damals der letzte Schrei. Außerdem erfüllte der Sport auch wichtige gesellschaftliche Funktionen.
Nach dem Ersten Weltkrieg rücken die sportlichen Motive bei Liebermann in den Hintergrund. Nun entdeckten jüngere Künstler wie Helmut Kolle den neuen Boxsport als Motiv. Ihre Bilder und Skulpturen veranschaulichen den Kontrast zwischen Liebermanns eleganten Amateursportlern und dem Starkult im Berliner Sportpalast.

Sherrie Levine. After All Werke 1981-2016

Das Neue Museum Nürnberg stellt in einem repräsentativen Gesamtüberblick Werke
der US-amerikanischen Künstlerin Sherrie Levine (geb. 1947) aus einer Privatsammlung vor.
Auch 35 Jahre nach ihrem ersten, legendären Auftritt auf dem Parkett der damals
vibrierenden New Yorker Kunstszene überraschen und polarisieren Levines Arbeiten.
Denn sie hat damals eine künstlerische Praxis radikalisiert und bis heute fortgesetzt,
die von Künstlern – in unterschiedlichem Maße – immer schon betrieben wurde: die
Aneignung, Wiederholung, Variation und Weiterentwicklung von kunsthistorischen
Ikonen.
Während im Mittelalter die Übernahme von künstlerischen Motiven, beispielsweise
bei Druckgrafiken, Usus gewesen ist, scheint heute die Darstellung bei Levine eine
Grenzüberschreitung und Infragestellung der Autorschaft zu sein. Auch hat Levine das
Modell des Readymade konsequent weitergedacht und anstelle von Alltagsgegenständen
Kunstwerke benutzt. In unterschiedlichen Medien – Fotografie, Malerei,
Plastik – thematisiert sie Fragen nach der Bewertung wie dem Kontext von Kunst und
untersucht darin die Rolle der klassischen Moderne für das Selbstverständnis der
Gegenwart.
Die Besucher erwartet in der Ausstellung die Wiederbegegnung mit zu Ikonen
herangereiften Motiven der Kunstgeschichte, die Levine in andere Aggregatzustände
übersetzt hat. So begegnet man beispielsweise bekannten Werken von Marcel
Duchamp, Paul Cezanne, Edgar Degas, Vincent van Gogh, Yves Klein, Walker Evans
oder Man Ray und selbst Albrecht Dürers weltberühmtem Hasen. Besonders in der
Zusammenschau wird deutlich, dass den Werken die Energie des Originals noch immer innewohnt und sie zugleich etwas konsequent Anderes mit einer neu entwickelten Aura sind.
Das Neue Museum bietet mit dieser bislang umfassendsten Ausstellung im deutschsprachigen
Raum – mit über 50 Werken aus 35 Jahren – die Chance zur Begegnung
und zur Auseinandersetzung mit dem faszinierenden Denken und Schaffen von Sherrie Levine.

MEHR ALS 900.000 EURO FÜR TINTORETTO-NEUENTDECKUNG

Eine der besten Altmeister-Auktionen im Dorotheum
Eine spektakuläre Neuentdeckung stand im Mittelpunkt der Auktion mit Gemälden Alten Meister am 18. Oktober 2016 und wurde als solche mit einem Spitzenpreis honoriert. Jacopo Tintorettos Schlachtenbild mit der Kampfszene Davids gegen Goliath, als Hauptwerk des venezianischen Manierismus-Meisters erstmals zuordenbar, erreichte 907.500 Euro. Das Bild, dessen faszinierende Entstehung  Röntgenanalysen offenbarten, überzeugt u. a. durch seinen hochmodernen Bildaufbau – Nicht umsonst gilt Tintoretto als einer der Begründer moderner Malerei.

Im 500. Todesjahr von Hieronymus Bosch, dem Urvater der Surrealisten, offerierte das Dorotheum das Gemälde „Die Hölle“, angefertigt von einem Nachfolger des Malers. 527.600 Euro war das Motiv des rechten Altarflügels von „Garten der Lüste“ des Prado einem Sammler wert.

Unter den weiteren Spitzenpreisen: 430.742 Euro für eine Hafenszene von Jan Brueghel I., 320.200 Euro für Giuseppe Bernardo Bisons Venedig-Vedute „Der Canal Grande und die Rialtobrücke“.

Weit über den Schätzwerten wurden Jusepe Riberas „Heiliger Hieronymus“ sowie „Magdalena bei der Kommunion“ von Alessandro Turchi zugeschlagen (€ 308.000, € 234.800). Auf 377.253 Euro, mehr als das Dreifache des Schätzwertes, kam das der Niederländischen Schule zuordenbare Bild „Die Heilige Familie mit Papagei“.

Insgesamt war diese Altmeister-Auktion eine der besten des Hauses.

Top-Auktionsergebnisse Alte Meister, 18. Oktober 2016

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Joana Hadjithomas & Khalil Joreige Two Suns in a Sunset

Sie seien Geschichtenerzähler (storytellers), sagt das Künstlerduo Joana Hadjithomas & Khalil Joreige über sich, und sie erzählen ihre Geschichten mit den Mitteln der Fotografie und des Films, sowie der Installation und Performance. Inhaltlich zieht sich wie ein roter Faden die jüngere Geschichte und Gegenwart des Libanons und von Beirut durch dieses Werk. In dieser Stadt wurden beide 1969 geboren; dort wuchsen sie auf, durch den libanesischen Bürgerkrieg (1975-1990) konfrontiert mit ständiger Unsicherheit, Gewalt und häufigen Ortswechseln, sowie mit den Bildern und Darstellungen dieser Momente.

Die künstlerische Praxis von Joana Hadjithomas & Khalil Joreige ist, so Okwui Enwezor, „eine Meditation über den Status und das Wesen der Bilder, wie sie durch die Welt reisen, und wie sie unser historisches Bewusstsein infiltrieren bzw. sich darin einbetten.“ – „Wir kommen von einem Standpunkt der Minderheit, wo man ständig eine Strategie nutzen muss – um anders gesehen zu werden und um fähig zu sein, erneut sehen zu können“, so Khalil Joreige. Dabei ist das starke Interesse des Künstlerduos an Archiv- und Dokumentationsmaterial in der Künstlerszene von Beirut kein Einzelfall. Während andere libanesische Künstler jedoch den beschleunigten Verlust von Gedächtnis beklagen, sind Joana Hadjithomas und Khalil Joreige der Meinung, es gebe nicht zu wenig, sondern zu viele Bilder und Erinnerungen. Ihre Strategie, mit dem vorhandenen Vorrat an Material umzugehen, ist die Verknüpfung von Dokumentarischem und Fiktion, und die Reaktivierung von Vergangenem.

Das Künstlerduo setzt in dieser Ausstellung fünf Kategorien von Bildern bzw. Werkkomplexen ein: Erstens Bilder von Gewalt und Krieg wie die von Straßenlaternen in Beirut, die durch Explosionen so deformiert sind, dass sie sich in eine Art Lebewesen verwandelt haben („Archeology of our gaze: Bestiaries“, 1997); zweitens ‚latente‘ Bilder, die das Verschwundene sichtbar machen, wie die Schubladen mit nicht entwickelten, analogen Filmrollen des fiktiven Fotografen Abdallah Farah und alle anderen Arbeiten über die Anwesenheit verschwundener Personen; drittens konstruierte Bildfindungen, die ‚den Blick verschieben‘, etwa wenn sie die Aufnahme einer Nachbildung der Rakete aus dem Umfeld der Libanese Rocket Society der frühen 1960er-Jahre mit historischem Dokumentationsmaterial zu einer Rauminstallation verbinden („The president’s Album“); viertens die virtuelle Beziehung zwischen Netzwerken und Internet zum Bild, bei der Nichtmaterielles eine Materialhaftigkeit erhält, wie in „The Rumour of the World“, und schließlich fünftens Bilder, die der Gegenwart mit dem Gegenmittel der Poesie begegnen wie in „Waiting for the Barbarians“, „Remembering the light“ und „Ismyrna“.

Manche Werke beziehen sich auf ein konkretes Ereignis aus der eigenen Biografie, z.B. auf das Verschwinden von Khalil Joreiges Onkel im Jahr 1985. Er wurde während des libanesischen Bürgerkriegs gekidnappt und ist bis heute einer von insgesamt 17.000 Vermissten. In seinem Archiv fand sich ein „latenter“ Super-8-Film, den Joana Hadjithomas & Khalil Joreige fast 30 Jahre später zu entwickeln entschieden. Erst nach intensiver Farbkorrektur war auf den Bildern überhaupt etwas zu sehen. Das Video „Lasting Images“ (2003) basiert auf diesem Super-8-Filmmaterial, ebenso die teppichartige, cremefarben blasse Komposition „180 Seconds of Lasting Images“ (2006), zusammengesetzt aus 4.500 Fotogrammen. Solche Bildfindungen bekräftigen, dass sich die reanimierten, phantomartigen Formen weigern zu verschwinden; die erhoffte Versöhnung mit der Vergangenheit bleibt verwehrt.

Mit „The Rumour of the World“ (2014) erkunden Joana Hadjithomas und Khalil Joreige, ob betrügerische Spammails (Scams) das Potential haben, sich aus eigener Kraft in Fiktion zu verwandeln, in Storys, die als Chronik jüngster Ereignisse und Disaster gelesen werden können, oder als seltsame Geschichte der zeitgenössischen Welt. Auf Bildschirmen sind Laiendarsteller zu sehen; sie tragen die Texte der Scams vor, die in der Ich-Form aus der Perspektive eines berühmten Diktators oder eines seiner Familienmitglieder geschrieben sind. Aus der Überlagerung von Stimmen im Zentrum der Installation kann sich der Besucher lösen, indem er an eine individuelle Geschichte näher herantritt und so Kontakt mit der jeweiligen Person bzw. dem Thema aufnimmt.

In „Remembering the light“ (2016) schicken Hadjithomas und Joreige die Farben unter Wasser und beobachten, wie sich deren Spektrum mit zunehmender Meerestiefe verengt. Nacheinander verschwinden Rot, Orange, Gelb, Grün und Blau, bis schließlich nur Dunkelheit bleibt. Doch selbst im Lichtlosen erinnert sich das Plankton noch an die Helligkeit und enthüllt seine Leuchtkraft. Für das Defizit, den Schwund bzw. die Wunde ein so poetisches Bild zu finden, mag gleichzeitig der erste Schritt zur Transformation sein. „Poesie könnte dem Schwinden unsres Gebiets was entgegensetzen, in wirren Zeiten wo uns nur das Sehnen bleibt, Gewalt und Macht entgegenzutreten.“

Die neueste Arbeit in dieser Ausstellung führt nach Izmir („Ismyrna“, 2016) und gründet auf der Freundschaft zwischen Joana Hadjithomas und der Malerin/Dichterin Etel Adnan (geb. 1925 in Beirut). In Izmir wurde der Großvater von Joana Hadjithomas geboren, und die Mutter von Etel Adnan. Beide mussten die Stadt früh verlassen, als Anfang der 1920er-Jahre das Osmanische Reich unterging. Die Mutter von Etel Adnan hat sich zeitlebens das Unmögliche gewünscht: nach Izmir zurückzukehren. Für den Vater, einen Offizier, ging mit dem osmanischen Reich seine gesamte Welt unter. Etel Adnan besitzt ein einziges Bild von ihrem Vater, Joana hat lediglich Listen mit Namen von Orten und Habseligkeiten. Beide denken in dem Film „Ismyrna“ über die Entwicklung von Grenzen und Identität nach, über die Veränderungen in dieser Region und wie man die Nostalgie und den Schmerz der Elterngeneration umwandeln kann. Etel Adnan spricht von „ewiger Gegenwart“ (eternal present) als Möglichkeit der Befreiung.

Die Ausstellung ist eine Koproduktion von Jeu de Paume, Paris, Sharjah Art Foundation, Haus der Kunst München und Institut Valencià d’Art Modern. Kuratoren sind Marta Gili (Jeu de Paume), Hoor Al-Qasimi (Sharjah Art Foundation), Anna Schneider (Haus der Kunst), und José Miguel G. Cortés (Institut Valencià d’Art Modern).

Der Katalog „Two Suns in a Sunset/Se souvenir de la lumière“, hrsg. von Hoor Al Qasimi, enthält Beiträge von Hoor Al Qasimi, Philippe Azoury, Omar Berrada, José Miguel G. Cortés, Okwui Enwezor, Marta Gili, Boris Groys, Nat Muller, Anna Schneider und Brian Kuan Wood; 686 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-86335-986-7, 39,80 €, Englisch/Französisch/Arabisch.

Programm plus

Donnerstag, 1. Dezember, 19 Uhr
„Aida Save Me“
Performance-Lecture von Joana Hadjithomas & Khalil Joreige

Dienstag, 17. Januar 2017, 18:30 Uhr
Talks and Tours mit Rabih Mroué

Samstags von 12 bis 18 Uhr
Filmprogramm:
The Lost Film, 2003
Ramad / Ashes, 2003
A Perfect Day, 2005
Je Veux Voir, 2008
Lebanese Rocket Society, 2013

 

DER STIFTER, DER ANSTIFTER WAR, WEIL ER WUSSTE, DASS DIE KUNST FÜR ALLE IST.

Die Schenkung der Art Mentor Foundation Lucerne

Bereits jetzt ist eine Auswahl der geschenkten Werke an die Sammlung
Moderne Kunst im 1. Obergeschoss im Rundgang zu sehen.
Die Art Mentor Foundation Lucerne hat den Bayerischen
Staatsgemäldesammlungen und der Staatlichen Graphischen Sammlung
München eine Schenkung von insgesamt 58 hochkarätigen Werken aus der
Zeit des 18. bis 20. Jahrhunderts vermacht. Darunter befinden sich
Arbeiten so renommierter Künstler wie Jacques Louis David, Eugène
Delacroix, Honoré Daumier, Piet Mondrian, Josef Albers, Giorgio Morandi,
Joseph Beuys, Cy Twombly, Georg Baselitz, Antonia Saura, Richard Tuttle
oder Fred Sandback. Es handelt sich um die ehemalige, über Jahrzehnte
aufgebaute Privatsammlung von Christof und Ursula Engelhorn, die das
Ehepaar in die Art Mentor Foundation Lucerne eingebracht hatte.
Darüber hinaus hat die Art Mentor Foundation Lucerne den Bayerischen
Staatsgemäldesammlungen den Ankauf eines Hauptwerks des
amerikanischen Künstlers Dan Flavin ermöglicht:„untitled (to you, Heiner,
with admiration and affection“ (1974). Diese gewichtige Erwerbung rundet
das lebenslange Engagement des Paares für die staatlichen
Kunstsammlungen in München ab und bildet einen weiteren Meilenstein in
der Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, für dessen Ausbau sich
Christof und Ursula Engelhorn auch nach ihrem Umzug von München nach
Luzern eingesetzt hatten.
Christof und Ursula Engelhorn waren von 1967 bis 2003 ebenso großzügige
wie einflussreiche und weitsichtige Förderer des Galerie-Vereins München
e.V. (heute: PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.) und damit der
Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und der Staatlichen Graphischen
Sammlung München. Die öffentliche Kunstlandschaft Münchens hätte ohne
das Wirken von Christof und Ursula Engelhorn heute ein anderes, ein
weniger zeitgenössisches Gesicht.
Als Vorstandsmitglied des Galerie-Vereins ermöglichte Christof Engelhorn
1967 vollumfänglich die Erwerbung von Francis Bacons Triptychon
„Kreuzigung“, ein Monument der Tortur und des Leidens, das die
Verbrechen des Nationalsozialismus ins Bewusstsein bringt, und von
Christof Engelhorn bewusst für die ehemalige „Hauptstadt der Bewegung“
erworben wurde. 1980 unterstützte er den Ankauf einer in der
Öffentlichkeit vehement umstrittenen Arbeit von Joseph Beuys, der
Aufsehen erregenden Installation „zeige deine Wunde“, für die Städtische
Galerie im Lenbachhaus. 1983 engagierte er sich erneut für die Rezeption
des Künstlers, indem er dessen epochales Werk „Das Ende des XX.
Jahrhunderts“ über den Galerie-Verein für die Bayerischen
Staatsgemäldesammlungen erwarb. Der Raum, in dem die Installation in
der Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne eingerichtet
ist, wurde 2011 den Stiftern gewidmet.
Presseinformation
Christof und Ursula Engelhorn sammelten für sich privat parallel zu den
Erwerbungen für die öffentlichen Häuser, so dass sich nun im Bereich der
Kunst des 20. Jahrhunderts die Schenkung und die öffentlichen
Sammlungen ideal zusammenfügen. Werke von Piet Mondrian, Oskar
Schlemmer, Blinky Palermo, Sigmar Polke, Claes Oldenburg und Cy
Twombly ergänzen die Bestände des 20. Jahrhunderts um herausragende
Einzelwerke. Das Konvolut mit Arbeiten von Jacques Louis David, Jean-
Auguste-Dominique Ingres, Théodore Géricault, Eugène Delacroix, Honoré
Daumier, Georges Seurat und James Ensor war hingegen in der
Staatlichen Graphischen Sammlung München bis heute ein Desiderat
geblieben. Es ist dies einer der bedeutendsten Zugänge an älterer Kunst
seit Jahrzehnten.
Im November wird die Staatliche Graphische Sammlung München die
Papierarbeiten der Schenkung in einer Ausstellung in ihren Räumen im
Erdgeschoß der Pinakothek der Moderne zeigen. Die Sammlung Moderne
Kunst der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen integriert eine Auswahl
der Exponate in ihren Sammlungsrundgang in der Pinakothek der
Moderne.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Vorwort von Michael
Hering und Bernhard Maaz, Textbeiträgen von Corinna Thierolf, Armin
Zweite und Jochen Meister, einem Gespräch von Herzog Franz von Bayern
mit Andreas Strobl, sowie Bildtexten von Judith Csiki, Caroline Fuchs,
Michael Hering, Andreas Strobl und Kurt Zeitler.

Creation in Form and Color: Hans Hofmann

Die Ausstellung „Creation in Form and Color: Hans Hofmann“ ist in Zusammenarbeit des Berkley Art Museum and Pacific Film Archive der University of California (BAMPFA) und der Kunsthalle Bielefeld entstanden. Sie basiert auf einer präzisen Werkauswahl von ca. 60 Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen, die die gesamte Schaffenszeit des Künstlers von den 1920er- bis in die frühen 1960er-Jahre umspannen und aus dem Berkeley Art Museum sowie bedeutenden amerikanischen und europäischen Museen und Privatsammlungen als Leihgaben zur Verfügung gestellt werden. Die Ausstellung setzt sich insbesondere zum Ziel, Hans Hofmann als einen der wichtigsten Künstler und Kunstlehrer der amerikanischen Moderne des 20. Jahrhunderts sowohl vor dem Hintergrund seiner europäischen Tradition zu verstehen, als auch seine Auseinandersetzung mit den Einflüssen und Erfahrungen seiner amerikanischen Wahlheimat zu gewichten und mit seiner Lehre und seinem Werk seine besondere Bedeutung als künstlerischer Mittler zwischen den Kontinenten zu betonen. Trotz seiner grundlegenden Bedeutung für die Entwicklung der modernen Kunst in Amerika, wo ihm schon zu Lebzeiten bedeutende Ausstellungen gewidmet wurden, gehört Hans Hofmann in Deutschland und Europa immer noch zu den weniger bekannten Avantgardisten der Moderne. Im ersten Obergeschoss der Kunsthalle wird die Ausstellung ergänzt durch die Sammlung amerikanischer Kunst der Kunsthalle Bielefeld. Die Sammlung besteht aus bedeutenden Gemälden, Skulpturen und Grafiken und ist in diesem Umfang zum ersten Mal zu sehen.
Hans Hofmann wurde 1880 in Weißenburg in Bayern geboren, er starb 1966 in den USA. Nach einem Kunststudium in München zog er im Jahr 1904 nach Paris, wo er bis 1914 lebte. In der europäischen Hauptstadt der Kunst lernte Hofmann die revolutionären neuen Entwicklungen in der Malerei intensiv kennen. Freundschaften verbanden ihn mit Picasso, Braque, Matisse, den Fauves und mit Robert und Sonia Delaunay. Einen weitreichenden Einfluss auf Hofmann hatte das Werk Cézannes, dessen Retrospektive 1907 in Paris einen unauslöschlichen Eindruck bei ihm hinterließ. Als der erste Weltkrieg begann, musste Hofmann Paris verlassen und gründete in München seine erste Kunstschule. Dort wurde er zum Vermittler der europäischen Moderne. Seine Schule erlangte bald internationale Aufmerksamkeit und zog junge Künstler aus aller Welt an. Auf Einladung ehemaliger amerikanischer Schüler, die mittlerweile im Kunstbetrieb ihres Heimatlandes arriviert waren, reiste Hofmann 1930 und 1931 zu Gastvorträgen in die USA und entschloss sich
aufgrund der politischen Entwicklungen in Deutschland zur Neugründung seiner Schule in New York. Mit seiner Vermittlung moderner Malereitheorie europäischer Prägung wurde Hans Hofmann daraufhin zu einem der einflussreichsten Lehrer einer neuen Künstlergeneration in den USA, die den Abstrakten Expressionismus der New York School geprägt hat. Künstler wie Jackson Pollock, Lee Krasner oder Helen Frankenthaler wurden durch Lehre und Werk Hans Hofmanns entscheidend beeinflusst. Trotz seines großen Erfolges als Lehrer sah Hofmann sich selbst vor allem als Maler, und ab dem Jahr 1958 widmete er sich ausschließlich der Malerei. In seinem eigenen Werk verfolgte und entwickelte er den Gedanken des autonomen Bildes. Seine Malerei thematisiert die Eigengültigkeit der bildnerischen Mittel ebenso wie die Autonomie der geistigen Schöpfung. Selbst wenn viele seiner Bilder auf den ersten Blick abstrakt scheinen, bleibt in Hofmanns Werk doch immer eine Anbindung an die Natur bestehen. Nach seiner Vorstellung schafft der Künstler aus der Anschauung der Natur und seiner daraus resultierenden eigenen Wahrnehmungen und Erfahrungen ein gänzlich eigenständiges Werk, das unabhängig ist von äußeren Aufgaben der Abbildung oder Wiedergabe eines Motivs. Hofmanns große Leidenschaft galt der Farbe, in einem 1955 veröffentlichten Essay schrieb er: «In der Natur schafft das Licht die Farbe; im Bild erzeugt die Farbe das Licht». In dem von ihm formulierten Prinzip des «push and pull» drängen farbstarke Areale in den Vordergrund dynamischer Oberflächen aus einander überlappenden Formen, während andere zurücktreten. Hans Hofmann war gut eine Generation älter als viele dem Abstrakten Expressionismus zugerechnete Künstler, viele von ihnen waren seine Schüler gewesen, aber seine Malerei erschien Kritikern als mindestens ebenso kompromisslos. Der einflussreiche Kunstkritiker Clement Greenberg erzählt, er habe die Dripping-Technik 1943 bei Hofmann gesehen. Erst vier Jahre später begann Jackson Pollock mit seinen Drip-Paintings, mit denen er weltbekannt wurde. Hofmanns persönlicher Stil, seine künstlerische Stimme, entwickelte sich mit zunehmender Eigenständigkeit in den späten 1940er- und frühen 1950er-Jahren. Nach der Schließung seiner Schulen 1957 begann im Alter von 77 Jahren für Hofmann eine fruchtbare Phase, in der er einen erstaunlichen Korpus an energiegeladenen, meisterhaften Gemälden schuf. Ganz gestische und aktionale Malerei, bezog sich die Bildoberfläche nicht mehr auf die äußere Welt, sondern verwandelte sich in eine expressive, unabhängige und eigenständige Realität, eine kontinuierliche Gegenwart vibrierender Farben und Formen. «Mein Ziel beim Malen» erklärte er 1962 «ist es, pulsierende, leuchtende und offene Oberflächen zu schaffen, die ein allein aus der Farbe heraus entwickeltes mystisches Licht ausstrahlen und im Einklang mit meiner tiefsten Lebens- und Naturerfahrung stehen.»
Die Ausstellung wird gefördert von dem Renate, Hans and Maria Hofmann Trust und der Stiftung der Sparkasse Bielefeld. Kuratoren: Lucinda Barnes, Curator Emerita, Berkeley Art Museum and Pacific Film Archive und Jutta Hülsewig-Johnen, Kunsthalle Bielefeld Kuratorische Assistenz: Henrike Mund, Kunsthalle Bielefeld
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Hirmer Verlag.

Anne Imhof wird 2017 den deutschen Pavillon auf der 57. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia gestalten.

Eigens für den Pavillon entwickelt Imhof seit Mai dieses Jahres eine raum- und zeitgreifende Arbeit. Ihr Werk umfasst malerische, skulpturale, installative wie performative Arbeiten.

Blicke treffen sich, aber keine Kommunikation entsteht. Sie nehmen einen wahr, aber erkennen einen nicht an. Nach Gender, individuell und eigen, zugleich aber stereotyp erscheinen die Menschen in Anne Imhofs Malereien und Szenarien. Geräusche, Klang und Kompositionen rhythmisieren wie synchronisieren Raum und Körper in einer gedehnten Zeit, welche sich lose durch Narrationen gliedert. Das Geschehen ist kontingent, alles kann in jedem Moment auch anders sein. Die Bewegungen changieren zwischen zäher Alltäglichkeit und rätselhaften Ritualen, zwischen fremdbestimmten wie schematisierten Abläufen oder individuellen Fehlfunktionen, Uniformität und Punk. In der Gruppe formiert, bleibt die ziellose Individualität bestehen. Auch wenn sie gemeinsam singen, singen sie vom Ich.

Auf Matten und Schlafsäcken, mit Boxsäcken, Baseballschlägern und Rasierern bewegen sich die Performer im Trainingscamp der kapitalisierten Körper und des optimierten Lebens. Zum Bersten gespannt oder erschlafft, erscheinen die dressierten und fragilen Körper wie von unsichtbaren Machtstrukturen durchzogenes Material. Den Bio-Techno-Körpern ist ihre mediale Vermittlung bereits inhärent. Sie scheinen sich permanent in konsumierbare Bilder zu verwandeln; sie wollen zum Bild werden, zur digitalen Ware.

Anne Imhof begegnet der Brutalität unserer Zeit mit einem harten Realismus. In ihren Szenarien vergegenwärtigt sie, wie der Körper in materiellen und diskursiven, in technologischen, sozio-ökonomischen und pharmazeutischen Grenzziehungen konstituiert wird. Anne Imhof macht so den Raum zwischen Körper und Realität sichtbar, in dem unsere Persönlichkeit überhaupt erst entsteht.

Kommissarin: Susanne Pfeffer

HUNDERTWASSER. SCHÖN & GUT

Die große Ausstellung des Buchheim Museums zeigt den »ganzen Hundertwasser«. Von 22 Leihgebern sind 125 originale Werke des weltberühmten Wieners zusammengekommen. Über drei Etagen sind Malerei, Druckgrafik, Tapisserien, Architekturmodelle, vier Filme sowie eine Pflanzenkläranlage und eine Humustoilette zu bestaunen. Die breite Auswahl repräsentiert die gesamte Spannbreite seines Schaffens in den Jahren 1951 bis 2000.

Nicht nur der Künstler, sondern auch der Philosoph und politische Aktivist Friedensreich Hundertwasser kommen hier zur Geltung. Vor uns steht ein Mensch, der die existenziellen Fragen des Lebens ernst nimmt und der unermüdlich um Lösungsansätze ringt.

Die Probleme, die ihn umtrieben, sind heute aktueller denn je. Der britische Starphysiker Stephen Hawking sprach jüngst die Warnung aus, dass es »beinahe Gewissheit« sei, dass sich der Mensch, wenn er nicht grundlegend seine kulturellen Praktiken ändere, in den nächsten 1.000 bis 10.000 Jahren durch Atomkrieg, Erderwärmung, durch gentechnisch erzeugte Viren oder sonstige technologische Entwicklungen selbst auslöscht.

Wie kein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts trat Hundertwasser für die Bewahrung der Erde und der Menschheit ein. Ihm war klar, dass vor der tatsächlichen Lösung eines Problems der Ausweg aus der Misere bildhaft vor Augen geführt werden muss. Er nahm das Gute im Schönen vorweg. Seine Bilder und Häuser sind von traumhafter Harmonie. Sie sind ihm Allheilmittel für alle Krisen. So weist er uns die Wege zu einer Welt, in der es sich zu leben lohnt. Diesem Impuls möchte das Buchheim Museum neue Geltung verschaffen.

Lothar-Günther Buchheim, der Gründer des Museums, war ein prominenter Mitstreiter Hundertwassers. Im Buchheim Verlag erschien 1964 die erste bebilderte Hundertwasser-Monographie. In der Folge brachte Buchheim viele Hundertwasser-Kalender und Postkarten heraus. Nun endlich, 16 Jahre nach Hundertwassers Tod, neun Jahre nach Buchheims Tod und 52 Jahre nach dem Kennenlernen der beiden, findet die große Hundertwasser-Ausstellung im Buchheim Museum statt. Zusammengestellt worden ist sie exklusiv in Kooperation zwischen dem Buchheim Museum und »Die Hundertwasser Gemeinnützige Privatstiftung« in Wien.

Verabschiedung der Leiterin der Kunstsammlung NRW Prof. Dr. Marion Ackermann

Staatssekretär Neuendorf verabschiedet die Leiterin der Kunstsammlung NRW Prof. Dr. Marion Ackermann
Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:
Nach mehr als sieben Jahren als Leiterin der Kunstsammlung NRW wird Prof. Dr. Marion Ackermann heute mit einem Empfang im Düsseldorfer
K 20 verabschiedet. Marion Ackermann, die am 1. November 2016 ihre neue Aufgabe als Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlung Dresden übernimmt, habe die Kunstsammlung NRW als Museum für moderne und zeitgenössische Kunst kontinuierlich erweitert und für die Zukunft bestens aufgestellt, erklärte Kulturstaatssekretär Bernd Neuendorf. „Marion Ackermann ist es gelungen, die schwierige Balance zwischen viel beachteten sammlungsbezogenen Präsentationen und publikumswirksamen Wechselausstellungen herzustellen“, sagte Neuendorf.
Die Kunsthistorikerin war 2008 zur Direktorin der Kunstsammlung NRW berufen worden, nachdem sie als Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart auf sich aufmerksam gemacht hatte. In Düsseldorf präsentierte sie ein ambitioniertes Ausstellungsprogramm von „Silent Revolution“ über „Joseph Beuys. Parallelprozesse“ und „Kandinsky, Malewitsch, Mondrian – Der weiße Abgrund Unendlichkeit“ bis hin zu den Werken der amerikanischen Malerin Agnes Martin. Auch der Erwerb von über 200 Gemälden, Zeichnungen, Installationen und Skulpturen aus der Sammlung des prominenten Düsseldorfer Galeristen-Ehepaares Dorothee und Konrad Fischer ist maßgeblich Marion Ackermann zu verdanken. Gemeinsam mit ihrem Team gelang es ihr außerdem eine digitale Strategie für die Kunstsammlung NRW zu erarbeiten, die den medialen Herausforderungen des 21. Jahrhundert gerecht wird.
Erst vor wenigen Tagen hatte das Land Nordrhein-Westfalen Dr. Marion Ackermann die Ehrenprofessur verliehen.