DER STIFTER, DER ANSTIFTER WAR, WEIL ER WUSSTE, DASS DIE KUNST FÜR ALLE IST.

Bereits jetzt ist eine Auswahl der geschenkten Werke an die Sammlung
Moderne Kunst im 1. Obergeschoss im Rundgang zu sehen.
Die Art Mentor Foundation Lucerne hat den Bayerischen
Staatsgemäldesammlungen und der Staatlichen Graphischen Sammlung
München eine Schenkung von insgesamt 58 hochkarätigen Werken aus der
Zeit des 18. bis 20. Jahrhunderts vermacht. Darunter befinden sich
Arbeiten so renommierter Künstler wie Jacques Louis David, Eugène
Delacroix, Honoré Daumier, Piet Mondrian, Josef Albers, Giorgio Morandi,
Joseph Beuys, Cy Twombly, Georg Baselitz, Antonia Saura, Richard Tuttle
oder Fred Sandback. Es handelt sich um die ehemalige, über Jahrzehnte
aufgebaute Privatsammlung von Christof und Ursula Engelhorn, die das
Ehepaar in die Art Mentor Foundation Lucerne eingebracht hatte.
Darüber hinaus hat die Art Mentor Foundation Lucerne den Bayerischen
Staatsgemäldesammlungen den Ankauf eines Hauptwerks des
amerikanischen Künstlers Dan Flavin ermöglicht:„untitled (to you, Heiner,
with admiration and affection“ (1974). Diese gewichtige Erwerbung rundet
das lebenslange Engagement des Paares für die staatlichen
Kunstsammlungen in München ab und bildet einen weiteren Meilenstein in
der Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, für dessen Ausbau sich
Christof und Ursula Engelhorn auch nach ihrem Umzug von München nach
Luzern eingesetzt hatten.
Christof und Ursula Engelhorn waren von 1967 bis 2003 ebenso großzügige
wie einflussreiche und weitsichtige Förderer des Galerie-Vereins München
e.V. (heute: PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.) und damit der
Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und der Staatlichen Graphischen
Sammlung München. Die öffentliche Kunstlandschaft Münchens hätte ohne
das Wirken von Christof und Ursula Engelhorn heute ein anderes, ein
weniger zeitgenössisches Gesicht.
Als Vorstandsmitglied des Galerie-Vereins ermöglichte Christof Engelhorn
1967 vollumfänglich die Erwerbung von Francis Bacons Triptychon
„Kreuzigung“, ein Monument der Tortur und des Leidens, das die
Verbrechen des Nationalsozialismus ins Bewusstsein bringt, und von
Christof Engelhorn bewusst für die ehemalige „Hauptstadt der Bewegung“
erworben wurde. 1980 unterstützte er den Ankauf einer in der
Öffentlichkeit vehement umstrittenen Arbeit von Joseph Beuys, der
Aufsehen erregenden Installation „zeige deine Wunde“, für die Städtische
Galerie im Lenbachhaus. 1983 engagierte er sich erneut für die Rezeption
des Künstlers, indem er dessen epochales Werk „Das Ende des XX.
Jahrhunderts“ über den Galerie-Verein für die Bayerischen
Staatsgemäldesammlungen erwarb. Der Raum, in dem die Installation in
der Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne eingerichtet
ist, wurde 2011 den Stiftern gewidmet.

Christof und Ursula Engelhorn sammelten für sich privat parallel zu den
Erwerbungen für die öffentlichen Häuser, so dass sich nun im Bereich der
Kunst des 20. Jahrhunderts die Schenkung und die öffentlichen
Sammlungen ideal zusammenfügen. Werke von Piet Mondrian, Oskar
Schlemmer, Blinky Palermo, Sigmar Polke, Claes Oldenburg und Cy
Twombly ergänzen die Bestände des 20. Jahrhunderts um herausragende
Einzelwerke. Das Konvolut mit Arbeiten von Jacques Louis David, Jean-
Auguste-Dominique Ingres, Théodore Géricault, Eugène Delacroix, Honoré
Daumier, Georges Seurat und James Ensor war hingegen in der
Staatlichen Graphischen Sammlung München bis heute ein Desiderat
geblieben. Es ist dies einer der bedeutendsten Zugänge an älterer Kunst
seit Jahrzehnten.
Im November wird die Staatliche Graphische Sammlung München die
Papierarbeiten der Schenkung in einer Ausstellung in ihren Räumen im
Erdgeschoß der Pinakothek der Moderne zeigen. Die Sammlung Moderne
Kunst der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen integriert eine Auswahl
der Exponate in ihren Sammlungsrundgang in der Pinakothek der
Moderne.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Vorwort von Michael
Hering und Bernhard Maaz, Textbeiträgen von Corinna Thierolf, Armin
Zweite und Jochen Meister, einem Gespräch von Herzog Franz von Bayern
mit Andreas Strobl, sowie Bildtexten von Judith Csiki, Caroline Fuchs,
Michael Hering, Andreas Strobl und Kurt Zeitler.

HEAVEN

Eine Hommage an die analoge Fotografie und ferne Reisen

Die Galerie 36 präsentiert die erste Gruppenausstellung des Künstlerkollektives HEAVEN.

Vom schneebedeckten Russland über das urbane Leben Ägyptens und die Savanne Afrikas bis hin zu den Gebirgsebenen Tibets – die Fotografen des Künstlerkollektivs HEAVEN eint ihre Leidenschaft für das Reisen in ferne Länder. In atmosphärischen Bildräumen und Impressionen offenbaren sich landschaftliche Weiten, verschiedene Lebensarten und traumartig-verhüllte Menschen. Jenseits bekannter visueller Vorstellungen zeigen die vielfältigen und motivreichen Fotografien die offene, ruhige Sicht des Voyageurs. HEAVEN ist Rückbesinnung auf unberührte Natur, Begegnung mit fremden Kulturen sowie auch Blick nach Innen.

Alle Fotografien – ob schwarz-weiß oder farbig – strahlen eine wirkungsvolle Erhabenheit und fragile Intimität aus. Sie zeichnen sich durch vielseitige bildliche Ausdrucksmöglichkeiten und eine klare Bildsprache aus. Formal steht das feine Spiel mit Licht und Schatten im Vordergrund – oft expressiv mit starken Belichtungen und ausgeprägten Helldunkel-Kontrasten. Alle Künstler arbeiten ausschließlich im Bereich der analogen Fotografie in bewusster Abgrenzung zur heutigen Flut digitaler Bilder. Ihre Werke sind eine Hommage an die traditionellen künstlerischen Techniken wie Fotogravüre und Heliogravüre.

Fotografie als eigene Sprache

Hinter HEAVEN verbirgt sich ein Künstlerkollektiv unterschiedlicher Generationen sowie eine Publikationsreihe, die seit 2001 erscheint und nicht das Medium Fotografie an sich erläutern möchte. Vielmehr ist Fotografie hier eine eigene Sprache, die keiner weiteren Beschreibung bedarf. Indem die Fotografie ganz für sich steht, offenbart sich ihre unmittelbare Bedeutung und besondere Poesie.

Die Ausstellung HEAVEN präsentiert Werke von elf Künstlern: Patrick Alphonse, Pavel Chirkin, Sébran d’Argent, François Dupuy, Jürgen Heinemann, Peter Jordanov, Dalia Karg, Siu-Ling Ha, Xavier Maurel, Némorin und Georges Saillard. HEAVEN ist sowohl die erste Gruppenausstellung dieser Künstler, als auch für einige Fotografen die erste öffentliche Präsentation ihrer Werke. Die Ausstellung umfasst ca. 100 Exponate.

Galerie 36 – neuer Ort für Fotografie in Berlin

Zwischen Sanierung und Salon, zwischen Gründerzeit und Moderne – in der Chausseestraße in Berlin-Mitte entsteht zur Zeit ein besonderer Ort für historische und zeitgenössische Fotografie. Seit 2012 wird das ehemalige Offiziershaus behutsam renoviert und die reichhaltige historische Substanz unter Einsatz nachhaltiger und weitestgehend originaler Materialien bewahrt beziehungsweise wieder hergestellt. Die Rekonstruktion und Erweiterung des Gebäudes folgt dem architektonischen Ansatz, die Räume der vier Etagen im Stil der unterschiedlichen historischen Epochen von 1900 bis heute zu gestalten und einzurichten.

Die Ausstellungsflächen der Galerie 36 erstrecken sich über 400qm im gesamten Haus. Sie sind vom Konzept des Salons geprägt, das deutlich und bewusst mit dem neutralen White Cube bricht. Neben eigenen Ausstellungen national und international etablierter Fotografen sowie der Vernetzung und Förderung junger Talente ist die Galerie ein offener Raum für Kooperationen mit privaten Sammlungen, Museen und anderen Institutionen.

Bibliothek, Verlag, eigene Sammlung und analoges Fotolabor – neben der Galerie soll das Haus nach seiner Fertigstellung ab 2017 weitere kulturelle Projekte beherbergen. Die Leitung der Galerie 36 verantwortet Mona Mathé.

Weitere Informationen unter heaven-photography.com und galerie36berlin.com.

 

Paul McCarthy

Paul McCarthys Schaffen hat Generationen junger Kunstschaffender inspiriert. Sei-ne künstlerische Karriere beginnt der 1945 in Salt Lake City geborene und heute in Los Angeles lebende McCarthy mit Performances. Dabei beschäftigt er sich anfangs mit klassischer Malerei in Form von «painting as action», indem er seinen eigenen Körper als Pinsel einsetzt bzw. Körpersäfte als Malmaterie. Das führt zur künstleri-schen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Tabus, mit Erotik und Sexualität.

Zugleich wendet er sich den stereotypen Bildvorstellungen der Massenkultur zu, wie sie sich in Disneyland, Hollywood-Filmen oder Cartoons manifestieren.
Ausgehend vom bekannten, 1937 von Walt Disney produzierten Zeichentrickfilm realisiert McCarthy 2009 einen umfangreichen Werkkomplex zu Schneewittchen: In der Ausstellung in der Lokremise wird die gesamte Gruppe der aus Silikon ge-schaffenen Schneewittchen-Zwerge zusammen mit weiteren ausgewählten Wer-ken aus der umfangreichen Sammlung von Ursula Hauser erstmals in der Lokremi-se St.Gallen zu sehen sein – formal wie inhaltlich virtuos karikiert.
Kuratoren: Konrad Bitterli in Zusammenarbeit mit Laura Bechter, Kuratorin der Sammlung Ursula Hauser
Zur Ausstellung zeigt das Kinok, Cinema in der Lokremise zwei neue Filme:
WS Mammoth und WS 4 Channel, Single Projection, 7 Hours,
entstanden in Kooperation zwischen Paul and Damon McCarthy.

Aby Warburg. Mnemosyne Bilderatlas

Rekonstruktion – Kommentar – Aktualisierung

Anlässlich des 150. Geburtstages von Aby Warburg (1866-1929) zeigt das ZKM | Karlsruhe eine vollständige Rekonstruktion
seines Bilderatlas in Originalgröße. Alle Tafeln werden mit einem ausführlichen Kommentar versehen. Zwei der insgesamt 63
Tafeln können außerdem das erste Mal seit 1929 wieder exakt so ausgestellt werden, wie Warburg selbst sie vor Augen hatte:
mit den Originalabbildungen aus dem Warburg-Institute in London.

Darüber hinaus werden 13 „Künstlertafeln“ zu sehen sein, die von zeitgenössischen KünstlerInnen zu diesem Anlass erstellt
wurden: Andy Hope 1930, Sarah Lehnerer, Jochen Lempert, Jannis Marwitz, Paul McCarthy, Olaf Metzel, Matt Mullican, Linda
Fregni-Nagler, Albert Oehlen, Tal R, Elfie Semotan, Christian Vind und Peter Weibel. Diese Aktualisierung der Tafeln veranschau-
licht, dass der Bilderatlas in künstlerischen Kreisen weitaus größere Resonanz und Anerkennung fand als in der kunsthistorischen
Fachwelt.

Die von Roberto Ohrt und Axel Heil (8. Salon Hamburg) kuratierte Ausstellung Aby Warburg. Mnemosyne Bilderatlas schließt an
ATLAS – How to Carry the World on One’s Back, kuratiert von Georges Didi-Huberman, an, die mit großem Erfolg 2010 im ZKM
gezeigt wurde.

MY Abstract World

Die Begeisterung für intensive Farben und großen Ausdruck animieren Thomas Olbricht seit 30 Jahren zum Sammeln abstrakter Kunstwerke unterschiedlichster stilistischer Couleur. Aus den über 350 abstrakten Arbeiten 90 verschiedener Künstler seiner Sammlung präsentiert er eine Auswahl seiner aktuellen Favoriten im me Collectors Room. Gleichzeitig verwandelt der Sammler die Ausstellungsräume in eine Erlebniswelt, die alle Sinne ansprechen soll. Auf Sitzlandschaften haben die Besucher die Möglichkeit sich mit Getränken und Lesematerial oder Musik – zusammengestellt von Musik- und Kunstpublizist Max Dax – in die Arbeiten zu vertiefen.
My Abstract World versammelt eine internationale Auswahl von arrivierten Positionen wie Bernard Frize, Joseph Marioni oder Katharina Grosse bis zu Vertretern einer jungen Generation abstrakter Künstler wie Ali Banisadr, Paul Fägerskiöld und David Ostrowski.
Ali Banisadr (*1976 Teheran, Iran) oder Ahmed Alsoudani (*1975 Bagdad, Irak) übersetzen frühe Erinnerungen an heimatliche Stimmungen und Klänge, aber auch an Krieg und Vertreibung in farbintensive Schwünge an der Grenze zur Figuration. Gleichzeitig rufen die zart pastellfarbenen Flächen Etel Adnans (*1925 Beirut, Libanon) kontemplative Landschaften auf, während Federico Herrero (*1978 San José, Costa Rica) mit tropischen Farben urbane Erfahrungen in geometrische Kompositionen bannt. Herreros Wurzeln liegen ebenso in der Street Art wie die seines Amerikanischen Malerkollegen Sterling Ruby (*1972 Bitburg Air Base, Deutschland), dessen Werk im Gegensatz zu Herreros fröhlicher Farbigkeit in düsterem Ton dem Graffiti entlehnt ist und von sozialer Ausgrenzung und Ungleichheit zeugt. Solch inhaltlich geprägten Arbeiten wird die konzeptuelle Auseinandersetzung mit Farbe, Form und Fläche entgegen gesetzt. So lotet Joseph Marioni (*1943 Cincinnati, Ohio) Schicht um Schicht die Qualität gelber Farbe aus und verleiht ihr Tiefe und changierende Fülle. Paul Fägerskiöld (*1982 in Stockholm, Schweden) lässt mit gesprühtem Acryl vermeintlich monotone Flächen entstehen, die flirrend zu schweben scheinen. Eine Bildwelt aus geometrischen Formen und visuellen Referenzen, die die Grenzen zwischen Figuration
und Abstraktion auflöst und sich jeder Klassifikation entzieht, bestimmt das Werk von Thomas Scheibitz (*1968 Radeberg), während Brent Wadden (*1979 New Scotia, Kanada) die Strenge geometrischer Abstraktion durch die weiche und warme Materialität von Wolle und Garn durchbricht. Dagegen unterminieren David Ostrowskis (*1981 Köln) schnelle, spontane Gesten vor monochromen Flächen Stil und Komposition, erlauben Fehler und geben dem Zufall Raum. Bernard Frize (*1954 in Saint-Mandé, Frankreich) treibt die Spielarten konzeptueller Abstraktion auf die Spitze, indem er einfach runde Abdrücke farbiger Pinsel auf die Leinwand bringt und so den Gedanken des Malergenies ad absurdum führt.
Im Rahmen von My Abstract World erscheint eine Publikation. Den Besuchern steht eine interaktive App zur Verfügung: Musik- und Kunstpublizist Max Dax hat für die Ausstellung Musik zu ausgewählten Kunstwerken verschiedener Genre zusammengestellt, die die Besucher über die kostenfreie App hören können.

Mit: Etel Adnan, Ahmed Alsoudani, John M Armleder, Jo Baer, Ali Banisadr, Max Bill, GL Brierley, André Butzer, Shen Chen, Ouyang Chun, Albrecht Demitz, Paul Fägerskiöld, Mark Flood, Bernard Frize, Andreas Golder, Kuno Gonschior, Henriette Grahnert, Katharina Grosse, Wang Guangle, Peter Halley, Federico Herrero, Olaf Holzapfel, Vladimir Houdek, Callum Innes, John Isaacs, Robert Janitz, Sergej Jensen, Imi Knoebel, Caroline Kryzecki, Robert Longo, Marcin Maciejowski, Joseph Marioni, Sarah Morris, David Nicholson, David Ostrowski, Daniel Pflumm, Sigmar Polke, Liang Quan, Gerhard Richter, Sterling Ruby, Thomas Ruff, Chen Ruo Bing, Adrian Sauer, Thomas Scheibitz, Martina Steckholzer, Henning Strassburger, Christine Streuli, Wolfgang Tillmans, Rosemarie Trockel, Tatiana Trouvé, Brent Wadden, Ekrem Yalcindag, Toby Ziegler, Heimo Zobernig

Francis Bacon – Unsichtbare Räume

Die Ausstellung widmet sich erstmals einem zentralen Aspekt in dem Werk von Francis Bacon (1909–1992), der als einer der bedeutendsten modernen Maler Großbritanniens gilt. Die geniale Bildstrategie des figurativen Ausnahmekünstlers wird anhand von 40 großformatigen Gemälden, darunter vier monumentalen Triptychen, sowie bislang selten gezeigten Papierarbeiten systematisch erkundet. Die Ausstellung zeigt spektakuläre Leihgaben, u.a. aus dem Museo Thyssen-Bornemisza, dem Museum of Modern Art, New York oder dem Hirshhorn Museum and Sculpture Garden in Washington.

Bacons Gemälde zeichnen sich nicht nur durch ihre expressive Figurendarstellung aus, sondern ebenso durch die charakteristische Konstruktion der Bildräume. Seit den 1940er-Jahren organisiert der Künstler den räumlichen und dramatischen Bildaufbau, indem er seine Sujets mit einem architektonischen, geisterhaft anmutenden Rahmenwerk umgibt. Bei anderen Arbeiten platziert er seine verletzlichen Figuren vor schwarze Flächen, stellt sie auf Podeste und Gerüste oder exponiert sie in Arenen.

Sind es zunächst Bilder, die die Gestalten wie Visionen aus dem Bildgrund hervortreten lassen, wird Bacons Pinselstrich im Laufe der Jahre lebhafter und die Farbgebung leuchtender. Gefangen in diesen Räumen, steht den Figuren kein Fluchtpunkt zur Verfügung, sind sie den indifferenten
Käfigen wie dem Bildbetrachter schutzlos ausgeliefert.
Die Ausstellung zeigt, wie Bacons »unsichtbare« Räume die Isolation der dargestellten Figuren betonen und die Aufmerksamkeit auf deren psychologisches Befinden lenken.

»Francis Bacon – Unsichtbare Räume« ist eine Gemeinschaftsausstellung der Staatsgalerie Stuttgart und der Tate Liverpool.

David Benforado – Neue Werke

Die Kunstwerke des gebürtigen Griechen spielen mit der Sichtbarmachung von Farbdifferenzen und lassen bei aufmerksamer Betrachtung vielfältige farbliche Variationen erkennen. Die Werke sind ein Ort der Stille und Entdeckung, von Geradlinigkeit ist nicht die Rede. Wo noch große Flächen anscheinend monochrom wirken, sind bereits wenige Blicke weiter Farbunterbrechungen wahrzunehmen. Spannend wird es, wenn dann noch der eigene Blickwinkel eine Rolle spielt.

David Benforado studierte in den USA und an der Hungarian University of Fine Arts in Budapest. Seine Werke wurden schon mehrmals in seinem Heimatland und auch hier in Deutschland ausgestellt. Hervorzuheben ist, dass David Benforado die Farben für seine Werke an Ort und Stelle selber herstellt. Sobald sich diese dann auf den Leinwänden wiederfinden, bieten die abstrakten Gemälde dem Betrachter genügend Gelegenheit, der Fantasie freien Lauf zu lassen. Dies funktioniert sowohl in seinen Groß- als auch Kleinformaten.

Die Werke spielen mit den Sinnen, lassen Kräfte der Natur durscheinen, wie beispielsweise Wasser oder Feuer. Sie sind erstaunliche Abbilder der Abstraktion, die förmlich dazu auffordern einzutauchen, in eine Welt ohne konkrete Formen oder visueller Elemente, so als ob sie direkt den Kosmos darstellen, der vor der Materialisierung seine Stellung behauptete. Still, aber nicht stumm gewähren sie Einblicke in sich selbst in vielschichtiger Weise.

In Kooperation mit COCO-MAT zeigt artfein GALLERY ab dem 08.09.2016 die neuen Werke von David Benforado in den Räumlichkeiten der COCO-MAT Filiale . Lassen Sie sich auf die Stille der Entdeckung ein und tauchen Sie ein in den Kosmos der Farben.

Der Künstler lebt und arbeitet in Berlin

FOTOGRAFIE HEUTE: distant realities

Eine Ausstellungsreihe zur künstlerischen Fotografie im digitalen Zeitalter
Ilit Azoulay | Mishka Henner | Inga Kerber | Mykola Ridnyi | Erin Shirreff

Seit ihrem Bestehen setzt sich die Sammlung Fotografie in der Pinakothek der Moderne ausstellend wie sammelnd mit aktuellen Positionen innerhalb der internationalen Fotokunst auseinander. Dieses Engagement erhält nun mit einer langfristig projektierten, alle zwei Jahre stattfindenden Ausstellungsreihe ein neues, spezifisches Format, das über das singuläre Ausstellungsereignis hinaus auch ein vielschichtiges Diskussions- und Informationsforum begründen möchte.

Vor dem Hintergrund der substantiellen Veränderungen, die die Digitalisierung in nahezu allen Lebensbereichen hervorgerufen hat, befindet sich auch die Fotografie in einem steten Prozess der Neufindung. Das fotografische Medium als künstlerisch eigenständige Ausdrucksform steht dabei nicht mehr nur im Austausch mit den klassischen Bildgattungen, sondern ebenso mit multimedialen und digitalen Bildwelten wie deren neuartigen Präsentationsformen und Distributionsverfahren. Die notwendige Anpassung an die rasante technische Entwicklung, die durch die weltweite Zirkulation der Bilder im virtuellen Raum in den letzten Jahren eine neue Dimension erreicht hat, sowie der Dialog mit anderen Medien und Bildsystemen erfordern eine kontinuierliche Neubestimmung ihrer theoretischen und ästhetischen Parameter. Ist Fotografie heute überhaupt noch das, was der Betrachter zu kennen meint und zu sehen glaubt? Wie definiert sich ihr Verhältnis zu Wirklichkeit und Authentizität einerseits, zur Autonomie des Bildes andererseits? Wie überlagern digitale, nicht fotografiespezifische Prozesse die Bildwerdung, ihre Erscheinungsformen und Rezeption?

Die Ausstellungsreihe Fotografie heute nimmt Themen und Schwerpunkte der eigenen Sammlung zum Ausgangspunkt, um der Fortschreibung fotografischer Positionen und Herausbildung neuer künstlerischer Strategien nachzugehen. Für die Auswahl zu distant realities war der umfangreiche Sammlungsbestand zur topographischen Fotografie initiierend, Werke amerikanischer und europäischer Fotografen von den frühen 1970er-Jahren bis heute. Die  analytisch-beschreibenden Bestandsaufnahmen, wie sie beispielsweise Robert Adams, Bernd und Hilla Becher oder Zoe Leonard formulier(t)en, setzen sich mit dem Status quo und Wandel urbaner, suburbaner wie ländlicher Lebensräume auseinander und zeichnen die Spuren nach, die Zeit und Geschichte ihnen eingeschrieben haben.

Auch die Arbeiten von Ilit Azoulay, Mishka Henner, Inga Kerber, Mykola Ridnyi und Erin Shirreff untersuchen spezifische, oftmals gesellschaftlich oder politisch neuralgische Orte, verlassen aber die engen Grenzen eines dokumentarischen Stils und bedienen sich der vielfältigen Möglichkeiten digitaler Techniken und neuer künstlerischen Ausdrucksformen. Die analoge Fotografie, ihre Geschichte, wie die an sie geknüpften Vorstellungen bleiben dabei ein zentraler Bezugspunkt. Immer geht es in ihren künstlerischen Ansätzen auch um ein Nachdenken über das Medium und den Status des Bildes, über Wahrnehmung und Sehen sowie die komplexen Bedingungen, unter denen sich beide konstituieren. Nicht die unmittelbare Wirklichkeit ist der Referent, sondern ihr medial vermitteltes Bild, eingebettet in ein vielschichtiges, von divergierenden Kräften beherrschtes Spannungsfeld.

So übersetzt Mishka Henner in seiner zwischen 2011 und 2013 entstandenen Serie No Man’s Land die Tradition des fotografischen Road Movies ins frühe 21. Jahrhundert. Nicht mehr selbst vor Ort, sondern mittels Google Street View dokumentiert er Straßenprostituierte in Italien und Spanien und seziert zugleich die sichtbaren, aber kaum noch wahrgenommenen Ränder unserer globalisierten Gesellschaft, in der jeder zu einer Art „Ressource“ des Kapitals zu werden droht. „So gesehen“, sagt Henner, „ist No Man’s Land ein Ausschnitt aus der Landkarte des technologischen Kapitalismus, eine Kartografie seiner Reichweite und seiner komplexen Wechselbezüge“.

Für seine 33teilige Serie Under suspicion fotografierte Mykola Ridnyi Orte der öffentlichen Begegnung, wie Plätze, Supermärkte und Metrostationen, in seiner Heimatstadt Charkiw. Nachträglich eingefügte Markierungen lassen sie zu potentiellen Tatorten werden, während die zufällig ins Bild geratenen Menschen als mögliche Attentäter erscheinen. Ridnyi reagiert auf die zunehmende staatliche Überwachung seit Beginn der Protestkundgebungen in der Ukraine, auf das Misstrauen eines jeden gegen jeden, das sich seit den kriegerischen Auseinandersetzungen mit Russland schleichend auch ins Privatleben eingeschrieben hat. Dem Künstler zufolge ist Unter Verdacht ein imaginäres Archiv des zivilen Blicks in einer Zeit, wo nahezu das gesamte Alltagsleben verdächtig erscheint.

Ilit Azoulay ist eine sensible Seismographin, ihr Material die Architektur, der gebaute und umbaute Raum, aus dessen Fragmenten sie die blinden Flecken der Geschichte herausfiltert. Die mehrteilige Werkgruppe Imaginary Order ist zwischen 2012 und 2016 entstanden, erstmals sind die beiden zuletzt fertig gestellten Arbeiten ausgestellt. Ausgangspunkt der panoramatischen Foto-Assemblagen ist der Umbau eines in den 1960er Jahren erbauten, dem Gemeinwohl dienenden Sanatoriums in ein Luxus-Hotel sowie der an diesem Prozess sichtbar werdende Wandel der israelischen Gesellschaft. Zugleich legt Azoulay die verborgene Geschichte frei, die diesen exponierten Ort mit einem nationalen Trauma verbindet.

Tradierte Formen von Wahrnehmung und Zeiterfahrung herauszufordern steht im Zentrum der filmisch animierten Fotografien von Erin Shirreff. Die amerikanische Künstlerin verwendet analog entstandene Aufnahmen, eigene wie fremde, originale wie gedruckte oder aus dem Internet abfotografierte, und setzt sie digital zu Video-Sequenzen zusammen, die einen filmischen, nicht aber zeitlichen Verlauf suggerieren. Die physischen und psychologischen Bedingungen, unter denen wir eine Landschaft in Kanada oder eine Architekturikone in New York durch ihre bildliche Wiedergabe erfahren, lassen neue, imaginäre Räume entstehen.

Die in Leipzig arbeitende Fotografin Inga Kerber bewegt sich in den klassischen kunsthistorischen Genres, sie bearbeitet Themen wie Landschaft, Porträt oder Stillleben, und jedes ihrer immer mehrteiligen Werke trägt im Titel das Wort ‚Cliché‘. Kerber untersucht beharrlich, was das (vermeintliche) Wesen des Fotografischen ausmacht. In einem mehrfachen Prozess des Aufnehmens und Reproduzierens, dessen materielle Spuren sich in die Bilder einschreiben und der analoge wir digitale Komponenten verbindet, wird nicht nur das Motiv sondern auch die Bildgenese in den Mittelpunkt gerückt.

Kuratorin: Dr. Inka Graeve Ingelmann, Leiterin der Sammlung Fotografie und Neue Medien, Pinakothek der Moderne, München

Die Ausstellungsreihe wird dank großzügiger Unterstützung durch die ALEXANDER TUTSEK-STIFTUNG, München, ermöglicht.

Katalog

Anlässlich der Ausstellung erscheint ein Katalogbuch (deutsch/englisch) in limitierter Auflage. Nur im Museumsshop erhältlich, ca. 19,80 Euro.

 

Im Schatten der Schriftstellerei Günter Grass als bildender Künstler

Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass (1927 – 2015) bezeichnete sich selbst als
gelernten bildenden und ungelernten schreibenden Künstler. Aus der frühen Erkenntnis „Ich
will ein Künstler werden“ (GG in einem Interview des Bremer Rundfunks 1999) folgte das
Praktikum bei einem Steinmetz im Jahr 1947 und die anschließende akademische Ausbildung
zum bildenden Künstler. Grass studierte zunächst an der Akademie in Düsseldorf bei dem
Monumentalbildhauer Sepp Mages und dem sozialkritischen Maler und Grafiker Otto Pankok,
ab 1952 an der Berliner Hochschule der bildenden Künste bei dem Bildhauer Karl Hartung.
Dessen strenge handwerkliche Ausbildung und Pankoks altmeisterlicher Umgang mit
graphischen Techniken bildeten die Grundlage für das
bildkünstlerische Schaffen von Günter
Grass.
Da in der bildenden Kunst für den Kunststudenten Grass „alles schon gemacht und besetzt“
schien, fing er frühzeitig an, Geschichten zu erzählen. Seinen ersten Gedichtband
veröffentlichte Grass 1956 in Berlin und versah diesen Erstling bereits mit zahlreichen
Illustrationen. Im gleichen Jahr war Grass auch an ersten Kunstausstellungen in Berlin und
Stuttgart beteiligt. Seither entstand parallel zu seinem literarischen Werk ein umfangreiches
grafisches Œuvre aus Radierungen, Lithographien sowie Zeichnungen und Aquarellen, ab den
1980er Jahren auch wieder ein plastisches We
rk. Die zwei- und dreidimensionalen Arbeiten
griffen motivisch Bilderfindungen aus dem literarischen Werk auf. Diese bildkünstlerischen
Äußerungen fanden immer wieder sparsame Verwendung als Illustrationen in den sorgsam
gestalteten Buchpublikationen von Grass.
Unabhängig von den interessanten motivischen Bezügen zu literarischen Vorlagen, wie dem
„Butt“, der „Rättin“ oder dem Aal aus der „Blechtrommel“, faszinieren die graphischen Werke
von Grass durch ihre technische Brillanz und ihre eigenständige, in das absurd-phantastische
gehende Bildsprache. Den Zeitgeist seit den 1950er Jahren missachtend blieb Günter Grass
stets der gegenständlichen Kunst verpflichtet. Das Ungegenständliche war ihm „zu
ideenbeladen, das Wesentliche steht dann immer im Katalog.“ (GG in der ZEIT vom 18. Dez.
2007)
Die Ausstellung präsentiert eine Sammlung aus Privatbesitz mit frühen Zeichnungen und
Lithographien, Radierungen, plastischen Arbeiten und handsignierten Erstausgaben des
Literaturnobelpreisträgers. Mit über 100 zum Teil noch nie öffentlich gezeigten Werken bietet
die Ausstellung einen umfassenden Überblick über
das bildkünstlerische Schaffen von Günter
Grass.

Tetsumi Kudo / Zak Group

An dem in Flaschen abgefüllten Humanismus, an neonfarbenen Verstrahlungen, zerfetzten Hautlappen und schlaffen Penissen zerschellt die humanistische Selbstgewissheit. Was wie Gift wirkt, ist die Aufforderung, Metamorphose als Zustand zu begreifen. Über drei Jahrzehnte – Mitte der 1950er bis Ende der 1980er Jahre – schafft Tetsumi Kudo ein Werk, das in seiner Konsequenz für heutige Denkansätze des Posthumanismus und des neuen Materialismus wegweisend ist. In einer Retrospektive zeigt das Fridericianum das Werk des japanischen Künstlers erstmals umfassend in Deutschland.

In den Mikrokosmen, die Tetsumi Kudo kultiviert, fließen Formen ineinander, schmelzen oder verschmelzen, werden Sinnesorgane zu eigenständigen Wesen und die Hierarchien zwischen Kategorien entkräftet. In Käfigen, Würfeln, Boxen und Aquarien wuchern Augen, Nasen, Leuchtdioden, verwachsen Pflanzen, elektrische Schaltkreise, Gehirne. Aus der distanzierten Perspektive eines unsentimentalen Betrachters reflektiert Kudo die ideologische Grenzziehung zwischen Mensch, Natur und Technologie. Offensiv kritisiert er die vermeintliche Sonderstellung des Menschen: „In diesem neuen Ökosystem kann der Mensch den Anspruch, die Krone der Schöpfung zu sein, nicht länger aufrechterhalten. Aber es ist schwer, Privilegien (wie die Menschenwürde) abzulegen und den sich selbst als ‚humanistisch‘ bezeichnenden Kolonialismus im Kopf der Menschen zu überwinden.“ Tetsumi Kudo erlebt das nostalgische Festhalten an einem humanistischen Menschenbild in der westlichen Gesellschaft, die er als zutiefst fadenscheinig empfindet – in Japan schufen die Angriffe auf Nagasaki und Hiroshima eine Zäsur: In ihren verheerenden Auswirkungen wird die Verwundbarkeit des menschlichen Organismus offenbar. Die nukleare Katastrophe ist gleichsam absolute Machtdemonstration wie Kontrollverlust und zeigt die dem Humanismus innewohnende Paradoxie. In der Konsequenz ist eine Transformation des Menschen notwendig: Kudo zeigt, wie sich Körperteile, Pflanzen und elektrische Apparaturen zu posthumanen Gefügen verbinden. Für Kudo sind dies keine apokalyptischen Szenarien oder alptraumhafte Zukunftsvisionen. Die Abkehr vom Humanismus birgt eine Freiheit. Es entsteht Raum für eine posthumane Transformation des Körpers, die mit einem Neudenken von tradierten Kategorien einhergeht.

Geboren 1935 in Osaka, studierte Tetsumi Kudo zwischen 1954–1958 an der Hochschule der Künste in Tokio. 1962 verließ Kudo Japan und ging nach Paris. Nach vermehrten Aufenthalten kehrte er Ende der 1980er Jahre nach Japan zurück. 1990 starb Tetsumi Kudo in Tokio.

Kuratiert von Susanne Pfeffer

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die Hessische Kulturstiftung. The exhibition is funded by the German Federal Cultural Foundation and the Hessische Kulturstiftung.

Drei Farben Schwarz

Schwarz, die unbunte Farbe, spielt in der Geschichte der Malerei eine überraschend wichtige Rolle. Schwarz ist Metapher, Kompositionsmittel und nicht zuletzt eine maltechnische Herausforderung. Schon früh dient das Schwarz in Gemälden zur Vertiefung dunkler Zonen; es führt zu den Schattenseiten des Lebens wie zu den Abgründen der Seele. In Bildnissen spiegelt schwarze Kleidung Moden und sozialen Status; so wird edles Schwarz ein Merkmal der spanischen Hoftracht. Mit der Emanzipation der Farbe im 19. Jahrhundert gewinnt dann auch Schwarz eine neue Bedeutung, erhält, pastos aufgetragen, einen materiellen Eigenwert – bis Max Beckmann oder Kazimir Malevich schließlich ganz davon absehen, die Farbe in den Dienst einer naturalistischen Darstellung zu stellen.

»Drei Farben Schwarz« richtet mit einer konzentrierten Auswahl aus eigenen Beständen das Augenmerk auf die Malerei des 19. Jahrhunderts und damit auf die Zeit, in der die Behandlung des Dunklen und Schwarzen ein Eigenleben zu führen beginnt, zugleich aber noch älteren Traditionen verhaftet bleibt. Gemälden von Johann Heinrich Füssli, Édouard Manet, Franz Xaver Winterhalter und anderen stehen daher Meisterwerke von Simon Vouet, Diego Velázquez und Bartolomé Esteban Murillo aus den derzeit geschlossenen Sälen der Alten Pinakothek gegenüber. 15 Werke sind insgesamt zu sehen.

Im Vergleich werden unterschiedliche künstlerische Ansätze ebenso deutlich wie Verwandtschaften über die Jahrhunderte hinweg: Beinahe 240 Jahre trennen Velázquez‘ »Jungen spanischen Edelmann« und Édouard Manets »Frühstück im Atelier«, und doch besteht zwischen dem jungen Spanier im schwarzen Wams und Manets Stiefsohn in der eleganten schwarzen Jacke eine frappierende Nähe. Diese ist freilich kein Zufall: Manet bewunderte Velázquez‘ sicheren Pinselstrich und die Klarheit seiner Kunst. Franz Xaver Winterhalter hinwiederum zeigt in dem Porträt Graf Jenison-Walworths mittels vielfältiger Schwarz- und Grautöne, in welch unterschiedlicher Weise schwarzer Pelz, schwarzer Samt und schwarze Seide das Licht reflektieren – und der Betrachter kann erkennen: Schwarz ist nicht gleich

Bilder der fließenden Welt / Picasso – Sprachen der Kunst

Der japanische Farbholzschnitt

  1. August – 23. Oktober 2016
    Münster. Mit der Ausstellung „Bilder der fließenden Welt – Der japanische Farbholzschnitt“ taucht das Picasso-Museum vom 27. August bis zum 23. Oktober 2016 in die faszinierende Welt des alten Japan ein. Mit 142 Werken zeigt die Schau die bevorzugten Themen der damaligen Holzschnittkünstler, darunter Samurai und Sumo-Ringer, Kurtisanen und Geishas und die hocherotischen Shunga, von denen sich Pablo Picasso in seinem Spätwerk nachweislich inspirieren ließ. Dies nimmt das Museum zum Anlass, den Japanischen Holzschnitt und seine bis heute ungebrochene Faszination ausführlich vorzustellen.

„Die japanische Kunst hatte nach der Erfindung der Fotografie wohl einen der größten Einflüsse auf die westliche Kunst im späten 19. Jahrhundert“, erläutert Ann-Katrin Hahn, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Picasso-Museums. „Seit seinem Bekanntwerden in den 1860er-Jahren lieferte der japanische Holzschnitt wichtige Impulse für den Impressionismus, den Jugendstil und für viele Künstler des Expressionismus, die sich von seiner Raumaufteilung, Linienführung und Farbgebung maßgeblich beeinflussen ließen.“

Hendrick Lühl, der die Ausstellung für das Picasso-Museum kuratierte, ist von der handwerklichen Qualität und künstlerischen Ausdruckskraft der ausgestellten Werke fasziniert: „Ursprünglich schufen die japanischen Druckwerkstätten Holzschnitte in Schwarz-Weiß. Hier in Münster sehen wir nun die farbenprächtigsten Darstellungen, die durch die Verwendung von teilweise mehr als 15 verschiedenen Platten möglich wurden.“

Für Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller steht die Präsentation in enger künstlerischer Verbindung zum Namensgeber des Museums: „Picasso besaß eine Sammlung von 61 japanischen Holzschnitten, darunter vor allem Shunga: explizite Darstellungen sexueller Handlungen. Und insbesondere die erotischen Radierungen zu Raphael und La Fornanina aus Picassos Suite 347 lassen sowohl in der Wahl des Motivs als auch in der Komposition eine Annäherung an die japanischen Meister erkennen.“ Picassos eigene Holzschnitt-Sammlung wurde nach seinem Tod aufgelöst, so dass sie für diese Ausstellung nicht zu rekonstruieren war.

Der Japanische Holzschnitt erlebte seine Blütezeit zeitgleich mit dem aufstrebenden Bürgertum in der Edo-Periode (1603-1867). Trotz der Isolation nach außen wuchs die japanische Wirtschaft in der Edo-Zeit, wodurch die Stadtbevölkerung zum ersten Mal die Mittel und die Freizeit hatte, einer neuen Massenkultur zu frönen. Ihre Suche nach Vergnügungen wurde als Ukiyo (dt. „fließende Welt“) bekannt. Der Ukiyo-e-Holzschnitt (-e bedeutet Bild) brachte dieses Lebensgefühl und die Weltsicht der breiten Bevölkerungsmehrheit in den großen Städten Japans zum Ausdruck. Nach verschiedenen Ausstellungen in deutschen Museen zum Japonismus, dem Einfluss der japanischen Kunst auf die Künstler der westlichen Welt, will die Schau im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster in die Bilder- und Formensprache des Ukiyo-e-Holzschnitts selbst einführen.

Picasso – Sprachen der Kunst

  1. Pablo Picasso war zeitlebens ein großer Anhänger der asiatischen und orientalischen Kalligrafie, der formvollendeten Kunst des schönen Schreibens. Gerne bekundete er ironisch: „Wenn ich als Chinese geboren wäre, wäre ich kein Maler geworden, sondern Schreiber. Ich würde meine Bilder schreiben.“ Die Ausstellung „Picasso – Sprachen der Kunst“ untersucht bis zum 23. Oktober 2016 seinen künstlerisch-spielerischen Umgang mit dem Medium „Sprache“, das in Form von versteckten Anspielungen, Witzen, Wortspielen oder als konstruktiv-gestalterisches Element kontinuierlich in seinem Werk in Erscheinung tritt.

„Vom Kubismus, über den Surrealismus bis hin zur Plakatgestaltung des Spätwerks ist Picassos künstlerisches Schaffen sowohl von einem spielerischen als auch innovativen Umgang mit Buchstaben und Wörtern gekennzeichnet“; erklärt Alexander Gaude, der diese Ausstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Picasso-Museums mit Werken aus dem Eigenbestand des Hauses konzipiert hat.

In ihrem 1938 erschienenen literarischen Porträt „Picasso“ beschreibt die US-amerikanische Sammlerin, Schriftstellerin und Picasso-Vertraute Gertrude Stein dessen Verhältnis zur Kalligrafie: „Im Orient waren Kalligrafie, Malerei und Skulptur immer eng miteinander verwandt. In Europa hingegen war die Kalligrafie immer eine niedere Kunstform. Für Picasso, einen Spanier, ist die Kalligrafie jedoch eine Kunst.“ Insbesondere in seinem grafischen Werk macht er regelmäßig Gebrauch von kalligrafischen Elementen. In seiner interpretativen Gestaltung der Gedichte Pierre Reverdys und Luis de Góngoras kreiert er durch den grazilen Einsatz von Schrift, Zeichen und Linien Kunstwerke, die zu den Höhepunkten seines buchillustrativen Schaffens gehören.

Das in Kooperation mit dem Lyriker Pierre Reverdy zwischen 1946 und 1948 entstandene Künstlerbuch Le Chant des morts (Der Gesang der Toten) verweist darüber hinaus auf Picassos künstlerische Auseinandersetzung mit der Buchmalerei des Mittelalters. Zur Veranschaulichung dieses Zusammenhangs präsentiert die Ausstellung Le Chant des morts im Dialog mit drei mittelalterlichen Handschriften aus Münsteraner Sammlungen: Zwei Bibeln aus dem 11. bis 12. Jahrhundert aus dem Bibelmuseum der Westfälischen Wilhelms-Universität und ein Antiphonale, ein liturgisches Gesangsbuch aus dem 15. Jahrhundert, aus dem Bistumsarchiv, verdeutlichen Picassos stilistische Anleihen bei der mittelalterlichen Buchmalerei in Bezug auf die kalligrafische Gestaltung eines seiner außergewöhnlichsten Künstlerbücher.

Außerdem beleuchtet die Präsentation Picassos Verhältnis zu zeitgenössischen Literaten wie Guillaume Apollinaire, Paul Valéry, Max Jacob, Albert Camus und Jean-Paul Sartre sowie seine künstlerische Auseinandersetzung mit berühmten Dichtern der Literaturgeschichte wie Honoré de Balzac oder William Shakespeare. Nicht zuletzt die von Picasso selbst verfassten surrealistischen Gedichte und Theaterstücke wie beispielsweise das 1941 konzipierte Stück „Wie man Wünsche beim Schwanz packt“ entführen den Ausstellungsbesucher in seine gleichermaßen schillernde als auch rätselhafte Welt der Sprache.

MODERN MACHINE Gregoire Rousseau

Einzelausstellung des in Helsinki lebenden französischen Künstlers, der an den Grenzen von bildender Kunst, Medien und digitalen Prozessen arbeitet.

Am Anfang war ein Bild. Es erschien zuerst in der internationalen Zeitschrift Rab-Rab (Journal for Political and Formal Inquiries in Art) und zirkuliert seitdem. Gregoire Rousseau zeigt in seiner ersten Einzelausstellung in Deutschland einen großformatigen Ausdruck dieses Bildes. Es visualisiert die Software einer modernen Maschine und skizziert deren Funktion: Die Repetition von Klang. Der Code der Maschine generiert den visuellen Inhalt der Ausstellung, zu gleich ist die Funktion der Maschine hörbar. Diese digitalen Informationen können immer weiter reproduziert werden, während sich zunehmend die Repräsentation des Objekts von dessen materieller Funktion entfremdet. Sie kollabiert vor unseren Augen und Ohren, jedoch fügen unsere analogen Sinne die getrennten Teile erneut zusammen. In dem der in Helsinki unterrichtende französische Künstler den Widerspruch zwischen digitalen und analogen Verfahren ausspielt, gibt seine Ausstellung im Kunstpavillon im Alten Botanischen Garten am Stachus einen Impuls zur Reflexion über den aktuellen Wandel hin zu einer digitalisierten Welt.

Spurenlese Zeichnungen und Aquarelle aus drei Jahrhunderten

Mit Spurenlese präsentiert die Hamburger Kunsthalle etwa 130 Zeichnungen
deutscher Künstler vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis zum ausgehenden 19.
Jahrhundert aus einer bisher niemals ausgestellten süddeutschen Privatsammlung.
Die Sammlungsschwerpunkte spiegeln sich in der Ausstellung wider: Neben
Prag wurde Augsburg und vor allem München bereits vor 1600 zu einem der
wichtigsten Kunstzentren. In der Stadt waren Künstler wie der aus den Niederlanden
stammende Peter Candid oder Friedrich Sustris tätig – beide sind mit
gewichtigen Werken in der Ausstellung vertreten. Die internationale Hofkunst in
Prag unter Kaiser Rudolf II. repräsentiert ein Werk von Matthäus Gundelach, der
nach dem Tod Rudolfs nach Augsburg übersiedelte, wo Künstler wie Hans Rottenhammer,
Lucas Kilian oder Joseph Werner eine außergewöhnliche Produktivität
entwickelten. Johann Georg Bergmüller und Johann Wolfgang Baumgartner
stehen für diese Entwicklung im 18. Jahrhundert.
Die Mehrzahl der Exponate stammt aus der Goethezeit und belegt die gestiegene
Bedeutung der Zeichnungskunst in Deutschland um 1800. Werkkomplexe von
Johann Heinrich Wilhelm Tischbein und Julius Schnorr von Carolsfeld führen die
künstlerische und thematische Vielfalt dieser Kunst vor Augen, die ohne die Erfahrung
Italien erlebt zu haben nicht denkbar ist. Vertreter der nazarenischen Kunst
wie Friedrich Overbeck oder Joseph Führich suchten in Italien die Erneuerung der
deutschen Kunst in der Religion, andere führten die Landschaftskunst auf neue
Wege, wie zunächst Johann Christian Reinhart oder Johann Martin Rhoden und in
nächster Generation Franz Horny, Carl Philipp Fohr, Heinrich Reinhold oder Ernst
Fries. Johann Georg Dillis und Franz Kobell fanden ihre Motive in München, wo sie
Land und Leute der Umgebung zeichneten. Kobells Neffe Wilhelm Kobell gab den
Darstellungen durch die Verschmelzung romantischer und realistischer Züge ein
eigenes Gesicht. In Dresden waren es Adrian Ludwig Richter und seine Schüler,
vertreten durch Künstler wie Albert Venus, Victor Paul Mohn und Heinrich Franz
Dreber, die eine eigene Tradition der Landschaftskunst begründeten.
Einen Schwerpunkt der Ausstellung bildet das Kunstgeschehen in Hamburg:
Werke von im 17. Jahrhundert tätigen Künstlern wie Jakob Matthias Weyer und
Johann Moritz Riesenberger leiten über zur Kunst um 1800, die mit herausragenden
Werken Philipp Otto Runges vertreten ist. Zeichnungen seiner Zeitgenossen
Erwin Speckter (1806 -1835) Erwin und Otto Speckter, Julius Milde und Christian Morgenstern geben zudem einen erweiterten Einblick
in diese auch für die Hansestadt überaus fruchtbare Kunstepoche.
Die Ausstellung reist von Hamburg nach Paris weiter, wo sie in der Fondation Custodia vom März bis zum
Mai 2017 zu sehen sein wird. Begleitend wird ein Katalog während der Ausstellungslaufzeit erscheinen.
Kuratoren: Dr. Peter Prange und Dr. Andreas Stolzenburg

Venedig. Stadt der Künstler

Wie kein anderer Ort hat Venedig die Maler über Jahrhunderte herausgefordert und bis heute hält die Inspirationskraft der Biennale-Stadt an. Der Blick der Künstler auf Venedig vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart wird diesen Herbst erstmals in einer Ausstellung beleuchtet. Nicht die Malerei der venezianischen Schule, sondern die intensive Erfahrung der Stadt und ihre malerischen Umsetzungen stehen im Mittelpunkt der Schau im Bucerius Kunst Forum. Venedig. Stadt der Künstler versammelt vom 1. Oktober 2016 bis zum 15. Januar 2017 Werke von Künstlern wie Carpaccio, Canaletto, Tiepolo, Turner, Ruskin, Corot, Monet, Kandinsky, Gerhard Richter oder Candida Höfer. Die rund 110 Leihgaben kommen aus internationalen Sammlungen wie dem Museo Correr, Venedig, der Fondazione Giorgio Cini, Venedig, der Tate, London, dem Centre Pompidou, Paris, dem Rijksmuseum Amsterdam oder dem Städel Museum, Frankfurt.

Venedig ist ein Sehnsuchtsort. Wie keine andere Stadt hat sie in den vergangenen Jahrhunderten nicht nur ihre Besucher, sondern auch die Künstler herausgefordert. Die vom Meer durchdrungene Anlage und die auf den Canal Grande ausgerichtete kulissenhafte Prachtarchitektur Venedigs vermitteln den Eindruck einer Inszenierung, die eine künstlerische Reaktion provoziert. Von 1500 bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts feierten die Maler Venedig als Stadt des Sehens: Wasser, Schiffe und Prozessionen boten einem großen Publikum immer ein Schauspiel. Ihr Blick auf die Stadt prägte das Bild von Venedig. Mit Venedig-Bildern etwa von Vittore Carpaccio, Canaletto, Giovanni Battista Tiepolo, William Turner, John Ruskin, Jean-Baptiste Camille Corot, Claude Monet, Wassily Kandinsky, Gerhard Richter oder Candida Höfer nimmt die Ausstellung Venedig. Stadt der Künstler erstmals nicht nur die Malerei der venezianischen Schule in den Blick, sondern widmet sich der gesamteuropäischen Dimension der einzigartigen künstlerischen Rezeptionsgeschichte Venedigs vom 16. Jahrhundert bis heute.

Schon um 1500 zeigten venezianische Gemälde, anders als in anderen Städten, Darstellungen von Prozessionen und Staatszeremonien vor der realistisch wiedergegebenen Stadtkulisse. Diese repräsentative Funktion der Erkennbarkeit der Stadt zeigt sich auch in den Portraits der Dogen, etwa in Carpaccios Darstellung von Lorenzo Loredan oder Tintorettos Porträt des Dogen Alvise Mocenigo.

Während im 18. Jahrhundert der wirtschaftliche Abstieg begann, erlebte die Stadtansicht Venedigs in der Malerei ihre Blüte. Giovanni Antonio Canal, genannt Canaletto, und seine Werkstatt etablierten das Genre der Vedute als venezianische Leitgattung. Ansichten des Canal Grande, des Markusplatzes, der Basilika und des Dogenpalastes mit den ankernden Schiffen dokumentierten und glorifizierten die bauliche Pracht. Mit Francesco Guardi fand die repräsentative Vedute dann ihren Ausklang. Die melancholische Note seiner Malerei deutet bereits Reaktionen auf den Niedergang einer Gesellschaft und einer Epoche an. Diese finden sich auch in den Beobachtungen des zeitgenössischen Alltags und der Vergnügungskultur bei Pietro Longhi und Gabriel Bella.

Nach der Herrschaft Napoleons lagen 1815 das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben Venedigs und die lokale Kunstproduktion am Boden. Die Stadt blieb jedoch Ziel englischer Künstler, die in der Tradition der Grand Tour nach Venedig reisten. Zu den ersten Malern, die im 19. Jahrhundert nach Venedig kamen, gehörte William Turner. Seine Malerei löste die traditionelle Vedute in einem von Licht, Luft und Wasser abhängigen Wahrnehmungserlebnis auf. Das verfallende Venedig gab Künstlern wie John Ruskin neue Sujets. Zum Ende des Jahrhunderts suchten Amerikaner wie John Singer Sargent und James Whistler ihre Motive weit ab von der Piazza San Marco und machten einsame Gassen und schmale Seitenkanäle bildwürdig.

Die französischen Maler brachten seit der Mitte des 19. Jahrhunderts den subjektiven Blick auf die flüchtigen Momente mit. Das südliche Licht, der weite Himmel über der Lagune und Spiegelungen der Fassaden im Wasser boten sich der impressionistischen Malweise ideal an. Künstler wie Eugène Boudin oder Claude Monet fingen in ihren Werken die flirrende Atmosphäre der Stadt ein. Die seit Jahrhunderten bestehende Anziehungskraft Venedigs für Künstler aus zahlreichen Ländern Europas und Amerika wurde am Ende des 19. Jahrhunderts institutionalisiert, als 1895 mit der Biennale die erste Weltausstellung der Kunst veranstaltet wurde. Zur Biennale treffen sich nach wie vor Künstler aus aller Welt in Venedig, auch wenn der Ort nur selten thematisiert wurde und wird.

Die von Inés Richter-Musso kuratierte Ausstellung Venedig. Stadt der Künstler dokumentiert anhand von rund 110 Werken die bildliche Identifikation des Dogen mit der Stadt und die Entwicklung der Vedute als venezianischer Leitgattung. Sie analysiert die unterschiedlichen Motive der europäischen Künstler, die im 19. Jahrhundert, nach dem Ende der Stadtrepublik, in Venedig arbeiteten, und macht erfahrbar, warum Venedig bis heute einer der inspirierendsten Orte ist. Die Leihgaben kommen aus internationalen Sammlungen wie dem Museo Correr, Venedig, der Fondazione Giorgio Cini, Venedig, der Tate, London, dem Centre Pompidou, Paris, dem Rijksmuseum Amsterdam oder dem Städel Museum, Frankfurt.

Der Katalog zur Ausstellung mit Beiträgen von Kathrin Baumstark, Tiziana Bottecchia, Barbara Dayer Gallati, Laura de Rossi, Daria Dittmeyer-Hössl, Martin Gaier und Inés Richter-Musso erscheint im Hirmer Verlag (München, ca. 216 Seiten mit farbigen Abbildungen aller ausgestellten Werke, 29 € in der Ausstellung).

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Botschaft der Italienischen Republik.

Die Ausstellung wird gefördert von Latham & Watkins.