Kurt Schwitters: MERZ

Eine Retrospektive mit 70 bedeutenden Werken von Kurt Schwitters
Ausstellungsarchitektur von Zaha Hadid
In Zusammenarbeit mit Cabaret Voltaire
Feierlichkeit zum Jubiläum – 100 Jahre DADA
Präsentiert am ursprünglichen Ort der ersten DADA Ausstellung
Begleitet von einer 250-seitigen Publikation
Mit Essays von Kurt Schwitters bis Norman Rosenthal
„Es gibt heutzutage keinen einzigen Künstler, der nicht von Kurt Schwitters beeinflusst wurde“
Norman Rosenthal
Exhibition design (sketch), Zaha Hadid Design
Galerie Gmurzynska freut sich, die Ausstellung Kurt Schwitters: Merz ankündigen zu dürfen. Die große Retrospektive baut auf der fünf Jahrzehnte langen Ausstellungsgeschichte der Galerie mit dem Künstler auf und bringt eine einzigartige Auswahl von 70 Werken in verschiedensten künstlerischen Techniken zusammen. Diese beinhalten Schlüsselwerke aus jeder Periode, wobei einige speziell zu diesem Anlass aus wichtigen Sammlungen geliehen wurden.
Kurt Schwitters: Merz wird in einem vollkommen transformierten Galerieraum präsentiert, der von der kürzlich verstorbenen Architektin und Pritzker Preisträgerin Zaha Hadid entworfen wurde. Die Zusammenarbeit entstand durch die Idee einer architektonischen Hommage Zaha Hadids an den berühmten „Merz Bau“ von Kurt Schwitters. Die Zusammenarbeit würdigt den zweitwichtigsten künstlerischen Einfluss auf Hadids Arbeit – Kurt Schwitters. Bereits vor sieben Jahren wurde ein verwandtes Projekt realisiert, bei dem Hadid die Galerie Gmurzynska, Zürich in einen suprematistischen Raum in Anlehnung an Kasimir Malewitsch verwandelte.
Die Galerie Gmurzynska, Zürich befindet sich in dem gleichen Gebäudekomplex, in dem einst die von den Künstlern Tristan Tzara und Hugo Ball gegründete berühmte Galerie Dada untergebracht war. Im Rahmen der diesjährigen Feierlichkeiten des 100 Jahre Zürich DADA Jubiläums ist diese Retrospektive somit nicht nur längst überfällig sondern auch hochaktuell. Die Ausstellung wird in kuratorischer Zusammenarbeit mit Adrian Notz, dem Direktor des Cabaret Voltaire, einem der Hauptveranstaltungsorte der diesjährigen Hundertjahrfeier, realisiert, wo die DADA Bewegung 1916 ihren Anfang nahm. Adrian Notz wird Ausstellungsbereiche entwerfen, die sich Archiv-Dokumenten widmen: Diese decken Schwitters bedeutende Projekte zu Poesie, Theater, Bühnendesign und Klang ab im Kontext seiner einzigartigen visuellen Praxis.
Die Retrospektive wird auch Schwitters bemerkenswerten Einfluss auf eine Reihe von nachfolgenden künstlerischen Generationen – von David Bowie bis Damien Hirst – beleuchten, oder wie der renommierte Kurator Norman Rosenthal anmerkte: „Es gibt heutzutage keinen einzigen Künstler, der nicht von Kurt Schwitters beeinflusst wurde.“
Zu der Ausstellung wird ein umfassendes, mehr als 250-seitiges Buch mit rarem Archiv-Material sowie neuen Essays publiziert. Diese stammen von dem ehemaligen Direktor des Museum Ludwig, Siegfried Gohr, Patrick Schumacher von Zaha Hadid Architects sowie Peter Bissegger, der den Merzbau für Harald Szeemanns Gesamtkunstwerk Schau 1983 kreiert hat. Außerdem haben der Direktor des Cabaret Voltaire, Adrian Notz, der Kunsthistoriker der University of California – Irvine, Jonathan Fineberg und Norman Rosenthal wissenschaftliche Aufsätze für den Katalog verfasst.
Die Galerie unterstützt die Erhaltung und das Erbe von Schwitters als Hauptspender für den Littoral Arts Trust, um den beschädigten Merzbau des Künstlers in Elterwater, England zu restaurieren.

130% SPRENGEL. SAMMLUNG PUR

Schau der Superlative
Ab dem 5. Juni 2016 gibt das Sprengel Museum Hannover seiner Sammlung die große Bühne: Unter dem Titel 130% Sprengel. Sammlung pur wird im gesamten Haus auf gut 8.000 qm die eigene Sammlung präsentiert. Mit etwa 800 ausgestellten Werken wird es eine Schau der Superlative, die einen Rundgang durch die Kunstgeschichte der Moderne von ihren Anfängen um 1900 bis in die Gegenwart ermöglicht. Die Präsentation folgt einer Kombination aus chronologischem Ablauf und thematischen Schwerpunkten und zeigt die Sammlung des Sprengel Museum Hannover in noch nie gesehenem Umfang. Erstmals sind die Meisterwerke der Klassischen Moderne in den großzügigen Naturlichträumen im jüngst eröffneten Erweiterungsbau zu sehen. Die Ausstellung unterstreicht eindrucksvoll den außerordentlichen Rang dieser einzigartigen Sammlung.

Kapitale Neuerwerbungen
Der Einstieg in den großen Rundgang erfolgt explizit zeitgenössisch mit zwei herausragenden Neuerwerbungen, die das Sprengel Museum Hannover erstmals präsentiert: Die großangelegte Film-Installation „MANIFESTO“ von Julian Rosefeldt stellt die großen Manifeste des 20. Jahrhunderts vor und befragt sie auf ihre Aktualität für unsere heutige Zeit. Schauspielerin Cate Blanchett fasziniert dabei mit ihrer Schauspielkunst in 13 unterschiedlichen Rollen als Clochard, Rockstar oder Börsenbrokerin, als Ballettchoreografin, Nachrichtensprecherin oder Puppenspielerin und haucht den Manifest-Texten von Futurismus, Surrealismus, Dada und vielen anderen aktuelles Leben ein. Die Arbeit bespielt zwei Drittel der Wechselausstellungshalle und konnte mit Unterstützung des Vereins der Freunde des Sprengel Museum Hannover e. V. erworben werden.
Ein Highlight der Architektur-Biennale von Venedig 2014, die Installation „BOOK FOR ARCHITECTS“ von Turner-Prize-Träger Wolfgang Tillmans, konnte die Niedersächsische Sparkassenstiftung erwerben. Tillmans hat im Laufe vieler Jahre gut 450 absurde und eigenartige Architekturmotive und -situationen aus allen Kontinenten gesammelt, die einen zeitgenössischen Architekturkanon der ganz anderen Art vorstellen; die Arbeit wird nun erstmals in Hannover in Nachbarschaft zu Rosefeldts „MANIFESTO“ gezeigt.

Meisterwerke der Klassischen Moderne im Erweiterungsbau
Der Parcours setzt sich im Erweiterungsbau fort und stellt dort die Klassische Moderne mit den Meisterwerken der Sammlung Sprengel vor, die erstmals in den großzügigen Räumen mit natürlichem Oberlicht auf farbigen Wänden gezeigt werden. Ausgangs- und Endpunkt ist dort ein „Sprengel-Raum“ mit einem repräsentativen Querschnitt der Sammelschwerpunkte von Bernhard und Margrit Sprengel, die 1937 im Anschluss an den Besuch der Ausstellung „Entartete Kunst“ ihr erstes Werk erwarben.

Kunst nach 1945
Der Rundgang setzt sich in der Enfilade der oberen Sammlungsräume mit Kunst nach 1945 (Henry Moore, Lynn Chadwick, Ernst-Wilhelm Nay etc.) fort. Für markante Akzente sorgen hier u. a. großformatige Rauminstallationen von Daniel Spoerri und Anna Oppermann sowie Arbeiten von Alberto Giacometti, Francis Bacon, Franz Gertsch, Gerhard Richter und Marlene Dumas. Der Rundgang endet mit kapitalen Werken von Richard Deacon und dem Atelier van Lieshout.

Der Künstlerin Niki de Saint Phalle ist eine eigene große Ausstellung THE BIG SHOTS in der Einblickshalle gewidmet.

Das neu renovierte Untergeschoss wartet mit drei großen Schwerpunkten auf: Rund um den „Merzbau“ ist der KOSMOS SCHWITTERS zu erleben, u. a. mit den Themen Collage/De-collage sowie Kunst und Material, ausgehend von Kurt Schwitters bis zur aktuellen Kunst.

Unter dem Titel Geburt der Moderne zeigen wir in den Grafikräumen den künstlerischen Aufbruch um 1910 anhand von Arbeiten auf Papier, auch hier wiederum eine Auswahl der Spitzenwerke der Sammlung (u. a. von Pablo Picasso, Paul Klee und Emil Nolde).

Vollkommen neu präsentiert sich die Abteilung SPRENGEL FOTO nun in Kooperation mit der Niedersächsischen Sparkassenstiftung. Insgesamt sieben Räume mit mehr als 400 qm stehen der Abteilung künftig dauerhaft zur Verfügung; darüber hinaus zeigt das Museum bis Ende August erstmals Werke aus dem kürzlich erworbenen Umbo-Nachlass. Zusätzlich wird Fotokunst auch in anderen Sammlungskontexten gezeigt, so etwa Michael Schmidts großartige Serie „EIN-HEIT“ in der Wechselausstellungshalle.

Schließlich warten Museumsstraße und Museumsplatz mit einer imposanten Skulpturen-Präsentation auf, darunter Neuzugänge von Monika Sosnowska und Christoph Keller sowie großformatige Arbeiten von Bogomir Ecker, Tony Cragg und Wolfgang Ellenrieder.

Die Kinderausstellung Bei Sprengels unterm Sofa rundet das Besucher-Angebot ab.

5. Juni 2016 Publikumstag von 10 bis 18 Uhr
Freier Eintritt
Wege durch die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts
Alle 30 Minuten Führungen zur Neupräsentation, die das gesamte Spektrum der Sammlung des Sprengel Museum Hannover zeigt
Musik, Werkstatt für Klein und Groß
Café im Calder Saal

Michael Buthe und Ingvild Goetz – Eine Freundschaft / assume vivid astro focus

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Michael Buthe; Raaannubisritt / Rata, 1983-84,

Portfolio mit 14 Radierungen, Courtesy Sammlung Goetz, München

Michael Buthe (1944-1994) war schon zu Lebzeiten eine Legende. Wie ein Prinz inszenierte sich der Künstler in seiner eigenen märchenhaften Welt. Ingvild Goetz lernte Buthe in den 1970er-Jahren kennen und sammelte seitdem kontinuierlich seine Werke. Die Ausstellung in der Sammlung Goetz gibt mit mehr als 40 Gemälden, Objekten, Materialcollagen, Papierarbeiten und privaten Fotografien von 1968-1994 einen Einblick in seinen künstlerischen Kosmos und seine Freundschaft mit der Sammlerin.

assume vivid astro focus

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assume vivid astro focus, Walking on Thin Ice, 2003,

1-Kanal-Videoinstallation (Farbe, Ton), Courtesy Sammlung Goetz, München

Ein Festival der Sinnlichkeit zelebriert das Künstlerkollektiv assume vivid astro focus. In seiner Multimedia-Installation in der Sammlung Goetz entführt es uns in ein Universum voll praller Erotik, in dem Genderthemen, politische Botschaften und kulturelle Codes zusammenfließen.

 

 

Franz Marc Jahr 2016

Am 4. März 2016 jährt sich der Todestag Franz Marcs zum 100. Mal. Mit zahlreichen Veranstaltungen und drei wichtigen Ausstellungen feiert das Franz Marc Museum die Erinnerung an den Maler, der zu den bedeutendsten Künstlern des deutschen Expressionismus gehört. Drei seiner Hauptwerke werden als Leihgaben aus großen Sammlungen in Europa und USA in das dem Maler gewidmete Museum nach Kochel, und damit in die von Franz Marc besonders geliebte und ihn inspirierende Landschaft (zurück)kommen. Im Dialog mit der bedeutenden Sammlung des Museums wird die auratische Wirkung dieser Bilder am Ort ihrer Entstehung wieder gegenwärtig.

 Weidende Pferde IV
12. Juni – 11. September 2016

Weidende Pferde IV (Busch-Reisinger-Museum, USA) markiert den endgültigen Schritt zur Tierdarstellung als dem zentralen Anliegen von Franz Marc. Es gelingt dem Maler, durch das traditionelle Kompositionsmuster die Empathie mit dem Tier aufzurufen und darüberhinaus die Farbe als autonomes Bildmittel von ihrer nur repräsentativen Funktion zu lösen. In der Ausstellung wird dieser Weg Franz Marcs zu einer »Animalisierung« der Kunst nachvollziehbar.

Annika Kahrs – Playing to the Bird

Die Videoinstallation zeigt einen Pianisten, der in einem hellen Salon inmitten von Vögeln in Käfigen die »Legende Nr. 1«, die Vogelpredigt des Franz von Assisi, von Franz Liszt spielt. Annika Kahrs bezieht sich mit ihrer Arbeit auf den Hl. Franziskus und ruft damit eine vielschichtige Assoziation zu Franz Marc auf. Marc wurde nach seinem Tod mit dem Heiligen verglichen und Paul Klee schrieb über ihn: »… zu den Tieren neigt er sich menschlich«.

Beton

Häuserblöcke, schwebende Straßen und das Design des Raumfahrtzeitalters: Bei der Stadtplanung der Nachkriegszeit ging es um mehr als nur ums Bauen. Es ging um die Umsetzung einer „Beton-Utopie“, die auf dem fortschrittlichsten Material jener Zeit basierte. Bis heute gilt Beton als progressiv. Die gleichnamige Ausstellung betont diese Modernität des Materials bis in die Gegenwart hinein. Zugleich richtet sie aber ihren Blick auch auf die sozialen und ideologischen Implikationen vergangener Betonarchitektur.
Künstler/innen: Kasper Akhøj, Heba Amin, Monica Bonvicini, Mark Boyle, Andreas Bunte, Tom Burr, Thomas Demand, Werner Feiersinger, Karsten Födinger, Cyprien Gaillard, Isa Genzken, Liam Gillick, Annette Kelm, Hubert Kiecol, Jakob Kolding, Miki Kratsman, Susanne Kriemann, David Maljković, Jumana Manna, Ingrid Martens, Isa Melsheimer, Olaf Metzel, Maximilian Pramatarov, Heidi Specker, Ron Terada, Tercerunquinto, Sofie Thorsen, Klaus Weber, Tobias Zielony
Kurator/innen: Vanessa Joan Müller, Nicolaus Schafhausen

Xanti [Alexander] Schawinsky Vom Bauhaus in die Welt

Xanti Schawinsky – Vom Bauhaus in die Welt vereint nach der 2015 vom Migros Museum Zürich gezeigten Retrospektive aus dem Nachlass des Künstlers erstmals in einer Ausstellung in Deutschland Arbeiten aus allen Schaffensperioden des Malers, Fotografen und Szenografen. Ausgehend von den avantgardistischen Ideen am Bauhaus, illustriert sein Werk die Begegnung mit einem Multitalent, das impulsgebend auf wesentliche Entwicklungen in der Vor- und Nachkriegsmoderne in Europa und Nordamerika einwirkte. Die Ausstellung widmet sich seiner Zeit am Bauhaus und am Black Mountain College, North Carolina, USA,  und umfasst das kaum bekannte, spätere malerische Werk. Ergänzt wird sie von Fotografien aus Schawinskys Zeit am städtischen Hochbauamt in Magdeburg von 1929 bis 1931.
Die Ausstellung ist, wie jene von Joachim Brohm, Bestandteil von „Große Pläne! Die angewandte Moderne in Sachsen-Anhalt 1919–1933“ | Ein Projekt der Stiftung Bauhaus Dessau im Verbund mit Ausstellungen in Dessau, Halle (Saale), Magdeburg, Merseburg, Leuna, Elbingerode und Quedlinburg. | www.grosse-plaene.de

Xanti [Alexander] Schawinsky
1904 in Basel als Sohn jüdischer Eltern geboren; 1910-1914 Schulbesuch in Basel, 1915-1921 in Zürich; bis 1923 Volontär im Architekturbüro von Theodor Merill in Köln; 1923 Kunstgewerbeschule Berlin; 1924 Bauhaus in Weimar, ab 1925 in Dessau; 1926/27 Entwurf von Bühnenbildern in Zwickau; Rückkehr ans Bauhaus, Lehrer für Bühnengestaltung; 1929-1931 Leiter der Grafikabteilung des städtischen Hochbauamtes in Magdeburg; 1931 Übersiedlung nach Berlin; 1933 Emigration nach Italien, Arbeit als Grafiker und Designer für Illy Caffè, Cinzano, Motta, Olivetti; 1935 Übersiedlung nach London, Ehe mit Irene von Debschitz; 1938 Übersiedlung in die USA, North Carolina, Lehrer am Black Mountain College; 1941 Umzug nach New York, Lehrtätigkeit am City College of New York (1943-1946) und an der New York University (1950-1954); 1963 Ehe mit Gisela Hatzky; 1966 Errichtung eines selbst entworfenen Hauses am Lago Maggiore, längere Aufenthalte in Europa; großer Einfluss in der Schweiz durch seine Verwurzelung in der Moderne; 1979 Tod in Locarno, Schweiz.

Berenice Abbott – Fotografien

Berenice Abbott (1898 – 1991) gilt als eine der wichtigsten Dokumentarfotografinnen Amerikas. Ihr Werkzyklus „Changing New York“ hat sie berühmt gemacht. Er entstand zwischen 1929 und 1939. Die Bildserie dokumentiert New York im Umbruch: hier die viktorianische Architektur und Cowboy-Salons, dort die Moderne mit hochaufstrebenden Wolkenkratzern und erste große Werbetafeln. Straße für Straße hat sie fotografiert. Dabei ging sie ähnlich vor wie ihr großes Vorbild Eugène Atget, der um die Jahrhundertwende das alte Paris aufnahm und den sie, in den 1920er Jahren als sie von New York aus nach Paris emigrierte, kennen und schätzen lernte. Seinen Nachlass erwarb sie später, um ihn zu publizieren. Drei Jahre lang war sie Man Rays Assistentin. Auf sein Anraten begann sie zu fotografieren. Abseits des Dokumentarischen arbeitete sie auch als Wissenschaftsfotografin und als Portraitistin bekannter Künstler und Schriftsteller: Edward Hopper, James Joyce, Jean Cocteau, Sylvia Beach, Djuna Barnes ließen sich von ihr portraitieren. Mit rund 80 Aufnahmen gibt der Martin-Gropius-Bau Einblick in das Oeuvre einer großen Künstlerin.

Kulturmarken® Award 2016 – Jetzt bewerben!

Der Wettbewerb für Kulturmangement, Kulturmarketing und Kulturförder
•    Der Award – innovativster Wettbewerb im Kulturmarkt
•    Die Kategorien – präsentiert von starken Partnern
•    Die Jury – 34 Experten aus Wirtschaft, Kultur und Medien
•    Die Preisverleihung – am 03. November im TIPI am Kanzleramt
•    Die Sponsoren – Förderer einer guten Idee
•    Die Bewerbung – einfache Teilnahme via Download
Der Award – innovativster Wettbewerb im Kulturmarkt
Kunst und Kultur bilden eine Grundlage für das Funktionieren einer lebendigen und weltoffenen Gesellschaft. Professionelles Kulturmanagement, verantwortungsbewusste Markenpflege und Kooperationen mit Wirtschaftsunternehmen zum gegenseitigen Nutzen sichern dafür die notwendigen Rahmenbedingen. Der Kulturmarken-Award fördert die Entwicklung dieser Säulen mit der Auszeichnung herausragender Projekte. Mit über 850 eingereichten Bewerbungen hat sich der Preis zum wichtigsten Wettbewerb im Kulturmarkt entwickelt und richtet sich mit seinen sieben Wettbewerbskategorien an Kulturanbieter, kulturfördernde Unternehmen, Stiftungen, Kommunen und Tourismusregionen.
Dank der ehrenamtlichen Beteiligung von 34 namhaften Juroren aus Kultur, Wirtschaft, Politik und Medien sowie von über 50 Partnern und Sponsoren konnte der Kulturmarken-Award in den letzten zehn Jahren mit der Vergabe von 37 Awards an Institutionen und Unternehmen sowie an 10 herausragende Kulturmanager wesentliche Impulse setzen und ohne öffentliche Fördermittel finanziert werden. Darüber hinaus wurde mit dem Kulturmarken-Award eine innovative Plattform geschaffen, die einen Wissenstransfer und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Kulturinstitutionen, Medien und der Öffentlichkeit fördert. Innerhalb der Kulturmarken-Gala am 3. November im TIPI am Kanzleramt werden auch dieses Jahr die begehrten KulturmarkenAwards vor 550 Entscheidungsträgern aus Kultur, Wirtschaft, Politik und Medien in Berlin verliehen. Weiter

Die Kategorien – präsentiert von starken Partnern
Der Titel „Kulturmarke des Jahres 2016 – präsentiert von der Deutschen Welle“ wird einem Kulturunternehmen oder -projekt verliehen, das durch konsequente Markenführung eine starke Kulturmarke etabliert hat. Weiter
In der Kategorie „Trendmarke des Jahres 2016 – präsentiert von ARTE Magazin“ werden junge Kulturunternehmen geehrt, die mit kreativen Strategien neue Wege der Vermarktung gehen und ein außergewöhnlich hohes Zukunftspotential besitzen. Weiter
Als Kulturmanager oder Kulturmanagerin des Jahres können engagierte Kulturvermittler aus öffentlichen und privatwirtschaftlichen Bereichen vorgeschlagen werden. Die Kategorie „Kulturmanager des Jahres 2016 – präsentiert von RSM-Verhülsdonk“ prämiert herausragendes Engagement, professionelles Kulturmanagement sowie außergewöhnliche Vermittlungsarbeit. Weiter
Mit der Kategorie „Kulturinvestor des Jahres 2016 – präsentiert vom Tagesspiegel“ werden kulturfördernde Wirtschaftsunternehmen und Stiftungen, öffentliche Geldgeber und Privatpersonen angesprochen, die mit ihrem Engagement eine sinnvolle Verknüpfung zur Kultur herstellen und durch Investments die kulturelle Vielfalt ihres Standortes nachhaltig stärken. Weiter
Der Peis „Bildungsprogramm des Jahres 2016 – präsentiert vom Theaterverlag Friedrich“ wird an Einrichtungen, Stiftungen und Wirtschaftsunternehmen verliehen, die besonders innovative Angebote kultureller Bildung vorhalten. Weiter
Auch in der Kategorie „Kulturtourismusregion des Jahres 2016 – präsentiert von Mihai – Gesellschaft für Mediaservice mbH“ werden Tourismusregionen geehrt, die erfolgreich auf ein kulturgeprägtes Markenmanagement setzen und das kulturelle Angebot als Bestandteil der Markenessenz verstehen. Weiter
Die Kategorie „Preis für Stadtkultur 2016 – präsentiert von der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e.V.“ zeichnet vorbildliche Impulse in Städten in Form von Projekten, Aktionen oder Kampagnen aus, die – möglichst mit Langzeitwirkung – die Stadtkultur als Kultur des städtischen Zusammenlebens begreifen und fördern. Weiter

Die Jury – 34 Experten aus Wirtschaft, Kultur und Medien

Eine Expertenjury aus Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Fachmedien wählt am 27. September 2016 unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Oliver Scheytt, Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V., in einem mehrstufigen Auswahlverfahren, je drei Nominierte in sieben Kategorien. Weiter

Die Preisverleihung – Kulturmarken-Gala / Night of Cultural Brands im TIPI am Kanzleramt

Am 03. November 2016 kommen die führenden Kulturmarketingstrategen, Kulturpolitiker, Wirtschaftskapitäne und Tourismusmarketingvertreter nach Berlin ins TIPI am Kanzleramt, um die Preisträger der Kulturmarken® Awards zu ehren und wertvolle Business-Kontakte zu knüpfen. Die Night of Cultural Brands ist der größte Branchentreff für Kulturmanagement, -marketing und –investment in Europa. Weiter

Die Sponsoren – Förderer einer guten Idee

Der Kulturmarken® Award wird gefördert von den Premiumpartnern Deutsche Welle TV, ARTE Magazin, RSM Verhülsdonk, dem Tagesspiegel, HORIZONT und Berllin Partner, sowie den Kategoriepartnern Mihai – Gesellschaft für Mediaservice, bcsd, Friedrich Theaterverlag, Bundesvereinigung für City- und Stadtmarketing Deutschland e.V. über 30 Event- und Medienpartnern: hansgrohe, partyrent, patide, fritz-kola, Anjola, relxa-hotels, Gothaer Versicherung, DIE DRAUSSENWERBER, Kulturpolitische Gesellschaft,  concerti, Opernwelt, kultiversum.de, Stiftung&Sponsoring, Theater heute, Bühnentechnische Rundschau, Fundraiser-Magazin, KM Kulturmanagement Network & Arts Management Network, Der Tagesspiegel, KulturBetrieb, K-West, tanz, new business, Public Marketing, crescendo, TheaterManagement aktuell, Das Magazin. Offizieller Druckpartner ist LASERLINE. Weiter

Die Bewerbung – einfache Teilnahme via Download
Die Teilnehmerunterlagen stehen auf dem Online-Portal www.kulturmarken.de bereit. Neben ausführlichen Informationen zu den Kategorien, Bewerbungskriterien etc. erhalten Sie hier das Anmeldeformular für den Kulturmarken® Award.
Bewerben Sie sich bis zum 31. August 2016!
Zur Anmeldung
Weitere Informationen erhalten Sie im Wettbewerbsbüro:
Causales – Gesellschaft für Kulturmarketing und Kultursponsoring mbH
Bötzowstraße 25
10407 Berlin
Germany
Fon +49 (0) 30 – 53-214-391
Fax + 49 (0) 30 – 53-215-337
kulturmarkenaward@causales.de

Impressum
Causales – Gesellschaft für Kulturmarketing und Kultursponsoring mbH
Bötzowstraße 25
10407 Berlin
Germany
Geschäftsführung: Hans-Conrad Walter
Fon: +49(0)30-53-214-391
Fax: +49(0)30-53-215-337    Handelsregistergericht: Amtsgericht Berlin Charlottenburg
Handelsregisternummer: HRB 127 153 B
Umsatzsteuer-ID: DE271456997
Aufsichtsbehörde: Berlin
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Katharina Grosse

Mit der Malerei von Katharina Grosse begeht das Museum Frieder Burda seine große Sommerausstellung. Die in Freiburg geborene und in Berlin lebende Künstlerin fand in den letzten Jahren für ihre raumgreifenden Farbarbeiten zunehmend internationale Beachtung. In ihrer Ausstellung im Museum Frieder Burda konzentriert sich Katharina Grosse auf Tafelbilder, also auf die eher klassische Form der Malfläche, dehnt diese aber bisweilen in Dimension und Format zu ungesehener Größe. Zu ihrer Ausstellung in Baden-Baden sagt die Künstlerin selbst: „Die Auseinandersetzung mit der Architektur von Richard Meier, mit der analytischen Trennsystematik von Decke, Wand und Boden, die er favorisiert, ist für mich sehr interessant. In ein so dominantes Gedankenkonstrukt mit Bildern, mit Malerei hineinzugehen, finde ich sehr spannend.“

Parallel zur Ausstellung „KATHARINA GROSSE“ zeigen wir in der Museumsgalerie „CY TWOMBLY. Ausgewählte Fotografien“

 

Carlos Garaicoa. Unvollendete Ordnung (Orden Inconcluso)

Das Museum Villa Stuck zeigt die erste umfassende Einzelausstellung des kubanischen Künstlers Carlos Garaicoa im deutschsprachigen Raum in einer Kooperation mit dem CA2M – Centro de Arte Dos de Mayo, Madrid, und dem National Museum of Art, Architecture and Design, Oslo.

Das Scheitern politischer Ideale äußert sich für den kubanischen Künstler Carlos Garacoia am deutlichsten in der Architektur. Seit Anfang der 1990er-Jahre beschäftigt sich Garaicoa mit dem gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Wandel als Folge der Geschichte des 20. Jahrhunderts. In seiner Heimatstadt Havanna und in internationalen Projekten verfolgt er den Wandel des städtischen Raums als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen. Architektur und Urbanistik sind die Themen, denen sein Hauptaugenmerk gilt. Mit Fotoserien und Installationen schafft er eine kritische Archäologie der Städte.

Orden Inconcluso (Unvollendete Ordnung) ist das erste Projekt, das sich mit den beiden Lebensräumen befasst, die der Künstler unmittelbar aus seiner persönlichen Erfahrung kennt: auf der einen Seite sein Heimatland Kuba, das durch Widersprüche zwischen gesellschaftlichen Realitäten und utopischen Hoffnungen gekennzeichnet ist, auf der anderen Seite ein südeuropäisches Land wie Spanien mit seiner Hauptstadt Madrid, in dem sich das Ende der Utopie
aus der entgegengesetzten Perspektive darstellt, nämlich der einer spät- kapitalistischen Gesellschaft, in der das Prinzip der Sozialfürsorge vorherrscht.
Die Ausstellung schlägt einen konzeptuellen Bogen über die letzten Jahrzehnte von Carlos Garaicoas Schaffen. Sie versammelt ausgewählte Werke, die sich mit Wirtschaft und Architektur im Sinne von Macht, Kontrolle und Utopie auseinander-setzen. Darüber hinaus bietet sie Gelegenheit zur Begegnung mit einigen projektspezifischen Werken, welche die Intention des Künstlers zeigen, eine Verbindung zwischen den verschiedenen von ihm erlebten politischen und wirtschaftlichen Realitäten herzustellen. Erfahrungen und Perspektiven einer im Aufbruch und Aufbau befindlichen Welt werden Reflexionen aus einer europäisch desillusionierten Sicht auf bereits erfolgte Entwicklungen gegenüber gestellt.

Carlos Garaicoa (geboren 1967 in Havanna) ist eine Schlüsselfigur unter den lateinamerikanischen Künstlern der 1990er-Jahre. Sowohl in Kuba als auch
auf internationaler Ebene ist er eine Bezugsgröße, wenn es darum geht, den künstlerischen Diskurs über die in den 1960er Jahren einsetzende Globalisierung kubanischer Kunst zu verstehen. Garaicoa lebt seit fast neun Jahren in Madrid und hat sowohl hier als auch in Havanna ein Atelier. Er nahm an zahlreichen internationalen Ausstellungen teil, z.B. documenta XI (2002), Biennale in Venedig (2005/ 2009) und 3. Guangzhou Triennale (2008).

Anohni. My Truth

«Anohni» ist der neue, weibliche Name von Antony Hegarty,
der als Musiker, unter anderem mit seiner Band «Antony &
the Johnsons» bekannt wurde. Nach dem spektakulären
Erfolg ihres neuen Albums «Hopelessness», das am 6. Mai
2016 erscheinen ist, stellt Anohni in der Kunsthalle Bielefeld
eine ganz neue Seite ihres künstlerischen Schaffens vor. Seit
etwa zehn Jahren hat Anohni ein bildnerisches Werk
geschaffen, das zum Teil schon auf ihren Albumcovern
Verwendung gefunden hat. Wie ihre Musik ist auch ihr
bildnerisches Werk charakterisiert durch eine Verbindung
von Melancholie, Gewalt und Poesie mit der sie ihre zutiefst
humanitäre Mission vorbringt: ein Bewusstsein zu schaffen
für die Zerstörung unserer Umwelt, namentlich den
Klimawandel und der Verantwortung jedes Einzelnen für
diese Welt.
I am presenting «My Truth» at Kunsthalle Bielefeld in July
2016. It is a survey of the work I have accumulated over the
last 10 years. I have been exploring my sense of this world as
«Paradise», and my sense of vanishing, or «Exodus». I am
circling a notion of our virulence as a species in our
relationship to biosphere and biodiversity. As an effeminate, I
see a parallel between the intention of HIV and our intentions
as a species, and I wonder how conscious a virus is of its
tragic trajectory, and if it could be possible for a virus to
change it’s trajectory. I feel innocent and yet complicit in
committing acts of violence. In a world in which all moments
in time exist simultaneously, I experience my truth as a
cacophony of terrible, gentle beauty. In this exhibition, I am
also sharing the work of Peter Hujar, Kazuo Ohno and James
Elaine: three artists whose work formed me.
Anohni, Berlin Dezember 2015
Im ersten Obergeschoss der Kunsthalle führt Anohni die
künstlerischen Positionen von James Elaine, Peter Hujar und
Kazuo Ohno zusammen. Die Zeichnungen und Skulpturen
des amerikanischen Künstlers James Elaine, geboren 1950,
werden erstmals in Europa gezeigt. James Elaine lebte in den
1980er- und 1990er-Jahren in New York, wo Anohni auf
seine Arbeiten aufmerksam wurde. Er arbeitet mit
vorgefundenen Objekten und schafft Werke von großer
Melancholie. Peter Hujar (1934 – 1987) gilt als der Fotograf
der «Aids-Generation» im New York der späten 1970er- und
1980er-Jahre. Seine Porträts von Künstlern, Musikern,
Intellektuellen und der Schwulen-Szene in Manhattan dieser
Zeit sind empathisch und konzentriert. Die Motive anderer
Fotoserien Hujars können als Metaphern dieser komplexen
Zeit gelesen werden. Schließlich verweist Anohni auf den
japanischen Butho-Tänzer Kazuo Ohno (1906 – 2010), dessen
Kunst japanische Tanztradition mit europäischem
Ausdruckstanz verbindet und maßgeblich die Auftritte von
Anohni geprägt hat.
Im zweiten Obergeschoss sind die Werke von Anohni selbst
zu sehen. Die Ausstellung besteht aus Malerei, Collagen und
Installationen, die einen starken thematischen Fokus auf die
vom Menschen verschuldeten Veränderungen unserer
Umwelt haben. Eine der zentralen Figuren der Ausstellung ist
der Eisbär. Bereits auf dem Cover von Anohnis viertem
Studioalbum «Swanlights» aus dem Jahr 2010 ist die
gleichnamige Collage zu sehen, im Zentrum das Bild eines
getöteten Eisbären, der den Namen «Swanlights» trug.
Eisbären sind aufgrund der globalen Erwärmung vom
Aussterben bedroht.
Eine eigene Werkgruppe bildet Anohnis Malerei in Enkaustik,
eine Technik, bei der erhitztes Wachs als Bindemittel für
Pigmente verwendet wird. Anohni schließt auch gefundenes
Material in das Wachs ein, so dass die Oberfläche der Bilder
geschichtet und zusammengeklebt ist. Manchmal verbrennt
und zerstört sie diese Oberflächen auch wieder.
Drei Hauptthemen der Ausstellung sind «Paradise», «Exodus»
und «Angel of Death». Anohnis «Angel of Death» weist in
eine unsichere Zukunft: Globale Erwärmung, Krieg,
Terrorismus und die Ausrottung ganzer Tierarten durch die
menschliche Zerstörung der Biosphäre. In der
Videoinstallation «Angel of Death» verkörpert Johanna
Constantine, eine Performance- und Body-Paint-Künstlerin,
mit der Anohni seit Jahren zusammenarbeitet, den «Angel of
Death». Sie bewegt sich zu dem gleichnamigen Song in
einem künstlichen Umfeld. Der Stil ihrer Performance ist zart
und schön. Sie erscheint als halb Tier, halb Mensch und
trauert über den «Exodus» der Tierarten, der den «Exodus»
aller Lebewesen vorwegnimmt.
Die AIDS-Krise der 1980er- und 1990er-Jahre machte einen
starken Eindruck auf Anohni, als sie in den frühen 1990er-
Jahren nach New York zog. Peter Hujars ikonisches Bild der
sterbenden transgender Schauspielerin und Andy Warhol
Muse Candy Darling, «Candy Darling on her Deathbed», ziert
das Cover des Albums «I Am a Bird Now“ von Anthony & the
Johnsons, veröffentlicht im Jahr 2005. Künstler und
Aktivisten wie Candy Darling, die Schwulenbewegungs-
Aktivistin und Drag Queen Marsha P. Johnson, Schauspieler,
Sänger und Drag Queen Devine (fka Harris Glenn Milstead);
Hibiscus (fka George Edgerly Harris III.) mit seiner
psychedelischen Theatergruppe «The Cockettes» und
Anohnis eigene Gruppe des «Future Feminism» sind nur
einige der Charaktere und Einflüsse, die in eine Serie von
Totems eingeflossen sind, die in der Ausstellung zu sehen
sein werden. Die Totems sind Collagen aus verschiedenen
Papieren, Magazinartikeln, Postern, Restaurantquittungen,
Flyern, Fotos und Bildern. Die Gruppe der Totems formt
geistige Verwandtschaften und erzählt Geschichten. Sie
formt einen neuen Kontext, in dem Menschen, Tiere,
Pflanzen und Ereignisse sich zu einem utopischen
Stammbaum versammeln. Die Ausstellung, die Anohni für
die Kunsthalle Bielefeld unter dem Titel «My Truth»
konzipiert hat, funktioniert in ähnlicher Weise. Sie führt die
Werke von Peter Hujar, James Elaine und Kazuo Ohno
zusammen, die alle einen starken Einfluss auf Anohni hatten
und, wie sie sagt, sie «geformt» haben.
Die Ausstellung wird gefördert von der Kulturstiftung des
Bundes, der Stiftung der Sparkasse Bielefeld, der
Kulturstiftung pro Bielefeld und der Stiftung der Stadtwerke
Bielefeld GmbH.
Kuratoren: Dr. Friedrich Meschede, Anohni
Kuratorische Assistenz: Meta Marina Beeck

Andreas Gursky – nicht abstrakt

In der Ausstellung Andreas Gursky – nicht abstrakt widmet sich der renommierte
Düsseldorfer Fotokünstler eindrucksvoll den Fragen nach dem Abstraktionsvermögen
des Mediums Fotografie. Anders als in der große Retrospektive, die 2013 im Museum
Kunstpalast/Düsseldorf zu sehen war, zeigt der Künstler im K20 eine Werkgruppe von
rund 20 teils großformatigen Fotografien, die sich dem Thema der Abstraktion widmen,
und kommentiert mit gezielten Interventionen pointiert die Sammlung am Grabbeplatz.
Dadurch erhält diese erste Gursky-Ausstellung in der Kunstsammlung NRW einen sehr
persönlichen Charakter. Die besondere Bedeutung dieses Projektes für den Künstler
lässt sich auch daran ablesen, dass die Ausstellung erstmals einen über den bloßen
Künstlernamen hinausweisenden Titel trägt.
Erstmals überhaupt bezieht Andreas Gursky Musik als ein wichtiges Element in eine
Ausstellung mit ein: Begleitend zu den fotografischen Arbeiten ist eine minimalistische
Soundinstallation des kanadischen Produzenten und DJs Richie Hawtin zu hören. In
den rhythmisierenden Klangmustern der elektronischen Musik findet der Künstler
Analogien zu Rastern und Wiederholungen als prägendes Stilmittel seiner bildnerischen
Abstraktion.
Während dieser ungewöhnlichen Ausstellung bieten der Amerikanersaal und die
Sammlungsräume im K20 den Rahmen sowohl für ausgesuchte ältere als auch für die
neuesten Arbeiten des Künstlers. Diese aktuellen Werke hat Gursky speziell für das
Projekt konzipiert und präsentiert nun zum ersten Mal Aufnahmen von Tulpenfeldern
(o.T. XVIII, 2015), eine von Solarfeldern verfremdete Landschaft (Les Mées, 2016) und
aktuelle Konsumschauplätze (Mediamarkt, 2016 oder Amazon, 2016).
In seinen neuen fotografischen Arbeiten widmet sich Gursky auch den Fragen nach der
Wiedergabe von Licht, Texturen und Farben. Der Besucher kann nachvollziehen, was
Abstraktion im Werk dieses Künstlers bedeutet und wie sich seine spezifische
Bildsprache im Laufe seines Schaffens über Jahrzehnte hin entwickelt hat.
Die Ausstellung wird gefördert von: Emirates, Stadtwerke Düsseldorf AG und Pinsent
Masons Germany LLP; Unternehmenspartner: das Fashion- und Lifestyle-Unternehmen
Breuninger; Medienpartner: Handelsblatt
Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes
Nordrhein-Westfalen.

Lasst Blumen sprechen! Blumen und künstliche Natur seit 1960

Künstler waren seit jeher von der variantenreichen Farbigkeit und komplexen Struktur blühender Pflanzen fasziniert. Sie ließen sich von Blumen zur Auseinandersetzung mit der Natur inspirieren und wählten das Blumenmotiv, um aktuelle künstlerische Anliegen umzusetzen. Die „Sprache der Blumen“ ist jedoch, ebenso wie der Naturbegriff und unsere Vorstellung von Schönheit, stets der historischen Entwicklung und dem gesellschaftlichen Kontext unterworfen.

Unter den Künstlerinnen und Künstlern sind international bekannte Namen wie Andy Warhol, Gerhard Richter, Joseph Beuys, Georg Baselitz, Jörg Immendorf oder Pipilotti Rist. Darüber hinaus werden aktuelle Arbeiten jüngerer Künstlerinnen und Künstler gezeigt.

Die Ausstellung wird gefördert von der Kunststiftung NRW.

Jim Dine. I never look away

Jim Dine zählt neben Andy Warhol und Roy Lichtenstein zu den gefeierten Stars der amerikanischen Popart. Die Albertina zeigt 60 faszinierende Selbstporträts, eine repräsentative Auswahl der großzügigen Schenkung des achtzigjährigen Künstlers, und präsentiert Dine facettenreich.

Die Werkgruppe der Selbstbildnisse erlaubt einen eigenständigen, intensiven und überraschenden Dialog mit Künstler und Werk. Dine experimentiert mit vielseitigen Techniken und Materialien und thematisiert dabei Jugend und Alter, Intimität und Extraversion sowie Serialität und Kreativität auf dem Papier. Die Selbstporträts ermöglichen neue Einblicke in ein Schaffen, das man schon zu kennen glaubte.

HORST JANSSEN „ICH WILL NORWEGER WERDEN“

HORST JANSSENS REISE NACH SKANDINAVIEN MIT GESCHE TIETJENS
Zweigmuseum der Pinakotheken: Olaf Gulbransson Museum , Tegernsee

Das Werk des in Oldenburg aufgewachsenen Zeichners und als Egomane verschrienen Horst Janssen weist zahlreiche Parallelen zu dem des norwegischen „Titans der Zeichenkunst“ Olaf Gulbransson auf. Als kongeniale Illustratoren von Büchern, begnadete Schreiber von hinreißend gezeichneten Briefen und Freunde von gewichtigen politischen Meinungsbildnern ihrer Zeit erscheinen sie im Rückblick als Seelenverwandte.
1971 reiste Horst Janssen durch Norwegen – Olaf Gulbranssons Heimat –, Finnland und Schweden. Die Anregung zu der Reise kam von Gesche Tietjens, seiner damaligen Lebensgefährtin. Was Janssen sah, zeichnete er und schrieb Briefe an Joachim Fest, Hitler-Biograf und ehemaliger FAZ-Herausgeber. Fest war mit Janssen von 1970 bis zu seinem Tod 1995 befreundet und Autor der ersten biografischen Annäherung an diesen.
Janssens zartfarbige Landschaftsskizzen, seine sprechenden Tagebuchaufzeichnungen und sprachgewaltigen Briefe an Fest sowie Tietjens Fotos dokumentieren Janssens Reise.
Horst Janssen war bis dahin kein Reisender gewesen, aber mit Gesche Tietjens wagte er sich mit dem zärtlich „Volvi“ titulierten Volvo bis nach Skandinavien. Ihre von 1968 bis 1972 dauernde Beziehung wird in zahlreichen Briefen von Janssen an sie dokumentiert.
2004 erstmals unter dem Titel „Ach Liebste, flieg mir nicht weg“ publiziert, spiegeln sie die suggestive Kraft der Verführung des manischen Zeichners und Schreibers und faszinieren durch den Janssen eigenen Stil der gezeichneten Briefe. In diesen „ähnelt“ er Gulbranssons gezeichneten Briefen sehr: Janssen wie Gulbransson entwickelten einen speziellen Schreibstil, der durch Wortakrobatik, Bildhaftigkeit und Lautmalerei gekennzeichnet ist. Sie verknüpften Zeichnung und Text zu einer Einheit und überzeugen noch heute in der kongenialen Verwendung beider Gattungen.
Janssen war schon zu Lebzeiten eine Legende, nicht zuletzt, weil er die bürgerliche Vorstellung vom Künstler als Bohemien perfekt verkörperte – als Egomane und Provokateur, als Lebemann, Trinker und Exzentriker, der Sätze sagte wie: „Meine Hölle bin ich selber“ oder „Ich bin die Gnade Gottes“. Der mehrfach ausgezeichnete Film „Janssen: Ego“ aus dem Jahr 1989 wird in der Ausstellung gezeigt und stellt den Künstler und Menschen vor.
Dank an die Claus Hüppe-Stiftung und das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg für die Leihgabe der gezeichneten Briefe, Gesche Tietjens für die Fotografien und einem Ungenannten für die Skandinavien-Zeichnungen.
Begleitprogramm:
Ausstellungsbegleitend wird der Film „JANSSEN:EGO“ gezeigt.
Peter Voss-Andreae hat den Künstler und Menschen acht Jahre lang beobachtet und daraus einen Film montiert, der genau so wild, aufbegehrend, intelligent und polemisch ist wie Janssen selbst. Nichts in diesem Film ist gestellt oder inszeniert; dennoch sind Begriffe wie Dokumentarfilm oder Künstlerporträt fast eine Beleidigung für ihn, weil er die gängige Vorstellungen von diesem Genre weit hinter sich lässt.